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| Seite geändert am: 04.09.2001 | ||||

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Ich denke, wir sind uns einig, dass derartiges nicht ganz den realen Tatsachen entspricht.
Wie alle eher märchenhaften Vorstellungen von gewissen Dingen hat allerdings auch diese ominöse Fantasie einen realitätsbezogenen Ursprung. Diesen Ursprung gilt es mir zu finden. Daher streiche ich vorerst alle fiktiven Bilder, unter deren angekratzter Oberfläche ich weitere Bilder finde und untersuche stets, ob sich nicht noch etwas darunter befindet.
Das genannte Bild einer anatomischen Missgeburt (Verzeihung, Missschöpfung *g*) kratze ich an und finde es als die Schminke einer mittelalterlichen Kirche, die aus geläufigen Komponenten antiker Gottheiten (z.B. Pan) eine Figur christlicher Mythologie zu verzerren trachtete. Aber auch das Bild der christlichen Mythologie will ich nicht heil lassen und kratze und zerstöre und will sehen, was darunter ist. Um mir die vielen Zwischenbilder zu ersparen, bediene ich mich gleich des möglichst ursprünglichsten Bildes der Christenheit, dem aus der Bibel.
Das Wort שטן (Satan) ist eine Bezeichnung aus der hebräischen Sprache mit folgenden Bedeutungen:
Ps. 38,21: "Und Zahlende (=Vergeltende) Böse(s) unter (=anstatt) Gute(s) (sie) befeinden mich unter (=für) mein Verfolgen Gut(es)"Ps. 109,4: "Unter (=Für) meine Liebe sie feinden mich, und (=wo) ich (ganz) Gebet (bin)"
Sach. 3,1: "Und er ließ sehen mich J(eh)oschua den Priester, der große (=den hohen), stehend(er) zu Gesichter (=vor) (dem) Bote(n) Jhwh(s), und der Satan (war) stehend(er) auf (=an) seine(r) Rechte(n) zu anklagen (=anzuklagen) ihn."
Ps. 71,13: "Sie (=Es) werden (=müssen) sich schämen, sie (=es) werden endigen (=zunichte) Befehdende mein(e) Seele (=Leben)..."Ps. 109,20: "Diese (=Das) (ist) (die) Belohnung (für) meine Befehdenden (=mich Befehdende) von mit (=seiten) Jhwh(s), und (für) die Redenden Bös(es) auf (=wider) meine Seele (=mich)!"
Ps. 109,29: "Sei (=Es) werden (=müssen) sich kleiden Anklagende mich (=meine Kläger) (mit) Schmach, und sie werden (=müssen) umlegen sich wie (einen) Mantel ihre Schande!"
1. Sam. 29,4: "Aber die Fürsten der Philister wurden zornig über ihn, und die Fürsten der Philister sprachen zu ihm: Schicke den Mann zurück, dass er an seinen Ort zurückkehre, wohin du ihn bestellt hast, und dass er nicht mit uns in den Streit hinabziehe und uns nicht zum Widersacher werde im Streite; denn womit könnte der sich angenehm machen bei seinem Herrn? nicht mit den Köpfen dieser Männer?"
1. Kön. 11,14: "Und Jehova erweckte Salomo einen Widersacher, Hadad, den Edomiter; er war vom königlichen Samen in Edom."
1. Kön. 11,23: "Und Gott erweckte ihm einen Widersacher, Reson, den Sohn Eljadas, der von Hadadeser, dem König von Zoba, seinem Herrn, geflohen war."
1. Kön. 11,25: "Und er wurde ein Widersacher Israels, alle Tage Salomos, und zwar neben dem Übel, das Hadad tat; und er verabscheute Israel, und er wurde König über Syrien. {H. Aram}"
Ps. 109,6: "Bestelle auf (=wider) ihn (einen) Bösen und (=dass) (ein) Ankläger (er) steht auf (=zu) seine(r) Rechte(n)!"
(vgl.Sach. 3,1-2)
2. Sam. 19,22(23): "Aber David sprach: Was haben wir miteinander zu schaffen, ihr Söhne der Zeruja, dass ihr mir heute zu Widersachern werdet?"
4. Mos. 22,22: "Aber es entflammte der Zorn Gottes, weil gehend er [Bileam] (war). Und es stellte sich der Engel Jhwhs an den Weg, sich zu widersetzen ihm, während er (ein) Reitender (war) auf seiner Eselin und zwei seiner Knaben mit ihm."
4. Mos. 22,32: "Darauf sprach zu ihm der Engel Jhwhs: Weshalb hast du geschlagen deine Eselin, dies drei Mal(e)? Siehe, ich, ich zog aus als Hinderer, denn überstürzt war der Weg, zuwider mir."
Sach. 3,1-2: 1 Und er ließ sehen mich J(eh)oschua den Priester, der große (=den hohen), stehend(er) zu Gesichter (=vor) (dem) Bote(n) Jhwh(s), und der Satan (war) stehend(er) auf (=an) seine(r) Rechte(n) zu anklagen (=anzuklagen) ihn.
2 Und (=Aber) er (=es) sprach Jhwh zu dem Satan: Er (=Es) bedroht Jhwh in dir (=dich), der (=o) Satan, und (=ja), er (=es) bedroht Jhwh in dir (=dich), der Erwählende Jerusalem! Etwa nicht dieser (=das ist) (ein) Holzscheit, entrissen(es) vom (aus dem) Feuer?
Hi. 1,6-8: "6 Und (er) war (nun) der Tag, und (sie) kamen (die) Söhne Gottes, (um) zu stellen sich auf (=vor) Jhwh, und er (=es) kam auch der Widersacher [HaSatan] in ihre Mitte."...
Hi. 1,12: "Und er (=es) sprach Jhwh zu der (=dem) Satan: Siehe, all(es), was zu (=gehört) ihm, (sei) in deine(r) Hand, nur zu (=gegen) ihn nicht du wirst (=sollst) schicken (=ausstrecken) deine Hand! Und (=Darauf) ging hinweg der Widersacher (=Satan), von mit (=weg von) Gesichter (=dem Angesicht) Jhwh(s)."
Hi. 2,1-4: "1 Und er (=es) war der Tag (=eines Tages), und (da) (sie) kamen (die) Gottessöhne, (um) zu stellen sich auf (=vor) Jhwh, und (=als) (er) kam auch der Widersacher (=Satan) in ihre Mitte, (um) zu stellen sich auf (=vor) Jhwh."...
Hi. 2,6 ff
1. Chr. 21,1: "Und Satan stand auf wider Israel und reizte David an, Israel zu zählen"
Das deutsche Wort "Teufel" ist dem hebräischen Begriff טפל [top(h)el] entlehnt.
Dieses bedeutet
Ps. 119,69: "Sie (=Es) besudelten (=legten) auf mich Lüge Freche ich (selbst), in (=mit) ganz(em) Herz(en) ich halte deine Verordnungen."
Hi. 14,17: "Versiegelt(er) in (einem) Beutel (wäre) mein Frevel, und du wirst (=würdest) kleben über mein Vergehen."
Hi. 13,4: "Und dagegen (=Allerdings) ihr (seid) Andichter (von) Lüge, Heilende (=Ärzte) (von) Nichtigkeit (=nichtsnutzige) alle von euch (=allesamt)."
| 1. Mo. 3,1
Aber die Schlange |
So sehr diese Stelle mit Adam und Eva, dem Apfel und Satan in Gestalt einer Schlange assoziiert wird, aber das alles sind Fehlinterpretationen: an dieser Stelle gibt es keinen Satan. Der Akteur der Verführung war eine vollkommen gewöhnliche, völlig irdische Schlange.
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Siehe hierzu auch:
Stiftung Warentest (Satire) |
| Utnapischtims Rede zu Gilgamesch, 11. Tafel, 266 ff:
266"Ein Verborgenes, Gilgamesch, will ich dir enthüllen,
285 Da Gilgamesch einen Brunnen sah, dessen Wasser kalt war,
(* Die Häutung der Schlange galt als Symbol der Unsterblichkeit) 290 Zu der Frist setzte Gilgamesch weinend sich nieder,
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"Erde" heißt auf sumerisch "Ki" - womöglich ist mit dem Erdlöwen die Gottheit Ki-ngu gemeint, aus dessen Blut die Menschen gemacht sind?
Vielleicht ist der "Erdlöwe" auch das Raubtier auf der Erde, das auf seinem Bauche kriechen und letztendlich Erde fressen soll, sein Leben lang...?
Zum ersten Mal taucht Satan in der 1. Chr. 21,1 auf. Diese Stelle, sowie das Buch Hiob und ein Satz bei Sach 3,1 sind im Alten Testament die einzigen Stellen, wo der Satan als solcher überhaupt erwähnt wird (abgesehen noch vom Psalm 109,6: Hier wird der Begriff "Satan" als "Ankläger, Widersacher" in einer Art Gerichtsprozess verwendet. Es handelt sich hier nicht um DEN Satan, sondern um EINEN (beliebigen) Satan, Ankläger).
Das Wort "Teufel" wird lediglich im Neuen Testament gebraucht (dort dafür umso häufiger). Gerade eben jüngere Texte wie das Neue Testament bauen auf die älteren Texte und dem momentanen, zeitgenössischen Verständnis der Mythologie auf, sind also meistens bereits schon völlig verkitscht von trivialen Interpretationen.
Wenn man Satan also wirklich finden will, dann nur in den ältesten (unverfälschsten) Texten und von dort aus weiter, wohin seine Spur führt...
Bileam schien als ein geschätzter Wahrsager oder Zauberer zu gelten, denn als der König Balak sich von den anrückenden Israeliten bedroht sah, sandte er Boten aus, Bileam zu bitten, die Israeliten zu verfluchen. Als die Boten bei Bileam eintrafen, bat sich dieser aus, über Nacht eine Entscheidung Gott Jhwhs abzuwarten, die er den Boten am Morgen berichten wollte.Das Ganze erinnert stark an "die Befragung der Götter im Bettgemach", zu Neudeutsch: Traumdeutung.
Tatsächlich kam in der Nacht Gott (Elohim) zu Bileam und fragte (!), als wenn er es nicht wüsste, wer denn der Besuch sei. Bileam antwortete "dem Gotte" - el HaElohim - zu der (=dem) Gott. Bileam berichtete am Morgen den Gesandten des Balak das Wort Gott Jhwhs, das zu deren Ungunsten ausfiel.
Als ein zweites Mal Boten eintrafen, rechtfertigte sich Bileam, dass er nicht gegen das Geheiß "Jhwhs, Elohoy" - also Jhwh, seines Gottes - die Israeliten verfluchen könnte. Wiederum wollte Bileam das Wort Gott Jhwhs in der Nacht abwarten und wiederum kam Gott (Elohim) zu Bileam in der Nacht. Diesmal gewährte der Gott dem Bileam, mit den Boten des Balak zu reisen.
Als Bileam aber am Morgen seine Eselin sattelte und mit den Boten zog, entflammte just DESWEGEN der Zorn Gottes (Elohim) und es stellte sich der Engel Jhwhs - maleak Jhwh - an Bileams Weg, um sich ihm zu widersetzen - lesatan. Nachdem des Bileams Eselin diesem Engel 3 mal auszuweichen versuchte und sie Bileam dafür schlug, öffnete Gott Jhwh den Mund der Eselin, die sich daraufhin lustig mit ihrem Reiter unterhielt. Diesem erschien dies gar nicht sonderbar. Erst als Gott Jhwh auch noch die Augen des Bileam öffnete, wurde dieser des maleak Jhwh, des Engels, gewahr. Der Engel stellte sich vor mit den Worten: "Siehe ich, ich zog aus als lesatan (als Hinderer)..." um Bileam an seinem Wege zu hindern, weil dieser Gott nicht gefiele.
Bezeichnend ist an der ganzen Geschichte, dass hier ein auffallend unschlüssiges Entscheidungsverhalten Gottes vorliegt. Als könne Gott seine Entscheidungen nicht mit der nötigen Konsequenz durchsetzen, spricht er sich zuerst gegen, dann für die Reise des Bileam aus. Kaum ist dieser jedoch abgereist, schickt er ihm einen satanischen (hindernden) Engel nach, der Bileam nach ein paar zaghaften Störmanövern dann DOCH weiterziehen lässt.
Ein beliebiger, namenloser Engel Gottes tritt hier im Dienste und im Sinne Gottes als "Satan" auf, als Widersacher und stellt sich einem Menschen in den Weg. Ganz deutlich wird hier, dass Gott Sataniym für seine Zwecke benutzt, um sich seinen eigenen Plänen und Anordnungen in den Weg zu stellen, als sei Gott ein zweigeistiges Wesen, das seine eigenen Entscheidungen erst in der Praxis mit sich selbst ausfechten müsste.
Da Gottes Wort (Logos) zugleich Gott selbst, sowie Gottes Wort aber auch die Ausführung und Realisation dieses Wortes ist, so dass allein durch das Wort erschaffen ist - d.h. im Rückschluss dass das Erschaffene nicht mehr als Gottes Wort, Gottes Plan, Gottes Geist und damit Gott selbst ist - ist diese Welt und dieses Sein nichts anderes als Gottes Denken, Gottes Wort, Gottes Erleben.
Dieses Sein, dieses Welt ist Gott, der sich gerade selbst erschafft.
Und wie alles Entstehende braucht das Wachstum Barrieren, gegen welche sich das Entstehende durchsetzen muss. Was wächst, erstarkt, wenn es ein Hindernis überwunden hat. Ist Satan Gottes Impfstoff?
| 1. Chr 21,1
Und {2. Sam. 24} Satan stand auf wider Israel und reizte David an, Israel zu zählen. 2 Da sprach David zu Joab und zu den Obersten des Volkes: Gehet hin, zählet Israel von Beerseba bis Dan; und berichtet mir, damit ich ihre Zahl wisse... |
dazu aber:
| 2. Sam. 24,1
Und {1. Chron. 21} der Zorn Jehovas entbrannte abermals wider Israel; und er reizte David wider sie, indem er sprach: Gehe hin, zähle Israel und Juda! 2 Da sprach der König zu Joab, dem Heerobersten, der bei ihm war: Gehe doch umher durch alle Stämme Israels, von Dan bis Beerseba, und mustert das Volk, damit ich die Zahl des Volkes wisse... |
Was einmal als normaler "Zorn Jehovas" gedeutet ist, wird an anderer Stelle "Satan" genannt. Satan wird verstanden...
Für ein solches Verständnis spricht auch, dass oftmals zornige, aggressive, destruktiv handelnde Menschen als von Satan geleitet gelten bzw. sich oftmals nicht selbst für ihre Zornesausbrüche verantwortlich sehen, sondern diese dem Satan zuschreiben.
Hier wird Satan verstanden als beherrschender eigener Wesenszug, der sich gegen eigene Sanftmut, Güte und Vernunft durchsetzt (unkontrollierte Wutausbrüche, cholerische Anfälle, etc.), oder...
Dass diese Art von "Besessenheit" aber selbst bei Gott funktionieren sollte, spräche dem Satan schon enorme Macht zu.
Gemeinhin gilt Satan als dem Gott unterstellter (gefallener) Engel also...
Aus2. Sam. 24,1 geht hervor, dass die Volkszählung dem David aufgrund des Willen Gottes in den Sinn kam. Aus1. Chr. 21,1 wird deutlich, dass der Ausführende des göttlichen Willens die Exekutive "Satan" ist, die aktiv aufsteht, um Gottes Plan in die Tat umzusetzen. Man kann Satan aus dieser Sicht gut für einen Engel im Dienst Gottes betrachten. Einem "Fall" Satans widerspräche dies...
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Siehe hierzu auch:
Bibelexegese Hiob |
So findet sich in der Hiob-Geschichte aufgrund der vielen verschiedenen Geschichten der Weisheitsliteratur mesopotamischer Völker, aus der sie zusammengeflickt ist, eine Menge verschiedener Bezeichnungen für Gott (aber auch eine Menge Vorstellungen von den jeweiligen Gottesfeinden innerhalb der entsprechenden Religionen), siehe
Bibelexegese Hiob.
Sehr deutlich unterscheidet sich von all diesen Götter-und-Ungeheuer-Geschichten auch schon bez. des literarischen Stils die Passage(n) vom Dialog der rein jüdischen Gottfigur Jhwh mit חשטן [HaSatan], dem Widersacher.
| Auch in der Prosaerzählung |
| Hiob 1, Vers...
6 Und (er) war (nun) der Tag, und (sie) kamen (die) Söhne Gottes, (um) zu stellen sich auf (=vor) Jhwh, und er (=es) kam auch der Widersacher [HaSatan] in ihre Mitte. 7 und (er) sprach Jhwh zu der (=dem) Widersacher: Woher du kommst? Und er (=es) entgegnete der Widersacher Jhwh und (er) sagte: Von (einem) Umherschweifen in (=auf) der Erde und von (einem) Wandeln hin und her in (=auf) ihr! 8 Und er (=es) sprach Jhwh zu der (=dem) Widersacher (=Satan): Etwa du hast gesetzt dein(e) Herz (=Aufmerksamkeit) auf mein(en) Diener Ijob, dass nicht ist wie er (=seinesgleichen) in (=auf) der Erde, (ein) Mann rechtschaffen(er) und gerade(r), fürchtend(er) Gott und abwendend(er) sich von (dem) Bösen? 9 Und (=Da) (es) entgegnete der Widersacher (=Satan) Jhwh und (er) sagte: Etwa umsonst er (=es) ist fürchtend(er) Ijob Gott? 10 Etwa nicht du (selber) (du) umheg(te)st in bis (=ganz und gar) ihn und in bis (=sogar) sein(e) Haus(gemeinschaft) und in bis (=auch noch) all(es), was zu (=gehört) ihm von Umkreis (=ringsum)? (Das) Werk seine(r) (zwei) Hände du hast gesegnet und sein Besitz (er) breitet(e) sich aus in dem Land. 11 Und (=Aber) hingegen, schicke (=strecke aus) doch deine Hand und berühre (=taste) in (=an) all(es), was zu (=gehört) ihm, wenn (=ob) nicht auf (=in) dein(e) Gesicht(er) er verflucht dich? 12 Und er (=es) sprach Jhwh zu der (=dem) Satan: Siehe, all(es), was zu (=gehört) ihm, (sei) in deine(r) Hand, nur zu (=gegen) ihn nicht du wirst (=sollst) schicken (=ausstrecken) deine Hand! Und (=Darauf) ging hinweg der Widersacher (=Satan), von mit (=weg von) Gesichter (=dem Angesicht) Jhwh(s). |
"Die Söhne Gottes" heißen im Original "beney ha'Elohiym". Mit beney wurden einige Sätze vorher auch die Söhne des Hiob bezeichnet, es handelt sich hier also um ganz normal gezeugte Nachkommen. Der Begriff ha'Elohiym KANN auch als Plural von Elowah (irgendeine Gottheit) gesehen werden, womit es hieße "die Gottheiten". Es wären dann "die von den Gottheiten gezeugten Söhne" gemeint. Wiedergegeben ist es allerdings als "die Söhne (des) Gottes", wobei ha'Elohiym als der einzelne, göttliche Herr verstanden ist.Unter den beney ha'Elohiym, den Söhnen des Gottes, war in der Geschichte um Hiob also auch HaSatan, der Satan, der Widersacher, der sich gemeinsam mit ihnen vor Jhwh (auf)stellt.
Auch an der berühmten und bezweifelten Stelle 1. Mo. 6,2, an der die Söhne des Gottes nach den Töchtern der Menschen begehrten, wird der Begriff beney ha'Elohiym verwendet.
Da die meisten bei "Söhne Gottes" sofort an um Gott flatternde, dienende Engel denken, verstehen sie das Szenario wohl eher als eine himmlische Ratsversammlung, gleich einer irdischen der Adligen und Obersten des Volkes im Thronsaal des Königs. Aber vielleicht handelt es sich bei der Zusammenkunft mehr um ein Familientreffen: die Söhne und ihr Vater oder ihre Väter treffen sich auf ein Gelage? Dabei unterhält sich so ein göttlicher Vater, hier Jhwh, mit seiner Brut, hält mit diesem und jenem der Söhne ein Pläuschchen und trifft dabei auch auf den Widersacher unter ihnen, fragend: "Na, mein Junge, wie gehts, was treibst du denn so, wo kommst du denn her?""Woher kommst du?" fragt Jhwh den Widersacher unter den göttlichen Söhnen und dieser antwortet: "Vom Umherschweifen auf der Erde und vom hin- und herlaufen auf ihr." Welcher Herrscher fragt seinen Diener bei der Ratsversammlung, woher er denn käme? Was ist das für ein Herrscher, der das nicht wüsste?
Da sich die göttlichen Söhne mit Menschentöchtern einließen und auch offenbar ganz selbstständig auf der Erde (und sonstwo) umherschweiften, wie es ihnen beliebte, kann man bei der himmlischen Gesellschaft mehr auf einen Familienbetrieb schließen, in der Hierarchie und Gesetz bei weitem keine so große Rolle spielte, wie von vielen allgemein angenommen wird. Die Familie ist in mesopotamischen Breiten DIE Gemeinschaft schlechthin, so dass man sich auch die Götter in einer solchen formiert vorstellte. In antiken, kleinasiatischen Religionen gibt es stets eine oder mehrere Götterpaare, die auf irgendeine Art von Vereinigung - gängige Vorstellung war durchaus herkömmliche, sexuelle Vereinigung - göttliche Kinder in die (Götter-)Welt setzten. In der babylonischen, auch in der ägyptischen, selbst in griechischer und römischer Götterwelt war alles miteinander verschwägert, verbrüdert, versöhnt. Streit und Rivalität unter den göttlichen Geschwistern, ja selbst gegen die Familienoberhäupter galten andererseits ebenso als gängig. Man schloss hier ganz offensichtlich wieder einmal vom menschlichen Dasein auf das göttliche. Die familiäre Darstellung der himmlischen Versammlung ist wohl ein Relikt aus solcher nicht-jüdischer, polytheistischen Weltsicht.
Wie auch immer möchte ich dem satanischen Beispiel umgehend Folge leisten und hinterfrage das Verhalten der Kontrahenten im göttlichen Dialog: Es ergibt sich rein logisch die Ausgangssituation, dass weder Jhwh noch Satan allwissend zu sein scheinen, denn eine Allwissenheit führte jeden Zweifel sowie jede Prüfung ad absurdum.
Sollte die durchgeführte Prüfung bez. Hiobs Gottesfurcht einen Beweis für Satan darstellen, stellt sich die Frage, welchem Minderwertigkeitskomplex Gott erlegen war, so dass er sich von Satan ans Bein gepinkelt fühlte und es für nötig befand, offensichtliche Dinge unter Beweis zu stellen. Insgesamt erweckt die Erzählung doch die Vermutung, dass es Gott sehr wichtig ist, wer ihm huldigt, dass er darauf sogar fast stolz zu sein scheint und sich vor anderen metaphysischen Figuren damit brüstet, womit er rein psychisch natürlich auch einer gewissen Beweispflicht obliegt.
Der Mensch, der sich recht wohl fühlt in seiner Selbstbetrachtung als seinem Gott wohlgefälliger Diener, widerstrebt es, diese Dienerschaft anzweifeln zu lassen: Meist aus purem Egoismus ist er nämlich seinem Gott der Diener und die Dienerschaft ist daher schwer in ihrem den Menschen so beweihräuchernden Edelmut geschmälert. Nicht seinem Gott dient mancher Mensch, sondern seiner eigenen Genusssucht - er dient zugunsten der Sehnsucht und der wohligen Wärme, sich als braves Kind fühlen zu dürfen. So manchen Menschen kann man auch heute noch im Jesus-Kult seine Gottheit zu Tode dienend beobachten, d.h. vor lauter seelischer Geilheit aufs Dienen huldigt mancher Gläubige in derartig konzentrierter Selbstbefriedigung, dass dabei Jesus nebenher unbemerkt verrecken könnte (wäre er nicht längst tot).Und Satan ist die unbequeme Figur, die dieses Handeln hinterfragt und den dargestellten, edlen Charakter solchen dienenden Wesens anzweifelt.
Eigentlich ist der Verruf und das Aufgeschrei gegen Satan durch die jeweiligen Menschen nur bestes Indiz dafür, dass Satan Recht hat! Gegen die Erkenntnis, gar nicht der gute Diener der Gottheit zu sein, sondern nur der selbstbeweihräuchernde, geistige Onanist, wehrten sich die Menschen schneller, als es ihnen selbst bewusst war: und schon verleumden sie den Skeptiker, den Aufdecker, den Erkenntnisgeber ... und zwar als einen Lügner.
| "Ist dein Edelmut etwa nur Egoismus?" | |
| "Nein, ist nicht wahr - du lügst!!!" |
ertappt.
"Geh hin und decke die Wahrheit auf" ist Jhwhs Wunsch und Satan geht und handelt nach seiner Art, realisiert sich selbst.
So wird auch in der Hiob-Geschichte großer Wert darauf gelegt, die Blöße Hiobs nicht zur menschlichen Schamhaftigkeit aufzudecken, sondern sie zu verschleiern.
Bis zum Ende des Buches geht es einzig und allein darum, des Hiobs letztes erquickliches Gut, mit dem dieser Mann seine eigene Seele verbirgt und verkleidet, zu bewahren:"Hi. 6,10 So würde noch mein Trost sein, und ich würde frohlocken in schonungsloser Pein,
dass ich die Worte des Heiligen nicht verleugnet habe."Gut will er sich wissen, der Hiob!
Das ist alles, was er noch will und Urgrund allen Wollens, das er je wollte.
Und hiermit gesteht der für Hiob sprechende menschliche Autor das von Satan entblößte, wahre Trachten des Menschen (womöglich sogar unbeabsichtigt) ein: allein um seinen eigenen Willen geht es dem Menschen, sein ganzes Wesen ist ein einziger Hedonismus, allein sich selbst will der Mensch dienen - aber Gottesdienst schiebt er dafür vor (und dafür sei er angeklagt)!
| Satan ist dabei lediglich die klärende Instanz, die aufzeigt, was Tatsache ist. |
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Sacharja 3
1 Und er ließ sehen mich J(eh)oschua den Priester, der große (=den hohen), stehend(er) zu Gesichter (=vor) (dem) 2 Und (=Aber) er (=es) sprach Jhwh zu dem Satan: Er (=Es) bedroht Jhwh in dir (=dich), der (=o) Satan, und (=ja), er (=es) bedroht Jhwh in dir (=dich), der Erwählende Jerusalem! Etwa nicht dieser (=das ist) (ein) Holzscheit, |
Doch Jhwh springt dem Satan dazwischen und fährt ihn drohend an, um den Mann, an dem Satan sein Werk tun will, davor zu bewahren.
Nicht dass Satan an diesem Mann nichts mehr zu tun fände, aber der Mann wurde (von Jhwh) dem Feuer entrissen, er steht unter Jhwhs persönlichem Schutz. Es scheint sich Jhwh bei der Wahl seiner Männer, für die er sich einsetzt, nicht danach zu richten, ob diese (vom Feuer) geläutert sind oder nicht, denn er lässt weder zu, dass ihre unreinen Kleider bis auf die nackte Haut vom Feuer verbrannt werden, noch dass sie der Satan auf seine unsanfte Weise dazu bringt, sich die Kleider (vormals: Maske) selbst vom Leib zu reißen, sondern Jhwh lässt den Seinen einfach neue Kleider überstülpen:
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Sacharja 3
3 Und (=Indes) J(eh)oschua (er) war bekleidet(er) in (=mit) Kleidern schmutzige(n) und (so) stehend(er) zu Gesichter (=vor) der (=dem) Bote(n). 4 Und (d)er antwortete (=hob an) und (er) sprach zu die (=den) Stehenden zu seinen Gesichtern (=vor ihm), zu sagen (=sagend): Macht wendend (=Entfernt) die Kleider, die schmutzigen von (auf) ihm! |
Ob nun Jhwh seinem Mann J(eh)oschua dessen Kleider gründlicher, schonender, reiner entfernt, als es Satan zu tun gedachte... - dem Spektakel des Kleiderwechsels liegt die Einstellung zugrunde, dass niemand aus sich selbst heraus rein sein/werden kann, dass noch nie ein reiner Knabe von einem Weibe geboren wurde, dass es keinen gäbe, der ohne Sünde sei - wie auch immer man es zum Ausdruck bringen mag: Jhwh nimmt den schmutzigen Frack (Sünde) einfach von dem Menschen und zieht ihm Festtagskleider an.
| Sacharja 3
4 ...Siehe ich habe fortgenommen von (auf) dir deine Schuld und (ein) Anlegen (=bin anlegend) dir Festgewänder! |
Die Schuld-Fortnahme findet im Neuen Testament dann durch Jesus, die Personifizierung der Gnade, ihre Fortsetzung.
So hat sich der Mensch aus Scham um die Blöße seines Wesens aber auch als Schutz vor äußeren Einflüssen auf sein empfindliches Wesen ein Kleid angelegt: Der Mensch mag sich nicht zeigen, schon gar nicht sich berühren lassen und was ihm vollkommen zuwider ist, ist eine Einwirkung, Formung seines Wesens. Das Kleid des Menschen ist zwangsläufig schmutzig, dient es ja auch zum Verkriechen, zum Verstecken, zur Vortäuschung, dass hier nichts Interessantes wäre und damit grundsätzlich zur Falschheit.
Gott-Jhwh ist laut Bibel also derjenige, der dieses schmutzige Kleid von seinen Auserwählten entfernt und den Menschen in ein sauberes Kleid verstec... äh hüllt.
Satan ist dagegen derjenige, der den Menschen dazu bringt, das Kleid einfach auszuziehen.
Nun wäre es doch an der Zeit, sich der Nacktheit nicht zu schämen, so wie einst im Paradies:
| 1. Mose 2,25
und sie waren beide nackt, der Mensch und sein Weib, und schämten sich nicht. |
Natürlich fordert Nacktheit neben dem Mut zu sich selbst auch eine gewisse Stärke, denn die schützende Kleiderhülle schirmt nicht mehr ab gegen alles, was die Haut (oft schmerzlich) trifft. Aber die notwendige Stärke ergibt sich im Lauf der Zeit ganz von selbst. Nacktheit ist reine Gewöhnungssache.
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Siehe hierzu auch:
Psalm 109 |
| 6 Bestelle auf (=wider) ihn (einen) Bösen, und (=dass) (ein) Ankläger [wesatan] (er) steht auf (=zu) seine(r) Rechte(n)! |
| 20 Diese (=Das) (ist) (die) Belohnung (für) meine Befehdenden (=mich Befehdende) [sotenay] von mit (=seiten) Jhwh(s), und (für) die Redenden Bös(es) auf (=wider) meine Seele (=mich)! |
| ושטן | [wesatan] ein Ankläger
Als Plural von [wesatan] kann [sotenay] verstanden werden: |
| שטני | [sotenay] Befehdende (Plural)
Zugunsten der Betonung des o durch das w schreibt sich in Ps.109,29 [sotenay] auch in folgender Weise: |
| שוטני | [sowtenay] Ankläger, Kläger (Plural) |
| 29 Sie (=Es) werden (=müssen) sich kleiden mich Anklagende (=meine Kläger) [sowtenay] (mit) Schmach, und sie werden (=müssen) umlegen sich wie (einen) Mantel ihre Schande |
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