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| Seite erstellt/geändert am: 05.12.2004 | |||

Nirgendwo hat es so viel Soma (körperliche Veränderungen haben psychische Folgen und umgekehrt) als bei den Geschlechtsorganen.
Der Trieb als solcher hält die Gesellschaft zusammen. Je mehr einer in die Gruppe eingebunden ist, desto eher hat er sexuelle Störungen. "Angepasst" bedeutet "erfolgreich": Sexualstörungen sind die logische Folge davon, es ist nicht anders möglich! Sexualstörungen haben damit zu tun, wie angepasst einer ist. Auch der Arbeiter ist angepasst (= sozial kompetent) und daher kommen auch in dieser Schicht Sexualstörungen vor.
Man dachte in den 1930er-Jahren, die "Wilden" und die Tiere haben ein gesundes Sexualleben. Das dachte man aber nur, weil man darüber nichts wusste! Die "Wilden" haben ein höchst starres, soziales System und das geht mit Frust einher: also ist es da auch nichts.
Tiere - 1930? Zuerst hat man sie erschlagen und dann hat man ihr Verhalten beobachtet. Man konnte sie auch gar nicht so toll beobachten wie heute (Kameras etc.). Heute weiß man: Auch bei Tieren in Gruppen treten Sexualstörungen auf!
Die Sexualenergie brauchen wir, um in einer Gesellschaft leben zu können. Wenn man besonders heraus sticht, hat man Sexualstörungen. Weil man sich über Sexualstörungen im Allgemeinen nicht sprechen traut und es in sich rein frisst, geht es sofort in die Psychosomatik. Frauen haben Migräne, Magenschmerzen, prämenstruelles Syndrom - es kommt eben drauf an, wie weit das Thema verdrängt wird.
Immer, wenn irgendwelche psychosomatischen Krankheiten auftreten, sind auch Sexualstörungen beteiligt.
Frustrationen führen zu Hormonveränderungen und das wiederum wirkt zurück auf die Psyche. Es kommt zu Magenschmerzen oder sonstigen Krankheiten. Sieht man nur tief genug nach, käme irgendwann die Frustration heraus.
Wenn Gruppen zusammen halten, muss man was tun, was dafür "arbeitet". Dafür verbraucht man die Sexualenergie. Diese wird zweckentfremdet, verschoben für was anderes, verbraucht.
Sexualität ist noch immer ein Tabu-Thema, sexuelle Frustration gibt es erst recht schon mal gar nicht - also kreiert man ins Außen ein Problem und nimmt seine Sexualenergie, um dieses selber gemachte Problem zu lösen. Damit ist man die sexuelle Energie los und hat sich gar nicht mit etwas Sexuellem auseinander setzen brauchen!
Unsere Gesellschaft neigt zu dem Motto: Alles für die anderen und nichts für einen selber! Es kommt zur sexuellen Frustration!
Sexuelle Frustration und Sexualstörungen hat nichts mit Intelligenz zu tun: Wer sehr intelligent ist, entwickelt aufgrund seiner Sexualstörungen nur intelligentere Krankheiten.
Aus der Entwicklungspsychologie wissen wir: Pro Altersabschnitt hat man gewisse Aufgaben. Die Aufgabe der Pubertät lautet: Wie benehme ich mich als Frau/Mann, was ist weiblich und was männlich? Die Persönlichkeitsentwicklung sollte aber auch mal über die Pubertät hinaus finden. Eine integrierte Persönlichkeit fühlt sich in der Mitte. Viele Leute finden ihre Mitte aber deswegen nicht, weil Sex einfach ein Tabuthema ist, aber Sex nun einmal zur Mitte dazu gehört.
können Sichtweisen, Verhalten und Ansprechbarkeit verändern, auch das psychische Erleben. Die Frau findet manchmal das wichtig, dann wieder dieses - das ist hormonell bedingt. Hormone verändern die Sicht der Umwelt.
Bevor man in die Pubertät kommt, so wenn man noch bei Mama ist, da interessiert einen das alles nicht. Ein Kind ist emotional bisexuell. Im Vordergrund steht die Mutter-Kind-Bindung. Die Mutter stellt das weibliche Prinzip dar. Im Kleinkindalter identifiziert sich das Kind mit der Mutter und meint daher, es ist weiblich. Die eigene Mutter ist für einen DIE Weiblichkeit.
Wie hatte man nun als Kind das Gefühl, dass die Mutter für einen da war? Es gibt die zärtliche, gute und die verschlingende, aggressive Mutter. Wie empfindet die Mutter das Kind? War die Mutter da? Ist die Mutter krank und war nicht da, denkt das Kind: "nicht da sein" ist weiblich.
Wenn die orale Phase ZU schön war, also wenn die Mutter sehr, sehr gut war, will man das nicht loslassen. Man lebt das dann selber. Für Frauen ist das weiters kein Problem, die werden halt dann wie ihre Mutter. Wenn das Kind aber ein Junge ist, dann ist es schwierig. Wenn die orale Phase zu schön war, benimmt sich der Junge immer "weiblich". Er wird deswegen nicht schwul, aber er wird weiblich.
Das spricht man aber nicht aus, ja, man denkt das nicht einmal, weil es gar so pfui ist.
Im 4. Lebensjahr kommt der Ödipuskomplex (Ödipus, ein Held in der griechischen Sagenwelt, hat seinen Vater erschlagen, weil er seine Mutter sexuell begehrte). Im Alter von 3 oder 4 Jahren lernt das Kind das Rollenverhalten: Wie verhält sich eine Frau, wie ein Mann? Mama und Papa verhalten sich unterschiedlich, merkt das Kind. Das Mädchen identifiziert sich mit der Mutter und der Junge mit dem Vater. Bei Alleinerziehenden fehlen die Rollenvorbilder. Den Vater nur am Wochenende zu sehen, reicht nicht - es muss andauernd ein emotionales Vorbild sein. Mädchen haben daher auch weniger Probleme, sie haben ja ihr Frauen-Vorbild - darum sind Frauen emotional stabiler als Männer. Für Jungs gibt es viel weniger Rollenvorbilder: Auch Kindergarten und Schule sind weibliche Domänen.
Vor 100 Jahren wusste man noch, wo man hingehörte: Das Rollenverhalten war besser, bzw. eindeutiger - der Ödipuskomplex war für die Kinder sehr viel leichter zu bewältigen.
Hat man schon eine männliche Mutter, die Nägel in die Wand schlägt und Reifen wechselt, was ist dann der Vater? Es kommt zu starken Ambivalenzen. Das Kind weiß nicht, wo sein Platz ist, es weiß nicht, ist es Männlein oder Weiblein. Dann kommt es natürlich später zu Sexualstörungen, ganz klar. Man braucht im Alter von 4 Jahren unbedingt ein Vorbild.
Den Ödipuskomplex gibt es noch ganz extrem. Für das Kind sind diese sog. "optimalen, harmonischen" Partnerschaften, wo der Mann auch mal den Abwasch macht, ein echtes Problem! Wenn einer von vorn herein also nicht weiß, wo er hingehört ... tja, dann geht es auch nicht weiter.
Bettnässen im 4. Lebensjahr ist eine Stressabfuhrmöglichkeit. Das Kind entscheidet sich gerade, in welche Geschlechter-Rubrik es gehört. Hat es bei dieser Entscheidung Probleme, dann kommt es zu Bettnässen.
Wenn man eine Frau ist, ist die Frage: Bin ich so schön wie die Mama? Dazu gehört ein übertriebenes Schönheitsideal. Ein gesundes Mädchen findet im Alter von 4 Jahren ihre Mutter immer schön - egal wie hässlich die ist. Konkurrenzbedürfnis: Die wenigsten Frauen finden sich schön!
Der Junge fragt sich: Wer ist stärker, Papa oder ich?
Männer meinen, sie müssen erfolgreich sein - aber "erfolgreich" bedeutet: Sexualstörungen! Gedanken eines Jungen: "Mama hat sich für Papa entschieden: Ich bin nicht gut genug! Wenn alle Frauen so sind... oh weh!" Es kommt zur Impotenz!
Auch im Tierreich gibt es den Ödipuskomplex. Die Jungtiere, die sich an ihre Mütter ranmachen, werden aber vom Männchen aus der Sippe hinausgeschmissen. Sobald ein männliches Tier weiß, dass es ein Männlein ist, wird es aus dem Rudel oder aus dem Nest verwiesen.
Entweder der Mann bleibt ewig bei der Mutter (wie z.B. in Italien, dort herrscht das Matriarchat) oder er verzagt und wird nie erfolgreich.
Ödipuskomplex ... Latenzphase ... in der Pubertät kommt alles wieder hoch! Die Pubertät dauert so lang, bis die kindlichen Neurosen gelöst sind. Es sollte wenigstens zu der Idee kommen: "Ich such mir jetzt ne Frau statt Mutter!" In der Pubertät kommt es zu starken Hormonschüben, die liefern die Energie für diese gewaltige Aufgabe.
Mit 35 und mit 50 folgen weitere Phasen, in denen dieser alte Müll noch mal hoch geholt wird.
Der Ödipuskomplex wird nach Freud aufgelöst, wenn man klar weiß, ob man Männlein oder Weiblein ist.
Energie, Kraft, Testosteron!
| Amtsarzt: Je mehr Testosteron ein Mann hat, desto stärker ist der Trieb, auch der Sexualtrieb. |
Je mehr Hormone vorhanden sind, desto stärker ist der Trieb. Fallen die Hormone ab, kommt es zu einer Depression. Die grundlegende Stimmung beim Mann ist abhängig von den Hormonen. Mit 20 ist der Hormonspiegel sehr hoch, drum wird der Mann mit 20 auch was tun. Hormone bedeuten Triebe, nicht Denken: Er weiß zwar nicht, was er tut, aber er tut es aus ganzer Kraft. Mit so viel Energie wäre genug Kraft da, die Dinge und die Probleme in die Reihe zu kriegen. Aber es ist ein reißender Strom und damit kann man nicht umgehen. Daher bedeutet "viel Energie" eigentlich nur "viele Probleme".
Das war's dann schon so weit, was den Mann betrifft.
Frauen sind "kompliziert". Die Funktion des Eierstockes hat Auswirkungen auf die Psyche: ein befruchtungsfähiges Ei bildet sich. Dieses Ei will befruchtet werden, die eigene Integrität der Frau ist dem Östrogen einfach nur egal.
Östrogen ist ein balzerzeugendes Hormon. Man zeigte männlichen Probanden Bilder von Frauen: alte und junge, dicke, dünne, hässliche und schöne - alle Frauen, die gerade einen hohen Östrogenspiegel hatten, wurden von den Männern für schön befunden. Das Östrogen führt dazu, dass die Frau die Dinge anders sieht. Östrogen macht verzeihend, nett, liebenswert, macht Nähe (des Mannes) erträglich. Das Östrogen regelt auch die Koordinationstätigkeiten an: Die Frau organisiert. In der Östrogen-Phase geht so eine Organisation wunderbar.
Die Pille hat viel Östrogen. Sie macht einen pflegeleicht, sanft und blöd, frau regt sich nicht so auf.
Bei hohem Östrogenspiegel werden auch Pheromone ausgeschüttet, es macht glatte Haut, schöne Haare.
Da springt das Ei! Es lebt nur ein paar Stunden. War kein Spermium da, stirbt es und alles fällt zusammen.
Es kommt zur Gestragen/Progesteron-Phase: Das eventuell befruchtete Ei soll sich einnisten - es ist also eine Nestphase, frau bleibt zuhause, liebt es heimelig, es ist Schleim in der Gebärmutter. Das Nest muss in Ordnung sein, alles stört, damit es gut gerichtet ist für das Kind, das kommen könnte. Frau meint auch in dieser Phase, das Kind kriegt sie schon alleine groß. Der Mann stört. Je mehr Hormone, desto klarer die Trennung.
Wie wirkt das auf den Mann? In der Östrogen-Phase war sie so lieb und nett, in der Gestragen-Phase wird sie zur Zicke. Er stört. Wie soll der Mann das kapieren?
Die Pille verwirrt das alles. Psychologisch entwickelt sich die Frau mit der Pille nicht weiter, weil die Pille alles gleich macht. Die Minipille ist eine Gestragenbombe! Es kommt mit ihr zum Libidoverlust.
Frauen haben in jedem Zyklus diese Phasen: extrovertiert nach außen, Östrogen, und introvertiert - Nest, Mutter, Mutterbindung. Das kriegt die Frau alle 4 Wochen regelmäßig um die Ohren geknallt, je 14 Tage lang. Alle 14 Tage hat frau die Chance, an diesem Thema jeweils zu arbeiten. Frauen habe alle 4 Wochen eine wiederkehrende Neurose! Deswegen interessieren sich Frauen auch viel mehr für die Psyche, gehen auch eher in eine Therapie. Sie haben dafür einfach die besseren Antennen.
Gestragen: Körperlichkeiten, Nestwärme.
Vor der Periode hat die Frau möglicherweise das PMS (prämenstruelles Syndrom). Sie ist sauer, ungerecht, zickig, aggressiv. Das ist ein Relikt aus der anal-sadistischen Phase, aus der Trotzphase. Frau ist trotzig, leicht gereizt, bildet sich ein, alles muss sofort gemacht werden, hat einen Tätigkeitsdrang.
Je weiter entwickelt das Ich ist, um so geringer sind die Stimmungsschwankungen. Jüngere Frauen haben das häufiger, bei älteren ist es nicht mehr so schlimm. Oder man nimmt halt einfach dauernd die Pille.
Bei kleinen Mädchen ist auch Östrogen vorhanden. Nicht so viel, dass ein Ei reift, aber es ist bereits vorhanden. Gestragene gibt es erst nach der Pubertät.
Auch kleine Junges haben schon Testosteron, spielen daher aggressiver.
Bis zum 13., 14. Tag ist die Östrogen-Phase, dann kommt der Eisprung und dann gibt es Gestragen. Wenn die Gestragene zu wenig sind, sind es knabenhafte Frauen. Sie kriegen schlecht Kinder, der Zyklus ist kürzer (21 Tage). Der normale Zyklus ist 28 Tage. Es heißt auch, dass in der Pubertät etwas nicht verarbeitet worden ist.
Lange Gestragen-Phasen ergeben einen langen Zyklus (32-34 Tage) und eine Nesttendenz. Wenn die Frau fort geht, dann höchstens zu Ikea um zu schaun, wie sie sich ihr Heim noch heimeliger machen könnte. Sie kocht gern. Es sind Hausmütterchen: Man muss sie auch in der Küche lassen, sonst haben sie schlechte Laune. Sie sind aber nicht lieb!
Wenn das ganze Thema "Sex" total gehemmt ist, dann gibt es gar keine Hormone. Frau kriegt dann gar keine Tage. Viel Stress sorgt dafür, dass die Hormone unten sind, total weg und der Zyklus ausbleibt. Wenn es einer Frau so schlecht geht, kriegt sie ja auch kein Kind durch - daher wird das vom Körper her schon von vorn herein blockiert. Je mehr Stress, um so weniger Schwangerschaft - diese Umstellung geht bei der Frau echt schnell.
FSH ist ein Hormon. Es ist sehr schwer zu messen und die Messung ist sehr teuer. Deswegen misst der Frauenarzt meistens nur das Östrogen.
Der Eierstock kündigt die Freundschaft auf, bildet sich zurück, kein Östrogen wird mehr ausgeschüttet, kein Gestragen. Endlich wird die Frau normal! Die Stimmungsschwankungen bleiben aus! Daran hatte sich die Frau aber gewöhnt. Sie vermisst ihre wechselnden Stimmungen!
Wechseljahre fangen auch im Kopf an: Sie ist dann auch nicht mehr so nett. Sie braucht eine psychische Idee, wie sie mit sich selbst umgehen könnte. "Ich mach mal jetzt endlich das, was ich schon immer machen wollte. Meine Hormone sagen jetzt nicht mehr, was ich fühlen soll - das muss ich jetzt selber wissen." Immer wenn Hormone fehlen oder sie zu viel sind, hat man die Möglichkeit, kindliche Neurosen aufzuarbeiten. Ein Wechsel im Selbstverständnis findet statt.
Wenn sie die Pille nahm und auf einmal die Wechseljahre kommen, fehlt die ganze Entwicklung!
Hohe Dosen von Gestragen werden ausgeschüttet, entschieden mehr als im Zyklus. Das Nestgefühl sorgt dafür, dass man sich mit allen in dem Nest verbunden fühlt. "Ich treib das Kind nicht ab!" man ist zu sehr mit ihm verbunden. Ein Schwangerschaftsabbruch ist dann die totale Katastrophe. Das Geliebte wird entrissen.
Bei so viel Gestragen-Überschusspotenzial hat man viel Energie. Die wird auf die Mutter-Kind-Bindung projiziert. Es ist die Mütterlichkeit schlechthin: ein primärer Narzissmus - ein Einheitsgefühl, ich identifiziere mich mit dem Kind, vereinnahme das Kind.
Die Gestragene sind in der Schwangerschaft dermaßen hoch, dass es eine nie geahnte Geborgenheit in sich selbst auslöst. Das ist wunderschön - trotz aller Beschwerden. Es ist ein emotional impact.
Kurz vor den Wehen wird Oxitozin ausgeschüttet. Das behält man, bis man aufhört zu stillen.
Zum Nestbauen gehört dazu, sich mit anderen Frauen darüber zu unterhalten. Man hört sich deren Erfahrungen immer wieder an, um das glauben zu können.
Wir befinden uns bei all dem auf der untersten, emotionalen Ebene - es ist alles nur aufgrund von Hormonen!
Die Geburt ist ein lebensbedrohlicher Akt. Die Liebe zum Kind steht erst einmal im Hintergrund. Wenn das Kind dann da ist, funktioniert sie aber wieder.
Oxitozin wird während des Stillens ausgeschüttet. Stillen ist eine Regression in die eigene orale Phase. Die Mutter-Kind-Verbindung ist absolut stark, die beiden sind sich selbst genug, der Mann ist absolut überflüssig - er geht fremd. Mütter rasten schon aus, wenn das Kind nur brüllt: Sofort wird gehüpft, mitten in der Nacht, und das Kind ist immer noch süß. Wenn nicht gestillt wird, ist es für beide ein Problem.
Wenn das Kind etwas größer ist, sollte die Wirkung von Oxitozin aufhören, spätestens nach 1 Jahr. Der Abnabelungsprozess beginnt: ein Problem! Die Mutter war mit dem Kind so stark verbunden, dass sie es nicht mehr los lässt. Wenn die Oxitozin-Ausschüttung aufhört, setzt der Zyklus wieder ein und dafür muss ja das 1. Kind schon "weg" sein, damit für ein eventuelles, neues Kind Platz da ist.
Die Hormone fahren mit den Gefühlen stark Schlitten - von wegen "Entwicklung der Persönlichkeit".
Störungen in der Sexualität sind für die Frau genauso ein Tabuthema wie Sexualität selbst. Sie umreißen nicht nur das Thema Organneurose, sondern die individuellen Bezugssysteme. Sie können soziale Inkompetenz bedeuten. Es sind Kontakt- und Körperstörungen oder -konflikte.
Ein konflikthaft besetzter Bereich ist der Körper. Gibt man einem Menschen die Aufgabe, sich selber zu malen, malt er oft nur ein Gesicht - der ganze Körper fehlt! Wenn einer so wenig von sich selbst überzeugt ist, hat er auch zwischenmenschliche Störungen. Schlechtes Körperempfinden bedeutet Misstrauen gegen alles Körperliche. "Messungen? Ach die bringen doch nichts!" ...weil dazu muss man sich nämlich ausziehen.
Wenn man körperliche Reaktionen hat, schwitzt etc., dann mag man das natürlich auch nicht. Überbewertungen sind ein Zeichen, dass der Patient seinen Körper nicht mag und davon nichts empfinden will. Der Mensch kann seinen Körper so ablehnen, dass er ihn echt nicht spürt, selbst wenn es stark weh tut.
Kompensatorisch wirkt dagegen Leistung. Man ist ultratoll im Beruf. Man muss 300% besser sein als die anderen. Es ist unecht, verschoben, es kommt zu Sexualstörungen. Nicht die erbrachte Leistung, sondern die Anforderung, die man hat, ist das Problem.
Die Paarbeziehung ist therapierbar in der Paartherapie.
Es gibt Frauen, die sogar (unbewusst) ihre Periode verschieben können, nur damit sie keinen Sex haben müssen.
Nachdem es ein Tabuthema ist und einem die Eltern auch nichts beigebracht haben, wie man das macht, kommt es natürlich besonders häufig zu sexuellen Hemmungen (Gesellschaft, Kirche, Komplexe, keine Aufklärung). Vielleicht kennt man sich gar nicht aus mit Verhütung - Angst vor AIDS.
Er meint, sie will ein Kind. Sie will gar keins. Aber reden tun sie nicht drüber! Er entwickelt lieber eine Impotenz vor lauter Angst, sie könnte schwanger werden.
Es ist eine Flucht, eine Verkehrung ins Gegenteil. Vermeidungstendenzen und Hypersexualität haben dieselben Ursachen: Ängste, Flucht und Abneigung. Man möchte einem Problem ausweichen, was muss man machen? TV schaun, putzen, aber auch Sex. Man will eben beschäftigt sein und nicht denken müssen.
Männer und Frauen reagieren unterschiedlich. Die Libido beim Mann ist stabil: So lang er Testosteron hat, will er. Aber er hat Erektionsstörungen! Diese sind Kopfsache!
Die Libido der Frau ist sehr störungsanfällig. Frauen sind viel sensitiver. Wenn in der Beziehung was nicht stimmt, hat frau halt Migräne. Wenn die Libido gestört ist, man gar keine Lust hat, muss der Therapeut daher mal in der Beziehung stöbern, besonders wenn die Sexualstörungen nur bei bestimmten Partnern auftreten und bei anderen nicht.
Sind die Hormone in Ordnung? Internistische Abklärung (organisch: Durchblutungsstörungen?)
Wenn alles Körperliche ok ist, sollte man forschen: Hat er Angst? Natürlich sagt er das nicht! Er sagt, er hat keine Lust (Schutzbehauptung! Weil ein Mann hat ja keine Angst).
Erektionsstörungen: Kommt das nur bei einer bestimmten Frau vor oder bei allen Frauen?
Bei Diabetes kommt es zu Nervenstörungen - aber erst nach 20 Jahren. Wenn der Mann die Diabetes noch nicht so lang hat, ist es eine pure Ausrede!
Impotenz ist für einen Mann total schlimm. Für die Frau ist es ja sogar oft noch eine Tugend, keine Lust zu haben. Beim Mann ist das ein extremes Problem, wenn er nichts schafft. Er hat Versagensängste, wenn es nicht funktioniert. Es ist eine Wiederholung der Kastrationsängste. eine ur-männliche Sache klappt nicht mehr - es kommt zur totalen Versagensangst.
Bewältigungstechniken: Die Paartherapien sind daher alle auf Ängste und Versagensängste spezialisiert.
Man(n) kann auch die Frau auf einen hohen Sockel stellen, sie vergöttern - da ist sie weit genug weg und man(n) muss nicht mehr. Die Frau kommt dann zum Therapeuten und sagt: "Eigentlich hab ich einen tollen Mann!" Sie kriegt jeden Tag Blumen. Aber sie ist total frustriert, weil er sie nie bumst! Er kauft sich frei.
Für die Frau kommt zuerst die Beziehung. Wenn die passt, dann klappt es auch. Das Umfeld muss passen und Sex gehört dazu, muss schon auch passen, ist aber nie Hauptsinn. Wenn die Beziehung nicht passt, kann man den Sex vergessen. Frauen sind lieb und nett und sie wissen, was sich gehört. Sie haben mehr Schemata, die passen müssen. Ihr Sex ist davon extrem beeinflusst, die Hormone sind völlig untergeordnet. "Ich habe keine Lust" heißt: "Die Beziehung stimmt nicht." Manchmal wissen die Frauen das selber nicht, dann drückt es halt der Körper aus und sie hat Migräne.
In Beziehungen gibt es Dominanzrangeleien, weil in unserer Gesellschaft die Rollen nicht mehr so klar sind. Die Beziehung ist dann einfach nicht strukturiert, weil die Frau nicht weiß, wie frau weiblich ist und der Mann nicht weiß, wie man männlich ist. Man hat die Ehe der Eltern als Vorbild. Ansonsten hat man zur Orientierung auch noch eine sexualfeindliche Gesellschaft.
Dann geht die Frau zum Frauenarzt und sagt: "Ich hab immer keine Lust." Der Arzt sagt: "Naja, Sie sind halt frigide. Das haben viele." Wenn daher eine Frau beim Therapeuten sagt: "Ich war beim Arzt und ich bin frigide." ist sie mit ihrer Weiblichkeit total am Boden und frustriert - dann klappts natürlich nicht.
Es gibt Frauen, die zu viel lieben: Sie tun alles für ihn, haben eine Anklammerungstendenz. Aber sie sind sexualfeindlich.
| Amtsarzt: Vaginismus |
Das ist der Scheidenkrampf. In dem Moment, wo er will, machen die Muskeln dicht. Das ist der Frau nicht bewusst. Leichte Formen von Vaginismus kann frau "auch so" haben. Die Muskeln ziehen sich krampfartig zusammen. Krämpfe tun weh.
Vagina de data. Die Herren von früher hatten eine Nadel am Jackett, um die (hysterische) Frau zu erschrecken, wenn sie einen Scheidenkrampf kriegte.
Dysmenorrhoe sind Schmerzen bei der Periode. Die können auch psychosomatisch sein. Darunter versteht man nicht nur ein wenig Bauchweh, sondern Kreislaufstörungen; die Frau liegt 3 Tage lang im Bett. Bei der Periode hat man die Idee, man könnte schwanger werden. Die Frauen wollen sich nicht mit der Sexualität auseinander setzen. Alles, was zu übertrieben und demonstrativ geschieht, deutet auf psychosomatische Störungen hin.
Sie sind beziehungs- und situationsabhängig. Es kann auch vom Stress kommen, oder dann, wenn der Mann schon wieder Sex will.
Eine Eizelle wird über die Tube weitergeleitet. Wenn man das nicht möchte (tief im Unterbewusstsein), dann klappt das nicht. Es gibt Frauen, die haben ihren Eisprung in der Periode: Der Körper wehrt sich im Auftrag des Unterbewusstseins gegen eine Schwangerschaft. Oft haben die Patientinnen kein gutes Mutterverhältnis.
Es gibt 2 Arten von unfruchtbaren Frauen:
1) Die Frau wurde von der Mutter so richtig verwöhnt, die Mutter ist auch jetzt noch da. Wenn die Frau so ein Muttervorbild hat, nimmt sie sich einen entsprechend bemutternden Partner - und ist selber das Kind. Ein Kind wäre dann zu ihr die Konkurrenz! Der Körper lehnt eine Schwangerschaft ab.
2) Karrierefrauen: Sie haben die Befürchtung, sie können keine Karriere machen, wenn das Kind in der Nacht schreit. Wenn sie schon Karriere gemacht haben, erkennt man das ja an ihnen. Aber wenn die Karriere erst als Gedanke im Hinterkopf ist, dann vereitelt der Körper die (ungewollte) Schwangerschaft. Die Frau weiß es oft gar nicht, dass sie gar kein Kind will.
Therapie: Der Therapeut schmückt die Schwanger- und Mutterschaft in den schwärzesten Farben aus. Wenn die Frau darauf irgendwo anspringt und "ja" sagt, haben wir den Grund: Sie will eigentlich gar keine Kinder.
Abgesehen von echten Hormonstörungen sind Sexualstörungen psychisch bedingt. Es kommt aus der oralen Phase oder aus der Beziehungsgeschichte des Paares. Man sucht sich ja einen Partner, der zu seiner Neurose passt.
Bei Männern sind es Leistungsdruck und Versagensängste.
Bei Frauen stimmt die Partnerbeziehung nicht.
Darum muss eine Sexualtherapie immer eine Paartherapie sein.
Beim Mann: Angst reduzierende Methoden, paradoxe Intention, phobische Elemente - sehr vorsichtig angehen, da Männer hier sehr empfindlich sind.
Zeit! Wenn ein Paar wenig Zeit füreinander verbringt, hat die Frau natürlich keine Lust. Kommunikationstraining wäre hilfreich. Eine intakte Kommunikation ist Voraussetzung für eine intakte Beziehung.
Sie sollen halt einfach mal miteinander spazieren gehen. Die Frau bleibt immer stehen, der Mann rennt voraus - klar, dass die nicht über Sex reden können! Deswegen sollen sie nun miteinander spazieren gehen und dabei nicht reden! 20 Minuten die Klappe halten und einfach miteinander gehen, vielleicht Händchen halten, einfach Zeit miteinander verbringen.
Für die Frau ist Ehrlichkeit und Treue ein großes Thema. Wenn sie schon nur das Gefühl hat, dass was nicht stimmt, dann stimmt der Sex sofort nicht mehr.
| Amtsarzt: Masters und Johnson sind Sexualtherapeuten. Sie hatten die Idee, dass die Sexualtherapie immer eine Paartherapie sein muss. |
Aus alten Mustern muss man raus kommen, denn die haben ja offensichtlich nicht geklappt.
Körperbewusstsein: Abstinenz verordnen! Das Paar bekommt Sex-Verbot! Außerdem eine paarbezogene Körperbewusstseinsschulung. Sex ist dabei absolut verboten, aber anfassen und streicheln dürfen sie sich. Die Hormone kommen dann schon .... und eines Tages ist das Verbot des Therapeuten einfach egal und sie ficken endlich und dann sind sie geheilt.
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