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| Seite geändert am: 15.07.2003 | |||

| Amtsarzt: Teilweise beruht Schizophrenie auf genetische Veranlagung. Geschwister und Angehörige sind besonders gefährdet. |
...plus einen Auslöser (Familiensphäre: wenn das Kind keine Trotzphasengelegenheit hatte), z.B. wenn sich der Patient zu eng mit Beziehungen konfrontiert sieht. Auslöser kann auch Drogenkonsum sein (Halluzinogene). Zu viel Dopamin ist biochemisch bei Schizophrenie nachweisbar.
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Amtsarzt: Akzessorische Symptome
- Wahn - Halluzinationen - Katatone Störungen (Störung der Motorik und des Antriebs, der Patient liegt aus psychischen Gründen bewegungslos) |
Wenn zwei von den Grundsymptomen und eines von den akzessorischen Symptomen vorhanden sind, ist es Schizophrenie. Organische Störungen müssen natürlich ausgeschlossen werden.
Keines der Symptome ist beweisend. Es KANN Schizophrenie sein, MUSS aber nicht.
Altvater Eugen Bleuler lebt um die Jahrhundertwende. Da damals noch keine wirksamen Medikamente verabreicht wurden, hatte er lange Zeit, um die Patient zu beobachten.
Kurt Schneider:
Symptome ersten Ranges
Der Patient meint, seine Gedanken sind keine Privatsache mehr.
Verlust der Meinhaftigkeit (Ich-Störung). Der Patient hat das Gefühl, die Gedanken werden von außen beeinflusst. Der Patient sagt: "Ich will diesen Gedanken nicht denken" z.B. den Gedanken "töte!" oder "hupf zum Fenster raus!"
Medikamente helfen ganz gut gegen das Stimmen hören und gegen die formalen Denkstörungen.
Symptome zweiten Ranges (können aber auch bei anderen Sachen auftreten)
Symptomgruppen in plus- und minus-Symptomatik
Plus-Symptome sind:
Wahn (der Patient muss was tun, das ist eine Anstrengung, ein Aufwand)
Wahneinfall
Halluzination
Stimmen hören
Katatonie
Viele plus-Symptomatiken sind für die Prognose besser.
Minus-Symptomatik ist Mist. Der Patient kriegt gar nichts mehr auf die Reihe. Es gibt wenig Medikamente, die aktivieren. Das ist eine schlechte Prognose.
Im Genaueren:
Die Logik ist nicht nachvollziehbar. Stimmen / Sprachmelodie geht auf und ab. Der Patient verwendet Worte, aber es ergibt keinen Sinn. Die Logik zerfällt. Informationsgehalt nimmt ab. Man hat von der Sprachmelodie den Eindruck, er sagt was, aber man versteht es nicht.
Begriffszerfall (nicht mehr nachvollziehbar)
Der Patient meint, sein Zeug ist logisch, aber man versteht es nicht.
Der Patient nimmt alles wörtlich, z.B. die Patientin (Hausfrau) fühlt sich als Stütze im Haushalt ausgenutzt und hat deswegen eine Abneigung gegen alle Stützen, also Pfosten, Balken. Es sind völlig falsche Begriffszusammenhänge.
Wenn der Patient keinen Schub mehr hat, begreift er sein Gschmarri selber nicht mehr. Er hat das Gefühl, man hat ihm 3 Monate des Lebens einfach geklaut. Auch im nächsten Schub begreift er sein Gschmarri aus dem ersten Schub nicht, weil er jedesmal ein neues Wahnsystem aufbaut.
Begriffe verlieren ihre Begrifflichkeit, z.B. der Patient versteht unter "Haus" und "Mutter" das Gleiche. Im Haus wohnt nämlich die Mutter drin und das ist für den Patienten dann damit dasselbe. Darum versteht man ihn nicht mehr.
Autoritätspersonen sind für ihn alle nur 1 Person, der Patient kann sie nicht mehr auseinander halten. Weil er also auf die Mutter sauer ist, erschießt er den Lehrer, da er beide nicht mehr gedanklich auseinander halten kann.
Der Patient erfindet neue Wörter. Am Anfang klingt das noch gut, auch wenn keiner weiß, was das sein soll.
Der Patient ist wegen Zoophilie (Sodomie) eingeliefert worden und wenn man fragt, warum er in der Klinik ist, sagt er: "Weil ein Schwein in den Kuhstall gelaufen ist." Das Schwein ist dann er.
Wichtig: Der Patient empfindet das alles nicht als zerfahren, nur die Außenstehenden.
Gedankenabreißen: Der Patient erzählt was, es ist noch logisch und auf einmal ist es weg, wie als wären die Gedanken gegen eine Mauer gerannt.
Zentrale Denkstörung, Gedanke ist auf einmal weg und der Patient merkt das auch. Der Patient resultiert einen Wahn, denn er strickt sich eine Erklärung für dieses Phänomen.
Erklärungswahn: Die Nachbarin zieht mir die Gedanken weg.
Der Patient macht für das Gedankenabreißen jemanden aus der Umgebung verantwortlich. Daher ist er sehr gefährlich - er ist zum Mord fähig und bringt die fiese Nachbarin um. Das ist der Grund, warum wir den dann auch nicht behandeln ;-)
Der Psychiater lässt deswegen den Patienten Fabeln erzählen. Der Patient erzählt dann so drum rum und man erkennt die formale Denkstörung im Ansatz schon.
Der Patient kann am Anfang einen Wechsel von Spinnereien und Normalem haben.
Denkstörungen machen sich in der Sprache bemerkbar:
Der Patient hat einen Rededrang, den ganzen Tag oder
Mutismus, er sagt gar nichts mehr, zieht sich zurück.
etwas gekünsteltes Verhalten. der Patient redet mit abgespreiztem kleinen Finger, er ist halt was Besonderes.
Je leichter die Form der Schizophrenie ist, desto weniger ist der Schub. Man hat das Gefühl, der Patient nimmt sich zusammen und dann wieder nicht.
Latent ist die Schizophrenie immer da. Es wird nie wirklich mehr, man muss immer damit rechnen, dass ein neuer Schub kommt.
Wahneinfall
Wahnwahrnehmung
Erklärungswahn
Die Stimmen im Kopf sagen immer etwas Negatives. Also strickt sich der Patient was zurecht, was das sein könnte, weil er weiß ja nicht, dass das eine Stoffwechselstörung ist, er erlebt ja nur die dummen Phänomene.
Die Halluzinationen sind Tag und Nacht da. Der Patient meint: "Jemand hat ein Gerät unters Bett geschmuggelt und überwacht damit meine Gedanken". Das resultiert in Verfolgungswahn.
abnormes Bedeutungsbewusstsein: "Manche Dinge sieht man wesentlich klarer, die Leute grinsen einen alle so an..."
Das geht in Halluzinationen über bis Rede und Gegenrede der Gedanken im Kopf geschehen.
unbestimmter Verfolgungswahn
Der Patient glaubt, heimlich ist was im Gange, ein Komplott wird geschmiedet.
bestimmter Beeinträchtigungswahn
Der Patient meint, in diesem Laden wird er vergiftet, weil die verkaufen vergiftete Lebensmittel.
Wahnsystem
da immer mehr Wahnsysteme aufgebaut werden, wird es zum
Wahnchaos
Bei der Schizophrenie gibt es einen esoterischen oder mystischen, geheimnisvollen Wahn. Bunt, plus-Symptomatik.
die Halluzinationen sind meistens akustischer Natur (Stimmen hören ist sehr charakteristisch)
- imperative Stimmen, die den Patienten befehlen, meistens Mord und Totschlag
- dialogisierte Stimmen, die sich über den Patienten unterhalten, Stimmen hören in Form von Rede und Gegenrede
- die Stimmen kommentieren den Patient und zwar nur in Kritikform "Schau nur her, was er jetzt wieder Bescheuertes macht..." "er wird immer blöder!" "na also sieh dir das mal an, hey!" "oh weh, wie doof!" *läster läster*
Es ist immer etwas Belastendes, was Unangenehmes, was Negatives, was die Stimmen erzählen.
Der Patient prüft nicht nach, ob da wirklich Leute sind, die lästern. Affektive Resonanz ist sehr gering, obwohl der Patient sehr leidet, ihm geht's furchtbar schlecht.
Patienten tun nichts. Der Patient zeigt die Lästerer nicht an, er stellt ihnen keine Falle: Die Aktion fehlt, die Logik fehlt. Das ist auch beim Wahn, bei Schizophrenie, bei organischen Störungen das Typische, das Krankhafte. Ein Mensch mit einer kleinen Gehirnstörung denkt noch: "Mensch, das kann doch nicht wahr sein...!" und sucht nach der Ursache der Stimme und begreift die Halluzination. Der Schizophrene nicht. Er ist völlig passiv.
Akuasmen (ungeformte Geräusche, die der Patient dann deutet) kommen auch vor, stehen aber nicht im Vordergrund.
Geruchs und Geschmackshalluzinationen
Der Patient hat das Gefühl, jemand hat ihm was ins Essen gemischt. Er schmeckt das Gift ganz deutlich.
Körperhalluzinationen, Coästhenesie
Der Patient spürt Bestrahlung, er spürt negative Schwingungen, die ihm jemand schickt (z.B. den bösen Blick).
Am Anfang der Schizophrenie holt der Patient schon mal einen Techniker und lässt die Wand überprüfen, ob da nicht das Gerät drin ist, das seine Organe bestrahlt und anfrisst.
Beim Psychotiker sind Halluzinationen weniger angstbesetzt als beim Neurotiker, mangelnde affektive Resonanz (der Neurotiker hat Angst).
Optische Halluzinationen
z.B.: neben ihm liegt ein Kopf oder 2 schwarze Riesenhände kommen aus der Wand raus.
Dabei bleibt der Patient ganz cool und läuft nicht davon.
Kein räumliches Vorstellungsvermögen. Der Patient begreift manches viel zu groß oder zu klein, verschoben.
(das Eigentliche an der Schizophrenie)
Die Grenzen zwischen Ich und Außenwelt ist durchlässig. Problem mit der Abgrenzung. Der Patient weiß nicht mehr, wo er aufhört und die Umwelt anfängt.
- Depersonalisation
nicht wie der Neurotiker (der empfindet, als ob er neben sich steht), sondern der Schizophrene steht WIRKLICH neben sich.
- Derealisation
Beim Schizophrenen gibt es Ich-fremde Gedanken. Der Patient wehrt sich dagegen
| Amtsarzt: doppelte Buchführung, der Patient lebt in 2 Welten: seine Wahnwelt und die Realität |
- Desintegration
Der Patient besteht aus 2 Gestalten. Ein Teil seiner selbst steht unter seiner Kontrolle, der andere unter der Kontrolle der Nachbarin
Er hat eine Wahngestalt und eine, die er wirklich ist.
Der Patient versucht, die Reste seiner Persönlichkeit in Sicherheit zu bringen. Er lagert die Teile, die wichtig sind, aus. Die Person ist da oben (über ihm) in Sicherheit und mittels unsichtbaren Fäden bewegt diese Person den Patienten. Der Patient hat daher oft einen Seitenblick (zu seiner zweiten, eigentlichen Person da oben). Das Wichtige an ihm ist die Person da oben und der Körper ist dem Patienten egal. Der Therapeut kommt an die "wichtige" Persönlichkeit des Ichs nicht ran, weil diese außerhalb des Körpers ist. Der entzieht sich aber des Zugriffs, eben durch die Abspaltung. Der Abgespaltene ist der Chef, der wichtige Anteil der Persönlichkeit. Er beteiligt sich aber nicht am therapeutischen Gespräch.
Das Problem ist das abgespaltene Ich zu greifen (das Ufo zur Landung zu bringen aus dem Bild mit der Stadt und den schiefen Häusern und dem kleinen Ufo im Hintergrund oben)
Der Patient fühlt sich vom abgespaltenen Ich auch beschützt. Was mit seinem Körper zu tun hat, ist ihm egal. Er fliegt halt einfach weg, wenns ihm zu blöd wird.
Autismus gehört zu Ich-Störungen und bedeutet. Rückzug aus der Realität. Der Patient merkt nicht mal Schmerz!
Der Schizophrene, der vorne sitzt, flüchtet sich in den Autismus, der Chef da oben fliegt mit jedem Schub weiter weg.
Das ist der schizophrene Autismus, nicht der von Kindern!
- Parathymie = Nebendranstimmung, die Gefühlsäußerungen sind nicht adäquat. Der Patient erzählt was Trauriges, empfindet das auch traurig, lacht aber dabei.
- Paramimik, die Mimik stimmt nicht
- Schizophrene Ambivalenz (ist etwas anderes als beim Neurotiker) Beim Schizophrenen steht das wirklich nebeneinander, er hat nicht nur so das Gefühl als ob.
Schizophrene klammern sehr stark, sind ratlos. Die Stimmung schwankt stark. Sie lassen sich sehr schnell aufheitern, aber fallen auch sehr schnell wieder runter.
Schizophrener Raptus
Der Schizophrene ist stark suizidgefährdet.
Der Patient zeigt keine Stimmung.
Pflegefall im Residualzustand macht einfach nur noch nichts. Er ist in etwa wie apathisch bezüglich der Stimmung.
Der Patient macht zwar etwas, hat aber immer die gleiche Stimmung und läuft rum wie ferngesteuert.
Die Gefühle sind da, aber der Ausdruck ist gesperrt. Keine Form von Kommunikation mehr da.
Bewegungsstörungen, die die Psychomotorik betreffen.
- Katatoner Stupor
der Patient liegt bewegungslos im Bett, das Bewusstsein ist da, aber er kann sich nicht mehr bewegen. Es geht immer einher mit Mutismus. Der Patient ist innerlich sehr angespannt, hat viele Ängste. Der Patient hört, was andere sagen, hört Zwischentöne, kann aber nicht reagieren.
Eine Muskelspannung ist eine plus-Symptomatik, denn der Patient tut was
Im Stupor ist der Patient nicht bewegbar.
Patienten sind sehr feinfühlig und sensibel, sie kriegen sofort mit, ob der Therapeut zuhören will bei der Anamnese oder ob man nur zuhört um ihm Medikamente zu verpassen.
Der Patient ist sehr beeindruckbar
- Katalepsie (Störung des Antriebs der Bewegung)
Patient behält Posen bei, er bewegt sich nicht. Man kann seine Glieder hinbiegen und so bleibt er dann!
- Negativismus
Der Patient macht klar genau das Gegenteil von dem, was man ihm sagt.
- Befehlsautonomie
Der Patient macht alles, was man ihm sagt. Oder er macht nur das, was man ihm sagt: "Stehen Sie auf!" Er steht auf und bleibt stehen.
- Echolalie
(kann auch bei organischen Sachen oder Drogen auftreten)
Der Patient spricht Worte nach, die er hört - auch im selben Tonfall.
- Echopraxie
Der Patient macht alles nach
Er tut das um zu kommunizieren. Er will sich irgendwie vermitteln und aus seinem Ich-Gefängnis rauskommen. Der Patient versucht, so Kommunikation aufzubauen.
- Bewegungsstereotypien
Der Patient krümmt sich wie ein Kind zusammen und schaukelt.
- Tobsucht
Starke motorische Unruhe, das Gegenteil von Stupor
Der Patient hampelt umeinander. Er kribbelt an seiner Haut rum bis es blutet. Er kribbelt auch an der Haut des Therapeuten oder der Pfleger rum. Er muss sich bewegen, Bewegungssturm, er zerreißt die Bettwäsche um etwas zu tun. Die Körperorgane gehen mit, der Puls steigt, die Temperatur geht hoch.
Je nachdem, welche Symptome im Vordergrund stehen, gibt es 4 Formen der Schizophrenie; diese können natürlich ineinander über gehen.
a) Paranoid-halluzinatorische Form
plus-Symptomatik
viel Wahn, viel Halluzinationen - weniger Denkstörungen: Der Persönlichkeitszerfall ist geringer, daher eine gute Prognose
Die Schübe gehen oft über Monate lang
besonders bei Älteren (> 35!)
Die Prognose wird bei der Schizophrenie immer in Bezug auf den Zerfall der Persönlichkeit gestellt. Gut heißt daher geringeren Persönlichkeitszerfall.
b) Katatone Form
gute Prognose, plus-Symptomatik
viel Wahn, viel Halluzinationen
Sonderform der katatonen Form: perniziöse Katatonie (kann tödlich sein!)
Der Patient hat Blutungen in der Lunge und Haut, hohes Fieber, Blutbild ist verändert
geht mit körperlicher Symptomatik einher.
Vielleicht gibt es ja doch einen Erreger!?
c) Hebephrenie: in der Pubertät
Der Patient hat noch keine Primärpersönlichkeit, schlechte Prognose
Im Vordergrund steht die läppische Heiterkeit, der Patient lacht über alles (irres Lachen).
Stark dissoziales Verhalten
affektive Verflachung
das Denken funktioniert nicht ganz
Es wird spät entdeckt, weil auch normale Pubertierende so reagieren. Es dauert oft Jahre, bis man das merkt. Es bricht sehr früh aus und die Differentialdiagnose zu einer extremen Pubertät ist sehr schwierig.
Wenn dieser Schub nicht behandelt wird, kann es Jahre dauern. Die Persönlichkeit ist dann schon sehr geschädigt, es war ja auch noch gar keine gescheite Persönlichkeit da.
Erkennung: formale Denkstörung
Bei Hebephrenie kommt Wahnsymptomatik im Verlauf der Krankheit. Wenn es lang genug nicht erkannt wird, entwickelt der Patient ALLE Symptomatiken der Schizophrenie.
d) Schizophrenia simplex
(nur minus-Symptomatiken)
primär chronische Schizophrenie
Der Patient hört keine Stimmen, er wird nur immer asozialer, er hat Ich-Störungen
Der Patient hat nur 1 Schub, aber dieser dauert 40 Jahre. Der Patient zieht sich immer mehr zurück. Er wird im Lauf des Lebens immer komischer, seltsamer. Er kommt mit dem Haushalt irgendwann nicht mehr zurecht. Es kommt dann der Sozialdienst und dann kommt er in die Klinik.
Es geht mit ihm langsam den Berg runter, er bleibt aber dann unten. Es treten keine wirklich schlimmen Sachen auf, also keine Rede und Gegenrede, kein Wahn.
Der Patient verblödet nicht, er kriegt es alles mit. Er verwahrlost, öffnet sich aber nicht anderen, teilt sich nicht mit.
Ausnahme: NUR minus-Symptomatiken
Der Patient entwickelt nicht alle Symptomatiken, sondern nur die minus-Symptomatiken.
e) Residualzustand
der schizophrene Pflegefall
Der Patient kriegt gar nichts mehr auf die Reihe, selbst der Wahn ist irgendwann ausgebrannt, es sind nur noch Wahnreste vorhanden. Der Patient ist wie ferngesteuert und hat einzelne Wahn-Inseln. Es kommt kein Schub mehr. Der Patient ist völlig ausgebrannt. Die Pfleger tun ihn am Morgen aus dem Bett und setzen ihn am Abend wieder rein. Also alles am Ende.
Es gibt Patienten, die schon nach 1 Schub im Residualzustand sind, manche erst nach 50 Jahren.
Der Patient ist dann keine leere Hülle, wenn man ihn tritt, arbeitet er sogar was.
Die Patienten kommen mit ihren Wahnresten ganz gut klar. Sie sind noch immer intelligent, nur die Persönlichkeit zerfällt. Wenn man den Patienten nach seinem Wahn fragt, verleugnet er das sogar (Intelligenz!), will er den Wahn schützen will: Es ist nämlich alles, was er noch von sich hat.
Man weiß heute noch immer nicht, was Schizophrenie wirklich ist. Das mit dem Dopomin ist nur ein Teil.
Differentialdiagnose:
Immer Abgrenzung zu organischen Psychosen
ICD10: Ein Symptom der Schizophrenie muss insgesamt 4 Wochen vorgelegen haben (also z.B. 2 + 2 Wochen), dann spricht man von Schizophrenie.
Wenn einer komische Gedanken hat, einfach sofort zum Psychiater wegen den Medikamenten.
Therapie:
Neuroleptika: mind. 6 Monate lang, lieber noch länger nehmen, trotz der Nebenwirkungen, nur dass die Persönlichkeit geschützt ist.
bei Patienten mit Selbst- oder Fremdgefährdung: das ganze Leben lang Neuroleptika nehmen, da der Patient wirklich total gefährlich werden kann
Psychotherapie:
- supportive (unterstützende) Psychotherapie
- auf keine Fall Analyse! Der Schizophrene kann nicht verdrängen. Nur das Hier und Jetzt.
- soziale Stimulation auswiegen: Überstimulation = Schub, Unterstimulation = Residualzustand
Wenn der Patient nicht sozial kompetent ist, hat er Angst vor einem Wechsel des Umfelds (Stress) und kriegt evtl. einen Schub! Finger weg von dem Patienten!
- Soziotherapie: Strukturierung des Tagesablaufs, versuchen, den Patienten in Richtung Arbeit zu schubsen.
Es gibt Tages- und Nachtkliniken:
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Amtsarzt:
Tagesklinik: Der Patient ist tagsüber in der Klinik und tut etwas Therapeutisches. Nachtklinik: Patient geht arbeiten und nachts ist er in der Klinik. |
Der Patient ist nicht geschäfts- und arbeitsfähig im Schub.
§ er ist verkehrsuntüchtig und darf natürlich im Schub nicht Auto fahren
§ Wenn der Patient seine Medikamente nimmt, muss er nicht unbedingt in die Klinik, er ist nicht unterbringungsbedürftig.
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