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Seite erstellt/geändert am: 12.07.2004

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Pflichtlektüre: Praktische Psychosomatik, Jores, ISBN 3-456-82-104-2

Im HNO-Bereich gibt es Probleme in der Stimmbildung, Nase, Riechen, Hörsturz, etc., die möglicherweise psychosomatisch überbesetzt sind.

Pheromone

Pheromone sind Stoffe, die über die Nase aufgenommen werden, die man aber nicht bewusst riecht. Pheromone dienen natürlich zur Fortpflanzung, damit die Gene sich mischen und die Nachkommen angepasster sind. Manche Tiere kommen auch zwischendurch mal ohne Partner aus, aber prinzipiell braucht jedes Tier einen Partner, sonst geht die Art ein. Zur Partnerwahl braucht es die Pheromone.

Wenn sich der Genpool vergrößert, funktioniert das Immunsystem besser. Die Pheromone dienen also zum Training des Immunsystems.

Die Viren ändern sich ca. alle 10 Jahre. Alle paar 100 Bakterien-Generationen ändert sich das Outfit der Bakterien. Bei einer Genmischung funktioniert das Immunsystem besser als bei den Eltern. Jede neue Generation hat ein neues Immunmuster. Antikörper binden Viren und Bakterien, aber dazu müssen sie sie überhaupt erst mal erkennen. Wenn der Virus sich ändert, muss das Immunsystem ihn erkennen und sich dem anpassen. Daher sterben die Alten oft an einem Virus, gegen den die Jungen schon immun sind.

Zur Zeit regieren im Kindergarten die EHEC-Keime: Das Immunsystem der heutigen Kinder reagiert mit Darmblutungen etc. Die Erwachsenen reagieren nicht, weil deren Immunsystem den Keim nicht erkennt! So hat jede Generation ihre Krankheiten. Wir können das vorhandene Immunsystem anschieben und stärken, aber ändern können wir es nicht. Zur Änderung des Immunsystems braucht es die Genmischung.

Pheromone sind Geruchsstoffe, die man nicht olfaktorisch wahrnehmen kann, aber sie bestimmen die Partnerschaft. Man sagt: "Den kann ich nicht riechen!".

Pheromone wurden 1963 am Menschen entdeckt, vorher waren sie schon von den Schmetterlingen her bekannt. In einem Labor sollte das Sekret von Wunden untersucht werden. Daher hat man von Gipsverbänden mit Wundsekret versehenes Material abgekratzt und es in Reagenzgläsern in das Labor gestellt. Waren die Reagenzgläser offen, hat sich die Laune des ganzen Labors verbessert - kaum waren die Gläser weg, haben sich die Labor-Mitarbeiter wieder wie üblich gestritten und gemobbt. So fanden sie heraus, dass sie anscheinend was riechen mussten - aber keiner hat was gerochen. Es ist einfach so in der Luft.

Bei Tieren gibt es das Jacobson'sche Organ (Katzen, Schlangen). Die Geruchsstoffe kommen in zwei kleine Taschen (beim Menschen ist da noch ein kleiner Kanal am Gaumen zur Nase). Bei Schlangen ist das sehr ausgeprägt. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde bereits entdeckt, dass der Mensch sowas ähnliches auch haben muss. Aber erst in den 1990er-Jahren hat man dazu Sinneszellen festgestellt. Die Funktion ist jedoch vegetativer Art, es wirkt nur unterbewusst. Man geht einfach die Decke hoch und sagt: "Der regt mich auf!!!", dabei hat der andere gar nichts gemacht. Das ist die Wirkung der Pheromone.

Es gibt Stoffe, die wirken nur bei Männern und andere, die wirken nur bei Frauen. Das Ganze dient zur Vergrößerung des Genpools. Ein Großteil der sozialen Beziehungen werden von den Pheromonen gesteuert. Pheromone vermitteln das Gruppenverhalten. Es gibt Angst - entsprechende Pheromone werden frei - und daher steckt die Angst an: Hyperventilationsthetanie. Es gibt auch Anti-Angst-Pheromone: Auch wer relaxt ist und cool steckt die anderen damit an. Aggressionen stecken an. Ich nehme mir vor, ich sag meinem Feind heute endlich mal so richtig die Meinung, aber ausgerechnet ist er heute so derartig sanft und nett und bietet mir keinen Ansatz... Er hat die Aggressions-Pheromone unbewusst wahrgenommen und wurde eingeschüchtert und benimmt sich automatisch entsprechend duckmäuserisch. Ebenso funktioniert es bei Überfällen: Angst- oder Unsicherheits-Pheromone werden frei und werden vom potenziellen Angreifer wahrgenommen. Man weiß intuitiv, ob jemand gefährlich ist oder nicht und wen man angreifen kann und wen nicht. Bei einem Überfall kommt rüber, was wirklich da ist! Das Problem ist, wenn durch die Pheromone etwas anderes signalisiert wird als das, was der Angreifer sieht - er reagiert nämlich auf die Pheromone. Es nützt also gar nichts, wenn man schwer bewaffnet daher kommt und sich trotzdem in die Hose macht, dann überfällt einen der Angreifer trotz scheinbarer Wehrhaftigkeit.

Bei Kindern ist das besonders ausgeprägt.

Die Sensibilität beim Menschen ist sehr komplex. Er hat über den non-verbalen Signalen ja auch noch 1 Station mehr, nämlich die Kognition. Eigentlich merkt der Mensch die Pheromone schon, aber wenn er gerade so stark mit sich selbst und seiner persönlichen Neurose beschäftigt ist, überlagert das die Wahrnehmung der Pheromone.

Es gibt Rangordnungs-Pheromone.

Durch Deo und Parfüm wird das Pheromon nicht beeinflusst. Pheromone können nur durch entsprechende Denkweise geändert werden. Wenn ich etwas wirklich glaube, dann habe ich auch das entsprechende Pheromon.

Die Dominanzhierarchie unter Männern wird sehr stark durch die Pheromone gesteuert.

In den USA laufen seit 1993 Versuche, um männliche und weibliche Pheromone auszumachen. Die menschlichen Pheromone sind aber sehr schwierig und bislang kann man sie nicht in Flaschen abfüllen. Es sind oft Mischungen.

Bei Schweinen waren Tests dagegen sehr erfolgreich. Die Eber haben zwei Pheromone in großen Mengen, die in den Hoden produziert werden und über den Blutkreislauf ins Hirn geraten. Der Eber hat dann Schaum vor dem Maul und balzt und damit versprüht er seine Pheromone. Die paarungsbereite Sau reagiert ebenfalls mit Pheromonen. Die schweinischen Pheromone kann man schon chemisch herstellen.

Auch beim Menschen kommen diese Balz-Pheromone vor. In hohen Dosierungen riechen sie nach Moschus und Urin. Bei den Schweinen konnte man schon entsprechendes "Parfüm" herstellen, worauf das andere Geschlecht reagierte.

Pheromone bestimmen den Zeitpunkt der Pubertät. Sind Eber in der Nähe, kommen die weiblichen Schweinchen eher in die Pubertät. Im Internat lebende Mädchen bekommen ihre erste Periode später als Mädchen in gemischten Klassen. Es kann sogar einige Jahre Unterschied sein.

Der Menstruationszyklus reagiert natürlich auf Pheromone. Ein unregelmäßiger Zyklus regelte sich auf seine 28 Tage, wenn die Frauen einen Wattebausch mit männlichem Achselschweiß rochen.

An der Oberlippe werden sehr viel Pheromone produziert. Daher kommt es zum Küssen! Küssen bedeutet: Welches Pheromon ist gerade aktiv? Das Vegetativum der Partner wird aufeinander abgestimmt.

Bevor man das merkt, ist das Pheromon schon längst im Hippothalamus und man reagiert längst - das geht sehr schnell.

Die Haut um die Brustwarze produziert maßlos viel Pheromone. Das Baby und die Mutter haben die tiefste Bindung, die unter Menschen möglich ist.

Nur bei Schweinen gibt es ein Universal-Pheromon - bei Menschen gibt es viel mehr Pheromone und Mischungen.

Geschlechtshormone sind Abbauprodukte im Blut, die im Achsel- und Genitalbereich austreten. Das ist es, was das andere Geschlecht anmacht.

Lipocaline

Es sind individuelle Eiweiße, die als individuelle Kennung den Pheromonen anhaften. An das Pheromon kommt damit noch ein weiterer Duftstoff, damit man weiß, von wem genau das Pheromon stammt. Pheromone wirken über weiterer Distanzen (Raum). Das individuelle Lipocalin erst im Nahbereich, so ca. 2-3 m.

Pheromone und Lipocaline sind in starker Konzentration im Urin enthalten, darum riechen Tiere am Urin. Sie wissen dann, wie der andere drauf ist. Da die wenigsten Menschen am Klo ihrer Nachbarn riechen, verbreiten sich die Geruchsstoffe eher über Wäsche, Teppiche und Tücher. Die menschliche Wahrnehmung ist noch empfindlicher. Pheromone werden schon in kleinsten Dosen wahrgenommen.

Allergien sind immer Reaktionen gegen Lipocaline. Auch am Ei ist Lipocalin vom Huhn. Es kann sein, dass ein Mensch gegen das Ei allergisch ist, gegen ein anderes Ei dagegen nicht. Auch bei Allergikern gegen Katzen kommt es vor, dass jemand nur gegen Kater oder nur gegen Katzen allergisch ist. Allergiker haben Probleme mit Tüchern und Flausch, weil sich die Lipocaline eben darin gut halten. Lipocaline wirken rassenübergreifend.

Es gibt einen Familien-Pheromon-Geruch. Babys können die Mutter an der Kleidung identifizieren. Man riecht es nicht in dem Sinn, es ist mehr so ein Gefühl. Wenn man etwas bewusst riecht, dann sind es keine Pheromone.

Kopuline

Es ist die 3. Klasse der Duftstoffe. Diese befinden sich in den Vaginalsekreten (Harnsäure, Buttersäure, Essigsäure-Mischung). Eine geringe Konzentration riecht man nicht, signalisiert aber dem Mann, ob die Frau paarungsbereit ist oder nicht. Das Kopulin-Vorkommen ändert sich in den Phasen des Zyklus. Kopuline sind in der Luft, damit das Männchen weiß, ob das Weibchen grad den Eisprung hat. Kopuline machen attraktiv.

Ein Test: Männer sollten Bilder anschaun, welche Frauen sie am schönsten fanden. Egal ob hässliche oder schöne, alte oder junge - auf welchem Bild die Kopuline drauf waren, diese Frauen wurden von den Test-Männern ausgewählt.

Kopuline sind von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich.

Sie hängen in der Wäsche. Durch Weichspüler und Waschmittel wird das überspült. Manche Hausfrauen waschen ja sogar mit Desinfektionsmitteln - da ist dann alles kaputt und es kommt gar nichts mehr rüber.

Deos unterdrücken die Wahrnehmung der Pheromone schon ein bisschen. Besonders Moschus verändert die Wahrnehmung der Kopuline.

Bei Tieren kann man die Wirkung super untersuchen, denn der Eber reagiert - oder eben nicht.
Bei Menschen ist es weniger deutlich.

Bei hoher Pheromon-Dichte am Samstag in der Rush-Hour kriegen manche Leute beim Shoppen in der City die absolute Krise. Bei solchen Menschenansammlungen denkt das Individuum: "Da gehen meine Pheromone ja völlig unter und ich krieg auch die Informationen bestimmter anderer Leute nicht klar mit" und daher fühlt man sich genervt.

Pheromone sind ein Zugang zum Unterbewusstsein. Sensible Leute lassen das eher zu, Trampelige wissen es aber auch, lassen sich jedoch nicht darauf ein. Pheromone sind soziale Botschaften und sind wertneutral. Man hat noch immer erst die Zensur im Kopf des Menschen: Wie reagiere ich jetzt darauf?

Die Pheromone stammen aus der Zeit, als die Menschheit noch im Weltmeer herumschwamm. Sie sind ein uralter Sinn.

Was für den Pheromon-Cocktail verantwortlich ist, sind Gene, die für das Immunsystem zuständig sind. Die Pheromone sind mit dem MHC ein genetischer Fingerabdruck, eine chemische Kombination. MHC sorgt auch für den Pheromon-Cocktail. Mäuse und Ratten fanden im Test immer solche Partner attraktiv, die völlig anders waren, als sie selbst - also bei denen das Immunsystem sehr verschieden zu ihrem eigenen waren, damit der zu erwartende Genpool möglichst vielfältig ist. Welches Kind die größte Gen-Vielfalt hat, die haben auch das flexiblere Immunsystem.

Attraktivität heißt: Welches Immunsystem hätten die eventuell aus dieser Verbindung hervorgehenden Kinder?

Darum fühlt man sich zu Geschwistern nicht hingezogen. Aus einem so ähnlichen Genpool werden viele Krankheiten riskiert, da das Immunsystem recht ein-fältig ist. Darum hat man ab der Pubertät den Drang: raus aus der Familie und dort hin, wo alles ganz anders ist! Wir nennen das daher nicht "Pubertät", sondern "Suche nach einem anderen MHC".

Homosexualität ist biologisch eine Neurose. Tierische Homosexuelle spielen Familie. Wenn sie am gleichgeschlechtlichen Partner lang genug geübt haben und meinen, sie können es jetzt, werden sie heterosexuell.

Weibliche Kreaturen haben einen wesentlich besseren Geruchssinn und sie haben auch eine bessere Pheromon-Identifikation.

Die Pille täuscht eine Schwangerschaft vor. In der Schwangerschaft hat das Weibchen andere Prioritäten: Nest-Instinkte! Die Pille sorgt dafür, dass Nest-Instinkte vorrangig werden. Die Frau möchte dann ihre Umgebung sichern, etc. Sie sucht sich daher auch einen Partner, der ihr und ihrem "Kind" Sicherheit bietet - denn der weibliche Körper meint ja, dass er einen potenten Partner nicht mehr braucht, weil er schon "schwanger" ist. Daher finden Pille-Nehmerinnen solche Partner attraktiv, die einen ähnlichen MHC haben. Die Frau ohne Pille sucht sich einen Mann, der einen möglichst unähnlichen MHC hat. Daher kann Schwangerschaft oder Pille dann zum Scheitern der Beziehung führen, denn ohne Pille hat die Frau an den Mann ganz andere Ansprüche, die der vormals gesuchte, "sichere" Partner nicht erfüllt.

Der Eisprung wird vom weiblichen Körper verhindert, wenn der MHC des Mannes zu ähnlich ist. Das könnte kränkliche Kinder ergeben! Wenn trotzdem ein Eisprung stattfindet, geht das Kind sehr leicht verloren.

Pille nehmende Frauen sind nicht so sehr auf Veränderungen aus.

Im Therapeuten-Zimmer sollte man aus diesen Gründen mind. 1 x im Jahr mit der Chemie durchwischen. Die Pheromone und Lipocaline im Teppich müssen neutralisiert werden, da sie auf Therapeut und Patienten wirken. Man soll ein Reinigungsmittel verwenden, das die Eiweiße killt.

Die Krankheiten aus dem HNO-Bereich sind alle psychosomatisch überlagert!

Stimme

Die Stimme hat mit Kommunikation und Persönlichkeit zu tun. Man teilt mit ihr nicht nur Tatsachen mit, sondern auch non-Verbales. Wer eine Wut hat, dessen Stimme kann versagen! Wenn man sich nicht einig ist, klingt die Stimme komisch. Freilich kann da auch ein Polyp irgendwo sein, aber Stimmprobleme sind dennoch grundsätzlich psychosomatisch.

Individuationsprozesse, Behauptung, Trennung von der Mutter, Sprachentwicklung: Loslösen und Selbstbewusstsein gehören zur Stimme. Stimmstörungen können auftreten, wenn die Mutter-Kind-Beziehung gestört ist. Das Kind sagt bloß "wääh!" und die Mama weiß dann schon, was gemeint ist. Selbstdarstellung, sich selbst was wert sein - das gehört zu Stimmstörungen. Wenn innen Affekte sind, die raus wollen und die aber gehemmt werden, dann kommt es zu Stimmstörungen.

Ältere und Würdevolle haben eine tiefere Stimme. Tiefe Stimmen sagen: "So ist es." Junge Frauen quietschen, man nimmt sie nicht so sehr für voll. Tiefe Stimmen können sich leichter durchsetzen (sie entsprechen einem Archetypus). Wenn der Kehlkopf hoch steht, quietscht der Mensch mehr - sitzt er 1 cm tiefer, ist auch die Stimme tiefer. Das kann man trainieren.

Je höher die Stimme, desto angespannter ist man. Wenn man nervös ist, kreischt man. Das heißt aber nicht, dass alle tief Redenden entspannt sind.

Entwicklungsstörungen

Es gibt normale Veränderungen, den Stimmbruch. Bei Identifikationsproblemen meinen manche Leute, sie müssten nun besonders hoch oder tief (je nachdem) sprechen. Identifikationsprobleme mit der Männlichkeit oder Weiblichkeit äußern sich in Sprachstörungen.

Man passt sich an und redet immer so wie in der Familie oder Kultur eben geredet wird.

Mutationsfistelstimmen

Junge Männer mit 16 oder 18 Jahren haben noch sehr hohe Stimmen und das belastet sie oft stark. Das männliche Prinzip in der Familie ist nicht klar. Der Junge kommt evtl. aus einer Weiberwirtschaft, hat sich angepasst - die Stimmbruchsache! Hier kann man Muskelübungen machen, Entspannungsübungen. Meistens trappst die Mutter mit dem Jungen an, weil der Junge selbst sich dazu gar keinen so großen Kopf macht - Mama aber meint, es gehört ein richtiger Mann ins Haus. Es herrscht eine zu starke Mutterbindung vor. Durch die Hormone geht der Kehlkopf runter, die Muskeln versuchen aber ihn oben zu halten, weil der Junge sich noch nicht dran gewöhnt hat, dass er jetzt ein Mann ist.

Frauen mit extrem männlicher Stimme haben meist ein hormonelles Problem. Man kann sie zum Gynäkologen oder HNO schicken, aber keine Psychotherapie mit ihnen machen. Höchstens dann, wenn die Frau psychisch unter der Stimme leidet, macht eine Psychotherapie Sinn, damit sie halt lernt, mit Problemen besser zurecht zu kommen - die Stimme ändert das aber nicht. Vielleicht kommen die Hormonstörungen durch die Pille. Wenn der Kehlkopf erst mal unten ist, bleibt das im Allgemeinen so.

Wenn man etwas darstellen will, was man nicht ist, kriegt man irgendwann mal Probleme.

Ermüdbarkeit

Die Stimme trägt nicht mehr so, der Klang wird dünn. Das kommt manchmal vor bei Leuten, die den ganzen Tag reden müssen (Lehrer, Verkäufer...). Daraus resultiert ein Infekt. Nach 5 oder 6 Stunden versagt ihnen dann die Stimme, wenn sie überbeansprucht wird. Es ist eine funktionelle Störung:

Hyper-Funktion

Es ist alles angespannt, das ganze Gesicht. Es herrscht eine extreme Muskelverspannung vor, Wirbel können ausgerenkt werden (in der Halswirbelsäule). Also totale Verspannung im ganzen Körper - der macht halt zu! Der Patient meint, er muss alles im Griff haben und kontrollieren. Kein Wunder, dass da alles zu ist, weil die Stimme ist dann am besten, wenn man sie frei raus lässt.

Entspannungsübungen, z.B. progressive Relaxation ist ganz gut bei so Verspannten. Der Patient muss locker lassen, weil er sich seit ewiger Zeit schon verspannt. Anankasten entspannen sich nicht leicht.

Es stimmt nicht, dass eine Stimme vom Reden überlastet ist - nur von der inneren Anspannung.

Der Verspannte hüstelt, weil er meint, in seinem Hals ist was.

Selbst wenn einer einen Infekt hat - Entspannung ist immer gut. Alle Psychosomatiker haben auch noch andere Krankheiten und Probleme - da ist Entspannung grundsätzlich gut.

Hypo-Funktion

Der Patient hat eine hauchige Stimme, aus der nichts raus kommt. Er ist der Schlaffi. Das kann auch im Zuge von anderen Sachen vorkommen, z.B. bei einer Diät, denn wenn er abnimmt, meint der Patient, er hat keine Kraft mehr. Seine hauchige Stimme ist dann eine Schwächedemonstration. Man kann mit ihm nach Rogers arbeiten: Wo kommt die Schwäche her? Die Probleme sind meistens an der Oberfläche und es kommt schnell raus - gute Prognose.

Autoritätsprobleme

Wenn man ausgeglichen ist, kommt man eher klar. Hat der Patient Forderungen und das Gefühl, er schaffts nicht, ist ein Überlastungsgefühl vorhanden, Selbstbehauptungskonflikte - alles was mit Autoritätskonflikte im weiteren Sinn zu tun hat. Kommt der Patient auf den Konflikt durch Rogers, wird er meistens stinkig, kriegt eine Hustenanfall und kann dann gar nicht mehr reden: Nicht erschrecken! Da kann man beruhigt weiter machen, das ist nur ein Spiel und Theater.

Bei manchen Patienten kommen nichts raus, jedes Wort fällt ihnen schwer. Ist es früh, deutet das auf eine endogene Depression hin, die Kommunikationsfunktion ist gestört (Morgentief).

Berufsdysphorien

Das sind Neurosen, die erst in der 5. oder 6. Stunde auftreten.

Funktionelle Aphonie

Es ist eine Konversionsneurose. Der Patient bringt keinen Ton raus. Die Stimme würde funktionieren, aber aus irgendwelchen Gründen tut sie es nicht. Die Stimme bleibt weg, die ganze Familie ist entsetzt und kümmert sich um den Patienten. Der sekundäre Krankheitsgewinn ist enorm hoch!

Wer wirklich etwas am Kehlkopf hat, kann nicht husten. Wer hustet und keine Stimme mehr hat, hat eine funktionelle Aphonie.

Wenn man Konversionsneurotiker mit Rogers behandelt, fragt man sie 2-3 mal und dann reden sie meistens gern. Man muss nur drauf aufpassen, dass sich der Patient nicht verarscht fühlt, wenn er schon angibt, keine Stimme zu haben und wir ihn dann noch blöd fragen.

HNO-Störungen im Allgemeinen

Hören ist ein Problem. Der Schall ist für die körperliche und geistige Umgebung notwendig! Wir brauchen ständig einen Wechsel zwischen Stille und Lärm. Wer gar nichts hört in einer Kammer, entwickelt innerhalb von 2 Stunden psychotische Symptome. Das war sogar mal eine Foltermethode.

Die meisten Tauben sind nicht vollständig taub - sie hören noch ein bisschen Schall. Es geht gerade noch. Wer nicht genügend hört, fühlt sich unsicher. Er hat das Gefühl der Kontrolle für die Umgebung verloren.

Richtige Taubheit ist ein volles Problem. Alle emotionalen Fähigkeiten entwickeln sich über das Gehör. Taube Kinder haben eine schwache Persönlichkeitsstruktur. Ab dem 6. Lebensjahr läuft die Entwicklung anders. Das gehörlose Kind redet weniger (Gebärdensprache) und fragt weniger nach - es bleibt emotional an der Oberfläche. Man braucht eine Hör-Empfindung, um einen Kontakt zur Umwelt aufzubauen. Je mehr man hört, um so besser ist das.

Wenn der Lärm einheitlich hoch ist, kann man nicht mehr differenzieren, ob sich nicht doch ein Säbelzahntiger anschleicht und daher fühlt man sich von ständigem Lärm so genervt.

Wo Sprache und Gehör da ist, entwickeln sich Abstraktionen. Mit Taubstummensprache kann kein philosophisches Gespräch hergestellt werden. Es kommt zu einer gestörten Eltern-Kind-Beziehung. Bei taubstummen Kindern tritt so ein Intelligenzdefekt auf!

Amtsarzt: Ab dem 6. pränatalen Monat hört ein Kind.

Blind sein ist nicht so schlimm: Es ist einfacher, wenn man blind ist als wenn man taub ist.

Amtsarzt: Taubstumm geborene Kinder haben ein Intelligenzdefizit.

Gehörlosigkeit heißt normalerweise: Der Patient hört schon etwas, aber für die Sprache reicht es nicht aus. Er kann schon Emotionalität entwickeln.

Amtsarzt: Es gibt 4 Stadien bei der Ertaubung.

1) Verheimlichung

Es ist ein Abwehrmechanismus. "Ich bin doch nicht taub, red halt einfach lauter!"

2) Verstimmung

Der Patient ist dysphorisch und wird total stinkig. Jeder Taube ist unfreundlich und nichtnett. Taube haben das Gefühl, sie sind ausgeschlossen.

3) Misstrauen

Da der Patient nichts hört, meint er, es wird gegen ihn ein Komplott geschmiedet.

4) Resignation

Die Welt ist gegen mich! Der Patient wird verbittert, depressiv. Es kann bis zum Wahn kommen.

Diese 4 Stadien gelten für erworbene Gehörlosigkeit.

Kaum ein 60jähriger mag noch die Gebärdensprache erlernen. Außerdem ist er eh dysphorisch und bockt herum. Mit der Taubstummensprache können gewisse Inhalte auch nicht vermittelt werden.

Hörsturz

Der Patient hört auf einmal in diesem Ohr nichts mehr, ohne erkennbare Ursache. Aber der Patient tut natürlich schon was dazu: Die Durchblutung wird im Ohr selektiv vermindert. Jede Arterie kann man durch Muskelverspannungen abdrücken. Der Patient ist unter Spannung, drückt die Arterie zum Gehör ab - das passiert dann öfters mal. Der Patient meint, er muss alles perfekt machen. Er belastet sich, bringt sich in Stresssituationen - es kann aber auch Symptom einer ENTspannung sein.

Amtsarzt: Jeder wiederholte Hörsturz hat mit Überforderung, Selbstwertkrise im weitesten Sinn zu tun: "Ich schaff ja nichts!"

Die Denkweise dabei ist: "Gott sei Dank hatte ich so viel Stress, dass ich mich zum Glück dieser Situation nicht stellen musste."

Die Prognose bei einem Hörsturz ist gut.
In der Klinik werden die Durchblutungsstörungen behandelt.
In der Psychotherapie kann man mit Hypnose arbeiten. Notfallmaßnahme.

Amtsarzt: Es ist eine Notfallsituation und es muss sofort etwas getan werden.

Wie erkennt man am hypnotisierten Patienten, ob die Durchblutung wieder da ist? Das Ohrwaschel wird richtig rot und glüht!

In der Hypnose sagt man ganz direkt: "Das Ohr soll jetzt durchblutet werden..." oder "Das Ohr wird jetzt angenehm warm..."

Tinnitus

Es ist ein Ohrgeräusch. Es ist nicht psychogen. Man hat einen hohen Quietschton im Mittelohr. Das kommt daher, dass auf Schäden im Ohr nicht schnell genug reagiert wurde. Wenn es ruhig ist, vor dem Einschlafen, dann kommt das Quietschgeräusch.

Amtsarzt: Die Patienten sind suizidgefährdet!

Behandlungsansatz: Die Hörrinde und den Patienten ablenken, oder aber den Patienten zum HNO schicken. Der weiß zwar auch nichts, aber wir haben ihn schon mal los.

Ein Teil des Innenohrs ist kaputt. Der Patient hört hohe Frequenzen nicht mehr. Die Hörrinde will den Ton ersetzen und dadurch hat er ständig das Gepfeife im Ohr. Das ist nicht eingebildet, sondern wirklich da - man kann sich bloß nicht drüber aufregen. Die Hörrinde kann abgelenkt werden. Entlastung ist immer gut. Aber Tinnitus ist (noch) nicht in den Griff zu kriegen.

Tinnitus ist eine Durchblutungsstörung, tritt aber nur auf, wenn im Ohr schon was kaputt gegangen ist.

2 - 3 Stunden Disco ist schon laut. 90 Phon ist die Grenze. In der Disco ist es entschieden lauter.

Schwindel

Er kann ausgelöst werden durch Kleinhirnsachen, das sind aber die wenigsten Fälle. Ein sogenannter Zentralschwindel entsteht im Kopf. der Patient ist ziemlich neben der Kappe. Es sind zerebrale Durchblutungsstörungen und der Patient ist, als wäre er high. Es tritt auch bei arteriosklerotischen Durchblutungsstörungen auf.

Tritt der Schwindel aufgrund des Kleinhirns auf: Der Patient fällt immer nach vorn oder nach links oder rechts. Es ist zuordenbar.

Der zentrale Schwindel ist ein komischer Schwindel. Der Patient fällt nie hin, er schwebt eher. Wir behandeln das nicht! Der Patient soll zum Heilpraktiker oder zum Arzt, er hat Durchblutungsstörungen.

Psychogener Schwindel

Der Patient macht ein großes Theater. Es ist eine Konversionsneurose. Konversionsreaktionen bedeuten, dass der Patient mehr Aufmerksamkeit will. Aggressive oder sexuelle Frustrationen sind die Ursache.

Fällt ein Patient nach links oder rechts, behandeln wir ihn nicht! Zentrale Schwindel behandeln wir auch nicht! Es sind organische Psychosen.

Aber den psychogenen Schwindel dürfen wir behandeln.

Globus pharyngeus (früher: Globus hystericus)

Es ist ein Kloß im Hals, ein Fremdkörpergefühl. Der Patient bildet sich ein, er hat eine Gräte verschluckt - und zwar schon vor 6 Wochen oder wann, und die steckt ihm immer noch drin. Der HNO hat schon nichts gefunden, aber... 50% der Patient meinen auch, sie hätte eine Schilddrüsenvergrößerung nach innen. Aber das stimmt nicht, das kann gar nicht sein. Die Schilddrüse ist ein völlig weicher Fleischfummel, ein derartig lappiges Gewebe, dass man es nur sieht, aber nie spürt.

Was verursacht aber dann das Gefühl, die Trachaea zusammen zu drücken? Es können nur die Muskeln sein! Wenn vorn der Muskel verspannt ist, ist auch der Muskeln hinten verspannt, sonst fiele ja der Kopf nach vorne. Also kann man bei dem Patienten dicke Verspannungen der Halswirbelsäule feststellen - der Patient hat eine extrem feste Halsmuskulatur. Ein gescheites, autogenes Training ist hier sehr vernünftig.

Der Patient will was nicht runterschlucken. Er unterdrückt das Weinen. Die Tränen bleiben im Kehlkopf stecken. Stresshormone sind nachweislich in den Tränen enthalten! Weinen erleichtert tatsächlich. Wenn man das zurück hält, kommt es zu dem Kloß im Hals.

Es könnte auch ein Kehlkopftumor sein: Kann der Patient essen? Wenn es ein Kehlkopftumor ist, bliebe auch das Essen im Hals stecken.

Amtsarzt: Die Ursache des Globus-Gefühls ist eine neurotische Depression oder ein Überforderungssymptom.

Dazu gehört der Räusperzwang. Wenn der Patient das Jahrzehnte lang macht, kommt es natürlich tatsächlich zu einer Schleimhautentzündung. Ansonsten ist Räusperzwang nie was Organisches.

Der Patient lässt sich gern operieren (z.B. an der Schilddrüse). Die Patienten sind oft regelrecht geil drauf, sich operieren zu lassen, sie wollen aber nur die Vollnarkose. Diese ist ein Neustart im Gehirn - manchmal schaffen sie es tatsächlich, nach der Operation alles anders zu machen. Das geht auch mit Drogen.

Bei einer richtigen Narkose ist auch das Träumen ausgeschaltet. Beim Aufwachen kommt es schon zu Träumen, aber nicht während der Narkose.

Angst vor dem Zahnarzt

Das ist ein Ding der oralen Phase! Das Kind im 1. Lebensjahr lebt oral - es hat ein Problem sich durchzusetzen. Endlich kommen die Zähne und das Kind kann beißen und sich wehren! Es kann sich durchbeißen! Die Zähne sind die einzigen Waffen, die dem Menschen von der Natur gegeben sind. Daher lässt man nicht gern einen Fremden da ran.

Aggressionen werden durch Beißen ausgelebt. Da man heute nicht mehr beißt wie in der Steinzeit, knirscht man mit den Zähnen. Es kann zu chronischen Kiefergelenksspannungen kommen! Das haben die meisten. Es ist eine orale Aggression, die bedeutet: "Ich bin auch was wert!" Durch den ständigen Druck renkt sich der Patient das Kiefergelenk aus, macht seine Zähne kaputt.

Verspannungen können auch in der Zunge sein! Die Zunge drückt die Zähne, lutscht an den Zähnen herum. Drum funktioniert auch eine Bissschiene nicht. Die Emotionen müssten sich lösen!

Orale Verspannungen können auch zu Kopfweh führen.

Man kann auch mit den Lippen drücken und hat dann total schmale Lippen. Die Patienten lockern damit tatsächlich ihre Zähne! Die Lippen sind auch schlecht durchblutet. Sie knabbern auch am Essen herum. Eigentlich sollten die Lippen schön rot und durchblutet sein.



Erstveröffentlichung: 12.07.2004

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