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Seite geändert am: 17.05.2003

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Hypochondrie (Fortsetzung)

Der Hypochonder hat einen funktionellen organischen Befund, also die Funktion von dem Organ hat schon wirklich was (durch die Einbildung hervorgerufen), aber es ist harmlos. Findet man dagegen gar nichts auf dem Befund, ist es eine Konversionsneurose.

Bei einem Todesfall in der näheren Bekanntschaft ist nicht die ganze Familie gleich hypochondrisch veranlagt. Es ist ganz normal, dass man sich Gedanken macht "hab ich das vielleicht auch?".

Voraussetzung für den Hypochonder: Er identifiziert sich mit dem Verstorbenen
Abwehrmechanismus: Schuldgefühl! "Ich hab dem die Pest gewünscht und jetzt ist der wirklich gestorben!"
Ambivalenzen: Schuldängste, Schuldgefühle ("Ach je, mir geht's ja noch viel schlechter!")
Voraussetzung ist also auch ein schlechtes Gewissen.

Der Hypochonder hat zwar einen sekundären Krankheitsgewinn, aber nur um sich wichtig zu machen, werden körperliche Symptome nie wirklich so stark wie bei einem Hypochonder, denn es fehlen dem Wichtigtuer die Stärke der psychischen Kräfte. Ein Wichtigtuer bringts maximal zur Konversionsneurose, nie aber zu einer wirklich funktionellen Störung eines Organs.

Jede Neurose ist eine Ich-Störung.

Hypochondrie ist eine Abwehrreaktion irgendwelcher Ängste.
So lang der Hypochonder den Pschyrembel lesen kann, geht es ihm auch noch "gut".

Wenn der Hypochonder Entscheidungen treffen soll, sagt er lieber "oh mein Rheuma", also kaum entsteht für ihn eine psychische Drucksituation, schon kommt ein Wehwehchen hervor.

Hypochondrie ist eine Form von Flucht.
Je mehr man mit einem Hypochonder über Krankheiten redet, desto kränker wird er.
Die Krankheit ist für den Hpyochonder ein Kommunikationsmuster.
alles, wo man sich mit Gesundheit und Krankheit beschäftigt ist Hypochondrie.

Amtsarzt: reine Hypochondrie dürfen wir behandeln, es gibt aber Hypochondrie auch bei Depressionen; auch bei endogenen und exogenen Psychosen (Schizophrenie) können hypochondrische Symptome auftreten.
Die dürfen wir nicht mehr behandeln, bestenfalls begleitende Behandlung, da Medikamente notwendig sind und die dürfen wir ja nicht verschreiben.

Therapie:

Der Hypochonder muss in eine Gemeinschaft.

Amtsarzt: Krankheiten des Hypochonders werden auch durch den Therapeuten oder Arzt indiziert, Krankheiten werden gezüchtet

20.2.4 Dysmorpho-Phobie

gehört eigentlich noch zur Hypochondrie und ist auch so ähnlich wie Hypochondrie.
Der Patient stellt kleine Störungen an sich fest, z.B. die Nase hat eine Krümmung von 110° statt 100°. Das muss man natürlich operieren! (verwandt mit Somatisierungsstörungen, Hypochondrie).
Diese Patienten sind natürlich Dauerkunden der plastischen Chirurgie.

20.3 Somatisierungsstörungen

das vegetative Nervensysten ist durcheinander
Die Patienten haben eine Vielzahl von Beschwerden, lt. ICD10 mindestens schon 6 Monate lang. Oft haben die Patienten die Beschwerden sogar schon 4 Jahre. Die Störungen sind so stark, dass es zu beruflichen und familiären Einbußen führt.
z.B. Magen-Darm-Trakt - die Patienten können nicht aufs Klo, oder sie kommen vom Klo nicht mehr runter
Magenneurose
Schmerzsymptomatiken
Die Patienten halten einfach nichts aus (ziemlich Prinzessinnen-mäßig)
soziale Beeinträchtigung, da das Krankheitsgeschmarre gescheit nervt und keiner mehr was mit dem Patienten zu tun haben will, da der nur von Krankheiten erzählt.

20.3.1 vegetative Dystonie

vegetatives Erschöpfungssyndrom (man ist von allem so erschöpft), ugs.: "Hausfrauensyndrom"
unphysiologische Dauersituation
Der Patient ist wirklich fertig, aber die Begründung stimmt nicht.
Patienten fühlen sich ständig unter Druck.
Der Patient fühlt sich in Wahrheit unterfordert
Patient will eigentlich was machen, kann aber nicht, weil es ihm keiner zutraut (und das Jahre lang!). Der Patient gibt diesen Kampf dann irgendwann auf und sagt sich "das kann ich ja alles eh nicht", so wie er es andauernd von seinem Umfeld hört. Patient ist unmotiviert und erschöpft.
Das vegetative Nervensystem reagiert und spielt verrückt - es folgen Krankheiten, Schmerzen und Magenweh.
Der Patient leidet unter einer inneren Spannung, die noch mehr verdrängt wird als beim Hypochonder.
Der Patient fühlt sich durch die Krankheit gehindert, hasst seine Krankheit - ist noch 1 Stufe schlimmer als beim Hypochonder.

Es ist ein minimaler medizinischer Befund vorhanden, sonst ist es eine Konversionsneurose. Eine Übersetzung der psychischen Probleme als Krankheit ist nur bei der Konversionsneurose gegeben, nicht bei der vegetativen Dystonie, denn die Krankheit verselbstständigt sich hier wirklich.

Der Patient fühlt sich sinnlos - daher arbeitet er wie ein Depp - er hat Erfolg, es geht ihm gut - nun aber muss er in Rente - es zieht ihm total den Boden weg.
Die eigene Sinnlosigkeit ist dem Patienten nicht bewusst, er hat sich nie mit dem Sinn des Lebens beschäftigt.
Ein solcher Patient braucht einen Therapeuten zur eigenen Ich-Findung, der Patient arbeitet eigentlich auch gut mit.

Vegetative Dystonie kann bzw. tritt fast immer auf bei einer Encephalitis (=Gehirnentzündung oder Hirnblutung), das hat man danach meist so 1 Jahr lang. Diese Leute sind nicht belastungsfähig, bis sich das entzündete Organ wieder eingekriegt hat (Entzündung und Einblutungen, z.B. bei einem Zeckenbiss)

Die Depression ist dabei sekundär, im Vordergrund steht das vegetative Nervensystem.
Damit kann der Patient leben, die Umgebung aber (fast) nicht.
Er MUSS behandelt werden, wenn der Psychiater sagt, dass er nicht mehr arbeitsfähig ist.

Der Patient ist erschöpft. - sagt auch von sich selbst "ich bin müde"
Er hat diese Müdigkeit, weil er nicht einschlafen kann.
Vor dem Fernseher schläft er gut, aber wenn er ins Bett "muss", ist er hellwach

Amtsarzt: Einschlafstörungen hat der Patient
Eine Einschlafstörung ohne äußere Anreize (z.B. durch Lärm oder Kaffeegenuss) ist immer ein Zeichen für eine Neurose.

Reizbarkeit - die Patientin verprügelt ihre Kinder und ist daraufhin derartig entsetzt, weil sie mit den Nerven herunten ist.
Stimmungsschwankungen
Patient hat auch viele körperliche Störungen, Zittern, Schwindel, Gangstörungen, Herzbeschwerden
Es sind aber nur funktionelle Störungen: Das Organ ist völlig ok, funktioniert nur nicht, wie es soll
Mindestens aus 3 verschiedenen Organsystemen liegen Beschwerden vor.

Magen Darm
Kreislauf (Herzsystem)
Nervensystem (Zittern, Sehstörungen)

Je mehr körperliche Störungen der Patient schildert, desto eher ist es eine vegetative Dystonie.

Therapie:
Nur nicht zur Kur schicken, weil danach ist es wieder dasselbe, es ist ZU festgefahren.
Der Patient muss seinen Alltag besser auf die Reihe kriegen.

Körpertherapie: Sport machen, denn die Wut und die Aggressionen müssen raus
Die Überverantwortlichkeit muss man nehmen, damit der Patient auch etwas tut, weil er sich verantwortlich fühlt. Also die Mutter MUSS Sport machen für ihre Kinder, damit sie die Kinder besser erziehen kann - klar, macht ihr das keinen Spaß, aber sie wird einsehen, dass sie dieses Übel (Sport) für ihre Kinder tun muss und tut das dann auch.
Der Körper muss aufgebaut werden, damit der Patient leistungsfähiger wird.

Massagen, nur wenn der Patient extrem unsportlich ist

Regelmäßigkeit ins Leben reinkriegen.
Wo hat der Patient Zeit für sich oder auch einen RAUM für sich (außer die Küche)

Das Ich-Bewusstsein sollte integriert werden

Amtsarzt: Korrektur der Lebensweise

Atarisplan, Lebensplan für 2 oder 3 Jahre und dann schaun, ob es ihm besser geht
verhaltenstherapeutische Sache
Gesprächstherapie dagegen funzt nicht.

Burn-out-Syndrom gehört da auch rein

20.3.2 Somatoforme Schmerzstörungen

(gehört noch zu Formatisierungsstörungen)
Der Patient hat Schmerzen, die dauern schon Jahre bis Jahrzehnte.
Das Beschwerdebild wird sehr appellativ vorgetragen
Lokalisation wechselt: einmal ist es das Knie, dann ist es wieder ein Zahn... = somatoforme Schmerzstörung

ähnlich wie beim Hypochonder
Der Patient sieht natürlich nicht ein, dass das psychisch ist.
Alkohol, Tranquilizer, Drogen helfen momentan (das entspannt nämlich das vegetative Nervensystem), daher suchtgefährdet!
"Nach 2 Glas Bier sind meine Schmerzen leichter..." - klarer Fall! Somatoforme Schmerzstörung mit sekundärem Krankheitsgewinn.

Amtsarzt: aktueller, aussagekräftiger Befund muss vorliegen (also ca. 1 Woche alt), also erst zum Hausarzt, diesen am besten anrufen, um auf Nr. sicher zu gehen (nicht dass der Patient wirklich was hat)

20.4 Sonstiges

Neurasthenie = der Patient kriegt gar nix mehr auf die Reihe
stenisch
astenisch
neurastenisch = anhaltende Nervenschwäche, Patient ist früh schon erschöpft, wird schnell müde = Schlaffi

chronisches Müdigkeitssyndrom
der Patient hat sich mal irgendwann einen Virus eingefangen und meint, darauf ist es zurückzuführen, ist es aber nicht.

Burn out Syndrom
tritt häufig bei Therapeuten auf!
- Hilflosigkeit
- Hoffnungslosigkeit
- Schlafstörungen
- keine Motivation
- Abgrenzungsproblem
- Ich-Störung, Selbstbewusstsein
- Helfersyndrom

Amtsarzt: Befund funktioneller Art muss da sein
Der Patient hat auch ohne direkte Ursache sein Burn out Syndrom
Der Patient ist nicht mehr arbeitsfähig

Das Burn out Syndrom alleine führt nicht zu organischen Schäden.

21 Zwangsstörungen

die Zwangsneurose
zuerst stehen da mal Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen
Die sind so stark, dass der Patient nicht arbeitsfähig ist.
Die Zwangshandlungen oder -gedanken drängen sich auf. Der Patient wehrt sich gegen das Aufdrängen; er kritisiert sich selbst und ist sich seines Blödsinns bewusst.

Alle Zwangserscheinungen werden dem Ich zugeordnet.
Also nicht "eine Stimme befiehlt mir...", sondern der Patient weiß schon, dass er das selber will, findet es aber einen Blödsinn, was er da tut/will.

Ein schlechtes Gewissen kommt von außen - der Patient bereut etwas, weil er weiß, er kriegt eine aufn Deckel. Die Sache selber findet er selbst schon geil! - also eine Störung der Impulskontrolle.

Der Zwangspatient dagegen weiß von INNEN, dass er Scheiße macht.

21.1 Zwangsstörung

eine kleine Zwangsstörung ist der sogenannte "Ohrwurm". Man summt den ganzen Tag das Lied. Das ist natürlich keine Neurose, das haben Gesunde auch.

Jemand SAGT etwas und man "hört" das den ganzen Tag, samt Klang etc. Wesentlich: man denkt nicht darüber nach, sondern man hört einfach nur den Ton oder hat das Bild vor Sinnen.

21.2 Zwangsordnung

Immer derselbe Tagesablauf, jeder hat sein eigenes Besteck, alles was man festhält, braucht, (Teppichfransen kämmen). Eine Zwangsordnung ist dann, wenn "das seine Ordnung haben muss", sonst kriegt der Patient das nimmer auf die Reihe.

Zwangsphänomene sind sehr häufig, z.B. Zählzwang: Leute zählen alles mit, z.B. Kirchenglocken, Geländersprossen, Treppen ... zählen.

Zwangsneurosen und -phänomene binden Ängste.
ein Ritual ist eine Angstbewältigungsstrategie.

Einem pathologischen Zwang kann man sich nicht entziehen und er beeinträchtigt das ganze Leben.

Richtige Zwangsstörungen breiten sich aus, denn es sind versteckte Ängste. Die Zwangshandlungen nehmen den ganzen Tagesablauf in Anspruch.
- starker sozialer Rückzug
- starke Isolation

Zwänge entwickeln sich sehr leicht. Auch Kinder haben sie schon.
Normaler Weise treten sie nach der Pubertät auf.
Jeder kann Zwänge haben
Zwänge kommen vor allen anderen Störungen (jeder Depressive, jeder Phobiker weicht seinem Objekt der Phobie aus, jede Essstörung, jede Sucht, also überall)

Ätiologie (=wo kommt das her?)
bestimmte Gehirnteile arbeiten beim Zwangspatienten nicht zusammen, es fehlen Neurotransmitter

Antidepressiva nehmen!

Amtsarzt:
Anlagenfaktoren: was Erbliches
Es muss in der Familie schon vorhanden sein.

nach S. Freud:
Zwänge prägen sich in der analen Phase, 2.-3. Lebensjahr
kommen bei triebstarken Kindern vor
Diese haben/brauchen eine starke Kontrollinstanz, also ein starkes über-ich, um ihren Trieb unter Kontrolle zu kiregen. Es sind also "sehr gut erzogene" Kinder. Der Zwangspatient ist ein ganz Ordentlicher, ihm wurde die Ordnung also stark anerzogen. Eigentlich möchte er genau das Gegenteil machen, nämlich schlampig und dreckig sein.

Verhaltenstherapie:
Lerntherapie
Der Patient möchte angstbesetzte Situationen umgehen: "ich habe Angst, schmutzig zu werden". Der Patient wäscht sich daher schon prophylaktisch. Kaum KÖNNTE man schmutzig werden, schon wäscht er sich wieder.
- operantes Konditionieren

Eine Zwangshandlung bindet die Angst!

Wenn der Zwang unterbunden oder eingegrenzt wird, wird die Angst stärker und der Patient ist mit der Angst alleine und könnte eine Kurzschlusshandlung vornehmen - Selbstmord.
Antherapierte Patienten sind gar nicht gut drauf, ihnen geht's echt dreckig - die ganzen (versteckten) Ängste tauchen ja auf.

Es musste natürlich ein Defekt in einer Kindheitsphase vorliegen. Der Patient hat sich die falschen Eltern ausgesucht
Es kann auch auftreten durch:

Zuerst müssen wir daher mal abklären, ob wir es behandeln dürfen und erst dann, ob wir es auch behandeln wollen.

Symptomatik:

21.3 Zwangsphänomen

Patient tut stereotyp immer dasselbe. Z.B. der Patient putzt andauernd, er fängt immer an derselben Stelle an. Es ist ein Ritual: nimmt man ihm den Putzlappen weg, stoppt er an der Stelle, wo er diesen in die Hand nehmen würde. Er fängt wieder von vorne an! Stoppt wieder an der Stelle, wo der Putzlappen fehlt. Er reagiert wie ne Platte, die nen Sprung hat.

21.4 Zwangsgedanken

sind Gedanken, die sich immer aufdrängen. Der Patient hat das Gefühl, er kriegt Bakterien übertragen, daher putzt er andauernd. Der Patient weiß, dass das Quatsch ist, denn er hat schon mal einen Kranken angefasst und ist auch nicht dran gestorben - also von natürlichen Abwehrmechanismen etc. ist ihm sehr wohl was bekannt.
"Habe ich das Bügeleisen aus gemacht?" Das ist ein ganz normaler Gedanke. Wenn man dann aber mindestens 20 x nachschaut, ob es wirklich aus ist, ist es ein Zwang. (4 oder 5 x nachschaun geht noch!)

Zwangspatienten sind sehr triebstark, daher haben sie starke Ängste.

21.5 Zwangsimpulse

Handlungsimpulse
Der Patient hat das Gefühl, man könnte ja jemanden schädigen. Es ist eine übertriebene Angst: Patientin hat ein scharfes Messer in der Hand und schneidet grad Zwiebeln, aber das Messer könnte ja runter fallen und in ihrem Kind stecken bleiben, das da vielleicht grad drunter herlaufen könnt! Darum fasst die Patientin keine scharfen Messer mehr an.

"Sog der Tiefe", auf der Brücke stehen. Der Patient erschrickt vor sich selber, weil er den Impuls spürt zu springen.

Man hat den Impuls, dass man in Gesellschaft etwas ganz Obszönes sagt

Aggressive Sachen sind da, werden aber in der Zwangshandlung versteckt, verdrängt.

Amtsarzt: Patienten wollen niemanden schaden (es sei denn, der Patient ist antherapiert, da liegt natürlich alles an Nerven offen und er rotiert schon mal aggressiv in der Gegend rum)

Der Patient ist so blockiert, dass er nichts Böses tut, er unterdrückt seine Aggressionen und deutet sie höchstens an.

21.6 Zwangshandlungen

werden gegen den kognitiven Willen des Patienten ausgeführt.
Kontrollzwang: "Habe ich das Bügeleisen aus gemacht?"
Die Patienten erzählen, wem sie alles etwas Böses getan haben, welche Schuld sie auf sich geladen haben. Der Patient sieht das aber dann auch wieder ein und sagt "ja ich seh das schon etwas übertrieben"

21.6.1 Zählzwang

Leute zählen alles mit, z.B. Kirchenglocken, Geländersprossen, Treppen ... zählen.

21.6.2 Ordnungszwang

toll aufgeräumter Schreibtisch, Bleistifte sind alle gleich lang und natürlich alle gespitzt.

Patient fühlt sich nach seiner Zwangshandlung vorübergehend erleichtert, das hält aber nicht lange an.

Die Handlungen werden immer in selber Art und Weise ausgeführt.

Zwangspatienten haben oft ziemlich komplizierte Rituale, bestimmte Sachen muss er machen. Wird das Ritual unterbrochen, fängt er von vorne an. (Sprung in der Schallplatte)

21.7 Differentialdiagnose

Wahnphänomene müssen ausgeschlossen sein! Die Richtung eines Wahns führt nach außen. Der Patient sieht in dem Wahn einen Sinn - das ist der Hauptunterschied zum Zwang. Der Wahn-Patient bringt keine Kritik an seinem Quatsch, der ist davon überzeugt, dass das so ist und auch so gehört.

Sucht: "Ich brauch das!" Das ist dann kein Zwang. Der Patient findet das selber nämlich gut, nur die anderen (von außen) halten es für schlecht; der Patient kapiert das schon

Amtsarzt: Patienten haben Leidensdruck
Es ist schwierig, von alten Mustern zu lassen

Ursache liegt in der analen Phase

Therapie:
Patient ist vordergründig kooperativ, aber er tut nichts und hat hinterher eine Ausrede (er hat es vergessen)

ungünstige Prognose, da Therapie schwierig ist

- Antidepressiva (die Wirkung dauert einige Monate!)
- paradoxe Intention - also die Herdplatte oder das Bügeleisen halt dann mal einschalten und rausgehen, so dass der Patient erfährt, dass da gar nichts passiert!

Weiter:
Psychiatrie VI



Erstveröffentlichung: 17.05.2003

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