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| Seite erstellt/geändert am: 18.07.2007 | ||||

Hier beschreiben Ex-Christen ihre Gründe, warum sie von Gott, vom Glauben oder der Kirche abgefallen sind. Um weitere Statements bin ich stets froh, also schick auch du mir deine Begründung für deine Entscheidung gegen Gott per Mail!
Ein Diskutant namens "Milbentod" beschreibt am 18.07.2007 im www.Forum-Satanismus.de seine Erkenntnisse wie folgt
Originalbeitrag):
Ich habe mich enttäuscht von Gott abgewandt, genau deshalb, weil er seine versprochene Leistung niemals bringt. Ein paar Jahre lang war ich aber sehr geil auf ihn. Zuerst bin ich auf ihn hereingefallen, weil er mir das Blaue vom Himmel versprochen hat. Aber auch danach habe ich es noch eine ganze Weile mit ihm ausgehalten, weil seine Leistung zwar gering, aber doch größer als Null ist. Und dieses Bisschen Leistung reicht oft aus, um Gläubige bei der Stange zu halten.Heute denke ich, dass Gott nicht als eigenständiges Wesen existiert, sondern dass er nur in den Gehirnen der Gläubigen simuliert wird. Als Simulation ist er dem Gläubigen aber durchaus präsent und wirksam. Wenn ich mich in einer unklaren Situation befand, habe ich oft Gott um Rat gefragt, und solchen Rat habe ich von "ihm" fast immer bekommen. Heute denke ich, dass der Rat in meinem eigenen Kopf, also aus mir selbst heraus entstanden ist. Aber ohne die Hilfs-Illusion "Gott" wäre mir der gute Rat vielleicht nicht eingefallen.
Seine besten Leistungen bringt Gott, wenn es um rein geistige Dinge geht, also um "Information" im weitesten Sinne. Als Simulation im Kopf kann er gegen Prüfungsangst helfen, Zuversicht schenken, Rat geben, froh machen usw.
Versagen tut er in aller Regel, sobald man von ihm etwas erwartet, das irgendwie mit Physik zu tun hat. Da ist so eine "Geist-Materie-Schranke", die Gott als geistiges Wesen normalerweise nicht überwinden kann. Richard Dawkins bezeichnet Gott als Hirn-Virus, der ähnlich funktioniert wie ein Computervirus; den Vergleich finde ich sehr treffend. Traditionell sagt man: "Gott ist Geist". Ich interpretiere das so: Gott ist eine Software, die in den Hirnen der Gläubigen installiert ist. Als Geist-Software bringt er natürlich nur geistigen Output; er kann keinen Traktor reparieren und keinen Kaffee kochen. Aber Kranke heilen kann er manchmal, weil man da mit Psychosomatik und Placebo allerhand machen kann.
Aber Gott hat sogar als Geist einen Weg gefunden, um die Geist-Materie-Schranke zu überwinden: Er treibt Gläubige dazu, ihm zu dienen, und somit werden sie sein verlängerter Arm. Durch die Kraft seiner Gläubigen kann Gott auch ins Materielle hineinwirken, und all diese Wirkungen, die Gläubige im Namen Gottes vollbringen, werden dann auch ihm, dem Gott zugeschrieben.
Meine Eltern waren Skeptiker und Atheisten, aber ich, als schüchterner und sensibler Junge, bin gern in christliche Jugendgruppen gegangen, weil ich dort genau die Art von Freunden fand, die ich mir wünschte. An Gott hatten ich und die anderen Jungs und Mädels zunächst gar kein großes Interesse, aber die Fiktion "Gott" war halt zufällig der Kristallisationspunkt und der Katalysator, der uns zusammengebracht hat, und das war gut so.
So hat Gott in meinem Leben gewirkt, und das ist die Art und Weise, wie er normalerweise wirkt: Als Simulation im Kopf und als ein Katalysator, der zwar nie etwas Substanzielles beiträgt, aber auf geistigem Wege Prozesse in Gang bringt, die ohne ihn nicht stattfinden würden.
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