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babylonische Dreieinigkeit

Zu Beginn der babylonischen Kultur setzte sich die sumerische Religion im Reich durch: Naturgewalten und Dinge, wie Erde, Meer, Sonne wurden deifiziert. Die Babylonier glaubten, jedes Ding, jeder Stein habe eigenes Leben. Der babylonische Pantheon wurde in "unten" und "oben" aufgeteilt:

Die Igigi-Gottheiten regierten die Oberwelt und die Himmel,
die Anunaki regierten die Unterwelt und das Reich der Toten.

Bis zum 3. Jahrtausend v.u.Z. gab es in Babylon ca. 3000 Götter, von denen man Listen führte, während welcher Epoche sie verehrt wurden. Weil es dann immer noch so unüberschaubar viele waren, schloß man mehrere, ähnliche Gottheiten zusammen, um die Anzahl der Götter zu reduzieren.

Der 1. sumerischer Hauptgott war An, Gott des Himmels, Sohn des Ansarr und Vater aller Götter.
Seine Gemahlin ist Inanna. Anderen Schriften nennen die Göttin Antum als seine Gemahlin und Inanna als seine Tochter. An wurde von den Akkadern (babylonische Bevölkerung um 2371-2181 v.u.Z.) als Anu übernommen, Inanna als Ischtar. Sie galt als oberste Göttin der Liebe und des Krieges (symbolisiert durch den Planeten Venus). Ursprünglich war Ischtar eine semitische, vermutlich männliche Gottheit.

Der 2. Hauptgott ist Enlil (akkadisch: Ellil, also El-lil, das wiederum im Hebräischen die wörtliche Bedeutung ergibt: der Herr der Nacht), Gott der Luft, der Stürme (durch die regenbringenden Frühjahrswinde lässt er die Pflanzen wachsen und gedeihen) und der Erde, ein kampfwütiger Krieger, der Herr der Weisheit und großer Berater. Später wurden seine Attribute auf Babylons Stadtgott Marduk übertragen, mit dem er damit verschmolz.

Der 3. Hauptgott ist Enki, später Ea (Ea-Nudimmud, Ea-Ninschiku) genannt, der Herr der Wasser und der Meere, der Gott der Weisheit und Schöpfer der Menschen, welchen er sehr wohlgesonnen ist. "Ki" bedeutet auf sumerisch Erde, insofern ist En-ki auch der Herr der Erde. Daher wird nicht eindeutig unterschieden zwischen Enki und Enlil, so dass manchmal beide Götter in einem Text genannt werden, jedoch so, als handle es sich um denselben.

Das ist die babylonische, göttliche Dreieinigkeit, unwesentliche paar tausend Jahre älter als die christliche. Das tut der christlichen Einmaligkeit und Originalität allerdings keinesfalls etwas ab, neinnein...

Glaubens- und Realitäts-Mentalität

Die Sumerer dachten sich ihre Götter und Göttergeschichten einfach aus und glaubten, was sie sich ausgedacht hatten . Meistens lagen den Geschichten schon irgendwelche Legenden zugrunde und so kommt es, dass es sich oft gar nicht differenzieren lässt, ob es sich bei dem Helden um einen Menschen oder einen Gott handelt. So gibt es beispielsweise im Gilgamesch-Epos den wilden Menschen "Enkidu", wobei man aber auch annehmen darf, dass Enkidu nur eine Form von Enki ist, dem sumerischen Hauptgott. Die Babylonier haben sich an solchen Ungereimtheiten nicht gestört.

Die Muslime unserer Tage - die Nachfahren aus der babylonischen Gegend - stören sich an so etwas auch nicht! . Es scheint sich um eine gewisse, "orientalische" Mentalität zu handeln.

Die neu- und vorzeitlichen Ortientalen leg(t)en ihren Schwerpunkt nicht auf das analytische Denken. Es ist ihnen - für uns unbegreiflicherweise - völlig egal, ob etwas (nachweislich) nur eine ausgedachte Geschichte ist, oder irgendeinen Zusammenhang mit der Realität hat. Für sie ist das einfach Realität, weil sie es glauben. Sie dachten und lebten auch in strengen Hierarchien, so dass für sie wichtiger war, was der König oder gar ein Gott sagt als das, was sie selber mit eigenen Augen sahen.

Gottheiten

Zuallererst gab es die Tiamat, das fruchtbare Salzwasser des Urozeans...

(assyrisch: tiamtu iamtu, tamdu = das Meer; arabisch: Tahama; hebräisch für Tiamat: tehomowt, später תהום (tehowm) = die Urtiefe)
das Meerungeheuer im babylonischen Schöpfungsepos; der Ozean, meistens mit Einschluss des großen Weltmeeres, worauf die Erde ruht und woher alle Wasser der Erde kommen; die Flut, die drunten ruht; jede große Wassermasse, die Tiefen des Meeres

Der Begriff wird in der Bibel an folgenden Stellen verwendet:

1.Mo.8,2 (Brunnen der Tiefe), Jes.51,10 (die Tiefen des Meeres), Hes.26,19 31,4 31,15 (die Flut), Hab.3,8 (die Ströme), Jon.2,6 (die Wasser, die Tiefe), Spr.3,20 8,24 8,27 (Meeresspiegel), Hi.28,14 38,16 38,30 41,24 (die personifizierte, auch sprechende Tiefe)
die entsprechenden Bibelstellen im Weiteren

1. Mose 1,2
Und die Erde war Wüstenei und Öde und Finsternis über der Oberfläche der Urtiefe...

das Urwasser, das Chaos ... Ps. 33,7, Ps. 104,6 und in 1. Mose 1,2

...und Apsu, ihr Gemahl, vollzogen in stiller Vereinigung die Ehe.

Tiamat findet auch in der Bibel enormen Niederschlag und kommt an folgenden Stellen vor (sie ist dort meistens nur als "Meer" übersetzt oder als "Tiefe"):

Jes.51,10. Bist du nicht der, welcher das Meer, die Wasser der großen Flut, trockengelegt und die Tiefen des Meers zu einem Weg gemacht hat, dass die Erlösten hindurchzogen?
Hes.26,19. Denn also spricht Gott, der HERR: Wenn ich dich zur verwüsteten Stadt mache, gleich den unbewohnten Städten, wenn ich die Flut gegen dich aufsteigen lasse und die großen Wasser dich bedecken,
Hes.31,15. Gott, der HERR, hat also gesprochen: An dem Tage, da er ins Totenreich hinabfuhr, ließ ich eine Klage abhalten; ich ließ über ihn trauern die Flut; ich hemmte ihre Ströme, und die großen Wasser wurden zurückgehalten, und ich ließ den Libanon um ihn trauern, und alle Bäume des Feldes verschmachteten seinetwegen.
Hab.3,8. Ist der HERR über die Ströme ergrimmt? Ergießt sich dein Zorn über die Flüsse, dein Grimm über das Meer, dass du auf deinen Rossen reitest, auf deinen Wagen des Heils?
Jon.2,6. Die Wasser umringten mich bis an die Seele, die Tiefe umgab mich, Meergras umschlang mein Haupt.
Spr.3,20. Durch seine Erkenntnis brachen die Fluten hervor und träufelten die Wolken Tau.
Spr.3,24. Als noch keine Fluten waren, ward ich geboren, als die wasserreichen Quellen noch nicht flossen.
Spr.3,27. als er den Himmel abzirkelte, war ich dabei; als er auf dem Meeresspiegel den Horizont abgrenzte,
Hiob 28,14. Die Tiefe spricht: "Sie ist nicht in mir", und das Meer: "Sie ist nicht bei mir."
Hiob 38,16. Bist du auch bis zu den Meeresquellen gekommen, oder hast du die Meerestiefe ausgeforscht?
Hiob 38,30. Wie zu Stein erstarren die Gewässer, und der Wasserspiegel schließt sich fest zusammen.
Hiob 41,24. Hinter ihm her leuchtet der Pfad, es macht die Flut den Silberhaaren gleich.
Ps.33,7. Er türmt die Meereswellen auf und sammelt Wasservorräte an.
Ps.104,6. Mit der Flut decktest du sie wie mit einem Kleid; die Wasser standen über den Bergen;
Jes.63,13. der sie durch die Fluten führte wie ein Ross auf der Ebene, ohne dass sie strauchelten?
Ps.106,9. Und er bedrohte das Schilfmeer, dass es vertrocknete, und ließ sie durch die Tiefen gehen wie auf einer Steppe.

Schamasch (rechts)
Jeden Tag ging Schamasch, die Sonne, auf am Horizont.

Der semitische Schamasch (auch Utu genannt), die (Kraft) der Sonne, war eine wesentliche Astralgottheit der Babylonier. Die Kraft der Sonne war verheiratet mit Aja, die man später als Manifestation der Göttin Ischtar betrachtete. schamasch galt als allsehender Sonnengott in Babylon, Richter des Himmels und der Erde, Gott des Landes der Lebenden, wanderte des Nachts durch die Unterwelt und brachte den Toten das Licht, sein Zeichen ist die Sonnenscheibe mit einem vierzackigen Stern, aus dem Strahlen schießen.

jüdische Channukah

Bis heute heißt die mittlere Kerze auf dem jüdischen Kerzenleuchter "schamasch". Es ist die erste Kerze, die brennt, und von ihr aus zündet man alle weiteren an. Um die Verbindung mit dem babylonischen Sonnengott schamasch zu trennen, interpretierte man sie lieber als "Diener", die Diener-Kerze, die die anderen Kerzen anzünden muss. Im jüdischen Verständnis wurde "schamasch" schließlich nur noch zum "Diener", so dass auch der Messdiener in der Synagoge so heißt. Er hat den untersten Rang.

Auch Sin oder Suen, der Mond(gott), zählte zu den obersten Astralgottheiten.

Mit Adad, der Herr des Sturmes, des Regens und Donners bezeichnete man den Wind, vergleichbar mit dem syrischen Hadad (oder Addu), dem kanaanäischen Gott des Sturmes. Seine Beinamen waren "Deichgraf des Himmels" und "Herr des Überflusses". Adad galt als Sohn des An.

Nabu (Nebo) war der Gott der Wissenschaft und der Schrift, auch hatte er einen Tempel in Ninive und in Assyrien, wo man ihm huldigte.

Die oberste Lokalgottheit in Assyrien war Assur, nach welchem das Land benannt ist.

Der westsemitische Dagan (Dagon) genoss Verehrung in Mesopotamien zur Zeit der Akkader.

die Zikkurat des Mondgottes Sin in Ur
Dumuzi (oder Tammuz), der Vegetationsgott, war ein jugendlicher Liebhaber der Ischtar. Nach ihm wurden im Babylonischen die Monate Juni und Juli benannt, in denen man ihn beweinte, denn da war die Trockenheit, die als Tammuz' Tod interpretiert wurde. Tammuz stieg damit zur Unterwelt. Auch die Frauen Jerusalems pflegten im Frühjahr zum Ölberg zu ziehen, um das erste Grün zu beweinen, von dem sie wussten, dass es noch während des Jahres erneut sterben musste. In Kurdistan kennt man noch heute die Gesänge zu dieser Klage. Der Tammuzkult wurde auch im 8. Jhdt. v.u.Z. in Palästina (Sach 12,11) praktiziert.
Später wurde Tammuz mit dem phönikischen Adon (der griechische Adonis) und dem ägyptischen Osiris identifiziert.

Der Mensch Nimrod wurde zum Kriegsgott und Schutzpatron der Jagd, Ninurta, und in Babylon und Assyrien als Gottheit verehrt (1. Mose 10,8-9 Und Kusch zeugte Nimrod; der fing an, ein Gewaltiger zu sein auf der Erde. Er war ein gewaltiger Jäger vor Jehova; darum sagt man: Wie Nimrod, ein gewaltiger Jäger vor Jehova!). Ninurta besiegte in schwerem Kampf den Anzu, einen gewaltigen Vogel des Mythus, der den Göttern die Schicksalstafeln raubte.

Marduk (Amar-Utuk), Enkis ältester Sohn, wurde zu Babylons Hauptgott erwählt, sein Tempel waren Esangila und E-temen-an-ki "Bauwerk des Fundaments von Himmel und Erde", der berühmte "Turm von Babel" (eines der damaligen Weltwunder). Eine Prozessionsstraße zog sich vom Ischtar-Tor durch Babylons Innenstadt bis zu Marduks Zikkurat "e-sag-ila" (übersetzt: das Haus, das sein Haupt erhebt).
Zikkurats sind treppenförmige Pyramiden-Bauten. Man glaubte, die Götter stiegen auf ihnen vom Himmel herab (erste Bibelstelle, die Babel erwähnt: 1. Mos. 11,1-9, auf der auch sogleich Jhwh [dass ich nicht lache! ;->] herabsteigt, um die Sprache Babels zu verwirren).

Inanna, als Panther dargestellt bekämpft eine mythische Schlange, bereits im alten Babylon das Sinnbild des Bösen
Weitere Götter:

Ninchursanga = die Liebes- und Muttergöttin, Geliebte oder Gemahlin des Enki (wird im Tilmun als Ninsikil verehrt)
Ischkur = sumerischer Wettergott
Muschdama = Baumeistergott
Mach = einer der sumerischen Namen der Muttergöttin, die meist "Aruru" genannt wird
Nisaba = die Getreidegöttin
Sumukan = Gott der Tiere
Wer oder Wer-wer = eine Wettergott-Gestalt
Asakku-Dämon = ein Windgott, Sturm
Irkallas = Unterweltsgottheit
Ereschkigal = die Königin der Erde (Unterwelt)
Beletßeri = die Schreiberin der Erde (Unterwelt), schreibt die Tafeln, auf der die Schicksale der Toten aufgeschrieben sind
Girru = Feuergott
Mammetum = des Schicksals Erzeugerin, "die Winterliche", eine Göttin der Unterwelt
Eragal = Unterweltgott
Nin-Asu = Totengottheit
Namtar = Unterweltgott (Schicksalsbestimmer)
Aßakku = Unterweltdämon
Kiskililla = Dämonin, wohnt im Stamm des Baumes, den Ischtar gepflanzt hatte
Nergal = der König der Unterwelt, ein Sohn Enlils und Ninlils



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