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Seite erstellt/geändert am: 23.03.2001

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Sumerische Schöpfungsgeschichte im Gilgamesch Epos

Als Himmel und Erde noch keinen Namen hatten,
Da war Ab-su allein, der Uranfängliche,
Mit Tiamat, der ungeordneten Erde,
Aus deren Tiefen Mummu, ihr Sohn,
In zeitloser Geburt hervorbrach.
Lose und Schicksal waren ihnen fremd
Ab-su, Tiamat und Mummu
Vereinigten ihre Gewässer
Und schufen die Götter
Kisar und Ansar, Anu, Ellil, Ea und Ischtar und
Alle die anderen.

Groß war der Lärm der Götter,
Sie ordneten die Stoffe,
Sie bauten die Erde.
Gestört war die Ruhe des Uranfänglichen,
Also dass Ab-su beschloss
Mit Tiamat und Mummu vereinigt
Die Götter zu vernichten.

Mutter Hubur (Tiamat) gebar Riesenschlangen
Mit spitzen Zähnen, schonungslose,
Wütende Molche bekleidete sie mit Furchtbarkeit,
Schuf Orkane, tolle Hunde, Skorpionmenschen,
Wer sie erschaute, sollte vor Schauder vergehen.

Ihr aufgetaner Mund sollte den Feuergott zur Ruhe bringen.

Ea, der alles weiß, verriet es den Göttern,
Da freute sich Marduk, sein Sohn:
"Wenn ich bändige die Tiamat, erlaubt mir,
Die Ordnung der Welt zu bestimmen"


Marduk knüpfte ein Netz, das die vier Winde trugen,
Um Tiamat zu umschließen, ihr Inneres zu verwirren.
Er ergriff den Sturmwind, die Götterwaffe, und rief:
"Komm heran, Tiamat, wir wollen kämpfen!"

Als Tiamat ihren Mund auftat, Marduk zu verschlingen,
Ließ Marduk den Sturmwind hineinfahren,
Zerriss ihr den Leib und spaltete ihr Inneres
Gleich einer Muschel in zwei Teile.

Eine Hälfte setzte er hin, er zog eine Sperre entlang,
An der die Wächter ihren Platz hatten;
Die Wasser nicht herauszulassen
Trug er ihnen auf

Er maß Ab-sus Gestalt und gründete nach seinem Ebenbilde
Escharra, das Haus des Alls.
Da ließ er wohnen, Anu, Ellil und Ea.
Die Tafeln des Schicksals aber legte er in seine Brust.

Sternbilder nach dem Bilde der Götter setzte er ein,
Für die Monate setzte er Sterne hin, bestimmte ihnen ein
Festes Band, dass sie nicht abirrten und keiner sich versäume.

Nannar ließ er erglänzen, die Nacht vertraute er ihm an:
Am Anfang des Monats sollst du aufgehen über dem Lande,

Mit Hörnern sollst zu erglänzen, um sechs Tage zu bestimmen.
Am siebenten Tage zeige eine halbe Tiara,
Am vierzehnten Tag sollst du gleich sein den beiden Hälften.

In der jüngeren Menschen-Schöpfungsgeschichte ist es dann bereits nicht mehr das Blut eines Verbrechers, sondern der gute Schöpfer-Gott [Marduk] selbst ist es, der sein Blut gibt, um dem Menschen Göttlichkeit zu geben.

Blut wurde verstanden als die Substanz, in der das Leben und die Seele ist. Auch später bei den Juden hatte das Blut noch immer den Status der Substanz, in der die Seele ist (daher wird dort auch nur koscheres, völlig ausgeblutetes Fleisch gegessen, um nicht des anderen Lebewesens Seele zu sich zu nehmen), während das Leben dem Atem zugeschrieben wurde. Die Schöpfergottheit gibt daher dem Menschen nicht sein Blut, sondern seinen Atem, um aus dem Menschen eine lebendige Kreatur zu machen.

Marduk trieb sein Herz, Kluges zu schaffen, er sagte zu Ea:

"Mein Blut will ich sammeln, Gebein formen und Menschen
erschaffen, die die Erde bewohnen."

So ordnete denn Marduk die ganze Welt, die Erde, die Sterne, den Mond ... und schuf schließlich zur Krönung des Ganzen am Schluss mit 2 Sätzen den Menschen.


Marduks abschließende Signatur lautet:

Keiner unter den Göttern soll Marduk gleichstehen,
Der die Ordnung leitet, Recht gibt,
Nicht ändert das Wort seines Mundes irgendein Gott,
Seinen Gesetzen unterliegen sie alle.

Amen.


Enuma Elish

Hier sind die Schöpfer Marduk und Ea:

Einen Gott soll man schlachten,
Und die anderen sollen gereinigt werden durch das Gericht.

Bei diesem "geschlachteten" Gott und
auch gleichsam für das Verbrechen der anderen Täter
stellvertretend geopferten (Hin-)Gerichteten
handelte es sich wohlgemerkt nicht um Jesus,
sondern um den Gott Kingu.

Dieser war der Anführer der 11 Ungeheuer, die Tiamat erschaffen hatte, um mit deren Hilfe die Götter zu bekämpfen - Kingu, der Ur-Götterfeind.

So entledigten sich die Götter seiner und recycleten daraus den Menschen.

Manche Spekulanten halten Kingu für den "Ur-Satan". Der widergöttliche Streiter und Herr über die dämonenartigen, giftigen, widerlichen und höchst destruktiven See-Ungeheuer (Tiamat-Ungeheuer) wird durch den Tod aus dem Reich der Götter verbannt und als Substanz, aus der der Mensch gemacht ist, ins Irdische verfrachtet. Dass demnach der Mensch, dessen gesamte Göttlichkeit aus widergöttlichen und gottfeindlichen Komponenten besteht, nur nach seiner Natur widergöttlich und gottfeindlich sein kann, versteht sich dadurch.

Mit seinem Fleisch und seinem Blut
Vermische Nin-Hursag (weibliche Gottheit) den Ton.
Gott und Mensch
Werden so... vereinigt sein im Ton.

Sie legte sieben Handvoll links hin.
In die Mitte legte sie einen Ziegel.
Ea kniete auf einer Matte und öffnete den Nabel (der kleinen Tonfiguren).
... (er) rief die weisen Gemahlinnen.
Von den beiden Gruppen von Mutterformen erzeugten sieben die Männer;
Sieben erzeugten die Frauen.
Die Gebär-Mutter (gleich der Göttin), die die Schicksale erschafft,
Ergänzte sie zu Paaren.
Zu Paaren ergänzte sie sie vor sich.
Mami zeichnete menschliche Formen.



Auch wird berichtet, dass der Mensch in einem geheiligten Raum erschaffen wurde, im Unzumua, das ist "das Band des Himmels und der Erde". Dieses Band, der Knotenpunkt der beiden Seiten des Kosmos, ist der Beiname, mit dem Nippur und Babylon in der mythischen Geographie häufig bezeichnet werden. Dies "Band" ist nichts anderes als der gewundene Schwanz Tiamats (der den Rand der Welt bildete, um den gesamten Ozean, in dessen Mitte sich die Erdscholle befand).



Erstveröffentlichung: 23.03.2001

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