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| Seite geändert am: 20.02.2003 | ||||

Die Schlange - und zwar die "einfache, ganz normale Schlange" - war bei den Babyloniern das Symbol für die Unsterblichkeit, so wie bei uns der Fuchs ein Symbol für Klugheit ist.
Ich erzähle euch nun eine Geschichte. Es ist die Geschichte von der Eva und dem Fuchs:
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Aber der Fuchs war lebendiger als alle Tiere im Walde und er sprach zu dem Weibe: Ja sollte Gott gesagt haben: ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? Da sprach das Weib zum Füchslein: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, damit ihr nicht verblödet! Da sprach der Fuchs zum Weibe: Ihr werdet keineswegs verblöden (seht MICH an! Wie klug ich bin! Ich bin das Tier der Klugheit! Wer spricht angesichts meiner Gegenwart von Verblödung? Mitnichten!), sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esset, werden eure Herzen aufgetan und ihr werdet leben wie Gott ...
Als dann am Ende die Tat ans Licht kommt, treibt Gott die Menschen aus dem Garten Eden. Er schlug sie mit seiner Strafe, so dass sie blöd wie Bohnenstroh wurden. Die Frucht des Baumes aber, das Leben, hatten sie behalten. Und die Moral von der Geschicht': Die Blödheit stirbt NIE aus...! |
In meiner Geschichte meine ich einen FUCHS - keinen Satan, keinen Teufel, keinen Gott, auch kein wundersames Zauber-Tier, das sprechen kann oder aus dem ein (unreiner) Geist spricht - sondern einen ganz normalen Meister Reineke, der in unserem europäischen Verständnis in Fabeln und Märchen immer der Kluge ist und schlichtweg für die Klugheit steht. Wie viele Geschichten gibt es über schnelle Hasen und verschlagene Igel, die einen Wettlauf machen, starke Elefanten und kurzschwänzige Mäuse, die mit Handys telefonieren, schlaue Füchse und auf ihre Gewalt vertrauende Löwen... und all diese Geschichten haben eine tiefere Bedeutung, die das Eigentliche ist, auf die es nämlich überhaupt ankommt. Niemand käme dabei auf die Idee, hinter diesen Geschichten wirklich eines dieser Tiere zu vermuten - ausgenommen kleine Kinder. Aber die sehen auch den tieferen Sinn in den Geschichten nicht. Für die ist da einfach nur n Wettlauf: geiiil! ...oder ein ausgelinkter Löwe: hähähä!
So wie bei uns der Fuchs das Tier der Klugheit ist, so war im alten Babylon die Schlange das Tier des Lebens und der Unsterblichkeit. In der Häutung sah man das Neu-Werden, die Wiedergeburt des Tieres.
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siehe auch:
biblische Schlangen |
Es wird auch für die Sündenfall-Geschichten-Schlange das Wort "Nahasch" verwendet, das heißt "Schlange" - rotzordinäre, einfache, simple, ganz normale Schlange! Die mythischen Schlangen dagegen waren Tanniyn, Sepai, Livjatan, usw.
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siehe auch:
Stiftung Warentest |
Eine weitere Fabel mit einer Schlange findet sich im Gilgamesch-Epos:
| Utnapischtims Rede zu Gilgamesch, 11. Tafel, 266 ff:
266"Ein Verborgenes, Gilgamesch, will ich dir enthüllen,
[Gilgamesch findet und birgt tatsächlich das Kraut, das die Unsterblichkeit bringt. Erschöpft von diesem Abenteuer sucht er Erfrischung:] 285 Da Gilgamesch einen Brunnen sah, dessen Wasser kalt war,
[Das heißt, sie entschlüpft dem alten Körper und kriecht als neues Tier mit frisch gewordenem Leib aus der gestorbenen Haut.] 290 Zu der Frist setzte Gilgamesch weinend sich nieder,
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