Satanisches

Pseudosatanisches

Krieg

Ritzen

Antwort 1

Antwort 2

Antwort 3

Antwort 4

Antwort 5

Antwort 6

Antwort 7

Antwort 8

Antwort 9

Antwort 10

Antwort 11

Antwort 12

Antwort 13

Antwort 14

Antwort 15

christl. Hilfe

meine Hilfe

ein Rat

satan. Diskussion

christl. Diskussion

ritueller Missbrauch

satanische Gesetze

Seite erstellt/geändert am: 09.09.2002
Rafa's Homepage

ich finde es ganz gut und richtig uber so etwas zu berichten und Menschen die solche Erfahrungen gemacht haben die Möglichkeit zur Stellungnahme zu bieten. (Habe deinen Aufruf bei Lex-Satanicus gesehen)
Ich bin übrigens weiblich. (wegen dem Kommentar bei den Antworten)

1. Das Ritzen kann einem durchaus selber einfallen, ich habe erst wesentlich später erfahren, dass es so etwas häufiger gibt.

2. Das Ritzen hat nicht unbedingt etwas mit Schmerz zu tun. Jedenfalls war es bei mir so. Zum einen ist es massiver Selbsthass (an allem was schief ging habe ich mir selber die Schuld gegeben und es lief eine Menge schief, und ich hasste mich selbst abgrundtief). In dieser Zeit habe ich mich nicht nur geritzt, ich habe mich geweigert zu essen (als ich zum essen gezwungen wurde habe ich angefangen mich zu übergeben, aber das ist noch ein anderes Problem) ich habe viel Alkohol getrunken und angefangen zu rauchen.....
Wenn ich mich geritzt habe, war das wie das öffnen eines Ventils aus dem sämtlicher Ärger, alle Wut und alle anderen schlechten Gefühle die sich in mir angestaut hatten einen Ausgang finden konnten. Hinterher war ich immer ruhiger und ein wenig freier. Warum ausgerechnet Ritzen? Ich weiss es nicht... es ist manchmal wie ein Reflex.

3. An das erste Mal kann ich mich noch sehr gut erinnern:
Ich war etwa 14 Jahre alt und saß an meinem Schreibtisch über den Hausaufgaben. Ich erlag mal wieder einer heftigen Heulattacke ohne besonderen Grund (ich war immer schon sehr schwermütig). Dann war es als wäre ich in Trance, als würde ich auf die Hände eines anderen sehen. Ich nahm das Messerchen von meinem Schreibtisch und schnitt mir so zwei bis drei Mal in meinen Arm. Ich spürte nichts, ich habe nur teilnahmslos zugesehen, was meine Hände mit dem Messer taten und wie das Blut auf den Schreibtisch tropfte. Einige Minuten später "wachte ich auf". Mein Arm tat weh, mein Schulheft war mit Blut besifft und ich habe mir erstmal die Arme verbunden. Aber ich hatte mich wieder beruhigt und es ging mir besser. Heute bin ich 21 Jahre alt und es ist etwa ein Jahr her, seit ich mir das das letzte Mal angetan habe. Eigentlich ist es vorbei, allerdings kann ich bei massiven tiefschlägen für nichts garantieren....

4. Die Narben...
Ich habe mich immer unglaublich geschämt für meine kaputten Arme. Egal wie heiss es im Sommer war, ich hatte IMMER riesige, weite Pullover an. Wenn doch mal jemand einen Blick auf meine Narben und Verletzungen werfen konnte, kam die übliche Ausrede: "Das waren die Katzen einer Freundin!" Ich weiss nicht ob mir das jemals einer abgekauft hat. Einmal habe ich jemanden kennengelernt, und er sagte nur "Du auch?" da habe ich mich erstmal bei ihm ausgeheult, weil sonst konnte ich ja mit niemandem darüber sprechen. Ich dachte, wenn das jemand erfährt, halten mich doch alle für total krank. Mittlerweile fallen die Narben kaum noch auf, und wenn doch einer fragt.... DIE KATZEN! Es macht mir keinen Spass mich schämen zu müssen.

5. Man spürt beim Ritzen keine Schmerzen. (Ich jedenfalls nicht) Danach tut es manchmal ein bischen weh, aber das ist nur ein irrelevanter Nebeneffekt.

6. Meistens ist das Ritzen wie die Beendigung oder Verhinderung eines Heulkrampfes/Nervenzusammenbruchs. Es hat sich dann einfach so unglaublich viel Druck und Negativität (Frust, Traurigkeit, Leere, Wut, Einsamkeit, ect.) in einem angestaut, dass man das Gefühl hat sofort platzen zu müssen, wenn sich nicht irgendwo ein "Ventil" öffnet um den Druck entweichen zu lassen. Ich bin mehr oder weniger abwesend und nur ein Beobachter wenn ich mich ritze. Der Schmerz kommt erst später wenn ich aufgehört habe. Ich nehme meistens das erstbeste was mir in die Finger gerät (Messer, Rasierklinge, Zirkel, Schere, Nadeln, ....). Ich höre auf wenn ich mich langsam wieder beruhige.

7. Danach fühlt man sich unwarscheinlich erleichtert.
Auch wenn es ein zwiespältiges Gefühl ist wenn man das getrocknete Blut betrachtet, ist es doch überwiegend positiv.

8. Mittlerweile trage ich normale T-Shirts, da die Narben mittlerweile recht schwach sind. Ich hatte immer Angst dass jemand etwas merkt. Aber es gibt ja noch die Katzen, die für alles herhalten müssen.

9. Das hat definitiv NICHTS mit Religion, Szene oder Coolness zu tun! Ich hatte zwar eine kleine "Gothic-Phase", und ich kann mich auch teilweise mit dem Satanismus identifizieren (je nach Auslegung). Doch da bestand niemals ein Zusammenhang, weder zeitlich, noch sonst irgendwie....
Das Ritzen ist von all dem vollkommen unabhängig!

10. Ich habe nie eine Therapie gemacht, und werde es auch nicht. Ich bin der Überzeugung meine Gesamtsituation heute halbwegs im Griff zu haben.

Die Mailadresse der Autorin ist mir bekannt. Wer ihr etwas schreiben möchte, kann mir eine Mail schicken, ich leite diese dann (ungelesen) an ihn weiter. Bitte gib im Betreff "121ritz9" an.

Zurück




Erstveröffentlichung: 16.08.2002

RAFA's satanic site
© 2002 by RAFA