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| Seite erstellt/geändert am: 12.11.2003 | |||

Machtmotiv
Definition: Das Bedürfnis, andere Leute im Sinne der eigenen Zielerreichung zu beeinflussen. Es ist im Prinzip ein Lösen der Probleme, die man selber nicht lösen will, durch andere. Beispiel: Ein Therapeut löst mittels seiner Patienten seine eigenen Probleme.
Machtquellen sind
- Geld
- soziale Position: "Weil ich das sage, musst du..."
- Bewunderung: Der Bewunderte sagt "Ich an deiner Stelle würde..." und schon tut man das, was dieser tolle Mensch würde. Bewunderung ist alles, was mit einer starker sozialen Zustimmung zu tun hat.
Prestige
Der Therapeut bildet zusammen mit dem Patienten eine Gruppe. Die Gruppe hat ein Ziel, nämlich dem Patienten zu helfen. Die Gruppe ist wie jede Gruppe natürlich konservativ und Bestand erhaltend, d.h. unser Patient kommt nie aus seiner Patientenrolle raus und wird so nie gesund! Ich, der Therapeut, bin dann zwar gescheit und toll und stehe ganz klasse da, aber dem Patienten ist nicht geholfen und ihn bringt es nicht weiter.
Das sind soziale Rollen, die asymmetrisch interagieren.
Der Macht-Profi möchte immer, dass die anderen von allein so handeln, wie er das gerne hätte. Er will Gefolgschaft aus eigenem Willen. Weil das Opfer sich nicht traut zu widersprechen, tut es, was er erwartet. Der Mächtige kann dann auch schön Vorwürfe bringen: "Warum haben Sie das nicht gemacht?" oder "Wer gescheit arbeitet, wird befördert." Das sind Machtmotive eines Chefs.
Machtmotive sind immer etwas Unbestimmtes. Bestimmte Abmachungen sind ein Geschäft. Der Machtmensch kann durch die Unbestimmtheiten Leute zu Höchstleistungen anstiften. Der Mächtige sagt dann, dass er ja gar nichts befohlen hat, man hat das ja schon von alleine gemacht.
Das Opfer holt sich also von alleine seine Schelln ab und dann muss es sich auch noch blöd anreden lassen. Das ist ein blödes Spiel.
Das Opfer hat eine bestimmte Psychostruktur. Wenn ein Mitarbeiter gern was Interessantes macht, kann man ihn viel leichter motivieren. Der Mitarbeiter meint "Ich mach so viel, das muss doch bemerkt werden" und wird mittels seines eigenen Leistungsstrebens zum Opfer des Mächtigen.
Klare Abmachungen sind ein Geschäft: Unbestimmte Versprechungen sind Machtspielchen. Dabei läuft natürlich wieder 93% nonverbal und nur 7% verbal ab. Das Opfer meint, mit der Zeit wird es schon werden und es erreicht schon sein Ziel noch, wird aber nur verarscht.
Warum es so toll ist für den Machtmenschen, Macht auszuüben?
Man setzt seinen Willen durch gegen den Willen eines anderen.
Der Machtmensch will Widerstand brechen, daher liebt er Widerspruch. Das Schlimmste, was man ihm antun kann ist sich niggermäßig zu unterwerfen und zu sagen: "jawohl, mach ich sofort". Dem Machtmenschen geht erst wirklich einer ab, wenn man sich widersetzt und in irgendeiner Weise "ich will eigentlich nicht..." rüberbringt. Der Machtmensch lebt dafür, sich daran aufzugeilen.
Das Opfer sagt immer "nein" und der Machtmensch hält dagegen. Der Machtmensch opfert u.U. viel für den Macht-Orgasmus: Geld, Position, Hauptsache, er hat sich durchgesetzt.
"Hast du gut gemacht."
In der Therapie: Wie weit ist es für den Therapeuten, wie weit für den Patienten?
Die Macht zu belohnen ermöglicht es Opfern, Ziele zu erreichen: alles, was mit Benotung, Bewertung und Belohnung zu tun hat, aber auch mit Geschenken!
Eine Machtquelle kann einmal gewährt, dann wieder entzogen werden. Ein Geschenk macht mal Freude und dann kann man es weglassen, speziell um keine Freude zu machen. In dem Moment, wo der Therapeut sich über das Geschenk freut, hat der Patient Macht über ihn. Das ist natürlich höchst kontraproduktiv, weil der Therapeut dem Patienten dann nicht mehr helfen kann - nur eben in dessen Rahmen und dort müsste der Patient ja erst mal raus, damit er wirklich weiter kommt.
Bei Geschenken kann man sich in die Opferrolle gedrängt fühlen, daher nehmen es manche Leute nicht gern an.
Die Macht, zu belohnen, hat zu tun mit einem, der etwas gibt (der Machtausüber) und einem, der es annimmt (und damit die Opferrolle übernimmt).
Strafzettel, bei einer Prüfung durchfallen lassen, verbieten
Der, der die Macht hat zu belohnen, ist beliebter als der, der bestraft: Wer grüßt schon eine Politesse?
Die Macht des Belohners ist besser strukturiert. Ist der Bestrafer aus der Tür, tanzen die Mäuse auf dem Tisch. Wer eine Lohnkürzung kriegt, wechselt den Arbeitsplatz. Mittels Bestrafung verscheucht man also die Leute eher, kann sie aber weniger manipulieren.
Man redet von "man".
"Man tut das aber nicht...!" Das sind verinnerlichte Werte!
"Ja, Moment, wer tut das nicht?" "Man - alle tun das nicht"
Einer sagt nicht: "Ich will nicht, dass du das machst" sondern "man macht das nicht."
Die Oma zetert: "Das Alter muss man ehren" und meint: "du sollst mich ehren!"
Das sind Forderungen, die nicht personifiziert sind.
Man spricht in der 3. Person. Oder "Wir machen das..."
Wer von sich redet "ich will..." mit dem kann man diskutieren. Mit einem "man" nicht. Da kann man nichts machen, hat keinen Ansprechpartner, man kann sich nicht wehren.
Einer ist einfach so toll, dass man es nicht aushält. So ein toller Mensch! Wenn dieser tolle Mensch meint, dass man was machen soll, dann macht man das - ganz klar! Besonders bei Teenies kommt das vor: Sie haben immer einen, den sie ganz toll finden (z.B. einen Star). Meistens kennt man diese tollen Leute nicht persönlich. Wenn man sie nämlich persönlich kennenlernt, ist das dann gar nicht mehr so weit her mit ihnen.
Diese persönliche Macht kann auch von kleinen Gruppen ausgelöst werden (Bands). Man akzeptiert sie meistens, weil man einfach meint, die sind ja so toll.
Der Patient kommt und fragt den Therapeuten, warum es ihm so schlecht geht. Er drängt den Therapeuten auf die sachkundliche Ebene. Der Psychiater hat das studiert, er weiß es, also mach mal... Man macht dann sofort. Nur: Es muss natürlich auch stimmen und es ist überprüfbar! Lässt der Sachkundige eine Theorie ab, die sich als falsch erweist, ist es das dann mal gewesen mit der Macht.
Typische Machtquelle von Strebern, die einen nicht spicken ließen. Ich weiß was, sag das aber nicht, hähä. Wer eine Information hat, die andere Leute nicht erreichen können, hat schon Kontrolle.
Man erweckt also den Eindruck "ich weiß was, wozu ihr keinen Zugang habt." Wer einem das glaubt, nimmt eine staunende Rolle ein und schon ist man in einer Machtposition.
Man kann sein Wissen so oder so darstellen. Wer nichts weiß, kann das nicht überprüfen.
Nun geht es darum, ob ein Machtbesessener auch mit Machtquellen umgehen kann. Der Machtmensch hat kein besonderes Ziel, dass man z.B. was gemeinsam macht, sondern ihm geht's nur um die Verfügungsgewalt. Es ist kein logisch nachvollziehbares Ziel, sondern wenn ich schlecht drauf bin, geb ich das weiter an die anderen. Der Hintergrund: Der Machtmensch fühlt sich eigentlich schwach.
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Machtmotivation
Angeregte Bedürfniszustände zu befriedigen durch entsprechendes Verhalten anderer. | Widerstand von Seiten der Zielperson | |
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Machtquellen
persönliche Intelligenz körperliche Kraft Schönheit, Charisma institutionelle, wirtschaftliche, rechtliche Waffen Legitimität der Rolle | Hemmungen
Furcht vor Gegenmacht Werte schwaches Selbstvertrauen institutionelle Normen Kultur |
Einflussmittel
Überordnung
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Reaktion der Zielperson Nachgeben
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Folgen für den Machtausübenden
Änderung im Bedürfniszustand
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Soziale Kontakte sind für Menschen lebensnotwendig. Ein kleines Kind ohne soziale Kontakte stirbt. Meistens finden sich zwei zusammen und das wird von beiden als toll empfunden.
Jemand, der Anschluss sucht, muss das auf sprachlicher und nichtsprachlicher Ebene zum Ausdruck bringen.
In dem Moment, wo er Anschluss sucht, ist er attraktiv. Die Anschlussbedürfnisse eines Interaktionspartners werden befriedigt. Es bedeutet nicht nur "ich suche Anschluss", sondern auch "wenn du Anschluss suchst, ich suche auch welchen."
Einer, der Anschluss sucht, sieht so aus, als ob er die Anschlussbedürfnisse eines Interaktionspartners befriedigt. Wenn ich Anschluss suche, interessiert das keinen - wenn ich aber verspreche, deine Anschlussbedürfnisse zu befriedigen, dann ist das attraktiv. "Der andere sorgt dafür, dass ich nie mehr einsam bin" Das wird in der Psychologie als Sympathie verstanden.
Ich suche jemanden, dem ich etwas geben kann (seine Bedürfnisse befriedigen). Es wäre super, wenn jeder dem anderen was gibt und das ist das Thema Sympathie.
Annähern, Augenkontakt etc. - diese Spielchen. Macht man beim Annähern einen Fehler, ist das Spielchen unterbrochen. Passt es, findet man den anderen um so sympathischer.
Einteilung:
Man sagt: "Mensch, du, wir müssen uns noch mal treffen!" Aber keiner meint das wirklich ernst. Das hinterlässt zwar einen positiven Eindruck, ist aber nichts Wichtiges.
halten etwas länger.
Wer findet wen attraktiv, welche Beziehungen halten und welche nicht?
Die Personenmerkmale sind nicht hauptsächlich (ist er mein Typ?), sondern die Beziehungsqualitäten.
Räumliche Nähe
Leute, die man schon mal gesehen hat, findet man sympathischer als völlig Fremde.
Man zeigte Probanden (Psychologiestudenten aus dem Studentenheim) Bilder von Mitbewohnern und fragte: "Sind die attraktiv oder nicht?" Die Probanden haben die als attraktiv ausgesucht, die auf derselben Etage wohnten!
Häufige Interaktionen erhöhen den Attraktivitätsgrad.
Eigentlich müssten ja dann die ganz engen Beziehungen funktionieren - das ist aber nicht, denn: Nur dann, wenn nicht alle Merkmale bekannt sind, wird jemand als attraktiv empfunden. Wenn ich von jemandem alles weiß, finde ich ihn uninteressant. Nach 50, 60 Jahren Ehe kennt man sich halt. Es gehört eine Ungewissheit dazu. Man muss nicht der volle Chaot sein, aber bissel was Unbekanntes sollte man vor dem Partner verstecken. Das erhöht die Attraktivität. Eine Person ist nur so lange interessant, so lange ein Teil von ihr noch unbekannt ist.
Beispiel: Als Machtmensch möchte man sich beweisen und wenn ich das nicht brauche, langweilt das ja.
Räumliche Nähe ist ersetzbar durch Erreichbarkeit. Wer immer für mich da ist, ist völlig uninteressant.
Verfügbarkeit: Wenn einer bei jedem Pfiff hüpft, ist er nicht mehr attraktiv.
Je dichter die Interaktionen sind und je klarer die Interaktionsmuster sind, desto weniger ist die Attraktivität.
Liebe ist ein hormongesteuertes, exogenes Psychosyndrom.
Gleich und gleich zieht sich an. Man kann sich nämlich dann gegenseitig bestätigen. Zwei sind beide unsichere Leute, die sich gegenseitig gern bestätigt haben wollen. Zwei, die von ihren Ideen ähnlich sind, bestätigen sich gegenseitig.
Wenn man von einem Partner 80% kennt und 20% nicht, ist man genau auf dem Punkt, wo man attraktiv ist.
Die Rettung heißt: Weiterentwicklung! Man wird wieder attraktiv für den Partner, weil man neue Aspekte aufweist, die der Partner noch nicht kennt.
In der Pubertät, wenn man unsicher ist, sucht man sich einen ähnlichen Partner.
Wenn man sicherer ist, sucht man sich einen Gegensatzpartner. Gegensätze ziehen sich an. Ich hab das Ziel noch nicht erreicht und schau mir vom anderen ab, wie er das bereits erreicht hat, was ich noch erreichen will. Ist das Ziel aber dann erreicht, ist der Partner überflüssig!
Beispiel: Ich bin unsicher und suche mir einen Partner, der sich durchsetzen kann. Hab ich dann von ihm gelernt, wie man sich durchsetzt, ist er überflüssig.
Das Äußere.
Was modisch ist, ist beliebt. Das, was schön ist, wird auch meistens als gut gedacht.
Äußerlich attraktive Personen sind beliebter. Ein schöner Partner steigert mein Prestige (soziale Anerkennung). Man schmückt sich mit ihm. Die richtig Schönen haben allerdings meist Pech in Beziehungen. Wenn man zu schön ist, kann man nur einen Hässlicheren finden. Der Partner ist also hässlicher, dümmer, schlechter. Der Partner fühlt sich immer unterlegen. Andauernd hat er die Angst, dass er zurückgewiesen wird. Diese Angst hält er auf die Dauer nicht aus und macht deswegen die Partnerschaft absichtlich kaputt (natürlich nur unterbewusst absichtlich).
Ähnliches gibt es zum Thema
Dabei zählt die wahrgenommen Kompetenz, nicht die tatsächliche. Jemand signalisiert: "Ich bin intelligent!" Wird die Person als kompetent wahrgenommen, gilt sie als attraktiv.
Am attraktivsten ist eine hohe, wahrgenommene Kompetenz mit kleinen Fehlern. Wenn nämlich einer realisiert "ich bin überhaupt der Größte!" mag man ihn nicht so. Man sollte daher ein Gebiet haben, in dem man wahrnimmt, dass man da nix kann (es muss dabei nicht einmal der Wahrheit entsprechen). Ein vollkommener Mensch ist ja kein Mensch mehr!
Kleine Missgeschicke machen sympathisch.
Wenn jemand selber meint, dass er eine hohe Kompetenz hat, hält er auch einen kompetenten Partner aus.
Je nachdem, welche Kompetenz der Therapeut hat, so kriegt er auch seine Patienten.
Kann ich was von dem abschaun? Dann wirkt der attraktiv.
Wenn man vermutet, dass der Interaktionspartner einem Sympathie entgegenbringt, wirkt das attraktiv.
An erster Stelle steht also die Verfügbarkeit des Partners und erst an dritter Stelle das Erscheinungsbild! Der Volksmund sagt eigentlich was anderes.
Beide Partner sind in der Beurteilung von Dingen sehr ähnlich und dadurch wird die Balance gehalten.
Heider sagt: Besteht ein störungsfreies Interaktionsgefüge, hält auch die Beziehung.
Das widerspricht aber der persönlichen Weiterentwicklung. Man wird für den Partner nicht mehr attraktiv, weil man sich weiterentwickelt.
Wenn ein Partner toll ist und eine ähnliche Einstellung als man selber hat, macht das ein gutes Gefühl.
Wenn der Partner da ist, fühlt man sich wohl. Nach 14 Tagen braucht er nicht mehr sagen, wie toll er ist, sondern man hat das Gefühl schon einfach so und das ist dann bereits klassisch konditioniert.
Jeder Partner bewertet seine Interaktionen nach Kosten und Nutzen. Wenn ich wenig investieren muss und viel raus kriege, find ich den attraktiv. Was der Gewinn oder Investition für einen selber ist, ist subjektiv.
Die Gerechtigkeit ist gleich verteilt. Beide Partner erfassen nicht nur ihr eigenes Konto, sondern auch das des Partners. Sie laufen als zwei Rechenmaschinen statt nur einer. Ungerecht ist, wenn einer mehr Gewinn macht als der andere - wobei es wichtig, was man für Gewinn ansieht.
Die Beziehung ist dann stabil, wenn jeder die gleiche Menge an subjektiven Vorteilen und Gewinn hat. Ist das Gewinnverhältnis sehr ausgeglichen, ist die Partnerschaft stabiler.
Leute, die mehr aus einer Partnerschaft rausziehen als der andere, fühlen sich nicht wirklich wohl. Sie halten das "zu viel" nicht mehr aus. Die Theorie der distributiven Gerechtigkeit geht davon aus, dass jeder der Partner in gleichem Maß profitieren sollte.
Diesbezüglich gibt es statistisch belegt Sondereffekte.
Ist unter Freunden etwas Gutes passiert, wird die Verantwortung eher den Freunden zugeschoben. Ist etwas Schlechtes passiert, wird die Verantwortung Außenstehenden zugeschoben. Die Freundin lobt einen, wenn man die Prüfung bestanden hat - sonst ist es nur eine Bekannte und keine Freundin. Der Freund kriegt eine bessere Leistungsbewertung und bessere Arbeit. Hat man eine Freundschaft, sind Belohnungen sehr viel gerechter als bei Bekannten (dort ist man sich halt doch noch lieber selber der Nächste). Freunde haben mehr Blickkontakt zueinander und eine engere Interaktionsdichte. Weibliche Freundinnen sitzen enger zusammen, männliche Freunde eher nicht - aber nur wegen Gesellschaftskonditionen (schwul).
Eine Freundschaft ist eine sehr enge Gruppe und unterliegt dem Gruppenschema.
Als Freunde sucht man sich Ähnliche, wenn man in einer Krise ist. Ansonsten sucht man sich zu Freunden Repräsentanten des Idealselbsts, aber das ist weniger häufig. Hat man Ähnliche zu Freunden, geht es nicht vorwärts, da sie ja alle dasselbe Problem haben bzw. die gleiche Sichtweise. Sie wollen sich gegenseitig gefallen; dadurch ist die Veränderungsorientiertheit sehr gering. Eine Freundschaft ist eine konservative Gruppe. Verändert man sich, sind die Freunde meistens alle weg.
Aufeinander aufmerksam werden
Statistisch gesehen ist hierbei das Wesentliche die Nähe (Verfügbarkeit, Räumlichkeit).
Oberflächlicher Kontakt
Man checkt verschiedene Punkte ab. Gibt es nennenswerte Differenzen, wird die Aktion abgebrochen - kein Problem und tschüß. Man möchte natürlich diese Prüfung bestehen. Man bemüht sich, dem anderen zu gefallen und beschäftigt sich mit den Themen, die der andere hat.
Wenn man in dieser Phase ganz ehrlich ist, kann man das Thema vergessen. Meistens geht es bei Jugendlichen ja um Style und Musik: "Was magst du für Musik?" Sagt man dann auf die Antwort hin: "Oh entsetzlich! Was für ein Gejaule! Das kann ich ja überhaupt nicht ab!" wird die Anbandelei abgebrochen. Also: Offenheit und Ehrlichkeit führt in dieser Phase zu einem Abbruch. Daher lügt man, weil man dem anderen gefallen will. Es folgt die Verliebtheit = idealisierte Partnersicht.
Später heißt es dann: "Wir haben uns doch am Anfang so toll verstanden!" - ja, weil man sich gefallen wollte und eingeschleimt hat!
Daher hat man bestimmte Vorstellungen vom Partner, die ja gar nicht stimmen!
Man will jetzt wissen: Was ist hinter den ganzen tollen Sprüchen?
Man muss den Alltag auf die Reihe kriegen.
Wie verlässlich ist der Partner? Von wegen "Ich bin immer für dich da!" - ist das auch wirklich so?
Man braucht jetzt eine andere Einteilung, will man den Alltag zusammen auf die Reihe kriegen. Man ergänzt sich. Vorher machte man alles zusammen - jetzt kommt die Arbeitsteilung. Die Partnerschaft muss umgestellt werden auf "Ergänzung".
Wenn man sich jetzt scheiden lässt, fängt die nächste, neue Beziehung immer wieder von vorne an und so ab. Die meisten, bei denen es kracht, geschieht das in dieser Übergangsphase zwischen Phase 2 und 3. Das Thema der Phase 3 ist nämlich ein ganz anderes als das von 2. Klappt dieser Übergang, ist die Beziehung halbwegs stabil.
Offene und partnerzentrierte Interaktionen: In der 2. Phase hat man Liebling alles nach dem Mund geredet. Aber jetzt: Gedanken und Gefühle müssen jetzt mitgeteilt werden und auch verstanden werden (Ich-Botschaften).
Die 2. Phase ist nur dazu da, den anderen zu bestätigen.
Weitere Schwierigkeit: Die Entwicklungsaufgabe ist an beide gestellt. Wenn einer das nicht schafft oder nicht will, haut es nicht hin.
Gehen hier Beziehungen kaputt, sucht man sich immer wieder Beziehung, von denen man glaubt, dass es gerechter zugeht.
In der Phase 2 trägt man den anderen auf Händen. In der 2. Phase muss das konkretisiert werden. Das ist der Unterschied zwischen Urlaub und Alltag.
In der 2. Phase: Ja, man liebt sich halt. Aber wie weit geht das? Ist das wirklich ernst?
Geredet wird erst in der 3. Phase, da treten nämlich wirkliche Missverständnisse auf.
In der 3. Phase: Klare Kommunikation! "Ich bin ja so enttäuscht von dir!" Bitte präzisieren: "Warum bist du enttäuscht?" Denn der Partner weiß das ja meistens gar nicht.
Wir haben also eine Beziehung. Wir haben Regeln aufgestellt. Die Beziehung ist dann stabil, wenn der Partner attraktiv ist. Man möchte, dass einen der Partner also attraktiv findet. Man wird daher Maßnahmen ergreifen um die eigenen Attraktivität in den Augen des Partners zu steigern. Man ruft in ihm den Eindruck hervor, von dem man wünscht, dass er vorhanden ist. Das ist die Eindruckskontrolle.
Es sind Maßnahmen, die im Partner den Eindruck erwecken, ich sei attraktiv. Ich stell mich dabei nicht hin und sag "ich bin schön!". Es geht 1 x um die Kurve: Ich habe einen Partner und will dessen Eindruck von mir kontrollieren.
Wenn ich schön bin, kommt eine, die ist noch schöner als ich. Erwecke ich aber im Partner den Eindruck, dass ich schön bin, dann bleibt das und der Partner ist mir sicher.
Eine soziale Interaktion läuft immer auf einer Wischiwaschi-Umgebung ab. Bring ich daher mal endlich klare Sachen (ich sage ihm klipp und klar, was er von mir erwarten kann und wofür er mich loben kann) ergreift die der Partner sofort, auch wenn sie noch so hinken. Ich beeinflusse damit den Partner über mich.
Eine Person verhält sich so, wie sie meint, dass es gewünscht wird. Jeder Mensch versucht, gut dazustehen.
Einschmeicheln
Kleine Komplimente erhalten die Freundschaft. Wenn jemand weiß, dass er gut aussieht, ist es auch kein Kompliment, wenn ich ihm das sage: "Du bist ja so schön!" "Ja, das weiß ich doch." Nur in Sachen, wo der andere unsicher ist, wirken Komplimente.
Manipulation geht wie gesagt auch mittels Geschenken.
Ich muss jemandem immer wieder sagen, was ich gut finde, weil dann macht er das irgendwann. Ich kann zu manipulativen Zwecken dem anderen Komplimente machen, aber nur in Sachen, in denen er unsicher ist.
Jeder hat Angst, verlassen zu werden.
Man kann im anderen den Eindruck erwecken, dass man gut kochen kann (nur den Eindruck. Ich brauch das nicht wirklich können). Jetzt will ich mich aber weiter entwickeln und brauche dafür einen Spiegel fürs Feedback. Der Partner müsste nun eigentlich sagen, dass mein Gekochtes selbst für die Biotonne schon eine Beleidigung ist, damit ich neue Wege des Kochens einschlage und besser werde.
Also zuerst tut man alles, den Partner anzulügen und Eindrücke zu erwecken, die gar nicht stimmen - und dann soll plötzlich auf ehrlich umgestellt werden? Das ist natürlich ein furchtbares Gewirrdel, weil der eine auf Ehrlichkeit eingestellt ist und der andere das nicht geschnallt hat und nun meint, es kommt wieder diese Eindruckmacherei und Eindruckskontrolle.
Da braucht es einen Therapeuten, der außerhalb dieses Systems steht und von dort aus den Überblick noch behält.
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