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Seite erstellt/geändert am: 26.12.2003

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Zitat aus "über den Teufel und sein Wirken" von Annette di Rocca, 1966

Der Höllengeist kann die Seele mit einer Reihe heftigster, außerordentlicher Versuchungen quälen. Der Angriff erfolgt dann von innen oder von außen. Geschieht es von außen, so erscheint der Dämon in verschiedener Gestalt und wirkt auf die Sinne des Menschen ein (Gesicht, Gehör, Gefühl). In den kanonischen Prozessen der heiligen Gemma Galgani finden sich folgende Einzelheiten. Dabei kommt bald ihr bewährter Seelenführer P. Germano, bald die Heilige selbst zu Wort.

"O welche Qual ist es für mich, nicht beten zu können" sprach die Heilige zu P. Germano - "wie beschwerlich ist es! Wie plagt sich doch dieser Spitzbube (der Teufel), um mir das Beten unmöglich zu machen! Gestern abend wollte er mich umbringen, und er hätte es getan, wenn nicht Jesus herbeigeeilt wäre. Ich war zutiefst erschrocken; mein Herz dachte an Jesus, aber mein Mund vermochte seinen Namen nicht hervorzubringen."

Ein andermal sagte der Teufel lästernd zu ihr: "Was tust du denn? Wie kannst du nur in deiner Albernheit zu einem Missetäter beten! Du siehst doch, wie weh er dir tut, indem er dich an sein Kreuz heftet. Wie kannst du denn jemand lieben, den du nicht einmal kennst und der einen Menschen, der ihn lieb hat, leiden lässt?" ... In einem ihrer zahlreichen Briefe schrieb sie mir: "In diesen Tagen ist Chiappino (sie meinte damit den Teufel) nicht müde geworden, mir lauter dumme Streiche zu spielen. Dieses Ungeheuer wird seine Anstrengungen verdoppeln, um mir zu schaden und mich dessen zu berauben, der mich führt und berät..."

Als er aber sah, dass seine Tricks ihr Vertrauen zu ihrem Seelsorger nicht erschüttern konnten, wurde er gewalttätig. Er fiel beim Schreiben über sie her, riss ihr den Federhalter aus der Hand, zerfetzte den Briefbogen und schleifte sie aus der Schreibstube. Dabei packte er sie so kräftig an den Haaren, dass manchmal Haarbüschel in seinen brutalen Händen blieben. Bei seinem Weggang schrie er wutentbrannt: "Krieg, Krieg deinem Pater, Krieg, solange er lebt auf dieser Welt." Unter uns gesagt, der Bösewicht hat Wort gehalten! - "Glauben Sie mir, Pater", - sagte Gemma - "dieser Teufelskerl hat, wie ich selber hörte, eine größere Wut auf Sie als auf mich!"

Er ging in seiner Frechheit sogar soweit, dass er die Gestalt des Priesters annahm, bei dem das junge Mädchen zu beichten pflegte. Einst war sie in die Kirche gegangen, und während sie sich aufs Beichten vorbereitete, bemerkte sie, dass der Beichtvater schon an seinem Platz saß und auf sie wartete, ohne dass sie ihn hatte kommen sehen. Sie wunderte sich darüber und geriet in große Verwirrung, wie immer, wenn der böse Geist in ihrer Nähe war. Trotzdem trat sie näher und begann wie sonst auch mit ihrem Sündenbekenntnis. Die Stimme und die äußere Erscheinung waren die des Beichtvaters; aber die gottlosen, unglaublich skandalösen Worte und die unflätigen Gebärden! - "Mein Gott, was soll das bedeuten? Wo bin ich denn?" Vor Schreck über diese Lästerungen zitterte das unschuldige Mädchen am ganzen Körper und war wie betäubt. Dann raffte sie sich auf und sah gerade noch beim Verlassen des Beichtstuhls, dass der vermeintliche Beichtvater verschwunden war, ohne dass die Umstehenden sein Fortgehen bemerkt hatten.

Aber der böse Feind gab nicht nach. Als dieser Streich misslungen war, erschien er der Dienerin Gottes als strahlender Engel ... "Schau mich an, ich kann dich glücklich machen! Nur musst du mir Gehorsam schwören!" Gemma, die dieses Mal nicht die übliche Verwirrung empfand, die ihr sonst die Anwesenheit des bösen Geistes verriet, hörte ihn in ihrer Herzenseinfalt an; aber Gott ließ sie nicht im Stiche. Schon bei den ersten gemeinen Phrasen des Spitzbuben öffnete er ihr die Augen; sie schüttelte sich und rief entsetzt: "Mein Gott, o Maria Immaculata lass mich sterben."

Dann stürzte sie sich auf den falschen Engel und spuckte ihm mitten ins Gesicht. Im selben Augenblick löste sich dieser in Feuer auf und ließ nur ein Häuflein Asche auf dem Fußboden zurück ...

"Um sie künftighin vor solchen trügerischen Erscheinungen zu schützen" - schreibt Pater Germino - "befahl ich ihr, jede Erscheinung aus dem Jenseits, ganz gleich in welcher Gestalt sie sich zeige, sofort mit dem Ruf 'Es lebe Jesusl' zu empfangen. Dabei wusste ich nicht, dass der Herr selbst ihr geraten hatte, sie solle 'Gepriesen seien Jesus und Maria' sagen. Um beiden zu gehorchen, pflegte das folgsame Mädchen das eine wie das andere Stoßgebet zu sprechen; und wenn es gute Geister waren, wiederholten sie: Es lebe Jesus! Gepriesen seien Jesus und Maria!" Die bösen aber blieben stumm oder sprachen nur die ersten Worte "Es lebel" "Gepriesen!", ohne irgendeinen Namen hinzuzufügen; und daran erkannte sie Gemma und verspottete sie.

Und noch einmal versuchte der Dämon ihr großes Gottvertrauen zu untergraben. Er redete ihr ein, sie sei verdammt. "Siehst du denn nicht", sagte er, "dass dieser dich gar nicht hört und von dir nichts mehr wissen will? Wozu läufst du ihm denn ständig nach? Lass das bleiben und ergib dich in dein unglückliches Schicksal." Das war die schrecklichste Versuchung ...

Als aber alle seine Kniffe durch dieses Kind vereitelt wurden, ließ er in grenzenloser Wut seine Maske fallen und begann sie offen zu bekämpfen. Er erschien ihr in schrecklichen Gestalten, bald als toller Hund, bald als Ungeheuer in Tier- oder Menschengestalt. Zunächst erschreckte er sie durch seinen schauderhaften, drohenden Anblick; später fiel er über sie her, schlug und biss sie, zerrte sie an den Haaren im Bett und im Zimmer herum und peinigte unzählige Male dieses schuldlose Geschöpf. Niemand möge denken, dass man diese Dinge als Einbildungen abtun kann. Dagegen sprechen die Wirkungen: ausgerissene Haare, Prellungen und Striemen, die tagelang zu sehen waren, und nicht zuletzt heftige Schmerzen, die die arme Dulderin überall empfand. Ebenso realistisch war das Gepolter, das man zuweilen vernahm, und das Krachen der Bettstatt, die von unsichtbarer Hand gerettet und hochgehoben wurde, um dann wieder auf den Boden zurückzufallen. Und dieses Kesseltreiben währte nicht nur Augenblicke, sondern stundenlang ohne Unterbrechung, ja sogar eine ganze Nacht hindurch ...

"Auch gestern" - schreibt Gemma ihrem Seelenführer - "hat mich der Teufel geschlagen. Meine Tante befahl mir, einen Eimer Wasser heraufzuziehen. Ich füllte damit die Krüge in den Zimmern. Als ich mit den Krügen in der Hand am Herz-Jesu-Bild vorüber kam und dabei voller Inbrunst betete, spürte ich einen so starken Schlag auf der linken Schulter, dass ich zu Boden stürzte, aber ohne dass es Scherben gab. Auch heute fühle ich mich nicht wohl und jeder Handgriff verursacht mir Schmerzen. Und noch etwas: Gestern verbrachte ich wie gewöhnlich eine fürchterliche Nacht. Der Teufel kam als plumper, riesengroßer Kerl, schlug mich die ganze Nacht und sagte: Für dich gibt es keine Hoffnung auf Rettung mehr! Du bist in meinen Händen! Ich entgegnete, Gott sei barmherzig und ich fürchte daher nichts. Da schlug er mich voller Ingrimm auf den Kopf und knirschte: 'Du Verfluchte!' - Dann zog er ab. Ich ging in mein Zimmer, um ein wenig auszuruhen, und dort fand ich ihn wieder. Er misshandelte mich mit einem Knotenstrick, denn er wollte, dass ich ihm und seinen schlimmen Lehren Gehör schenken solle. Ich widerstand. Da schlug er noch stärker zu und stieg mir mit aller Heftigkeit den Kopf zu Boden. Nun kam mir der Gedanke, ich könnte den heiligen Papa von Jesus anrufen (so nannte das liebe Kind gewöhnlich Gott-Vater). Und ich schrie: 'Ewiger Vater, befreie mich um des kostbaren Blutes Jesu willen!' - Ich weiß nicht, was dann passierte; der Teufelskerl gab mir einen Puff, zog mich aus dem Bett und stieß mich so, dass ich mit dem Kopf aufschlug und vor Schmerz ohnmächtig auf dem Boden liegen blieb. Erst nach längerer Zeit kam ich zu mir. Jesus sei Dank!"

Und Pater Germano berichtet: "Einmal war ich selbst in Lebensgefahr, als ich der Kranken beistand. Ich saß in einer Ecke des Zimmers und betete mein Brevier. Da gewahrte ich einen großen schwarzen Kater, der fauchend durch meine Beine hindurchsprang und die Wände entlang lief, ehe er sich der Kranken gegenüber auf dem eisernen Bettgestell niederließ und sie wütend anstarrte. Mir lief es bei diesem Anblick kalt über den Rücken, aber Gemma blieb ruhig. Da sagte ich, die Fassung wiedergewinnend: 'Was soll das heißen?' Sie erwiderte: 'Haben Sie keine Angst, lieber Pater, der Schuft von einem Teufel will mich nur belästigen, aber fürchten Sie nichts, denn Ihnen tut er nichts.'

Zitternd trat ich näher und besprengte das Bett mit Weihwasser. Nun verschwand der Spuk. Die Kranke war so ruhig, als ob überhaupt nichts geschehen wäre.

Sie kannte nur eine Furcht, ihren Gott durch Nachgiebigkeit gegenüber den Einflüsterungen des bösen Feindes zu beleidigen. Obwohl sie sich ihrer Siege in der Vergangenheit bewusst war, verkannte sie nicht die drohende Gefahr und dieser Gedanke entsetzte sie. Es gab kein Mittel, das sie zur Abwehr dieser Angriffe nicht angewandt hätte: Kreuze, Heiligenreliquien, Skapuliere, Beschwörungen. Vor allem aber nahm sie ihre Zuflucht zu Gott, zur himmlischen Mutter, zum Schutzengel und zu ihrem Seelenführer. 'Kommen Sie bald', schrieb sie ihrem Beichtvater, 'oder beten sie den Exorzismus wenigstens aus der Ferne, denn der Teufel tut mir alles mögliche an. Helfen Sie mir, meine Seele zu retten; ich habe Angst, schon in den Klauen des Teufels zu sein. Ach, wenn Sie wüssten, was ich ausstehen muss! Wie behagte es ihm heute Nacht! Er zerrte mich an den Haaren und rief: Ungehorsam! Ungehorsam! Das lässt sich nicht wieder gutmachen, komm, komm mit mir! - Und wollte mich in die Hölle verschleppen. Länger als vier Stunden hat er mich gequält. So habe ich die Nacht zugebracht.

Ich habe so Angst davor, dass ich ihm nachgeben und Jesus missfallen könnte."

Wenn auch sehr selten, so geschah es doch, dass der Böse sie ganz in Besitz nahm und ihr dabei die Seelenkräfte lähmte und ihre Sinne verwirrte, so dass man sie für besessen hielt. Dieser Anblick war zum Erbarmen. Sie selbst empfand ein solches Grauen vor diesem jämmerlichen Zustand, dass sie bereits der Gedanke daran erbleichen und erzittern ließ.



Erstveröffentlichung: 26.12.2003

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