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Seite geändert am: 17.05.2003

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11 Störungen der Affektivität (Fortsetzung)

11.5 Ambivalenz

gegensätzliche Gefühle = intrapsychische Spannung
es wird einem alles zu viel

Ambivalenzen im neurotischen Bereich = Entscheidungsschwächen
im psychotischen Bereich, also bei der Schizophrenie: Angst und Heiterkeit bleiben nebeneinander stehen

11.6 läppischer Affekt

wie Pubertierende; blödes Gekicher, kichern über alles; hat den Anstrich des Unreifen

ernsthaftere Störung:

11.7 Parathymie

so eine "nebendran-Stimmung"

11.8 inadäquater Affekt

Patient ist innerlich totunglücklich, ängstlich, aber der Ausdruck des Affektes sieht ganz anders aus: er grinst. Die Äußerung, das, was man sieht stimmt nicht überein mit seinen realen Gefühlen

12 Ängste und Zwänge

Angst ist das Gefühl der Bedrohung. Angst ist etwas Psychosomatisches.
Jede Angst geht mit dem Körperlichen einher (z.B. hohem Blutdruck, Zittern). Wenn das Körperliche nicht reagiert, also der Puls nicht ansteigt, hat der Patient auch keine Angst mehr. Daher eignen sich bei der Therapie hier körperorientierte Übungen.

Der Angstneurotiker weiß oft gar nicht, wovor er Angst hat.

12.1 Phobie

Bei einer Phobie weiß der Patient, wovor er Angst hat. Es ist objekt- oder situationsbezogen, z.B. Angst vor Spinnen, Mäusen, Angst vor freien Plätzen, Angst im Aufzug, etc.
"Angst vor..." ist immer eine Phobie, also wenn der Patient konkret sagen kann, wovor er Angst hat.

12.2 Zwang

= inhaltliche Denkstörung, Zwang und Wahn sind Denkstörungen

Der Zwangsneurotiker rennt 100x ums Auto und prüft nach, ob es abgesperrt ist.
Es gibt auch einen zwanghaften Putzzwang.
Beim Zwang weiß der Patient, was abläuft - er weiß, dass es ein Zwang ist, tut es aber trotzdem. Es fängt schon an bei einem zwanghaften dran denken: Der Patient kann die Gedanken nicht unterdrücken, obwohl er es selber blödsinnig findet.

Bei Zwangshandlungen gibt's Handlungsimpulse. Der Patient ist der Meinung, er müsste das machen. Er sagt zwar, es ist blödsinnig, aber schon macht er es wieder, z.B. andauerndes Schlüssel suchen in der Handtasche (ob der Schlüssel auch noch da ist), kontrolliert andauernd die Handtasche, ob der Geldbeutel auch ja dabei ist = Zwangsidee

Das, was der Patient denkt (also der Gegenstand des Denkens) ist Blödsinn, es ist aber keine formale Denkstörung. Der Patient erkennt bzw. weiß, dass es Blödsinn ist. Sobald der Patient es jedoch deutlich gut findet, ist es ein Wahn.

13 Störungen des Antriebs und der Psychomotorik

Der Patient handelt wie ein Roboter. Er hat die Mimik nicht mehr unter Kontrolle.
Es ist eine muskuläre Aktion, keine Bewegungsstörung. Der Patient läuft rum wie ein ferngesteuerter Roboter.

13.1 Stupor

zusammen mit Bewusstseinstrübung

13.2 Mutismus

Wenn der Patient aus psychischen Gründen nicht redet, z.B. Stillschweigen aufgrund von Schizophrenie. Organisch ist der Patient dabei völlig ok, aber aufgrund von psychischen Blockaden spricht er nicht. Die Hirnzellen sind dabei schon ok.

Beispiel: Kinder, die in Stresssituationen nicht sprechen. Die Kinder ziehen sich zurück und kriegen dann auch noch ein Trauma dadurch ab, dann ist es "ganz aus".
Kinder, die nur mit bestimmten Leuten nicht reden, sind keine Mutisten.

13.3 Logorrhoe

Das Gegenteil von Mutismus:
Der Patient labert den ganzen Tag, aber keine Aussage, nichts Vernünftiges, nur Belangloses, oberflächliches Gerede aus neurotischen oder psychischen Gründen. Es ist keine sinnvolle Kommunikation möglich.

13.4 Automatismen

Patient macht automatisch Handlungen, die er aber gar nicht will. Patient führt das automatisch aus, er handelt erst und denkt danach. Patient merkt das an den Reaktionen der anderen, dass er irgendwie nicht richtig handelt.

Schizophrene sind sehr sensitiv, beobachten auch scharf.

13.5 Stereotypien

bei Schizophrenie
Der Patient hört irgendwas (z.B. Worte im Radio) und wiederholt das den ganzen Tag oder sogar 2 bis 3 Tage lang andauernd - wie eine Platte, die hängen geblieben ist. Er will damit nichts sagen, nur babbeln.

13.6 Manirismus

(bei Schizophrenie)
= gekünsteltes Verhalten
Es ist etwas sehr Auffälliges. Patienten nehmen Posen an. Sie stolzieren zum Beispiel durch die Irrenanstalt und imitieren den Oberarzt. Die Pfleger sollten dann nicht lachen ;-). Die Patienten bleiben oft bis zu 2 Tagen in der Pose.

Kurt Schneider (hat zur Psychiatrie Lehren aufgestellt)
hat Neurosen und Psychosen unterteilt. Die Neurosen sind die kleineren Störungen (Charakteristikum: Einschlafstörungen), die Psychosen die schwereren (Durchschlafstörungen). Bei Psychosen ist eine Behandlungen mit Medikamenten erforderlich, die dürfen "wir" nicht behandeln. Mit Psychotikern kann man sich nicht mehr unterhalten.
Zwischen Neurosen und Psychosen ist der Grenzfall "Borderline" und die Wahnpatienten. Wahnpatienten und Borderliner dürfen '"wir" nicht mehr behandeln.

Wenn Neurosen längere Zeit bestehen, ist es natürlich schwerer, sie zu behandeln.
Wenn die Neurose länger bestanden hat, dann wird sie zur Psychopathie, Persönlichkeitsstörung oder Charakterneurose. Lt. Gesetz dürfen "wir" Persönlichkeitsstörungen behandeln, es ist aber sehr schwierig.

14 Psychosen

Es gibt welche von außen und welche von innerhalb des Gehirns.

14.1 exogene Psychosen

Vergiftungen, Organfunktionsstörungen, Zyklothymie, Manie (Patient ist wahnsinnig gut drauf) oder endogene Depression (schlecht drauf). Es ist ein schulmedizinischer Befund erhebbar, lt. ICD10 (internationale Diagnoseschlüssel)
Beispiele: Alzheimer, Lues IV (4. Stadium von Syphillis), Arteriosklerose, AIDS

15 Neurosen

Eine Definition gibt es nur im negativen Sinn, also es ist lediglich definiert, was KEINE Neurose ist:
Eine Neurose ist nicht hirnorganisch bedingt.
Eine Neurose geht ohne Desintegration der Persönlichkeit einher.

Desintegration der Persönlichkeit:
Obwohl man einen Menschen schon lange nicht mehr gesehen hat und er mittlerweile echt alt geworden ist, erkennt man ihn noch immer. Er ist erkennbar an seiner Haltung, seinem Gang, seiner Art, etc.
In der Psychose verändert sich der Mensch derart, dass man ihn nicht mehr erkennt. Er wird also wirklich anders als er vorher war, er geht anders, benimmt sich anders - ein richtig anderer Mensch. Psychotiker sind z.B. Arteriosklerotiker.

Der Neurotiker dagegen behält seinen Charakter. Seine Persönlichkeit läuft weiterhin in einer bestimmten Richtung. Die Struktur der Persönlichkeit, das Gesamtkonzept der Person bleibt erhalten.

Die Wurzel einer Neurose ist ein Konflikt, also eine Entscheidungssituation - med.: intrapsychische Interessen.

Definition: Konflikt
2 Strebungen von vitaler Bedeutung
d.h. zwei Interessen, die einem echt wichtig sind, unvereinbare Wünsche und gleichzeitig ein Entscheidungsdruck = Ambivalenz

Dabei wird unterschieden:
ich möchte 2 Dinge gleichzeitig = Appetenz-Appetenz-Konflikt
Ich möchte, aber ich trau mich nicht = Appetenz-Aversions-Konflikt

Da ich mich nicht entscheiden kann, verdränge ich das unausgesprochen und entwickle daraus eine Neurose. Ein Konflikt ist nur innerlich lösbar, indem man seine Einstellung dazu ändert.

Neurose, psychiatrische Definition:

Der Amtsarzt bzw. die psychiatrische Seite ist primär daran interessiert, ob der Mensch arbeits- und leistungsfähig ist, betrachtet das Ganze aus dem gesellschaftlich-nützlichen, beruflichen Blickwinkel.

Eine Ambivalenz hat man und tut dann so, als wär sie nicht da = Frustration. In dem Moment, wo ich eine Sache unterdrücke, habe ich eine Frustration.

Frustration = Versagung einer vitalen Strebung.

Aus der Frustration resultiert eine Aggression - und zwar IMMER, ob man die sich eingesteht oder nicht.
Daraus wiederum erfolgt ein Konflikt mit Über-Ich (intrapsychischer Konflikt)

Der gesunde Mensch hat eine normale Frustrations-Toleranz und kann noch drüber lachen und bewältigt das, z.B. durch Ausleben der Aggressionen. Die Frustrations-Toleranz wird durch enormen Druck geringer, z.B. wenn man gestresst ist, geht man gleich die Decke hoch.
Bei Kranken ist sie ebenfalls geringer, z.B. bei minimaler Gerhirnveränderung/-schädigung wie rechts-links-Schwäche.

Der Neurotiker, der ja eine Entscheidungsschwäche hat, hat eine geringere Frustrations-Toleranz.

Konfliktverarbeitung:
geschieht immer auf rationaler Ebene:
man denkt über den Konflikt nach, kommt zu einem Resultat: dazu stehen (bzw. es akzeptieren), oder es ändern.
Je mehr sich der Patient bei der Konfliktbearbeitung anstrengen muss, desto mehr Kreativität entwickelt er. die rationale Konfliktbewältigung soll der Patient entwickelen, nicht der Therapeut. Der Therapeut sagt also nur "aha, da haben wir ja ein Problem..." oder "naja, das wird schon wieder" - der Patient ist dadurch gezwungen, selber zu denken, sich die Lösung selber zu überlegen. Denn: Die Konflikte sind eine Entscheidung, ICH muss entscheiden und auch hinter der Entscheidung stehen, sonst ist es keine Entscheidung und der Konflikt wird sonst nicht bewältigt/verarbeitet.
Wenn man sich weigert, eine Entscheidung zu treffen, reagiert man mit Abwehrmechanismen, Abwehrvorgängen. Diese "entstehen so", es sind unterbewusste Vorgänge.

15.1 Strebung aufgeben

Verzicht auf den Trieb.
Die Energie für den Trieb ist aber noch da und macht krank, da unausgelebt. Es kommt zur Notaufnahme, einer Art Trotzreaktion, z.B. der Gesellschaft trotzen (Dissoziale, Assoziale).

15.2 Verschiebung

auf ein leichter erreichbares Ziel

15.3 Sublimierung

auf ein ethisch höheres Ziel.
Beispiel: Ich selber trau mir den Chef nicht anmotzen, wiegel aber die anderen auf und freu mich jedesmal, wenn diese sich dann gegen den Chef durchgesetzt haben.

Bis hier her ist das alles nicht schlimm

15.4 Verdrängung

Der Konflikt wird total verdrängt, er ist einem nicht mehr bewusst. Die Konflikt-Energie ist aber jedoch weiterhin vorhanden, daher träumt man davon oder es äußert sich in (chronischen) Krankheiten.

15.5 Verleugnung

z.B. bei Krankheitsdiagnosen. Man diskutiert die Krankheit einfach weg, z.B. "ich bin gar nicht krank, im Labor wurden bestimmt nur die Blutproben vertauscht aus Versehen" oder "ich will es gar nicht wissen, was ich hab" oder der Diabetiker frisst Süßigkeiten und sagt "ach, das halt ich schon aus".

15.6 Isolierung

bei Missbrauch. Das Opfer "'versteht" seinen Peiniger, der normale Affekt ist weg. Der Patient erinnert sich zwar an das Ereignis, es fehlt aber der normale, zugehörige Affekt.

15.7 Wandlung ins Gegenteil

Ein Aggressiver wird absolut sanftmütig, weil er weiß, dass es nicht korrekt ist, aggressiv zu sein. Oder eine Mutter, die ihr Kind nicht mag, entwickelt eine Überfürsorglichkeit (over protecting). Die Kinder kriegen dann Designer-Klamotten, werden aber nie mal auf den Arm genommen oder geknuddelt.

15.8 Projektion

Man sieht bei den anderen, was man an sich selbst nicht wahrhaben will und kritisiert das. Dieses kommt sehr häufig vor.
Das sind dann die Psychiater, deren Patienten alle das Gleiche haben - dabei haben die Patienten sehr wohl unterschiedliche Krankheiten, nur der Arzt diagnostiziert ihnen (unbewusst) immer die Krankheit, die eigentlich ER hat.

15.9 Krankheitsgewinn

Bei einer Neurose hat man auch einen Krankheitsgewinn (psychische Vampire!)

15.9.1 Primärer Krankheitsgewinn

Der Patient muss sich nicht mit seinen Konflikten auseinandersetzen, also eine intrapsychische Entlastung

15.9.2 Sekundärer Krankheitsgewinn

Die anderen müssen mit einem Rücksicht nehmen.
Man schiebt z.B. körperliche Gebrechen vor - wie Rheuma - und die anderen müssen die Arbeit machen, weil man selber "kann ja nicht", obwohl man doch so gerne "wollte"...
Zuwendung wird erpresst. Sehr häufig bei Pneumatikern = Menschen mit hohem Harmoniebedürfnis
Man vermehrt die Umweltbeziehungen, man erhält Zuwendung und Schonung

Über ein körperliches Gebrechen ist wesentlich leichter zu reden als über psychische. Man sagt viel eher "mein Blutdruck ist hoch" bevor man sagt "ich kann mich nicht durchsetzen und ärgere mich"

Belastungssituationen
= akute Konfliktsituationen
Körperliche Symptome wie Durchfall oder hoher Blutdruck sind ganz normal, nach Bewältigung der Konfliktsituation verschwinden diese Symptome auch wieder.
Die Mechanismen in einer Konfiktsituation eines Gesunden sind wie bei Neurosen, vergehen aber wieder, wenn der Konflikt behoben ist, Symptom (hoher Blutdruck) ist weg.

Beim Neurotiker geht das längerfristig = chronischer Konflikt

Alle Neurosen begründen sich in der Kindheit
z.B. ein Kind ist überfordert von der Entscheidung bei der Scheidung der Eltern, ob es zum Vater oder zur Mutter soll.

16 Kindliche Phasen

16.1 orale Phase

1. Lebensjahr
ist die Mutter (Vertrauensperson) da? = Urvertrauen
wenn die Mutter (Vertrauensperson) nicht da ist = Urmisstrauen

16.2 anale Phase

2. bis 3. Lebensjahr
Sauberkeitstraining
Das Kind lernt, auf den Topf zu gehen.
Es kommt zu Spielchen und ersten Trotzphasen, in denen das Kind probiert, wie es ist, wenn es NICHT auf den Topf geht. Hierbei wird Fremd- und Selbstbestimmung trainiert.

Kind lernt eine Ordnung (Waschzwang)
Geben und Nehmen wird begriffen, z.B. "die Mama ist lieb und setzt mich auf den Topf und daher gebe ich jetzt (Scheiße von mir)"
Später drücken sich Störungen dieser Phase aus in Problemen beim Geben oder im Umgang mit Geschenken.
Redewendung "das, was MAN tut" (Zwänge)
Wenn ein Geschwister kommt, kann das diese Phase stören

16.3 ödipale und phallische Phase

4. bis 6. Lebensjahr
diese Phase ist nur bei Jungs entscheidend, tritt bei Mädchen fast nicht auf
Der Junge stellt fest, dass seine Mama eine ganz Liebe ist und der Vater die Konkurrenz darstellt!
Hier entwickelt sich Trotz gegen Autoritätspersonen. Das Kind stänkert rum, geht gegen die Autoritäten an und hat dabei die Mutter ganz lieb.

Der Konflikt dabei ist, dass der Vater als Konkurrenz empfunden wird, obwohl man ihn doch auch lieb hat.

Das prägt die Sexualität, Homosexualität.

Bei der Einschulung:

16.4 Latenzphase

7. bis 12. Lebensjahr
Kind lernt soziale Kompetenz, Teamwork, sich in einer Gruppe durchzusetzen

16.5 Pubertät

12. bis 13. Lebensjahr
Man entwickelt Erwachsenensexualität

Narzissmus

sich selbst zugewandt
etwas egozentrisch
beziehungsunfähig
narzisstische Mütter machen ihr Kind zum Spiegelbild: Was die Mutter nicht erreicht hat, muss das Kind erreichen
typische Redewendung: "dass du MIR fei brav bist!"
Das entwickelt natürlich Neurotiker
Der Narzisst: "Meine Frau und ich haben eine große Gemeinsamkeit: wir lieben MICH."

Retardierung

Hemmung der Entwicklung, Reifungshemmung
z.B. ordentliche Kinder, die nicht schlampen und freiwillig aufräumen, sind stehen geblieben. Sie haben dann auch einen Stopp für die anderen Phasen, keine Entwicklung mehr und werden zu Zwangsneurotikern - das sind sehr, sehr schwerwiegende Störungen

Alles, was vor dem 4. Lebensjahr hängen geblieben ist, ist ein echtes Problem.

Regression

("unsere" Patienten)
Patient verhält sich ganz normal
Sobald aber eine Belastung kommt, wird es ihm zu viel und er zieht sich in eine Phase zurück. Der Rückzug geschieht nur während der Belastung, z.B. der Ehemann sagt zu seiner Frau "wieso immer nur du, nein, ich will auch mein eigenes Konto" (Trotzkind alias Erwachsener)
Das gibt sich aber wieder, wenn die Belastung vorbei ist.

17 Manifestationsbedingungen

Ausbruch der Neurose, deren Grundlage in der Kindheit geschaffen wurde. Zwischen dem 30. und 35. Lebensjahr manifestiert sich dann die Neurose

17.1 Belastung

Bei Belastung bricht die Neurose aus
eine Situation, die ich nicht akzeptieren will
ein als Muss empfundener, intrapsychischer Schwankungszustand
"wieso ausgerechnet ich?" - Nichtakzeptanz
Auflehnung gegen das Schicksal, Willkür des Schicksals wird abgelehnt
Eine Belastung ist: Man sieht keinen Ausweg

17.2 Entlastung

Leute kommen in Rente
ein Ziel wurde erreicht
die Zeit nach einer bestandenen Prüfung
man kommt drauf "ja nun, sag mal, was MACH ich denn jetzt eigentlich?"
Wenn die Kinder aus dem Haus sind
Häufig bei Leuten so um die 50

17.3 Konstitution

bestimmte Gene manövrieren einen in die Verhaltensweise
es gibt Familien, wo wirklich alle depressiv sind
das ist genetisch bedingt

17.4 Hirnorganisch bedingt

der Patient hatte einen Unfall und auf einmal entwickelt er eine Neurose und fängt an zu putzen ;-)
erhöht die Konfliktbereitschaft

Ein Fehler in der Kindheit muss jedoch da sein, der ist Grundvoraussetzung, dass eine Neurose überhaupt entstehen kann. Ist kein Fehler da, steht es auf 0 - potenziert es sich durch einen hirnorganischen Defekt, bleibt es immer noch 0 * 10 = 0.

Hirnorganische Bedingungen:

die Grundlage in der Kindheit + Manifestationsbedingung = Neurose
fehlt eins von beiden, ist keine Neurose möglich

Verlauf Prognose

akuter Beginn
starke emotionale Beteiligung
Plus-Symptomatik: Patient bringt Energien ins Spiel z.B. "ich leide!!!" und heult jeden voll und quatscht rum. Es ist viel schlechter, wenn er nur apathisch rumhängt, dann hat er keine Energie, auch nicht zum Genesen.

Ab dem 35. Lebensjahr wird die Neurose dann zur echten Persönlichkeitsstörung und gilt in manchen Kreisen als nicht mehr heilbar. Wenn der Patient jedoch selber eine Therapie will bzw. sich wirklich verändern will, hat das doch gute Chancen.
Bis zum 35. Lebensjahr gilt es als "leicht therapierbar", danach als schwer oder gar nicht therapierbar.

Auch eine Sucht gilt als Neurose lt. ICD10 (nehmen wir aber extra durch)

18 Spezielle Neurosenlehre

18.1 Anpassungsstörungen

Fehlverhalten aufgrund außergewöhnlicher Lebensereignisse, also wirklich gravierende Lebensereignisse wie Folter, Krieg, Geiselnahme, lebensbedrohliche Sachen. Hierbei müssen nicht unbedingt frühkindliche Störungen da sein, dabei können auch Gesunde eine Neurose kriegen.

18.1.1 Übercharakterliche Verhaltensweise

z.B. Patient ist immer schon geizig = das ist sein Charakter, er ist ein Neurotiker
Wenn er aber plötzlich aufgrund eines Ereignisses eine Charaktereigenschaft aufweist

Affekte beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit

Rückzug von Menschen (maximal 1 Jahr, was darüber hinaus geht, ist nicht mehr gesund)
inadäquates Sozialverhalten
z.B. Ängste, wenn es schellt

körperliche und psychische Symptome
- nicht mehr leistungsfähig
- Ängste, Depressionen, Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen
- nicht arbeitsfähig
- Trauma

Weiter:
Psychiatrie III



Erstveröffentlichung: 17.05.2003

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