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| Seite erstellt/geändert am: 26.12.2003 | ||||

Man bedenke auch hierbei, dass Satan, der mächtige Herrscher dieser Welt, trotz seines stressigen Jobs (andauernde kriegerische Auseinandersetzungen mit dem lieben Gott, ständiges Gestreite mit den Engeln, mit Königen und Kaisern Pakte schließen, halten und einlösen, etc.) noch immer die hlg. Madame Lieschen Müller aus Hintertupfing so wichtig findet, dass er sofort seine Arbeit unterbricht, eigens um sie die Treppe hinunterzustürzen und ein paar blaue Flecken aufs Schienbein zu hexen.
Zitate aus "über den Teufel und sein Wirken" von Annette di Rocca, 1966
Monsignore Scalia, ein Beichtvater der Dienerin Gottes Lucia Mangano, die 1946 als Ursuline starb, verweist auf die teuflischen Misshandlungen, denen sein Beichtkind ausgesetzt war: "Der Teufel quält und schlägt sie oft, packt sie an den Haaren, schleift sie durchs Zimmer, malträtiert sie mit Faustschlägen und ruft ihr zu: Du gehörst mir! ... Dein Jesus hat dich in Stich gelassen! ... Du bist ein Teufel und ich behandle dich wie einen Teufel, der mir untersteht!" ...
In einem Brief vom 15. Juni 1932 schrieb Lucia an ihren Pater Spiritual: "Am Freitag früh befand ich mich in einer trostlosen Stimmung. Ich fühlte mich verlassen und wurde von teuflischen Einflüsterungen bedrängt. Gegen 10 Uhr hatte ich mich gerade niedergesetzt, um an Sie zu schreiben, als plötzlich der Teufel auftauchte. Er rückte mir grimmig zu Leibe, ergriff mich am Arm und versuchte mich umzuwerfen.
| Der junge Mann, der bereits einige Male bei der hübschen Lucia war, besuchte sie erneut. Aber dieses Mal zickte sie rum und machte einen auf Migräne. |
| Der junge Mann versuchte, seine Geliebte aus ihren Träumen und Depressionen zu wecken und sagte ihr klar ins Gesicht, dass sie von Einbildungen lebte. Vielleicht gab er ihr zur Bekräftigung eine Watsche, oder er packte sie an den Armen und schüttelte sie ein wenig, wie man es mit Leuten machte, die nicht klar bei Sinnen sind. |
"Heute abend klagte Lucia über Schmerzen am rechten Arm (und das wohlgemerkt nach neun Tagen!). Ich fragte sie woher das komme, aber sie wollte es mir nicht verraten. Da verfiel ich auf den Gedanken, dass der Teufel sie misshandelt haben könnte und äußerte diesen Verdacht. Nun erst bekannte sie Farbe.
| Zur Rede gestellt woher die blauen Flecken kamen, fiel Lucia keine Ausrede ein. Aber die Freundin hatte den rettenden Gedanken "der Teufel!", den Lucia auch gleich flink aufgriff. |
Nichts ist seinen Absichten abträglicher als Gestalt anzunehmen, denn wer den Teufel gesehen hat, glaubt unweigerlich an Gott. Einen stärkeren Gottesbeweis als mit dem Widersacher Gottes konfrontiert zu werden, dürfte es kaum geben. Nur zuweilen tritt er aus der Reserve, vergisst auf kluge Zurückhaltung, denn blind macht jede Wut und raubt dem Verstand die Überlegung. Man lese die Berichte über das Toben Satans im Pfarrhaus zu Ars und man wird die Überzeugung gewinnen, dass der Teufel wahrlich keine Wahnvorstellung ist, kein Fantasiegebilde, keine Halluzination, keine Erfindung der Hysterie. Er ist eine ernst zu nehmende Wirklichkeit, das zur Gestalt gewordene Böse. 35 Jahre lang währten die Kämpfe, die der heilige Pfarrer Vianney gegen den Satan zu bestehen hatte.
Ein wahrer Hexensabbat spielte sich Nacht für Nacht vor seinen Augen und Ohren ab. Grölen, Schreien, Brüllen, Toben, ein Stimmengewirr wie von wütend sich balgenden Kosaken, donnernde Keulenschläge gegen die Türen, Nageln mit einem Hammer, Herumgepolter wie mit schweren Kürassierstiefeln, Trommeln mit einem Schlegel auf dem Tisch, Umwerfen von Gegenständen, Verrücken von Möbeln, Umherschieben des Bettes, Rascheln in den Vorhängen, Flattern von Fledermäusen, das Heulen, Brummen, Bellen, Schnauben von wilden Tieren, das Stunden lang anhaltende Getrampel wie von einer Schafherde auf dem Speicher; der Heidenlärm eines schwer auf alle vier Hufe aus großer Höhe stürzenden Pferdes usw.
Ein kräftiger 28jähriger Mann erbot sich eines Nachts, im Pfarrhaus zu wachen und erschien wohl bewaffnet mit einem Gewehr.
| Wobei doch zumindest der Pfarrer hätte wissen müssen, wie unsinnig eine solche Wache und wie nichtig die irdische Waffe gegen den Teufelsspuk ist. Mir scheint gar, als wollte da jemand mit solchen Geschichten gruselige Stimmung machen, um endlich heilig gesprochen zu werden. |
| ...und der Pfarrer in seiner "launigen Weise" ist natürlich der mutige Held: Er hält stand, wo kräftige, junge, bewaffnete Männer den Schwanz einziehen. Klar dass der Pfarrer ein übertriebenes Bedürfnis nach männlichem Wettbewerb hat nach dem Motto "meiner ist länger". |
Man braucht gar kein gottbegnadeter Pfarrer von Ars zu sein, um die Wutausbrüche Satans zu erleben. Man versuche nur einmal, ihm in seinen ureigensten Jagdgründen in die Quere zu kommen, suche eine auf Abwege geratene Seele zu Christus zurückzuführen, und man wird eine Kostprobe seines Zornes erleben.
St. Maria Michelina vom heiligsten Sakrament berichtet:
"Gott hat mich unzählige Male vom Teufel befreit. Ich will nur die wichtigsten Erlebnisse anführen.
Während meines Aufenthalts in Paris im Jahre 1847 versetzte er mir einmal beim Betreten der Kirche einen so fürchterlichen Schlag, dass ich sieben oder acht Stufen der Kirchentreppe hinunterstürzte. Alle glaubten schon, ich sei tot, aber ein kurzes Gebet brachte mich wieder zur Besinnung.
Als ich in Madrid das Skapulier der heiligsten Dreifaltigkeit, deren Geheimnis ich sehr verehrte, empfangen sollte, misshandelte mich der böse Feind, ohne dass es jemand bemerkte, am Kircheneingang mit unglaublicher Roheit und trat mir derart aufs Schienbein, dass ich eine halbe Stunde lang nicht mehr aufstehen konnte. Niemand kam vorbei, um mir zu helfen und ich glaubte vor Schmerz zu sterben. Da betete ich zur heiligsten Dreifaltigkeit und konnte mich wieder erheben, aber ich spürte diesen Schmerz noch ein Vierteljahr, obschon ich ganz gut zu gehen vermochte. Diese Stöße unterscheiden sich von anderen in der Art und Wirkung, denn sie sind viel heftiger als der Aufprall am Boden, wenn man ruhig seines Weges zieht und plötzlich zu Falle kommt; sie hätten mich töten können.
Sooft ich mich in das Heim für gefährdete Mädchen in der Via Atacha begab, um nach dem Rechten zu sehen, verspürte ich schwache Schläge auf der rechten Schulter und sah dort ein Teufelchen sitzen. Ich sprach zu ihm: 'Wir schaffen also gemeinsam im Heim des Herrn, aber wie sehr du dich auch abrackerst, du wirst nur das tun dürfen, was der Verherrlichung Gottes dient. Ich muss dich wie einen Sklaven hinter der Türe anketten. Die jungen Mädchen werden dich beim Betreten des Hauses nicht sehen, sie entdecken dich aber, falls sie fort wollen, und du musst daher höchstpersönlich verhindern, dass sie wieder davonlaufen.'
Ich merkte, wie er in der Kapelle auf meinen Schultern saß und mich in meiner stillen Betrachtung stören wollte; da sagte ich zu ihm: 'Holla, bist du schon wieder da! Bilde dir ja nicht ein, dass ich Angst vor dir habe; ich bin sicher, dass Gott mich schützt.'
In der Kapelle habe ich ihn schon in verschiedenen Gestalten beobachtet. Beim Beten sehe ich ihn als plumpen, schlaffen Schäferhund, der mit einen Kerzenleuchter nach dem andern wirft, ohne Schaden anzurichten. Dann springt er mir flink wie ein Windhund auf den Kopf, berührt mich aber nicht, Bei seinem Abzug gleicht die Kapelle einem Schlachtfeld. Ich bete tapfer weiter.
Oftmals stürmt er mit einem Höllenspektakel die Kapellentreppe hinab. Vor Generalbeichten verrückt er wiederholt die Beichtstühle und macht mir laufend Verdruss. Es würde zu weit führen, all diese Schikanen aufzuzählen.
Als ich das Heim in Valenza gegründet hatte, brachte er mich durch einen brutalen Stoß zu Fall und ich konnte Gott danken, dass ich am Leben blieb.
Er sprang mir auf den Kopf und zerkratzte mir Augen und Nase. Nach drei Tagen ging es mir wieder gut, aber die Spuren der Verletzung waren länger als vier Wochen sichtbar, und noch heute kann man die Narbe erkennen.
Nur wenige Tage nach meiner Übersiedlung in das Heim zu Barcelona, in Porta del'Angelo Nr. 10" - berichtet die Heilige weiter - "hörte ich in der Nacht ein Geräusch, als scharre ein großes Tier auf dem Fußboden oder schlage ein plumper Vogel blindwütend um sich. Ich kümmerte mich nicht darum, da ich sicher war, dass ein Tier dahinterstecke. Aber nach einigen Tagen gelangte ich zur Überzeugung, dass dies der Teufel war. In seiner grenzenlosen Wut wollte er mir nämlich die Bettdecke wegziehen. Er flößte mir großen Schrecken ein. Ich sprach daraufhin mit dem Bischof, meinem Beichtvater, der mir den Rat gab, nicht allein zu schlafen. Daher nahm ich Schwester Concetta zu mir, die mit Argusaugen alles durchsuchte, ohne irgend etwas zu entdecken. Und doch wurde das Treiben nur noch schlimmer, und der Spektakel nahm zu. Beim Betreten des Zimmers erlosch jedesmal das Lämpchen vor dem Madonnenbild. Meine Zimmergefährtin Schwester Concetta wurde durch die Postulantin Maria di S. Francesco abgelöst. Es war eine schreckliche Nacht. Der Dämon schäumte vor Wut, fand keine Rast und Ruhe und tyrannisierte uns. Nicht einmal Weihwasser konnte ihn verscheuchen. Er packte die Wäsche und streute sie im Zimmer umher. Als Maria Francesca gewahrte, wie ihr die Wäschestücke aus der Hand gerissen wurden, eilte sie, wie Espenlaub zitternd, auf mich zu. Ich sprang aus dem Bett, aber kaum stand ich auf den Beinen, begann der Teufel rasend darauf herum zu tanzen, was man sehr wohl hörte, denn ich besitze nur einen Strohsack." (Aus der Autobiographie von Michelina, in P. Angelo Romano, S. M., S. 304-307; Rom).
Der seligen Jeanne Delanoue (+ 1736) war der Teufel oft in schrecklicher Gestalt erschienen und hatte versucht, sie durch seine Drohungen einzuschüchtern. Da er immer nur Niederlagen erlitt, floh er unter Verwünschungen. Eines Tages warf er ihr vor: "Mit deinen Ratschlägen raubst du mir viele Seelen." "Umso besser!" schlug Johanna zurück. Da schleuderte ihr der Versucher den Namen eines Gegenstandes ins Gesicht, den er zutiefst verabscheut: "Du großes Weihwasserbecken!"
Sie hörte spöttische Rufe: "Du gehörst uns! Lass alle Hoffnung fahren!" Sie hielt sich für eine unverbesserliche Sünderin, die unrettbar verloren der göttlichen Gerechtigkeit anheimfallen werde. In dieser zermürbenden Bedrängnis hörte sie nicht auf, Gott zu lieben. Sie trug nie ein mürrisches Gesicht zur Schau, zeigte keinerlei Launen und sprach niemals bittere Worte (Trochu, La B. Giovanna Delanoue; Roma, 1947).
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