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Seite erstellt/geändert am: 22.06.2000

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Die Schöpfung bei den Pigmäen

Erste Mythe über die Schöpfung der Menschenrasse

Als Gott aufhörte, durch ein Wort alles zu schaffen, da setzte er sich nieder an dem Ufer des Baches bei dem großen Dorfe der Tiere. Und der Name Kmvum's war Bâli. Er nahm Erde, schwarze Erde, aus der Nähe des Baches, und er machte daraus kleine Statuen, "Dinger" mit Armen, Beinen, einem Kopf. Und er nahm rote Erde aus der Umgebung des Baches, bei dem sein Dorf lag, und er machte kleine Statuen daraus mit Armen, Beinen, einem Kopf. Und er nahm weiße Erde ...

Und die schwarze Farbe gab die schwarzen Menschen, und die rote Farbe gab die roten Menschen, und die weiße Farbe gab die weißen Menschen. Und er sagte zu den schwarzen Menschen: "Gehet!", und sie gingen. Und er sagte zu den roten Menschen: "Gehet!" Und er sagte zu den weißen Menschen: "Gehet!", und sie gingen.

Und er sagte zu den schwarzen Menschen: "Esset und trinket!" Und sie sagten: "Was sollen wir essen?

Was sollen wir trinken?" Und was sie essen sollten, und was sie trinken sollten, und was sie nicht essen sollten, und was sie nicht trinken sollten, sagte ihnen Gott. Und er sagte zu den roten Menschen: "Esset und trinket!" ...

Und die schwarzen Menschen, das sind die, welche du gesehen hast, bevor du zu uns kamst (die Neger). Und die roten Menschen, das sind wir. Und die weißen Menschen kennen wir jetzt, das bist du und deine Brüder.

Die schwarzen Menschen sind böse und boshaft. Die roten Menschen kennst du, und die weißen Menschen auch ...

Und die Menschen waren da vor dem Angesichte Kmvums, die Schwarzen und die Roten und die Weißen. Und sie gingen und sie aßen. Siehe, da kommen plötzlich Ré, der große Affe (Schimpanse) und Lui der Gorilla neugierig daher, springend und hüpfend, mit den Worten: "Ngali amé yati moé dyoku. Ihn wir kommen zu sehen als Freunde." Und Kmvum erhob sich voll Zorn: "Ewédé, siti. Nein, so ist es nicht (das man sagen darf, sondern: taokha yati moé, den Häuptling wollen wir sehen."

Nicht als "Freund", als Gleichgestellten, dürfen die Tiere, auch nicht die beiden "Anthropolden", den Menschen betrachten, sondern als Höheren, als ihren Herrn müssen sie ihn anerkennen. Er ist ihnen allen auch darin überlegen, daß sie mit einem bloßen Schöpferwort geschaffen sind, während der Mensch von Bâli, dem denkenden, sinnenden, planenden Gott mit eigenen Händen gebildet wurde.

Zweite Menschschöpfungsmythe

Olokun, afrikanischer Meeresgott
In jener Zeit, einer Zeit, die so fern ist, daß niemand mehr weiß, wann, und es nie gewußt hat, nicht mein Vater, noch der Vater meines Vaters, noch die früher waren, in jener Zeit, die so fern ist, daß niemand mehr es weiß, hatte der Schöpfer etwas Erde in seine Hand genommen, und er knetete sie, indem er sie befeuchtete mit dem Speichel seines Mundes, um sie weicher zu machen. Am Ufer des Flusses hatte er rote Erde genommen; am Ufer des Baches weiße Erde, mit der zuweilen Frauen im Walde ihre Töpfe machen; er hatte schwarze und fette Erde genommen, die reiche Erde, die die Bananenstauden wachsen läßt und den Manioc saftig und dick macht.

Er hatte rote Erde genommen, er hatte weiße Erde genommen, er hatte schwarze Erde genommen. Er befeuchtete sie mit seinem Speichel, und er machte daraus kleine, ganz kleine Statuen, kaum so hoch wie eine Banane, und zwar eine nicht sehr große. Wie er es machte, könnte ich euch erzählen, aber die Älteren haben es mir nicht gesagt. Wie er es machte, davon weiß ich nichts, und niemand wird es mir sagen.

Chor: "Niemand wird es ihm sagen!"
Mso fa tsa ntsa!

Und er sagte zu der ersten: "Richte dich auf!" Und sie richtete sich auf. Und er sprach zu der zweiten: "Richte dich auf!" Und so machte er es mit allen anderen.

...

Als alle kleinen Statuen dastanden, jede an ihrem Platz, jede dort, wohin sie der Schöpfer gestellt hatte, sagte er zu der ersten: "Geh!", indem er sie mit dein Finger anstieß. Und die erste Statue ging. "Geh!" sagte er zur zweiten, indem er sie mit dem Finger anstieß, und die zweite ging. "Geh!" sagte er zur dritten.

Und als alle die kleinen Statuen dahingingen, sprach der Schöpfer zu ihnen: "Von jetzt an sollt ihr leben! Lebet und wachset...!"

Und jeder begann zu wachsen, zu wachsen! Der erste überstieg den Gipfel der höchsten Bäume, er überstieg ihre Höhe. Dann wuchs der zweite und wuchs .... aber er wuchs nicht so viel wie der erste, und der dritte nicht so viel wie der zweite, und die anderen der Reihe nach, der eine nach dein anderen. Und als die Reihe an den letzten kam, blieb er klein, ganz klein, der kleinste von allen, und er begann zu weinen und sich zu bemitleiden.

Gu, der himmlische Schmied
"Weshalb weinst du?" sprach zu ihm der Schöpfer. "Weil ich ganz klein bin, der Kleinste." "Freue dich vielmehr, und sei zufrieden in deinem Herzen, denn du bist der Herr, der Häuptling."

Und der kleine Mann war nicht überzeugt. "Wenn die anderen dich bekriegen, und dich nicht hören wollen, nimm deinen Bogen und schieße, sie können deinen Schüssen nicht entgehen. Wenn sie dich erschlagen wollen, wo würden sie dich fassen können? Du, der Kleinste, bist der Herr, du steigst auf ihre Schultern, und sie werden dich tragen, und du wirst der Größte sein."

...

"Was willst denn du?" sagte er schließlich zu dem letzten, dem kleinen Mann. "Mir bleibt nicht viel übrig, aber ... wenn du dich gut dessen zu bedienen weißt ... "

Und als der kleine Mann nichts antwortete, sprach der Schöpfer: Ich gebe dir die List, und du wirst der Listigste sein. Ich gebe dir die Gewandtheit. Ich gebe dir alle Früchte des Waldes, alle Früchte der Ernten, alle Tiere, die gehen, die laufen und die fliegen. Ich gebe sie dir alle, und niemals wird der Hunger in deinen Leib kommen. Und im Walde und überall wirst du frei sein. Du wirst frei sein, wirst der ganz Kleine sein, du wirst dich verbergen im Walde, und der Wald wird dich verbergen. Du wirst die Bäume zu deinem Schutz haben, und die Bäume werden dein Schutz sein. Du wirst der ganz Kleine sein, aber du wirst frei und glücklich sein. Du wirst der Herr des Bodens, der Herr der Erde sein. Und jetzt gehet ihr alle!"

Und sie gingen, der eine nach rechts, der andere nach links, der andere nach vorwärts, der andere nach rückwärts.

Und der Schöpfer, er ging ebenfalls weg. Er ging weg!

Und seit jener Zeit sind klein und frei geblieben die Akwa, das Herrenvolk des Waldes!

Wie Gott die Welt erschuf und wie die Baule auf die Erde kamen

die Fruchtbarkeits- und Muttergöttin der Yorobu
Am Anfang der Welt gab es nur die Götter-Mutter. Man weiß von ihr nur, daß sie im Himmel war und Niamye, den höchsten Gott, und seinen jüngeren Bruder Anangama gebar. Das ist schon lange, lange her.

Niamye schuf sich und dem Bruder eine Frau; die eigene nannte er Assie, den Namen der Schwägerin kennt man nicht.

Ebenso entstanden durch Gottes Hand im Himmel die Menschen, die Tiere und die Geister. Dort lebten sie nun lange Zeit und vermehrten sich - auch Gott und seine Frau bekamen sehr viele Kinder - bis es im Himmel zu eng wurde.

Da machte Gott die Erde. Er formte sie kreisrund aus Staub, den er mit Wasser mischte und legte sie in den großen Sumpf Nemye, der unter dem Himmel war und noch heute die Erde rings umgibt.

Am Anfang war die Erde nur ein Schlammbrei, und erst allmählich trennten sich Wasser und Erde. Das weiß man aus der Geschichte vom Frosch und dem Chamäleon. Die beiden stritten sich darüber, wer von ihnen zuerst auf die Erde herabgestiegen sei. "Als ich ankam", sagte das Chamäleon, "war die Erde noch ganz schlammig, daß man kaum drauf gehen konnte. Da habe ich die Gewohnheit angenommen, meine Füße immer so behutsam einen vor den anderen zu setzen, und das tue ich heute noch." - "Als ich herunterstieg", meinte der Frosch, "da war ja überhaupt noch kein Wasser da. Man begann gerade erst, die Erde mit Wasser einzuebnen, und es gab nur da und dort einen Haufen Schlamm, dazwischen aber waren große Löcher und Spalten. Damals habe ich mir das Hüpfen angewöhnen müssen." So ist also der Frosch vor dem Chamäleon auf die Erde gekommen.

Als darin die Erde trocken war, schickte Gott seine Frau Assie hinunter, damit sie fortan dort regieren sollte. Daher glauben manche Leute, Assie sei zuerst auf der Welt gewesen - das stimmt aber nicht; es ist nur so, wie wenn man jemand in ein anderes Dorf vorausschickt. Assie brachte die Bäume mit - die anderen Pflanzen sind gleich von selbst aus der Erde gewachsen.

Ogun, Gott des Eisens bei den Yoruba
Danach machte Anangama, Gottes Bruder, eine lange Kette, die war sehr stark und hatte an dem einen Ende zwei Schlingen, in die man mit den Füßen treten konnte. Daran ließ er nun die Menschen und alle Tiere auf die Erde hinunter: erst einen Mann, dann eine Frau und so machte er es bei jedem Menschenvolk, das er im Himmel hatte, ein jedes an seinen Platz. Und jedem Menschenvolk gab er ein Paar von allen Tieren, zuerst das Huhn, dann den Hahn; diese machten eine Ausnahme, denn bei den anderen Tieren kam, wie bei den Menschen, zuerst das Männchen.

Damals kamen auch die ersten Baule auf die Erde. Und von ihnen stammen auch die Fanti und die Zema und die Anyi ab. Unsere Königin Aura Poku war ein unmittelbarer Nachkomme dieser ersten Menschen, und wenn man von ihnen spricht, sagt man bisweilen: die Ureltern der Aura Poku.

In diesen ersten Zeiten lebten die Menschen und die Tiere zusammen in großen Dörfern, und die Tiere hatten ebensolche Häuser wie die Menschen. Später aber mußten sie in den wilden Busch fliehen. Da leben sie heute noch.

Die Menschen wußten noch fast gar nichts, und Anangama mußte erst aus dem Himmel herunterkommen und ihnen zeigen, wie dieses und jenes gemacht wird. An der Stelle, an der er herunterstieg, nicht weit von Sakassu, ist sein Fuß in einen Felsen eingedrückt. Er hat nur einen linken Fuß, denn man sieht nur diesen.

Höhlenmalerei: Halbgötter und Menschen fallen vom Himmel
Als Anangama wieder im Himmel war, mußte er seine Frau auf die Erde schicken, um die Menschen zu belehren, denn sie wußten über ganz natürliche Dinge nicht Bescheid, worüber es die allerkomischsten Geschichten gibt. Nur mit ihren Krankheiten wurden sie auch dann noch nicht fertig. Da sandte Niamye, der ihnen helfen wollte, den ersten Geist auf die Erde. Das war Mbla. Der ist sehr mächtig und gut.

So wäre es wohl gut gegangen auf der Erde, wenn nicht Niamye nun auch alle die anderen Geister zu den Menschen geschickt hätte. Diese Geister hatten sich nämlich im Himmel schlecht aufgeführt, und da dachte Niamye, sie wurden auf der Erde vielleicht besser werden. Aber sie wollten nur ihre Späße treiben, denn es waren furchtbar böse Geister.

Nach einiger Zeit sah Gott, wie die Menschen da unten auf der Erde miteinander Krieg zu führen begannen und überhaupt viel Schlimmes geschah. Er fürchtete, auch seiner Frau könne etwas geschehen, und weil er ein starker Mann war, ging er selbst auf die Erde hinab und schickte Assie in den Himmel zurück. Da war sie nun die mächtigste Gottheit, da sie ja am höchsten saß.

Mit der Zeit aber zeigte sich, daß Assie sich viel Schlechtes angewöhnt hatte: sie ließ ihre Abfälle auf die Erde herunterfallen und den Schmutz, den der Regen abwusch, herabfließen, mitten in Niamyes Essen hinein. Als er es schließlich gar nicht mehr aushalten konnte, schlug Niamye vor, Assie solle sein Reich auf der Erde und er wolle ihr Reich im Himmel besuchen, um zu sehen, wie es jetzt dort ausschaue. Assie war einverstanden. Als aber Niamye wieder im Himmel war und Assie auf der Erde, da sagte Niamye: "So - so bleibt es jetzt!" Und seither hat er den Himmel nicht wieder verlassen.

Voodoopuppe
 
Da sitzt er nun und regiert. Aber wenn die Menschen nicht in Frieden leben und böse sind, wirft er mit seinem Donnerkeil nach ihnen und macht sie krank. Um kleine Dinge aber kümmert er sich gar nicht. Er sitzt nur da und tut nichts - wie der Gouverneur. Alle Leute im Himmel dienen ihm. Es ist wie bei einem großen Häuptling - wenn er etwas anordnet, sagt man "ja, ja, Herr" und beeilt sich, den Auftrag auszufahren. Diese Diener aber, die Niamye hat, befehligt Anangama, Gottes jüngerer Bruder. Der ist sehr stark.

Assie wohnt noch immer auf der Erde, doch nicht in der Mitte, weil sie sich darin mit Niamye nicht treffen könnte, sondern weit hinten an ihrem Rande, noch jenseits des großen Sumpfes Nemye, in den am Abend die Sonne taucht. Auch der Mond wohnt dort. Himmel und Erde kommen da, wie man sehen kann, nahe zusammen, und gerade über dieser Stelle wohnt der Gott Niamye. Eine Leiter führt zu ihm hinauf Niamye und Assie haben viele Kinder, die alle im Himmel wohnen. Ihre Namen kennt man nicht; es sind eben Häuptlingskinder - Nichtstuer.

das Zwillings-
wesen Nummo, gibt dem Menschen eine dualistische Zwillingsseele, damit sie ausgeglichen sind
Auch der Mond ist ein Sohn Gottes; darum heißt er Niamye-ba. Wer seine Mutter war, weiß man nicht. Vielleicht ist es der Sumpf. Der Mond ist eigentlich immer rund; aber man sieht es nicht. Manchmal bewirft ihn der Wind mit Schmutz, und da kann man nur das eine Ende sehen. Der Mond muß sich jeden Morgen solange baden, bis er wieder ganz sauber ist - und dann kommt der Wind wieder, um ihn erneut zu beschmutzen. Manche Leute sagen, es gebe viele Monde und Gott lasse sie nach ihren Reisen immer erst eine Weile ausruhen. Darum sehe man immer nur einen Mond. Aber wie das nun wirklich ist, weiß keiner. Man weiß nicht einmal, ob der Mond ein Mann ist oder eine Frau - er ist die Lampe für Niamye. Die Sonne aber ist ein Feuer. Manchmal sieht man sie nicht. Und den Mond auch nicht. Darin wandern sie im Himmel ihren Weg zurück und leuchten dort; und am Abend taucht die Sonne in den Sumpf und wird rot. Manchmal bekommen sie auch Streit, der Mond und die Sonne. Jedesmal, wenn sie von verschiedenen Seiten kommen, streiten sie sich. Da sagt die Sonne: "Warum kommst du hier vorbei?" Und der Mond antwortet: "Das ist mein Weg, geh weg!" Und dann streiten sie sich. Manchmal geht darin die Sonne am Mond vorbei und manchmal der Mond an der Sonne. Da wird es ganz finster - und überall muß man die Trommeln schlagen, weil es sonst keinen Tag mehr gibt.

Die Sonne sagte eines Tages zum Mond, als sie frühmorgens miteinander aufgingen: "Wir wollen jetzt zusammen meine Mutter töten und auffressen, und wenn wir heute abend am anderen Ende der Welt ankommen, töten wir deine Mutter und fressen sie auch auf. Dann haben wir unsere Ruhe." Der Mond war einverstanden, und also fraßen sie die Sonnenmutter. Als sie aber am Abend bei der Mondmutter ankamen, sagte der Mond: "Nein, das ist meine Mutter, die hat mich geboren, die töte ich nicht." Daher kommt es, daß die Sonne jetzt jeden Tag arbeiten muß, indem sie von früh bis spät die Erde beleuchtet, während der Mond nicht immer da ist, weil er oft bei seiner Mutter zum Essen sein darf.

Die Sterne sind auch Lampen, aber sie sind kleiner als der Mond. Niamye hängt sie jeden Abend am Himmel auf und zündet sie an, wenige, wenn er müde ist, aber wenn er vergnügt ist und zufrieden mit den Menschen, dann sind es unzählig viele. Wenn es darin Morgen werden will, werden die großen ausgelöscht, die braucht man dann nicht mehr, aber die kleinen leuchten noch viel länger.

Niamye hängt die Sterne immer an der gleichen Stelle auf. Manche aber wandern auch wie die Sonne und der Mond und haben ihren Weg, aber am Tage leuchten sie nur für Niamye.

Die Wolken sind die Decken Niamyes. Sie fliegen ganz schnell, wenn es Regen gibt. Damit zeigt er den Menschen an, daß sie acht haben sollen. Unten sind sie weiß und oben rot. Wenn Wolken kommen, dann bedeutet es, daß Niamye mit den Menschen zufrieden ist, und ein Fest feiern will.

Die Erde selbst ist rund und ganz von Sumpf umgeben. Dahinter ist das Land der Buschgeister. Unter der Erde ist immer nur Erde, so tief man auch gräbt! Was dann kommt, weiß man nicht.

Manchmal sieht man den Regenbogen. Das ist die große Woi-Schlange. Ein Jäger von Assabonu kam einmal in den Wald, da sah er, wie sie von einem Baume herunterhing und den Kopf hin und her drehte. Ihr Maul war groß und sie hatte eine lange Zunge und machte hrhrhr. Und er sah, daß die ganze Erde rot war. Er floh vor der Schlange, und als er aus dem Walde kam, sah er den Regenbogen. Seitdem weiß man, daß der Regenbogen der Atem der roten Schlange ist. Und wenn gleichzeitig Regen fällt, dann ist das der Speichel der Schlange. Die Kinder müssen dann ins Haus, denn solcher Regen macht sie krank, bringt ihnen den Aussatz. Man darf auch nicht auf den Regenbogen deuten: der Aussatz frißt dann die Hand ab. Man muß die Hände auf den Rücken legen und darf höchstens mit dem Kopf nach dem Regenbogen hinweisen.

Die Sternschnuppen sind schlimme Zeichen, sie bedeuten Krieg. Manche halten die Hände vor die Augen, um sie nicht zu sehen; andere meinen, es seien nur fallende Lampen Niamyes.



Erstveröffentlichung: 22.06.2000

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