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| Seite erstellt/geändert am: 06.032004 | |||

Ferenczi war ein Freund von Freud. Zu zweit haben sie psychoanalytische Theorien erarbeitet. Ferenczi hat sich dabei mehr auf Kinder spezialisiert und Freud auf die psychopathologische Psychologie.
| Amtsarzt: Das Realitätsprinzip |
Der Neurotiker will die Realität nicht sehen, er sieht die Dinge absichtlich so, wie er sie will. Er ist nicht in der Lage, die Realität zu sehen wie sie wirklich ist.
Gesunde nehmen nach dem Realitätsprinzip wahr. Als Kind herrscht das Lustprinzip (das entspricht dem Es). Das Kind ist triebgesteuert und kümmert sich wenig um Konsequenzen. Je erwachsener ein Mensch wird, desto mehr orientiert er sich an der Realität.
1.) Primäres Stadium
Es sind nach Ferenczi Kinder, Wilde und Tiere, die nach dem primären Stadium leben.
2.) Sekundäres Stadium
Menschen nach der Pubertät, die nach dem Realitätsprinzip leben.
Ein Baby kommt auf die Welt und hat einen Wunsch, der ist aber noch nicht differenziert, er ist unspezifiziert. Wird dieser Wunsch nicht erfüllt, stellt sich das Kind diesen Wunsch einfach erfüllt vor. Dadurch driftet man ab in eine Wunschwelt; dieses ist aber eine ganz normale Reaktion im primären Stadium. Bei Kindern und Neurotikern wird der Wunsch durch positive oder negative Halluzinationen ersetzt. Die Störungen denkt man sich einfach weg.
Das Baby schreit, weil es Hunger hat. Dem Geschrei wird nicht entsprochen - das ist eine reale Enttäuschung. Nach einer Weile hört es auf zu brüllen und stellt sich vor, dass es Essen hat.
Beim Baby kann das Denken das Handeln ersetzen. So kann man sich alle Wünsche erfüllen. Alles was man sich vorstellen kann, "hat" man dann - daraus resultiert der orale Allmachtswahn.
Dieser Mechanismus ist in Resten auch noch beim Erwachsenen da.
Das Baby übertreibt die Halluzinationen und Phantasien. Es hat sehr wenig Handlungsmöglichkeiten, daher eine große Wunsch- und Traumwelt.
Die Primitiv-Reaktion auf einen Wunsch ist die Einbildung und Vorstellung, dass er erfüllt ist. Die Vorstellung ist einfacher als wirklich etwas zu tun. Viele Neurotiker fangen deswegen erst an, was zu tun, wenn der Druck so groß ist, dass es nicht mehr zum geistigen Ausschalten ist. Vor lauter Schmerz funktioniert die Phantasie nicht mehr.
Der Patient muss erst mal akzeptieren, dass es nicht so toll ist, bevor er zum Therapeuten geht. Freiwillig macht keiner etwas.
Normalzustand: Es schwankt ständig zwischen Realitätsprinzip und Lustprinzip.
Je triebstärker einer ist, desto mehr Phantasie und Kreativität muss er haben, um den Hintern nicht bewegen zu müssen. Wenn einem Wunsch nicht entsprochen wird, kann das therapeutisch auch gut sein (Kinderspielzeug: Aufwändiges Spielzeug, das bereits alle Wünsche erfüllt, fördert die Phantasie nicht. Grobes, einfaches Spielzeug, bei dem sich die Kinder viel dazu vorstellen müssen, fördert die Intelligenz.)
Es gibt andauernd eine Spannung zwischen dem Lustprinzip und dem Realitätsprinzip. Der Patient denkt aber nicht drüber nach, sondern beschäftigt sich mit irgendeinem Blödsinn (Putzen, Waschen, Kontrollieren) - er wird zum Zwangsneurotiker.
Der Patient kann sich nicht entscheiden zwischen Lustprinzip und Realitätsprinzip und flüchtet sich in Beschäftigungen. Der Patient missbraucht alles, um Verantwortung abzugeben und die anderen machen zu lassen.
Patient: "Alle sind so gemein zu mir!"
Der Therapeut muss daraufhin noch viel gemeiner sein.
Patient: "Der liebe Gott wird's schon richten..."
Er verhält sich wie ein kleines Kind.
Kindliche Entwicklung fängt im Mutterleib an (intrauterin) - da gibt es keine Realität und das Kind macht, was es will. Es gibt keine Außenwelt. Hier ist nichts, was man noch wollen könnte. Es sind keine offenen Wünsche da. Das ist das Stadium der bedingungslosen Allmacht: das Nichthinterfragen, Bedürfnislosigkeit.
Es gibt Leute, die an dieser Phase festhalten. Das sind meistens die, die sagen: "Früher wars viel schöner". Wenn das die schönste Phase im Leben war, sind das die Leute, die in der Vergangenheit leben.
| Amtsarzt: Ab dem 8. Monat ist beim Fötus Bewusstsein da. |
Eventuell ist das Bewusstsein schon so ab dem 6. Monat vorhanden. Viel zu früh kommt das Baby auf die Welt und muss arbeiten: Es ist kalt, hell, man muss atmen, es ist laut - es ist furchtbar! Dem Kind gefällt es nicht, dass es geboren ist. Man gibt dem Kind daher die Schaukelbewegungen wieder um den intrauterinen Zustand zu ersetzen. Das Kind will zurück, aber das geht nicht mehr.
Das Kind erlebt, dass die Mutter es pflegt. Das Unwohlsein ist immer bald wieder weg. Das Kind weiß das nicht ganz, aber es geht schon.
Das Kind fühlt sich ähnlich wie vor der Geburt, das Kind stellt sich den vorgeburtlichen Zustand vor.
Am besten kann man sich was vorstellen, wenn man sich zurückzieht. Das geht am allerbesten im Schlaf, drum schlafen Kinder so viel. Im Traum erlebt man wieder die halluzinatorische Allmacht. Schlaf ist Rückzug in die bedingungslose Allmacht. Der Mensch braucht ständig die Rückkopplung im Schlaf.
Depressive schlafen viel (medizinisch gilt als "viel", wenn einer mehr als 12 Stunden schläft, psychologisch gilt als "viel" mehr als 9 Stunden). Wenn einer Probleme hat, führt das zu Störungen des vegetativen Nervensystems und daher braucht man Rückzug in den Schlaf. Daher ist Schlaftherapie das Beste für vegetative Dystonie.
Wenn einer schlafen will und nicht kann, kann Abhilfe durch homöopathische Mittel geschaffen werden: das vegetative Nervensystem runterfahren. Der Biorhythmus ist eine wichtige Sache!
Wenn der Patient das Bedürfnis hat, sich auf sein Lustprinzip zurückzuziehen, dann schläft er. Eine andere Möglichkeit ist die Psychose (Wahnerkrankung). Jeder Wahn/Schizophrenieschub geht mindestens 1 Woche vorher mit starken Schlafstörungen einher.
Im halluzinatorischem Stadium: Das Kind wächst, die Nerven docken an, das Kind gibt Signale - eine motorische Entladung. Nach Ferenczi heißt das "Tobsucht". Wenn man etwas kaputt macht, sich destruktiv verhält, will man Aufmerksamkeit heischen. Die Pflegeperson soll kommen und den intrauterinen Zustand wieder herstellen.
Das Kind entwickelt sich weiter, hat die Möglichkeit gefunden durch die Motorik Signale zu geben. Aber die Wünsche sind auch mehr geworden. Das Kind muss die Signale genauer geben. Subjektiv fühlt sich das Kind als Zauberer: Es macht eine Geste, die ihm nichts bedeutet und *schwupps* schon kriegt es, was es will.
Mutter und Kind stellen sich aufeinander ein:
Das Kind muss zwar bestimmte Sachen tun, aber nicht wirklich was Bedeutendes.
Klassische Pathologie: Hysteriker. Die Umwelt hüpft, es ist ein richtiges Spiel. Hysteriker sind wie kleine Kinder und klammern sehr stark.
Man muss den Hysteriker "einfach nur" vom Lustprinzip ins Realitätsprinzip bringen.
Das Kind hat jetzt größere, differenziertere Wünsche - so mit 4 Jahren. Mit Mama hat das Spiel immer schön geklappt, aber im Kindergarten funzt es nicht mehr: Es beginnt das Stadium der tückischen, feindlichen Außenwelt.
Alles, was zur Außenwelt gehört, ist feindlich. Die Welt wird jetzt zweigeteilt: Ich - und die anderen. Das Fremde ist prinzipiell schlecht. Es beginnt eine pure Schwarz-Weiß-Malerei.
Das Kind lebt bisher zufrieden und hat alles gekriegt, was es wollte. Jetzt auf einmal gibt es Dinge, die es nicht beeinflussen kann. Auf einmal wird das Kind mit solchen Problemen konfrontiert. Es wird mit Verdrängungsmechanismen reagieren!
Das Kind versucht, alles, was zum Außen gehört, als zu IHM gehörend zu definieren. Weil es zu ihm gehört, gehört es ihm - bildet es sich ein.
In dieser 1. Phase versucht das Kind halluzinatorisch, den Kindergarten zur Familie zu zählen. Es bildet sich einfach ein: Die mögen mich.
Bei Neurotikern, die in dieser Phase hängen geblieben sind, entdeckt man oft Frauen, die sagen: "Er liebt mich, nur er weiß es noch nicht."
Grenzen zwischen ich und den anderen müssen akzeptiert werden.
(gehört noch zur Phase der tückischen Außenwelt)
Jedes Ding ist beseelt.
Die Idee: Alles gehört irgendwie doch zu mir. Jedes Ding ist ein Teil von mir.
Der Erwachsene fühlt sich als ein Teil des Universums.
Die Kinder tragen nun Käfer vom Weg runter, denn der Käfer wird als Teil des eigenen Selbsts gedacht.
Wer in dieser Phase gestört wird, kann nicht zwischen sich und der Außenwelt differenzieren.
Die Leute sehen in jedem Ding einen Teil von sich = Animismus. Das Kind entwickelt sich weiter und verknüpft Dinge von sich mit der Außenwelt:
Das Kind denkt: "Ich habe diese Erfahrung gemacht und sehe so&so aus - und das da sieht so ähnlich aus, also hat es dasselbe erlebt wie ich." Beispiel: "Ich habe eine gerade Wirbelsäule und dieser Gummibaum hat einen geraden Stamm und deswegen ist das ein stolzer Baum."
Abstraktion: Man sieht Dinge von sich in anderen. Es geht dabei ums analytische und abstrakte Denken.
BTW: Kurz vor Freud wurden die Aborigines entdeckt. Die waren wirklich sehr zurück in der Entwicklung. Sie wussten nicht einmal, dass Kinder gezeugt werden, sondern waren noch auf der Steinzeitstufe der Muttergöttinnen.
Das Kind verteilt gleiche Namen an Dinge, die es ähnlich sieht. Man sucht auch später in allen Krisen Dinge, die Ähnlichkeiten zu sich aufweisen. Diese Kindheitsphase ist aber das Lustprinzip.
Objekte werden verschoben: Das Kind liebt den Papa. Der Gummibaum ist dem Papa ähnlich. Also liebt das Kind auch den Gummibaum.
Die Intelligenz entwickelt sich weiter, kleine neurotische Reste bleiben aber schon übrig, z.B. Männer mit Bart mag ich nicht. Das ist auch völlig in Ordnung, aber wenn es in Pauschalurteile ausartet, stimmt da was nicht im 4. Lebensjahr.
Das Kind sieht das Fremde. Es hat Angst. Dann sucht es Ähnlichkeiten zu bisher Bekanntem und hat nicht mehr so viel Angst, weil es meint, damit umgehen zu können.
Alles, was angstbesetzt ist und in einen Symbolismus zu bringen ist, fördert die Kreativität. Möglichst schnell das Neue in ein Raster einzubringen nennt man "Intelligenz". Um die Angst zu binden, braucht man psychische Energie.
Wenn Mütter overprotecten und dem Kind alle Frustrationen ersparen, bleibt das Kind dumm, weil es nie gezwungen wird, Intelligenz zu entwickeln.
Phobien sind auf den Symbolismus zurückzuführen. Wenn man versucht, etwas zu benennen, dann nimmt man dem Ding die Angst. Latein-Klugscheißer haben daher nur Angst vor dem Gegenüber.
4. Lebensjahr: Mama hüpft noch. Die Allmachtssituation in der Familie ist schon noch da. Die Umwelt ist zwar auch da, aber mit steigendem Alter beherrscht das Kind das besser.
Die Sprache kommt ins Spiel: Wauwau! Später heißt das dann "Hund". Hund ist etwas sehr Abstraktes! Das Kind muss sich beim Wort "Hund" den Wauwau vorstellen.
Zuerst geschieht eine stimmliche Darstellung von Gegenständen (Wauwau, Töfftöff). Wenn das Kind dagegen geschnallt hat, was ein Hund und ein Auto ist, dann hat es das abstrakte Denken. Die Abstraktion ist das Ergebnis von Symbolismen.
Sobald sich das Kind ausdrücken kann und ihm passt was nicht, kann es das klar sagen: "Ich will das nicht!"
Wenn also ein Schläger nur mit Gezappel und Geschläger reagiert, ist er in seiner Kindheit schon VOR dieser Phase der Artikulation und Abstraktion stehen geblieben.
Das Kind kriegt mit, dass die Mutter reagiert, nur weil es (das Kind) denkt. Die Mutter sieht dem Kind an, dass es denkt. Kinder denken auch ganz deutlich, legen die Stirn in Falten, haben dabei klar angestrengte Gesichtsausdrücke. Das Kind meint daher, es braucht nur zu denken und dann geschieht das, was es will. Das ist die Periode des magischen Denkens.
Das Denken ersetzt das Handeln. Wenn man daher denkt, mit Gedanken kann man jemanden was anhexen, dann ist da eine Störung. Damit haben wir noch immer die Allmachtsidee gerettet und wir sind noch immer im 1. Stadium.
Die Allmachtsidee entwickelt sich immer dann, wenn man eine persönliche Minderwertigkeitserfahrung empfindet. Wenn das Kind sich im Klaren ist, dass es klein ist und auf der Welt absolut nichts zu melden hat, wäre es ja psychisch tot. Einen solchen Gedanken in aller Klarheit kann das Kind noch gar nicht verkraften.
In dieser Phase stehen Gebliebene schwanken gern zwischen: "Ich kann ja gar nichts" und "Ich kann alles!" (Diktatoren, Sektenführer)
Die Optimisten retten sich die Erinnerung an die Allmacht. Die Pessimisten merken sich nur die Versagungen: "DA war Mutter NICHT da!"
Wie schnell die Kinder lernen können, ist wichtig. Packen sie die feindliche Umwelt noch nicht, werden sie Pessimisten. Sie haben auch mehr Ängste.
Im Lustprinzip geht es darum, die Allmacht festzuhalten, damit man nichts tun braucht. In der Pubertät lässt man dann das Lustprinzip endlich weg. Man löst sich geistig vom Elternhaus und entwickelt das Realitätsprinzip. Man läuft nicht mehr der Allmachtsidee hinterher. Wir meinen, mit der Realität besser umgehen zu können.
Der Mensch versucht immer erst, ob er verdrängen kann und halluzinieren und wenn echt nichts mehr geht, dann erst entwickelt er das Realitätsprinzip bzw. Realitätssinn. Je mehr Minderwertigkeiten einer hat, desto mehr orientiert er sich am Lustprinzip.
Entwicklungen sind alle erzwungen. Der Therapeut ist natürlich dann grässlich, weil er Entwicklung betreibt.
Intelligente Kinder erfinden viele Ausreden, die dann auch funktionieren. Dadurch halten sie länger an der Allmachtsidee fest und darum sind Neurotiker alle nicht eben dumm. Der Verstand steht einem oft im Weg.
Wir wollen als reife Menschen nach Ferenczi mit der Realität leben. Man wird mit Unannehmlichkeiten konfrontiert: Man versucht so zu tun, als wär es gut! Mit dem Neuen in Kontakt gekommen, wird man versuchen, das zu ignorieren. Dann wird es geleugnet. In der nächsten Phase kommt es also zur Negativierung, das ist aber eine Anerkennung der Umwelt! Der Patient versucht sich was vorzumachen. Er diskutiert es zwar weg, erkennt aber damit eben das an. Wenn er leugnet: "Das ist NICHT grün!" heißt das nur, dass ihm ganz klar ist, dass es grün ist.
Unlustbejahung
Negativierung
Anerkennung der Umwelt
Der Therapeut sagt: "Ok, es ist nicht grün. Aber mal angenommen, es WÄRE grün! Was würden Sie dann denn machen?"
Diskutieren ist unproduktiv, denn es hilft, die Negativierung festzuhalten. Daher ist es als Therapeut das Wichtigste, die Klappe zu halten.
| Amtsarzt: Unlustbejahung |
ist: Eine Tatsache wird ignoriert. Die Negation wird negiert. Das kostet tierisch Energie, es andauernd zu leugnen! Die Verdrängung der Verdrängung kostet fürchterlich Energie. Am Ende schaut der Patient dem Unlustfaktor lieber ins Auge, weil das weniger anstrengend ist als die andauernde Verleugnung.
Die 2. Phase ist oft durch 2 Verneinung gekennzeichnet: "Es stimmt nicht, dass ich mich nicht um mein Kind gekümmert habe!" Jede Anerkennung der Realität ist in der Formulierung mit 2 Negationen verfasst. Wenn der Patient bei der doppelten Verneinung ist, dann auf alle Fälle die Klappe halten! Der Patient kommt dann schon von selber drauf.
Beispiel: Das kleine Kind hat Hunger. Es merkt: "Da stimmt was nicht" Es kommt zur motorischen Entladung. Beim Patienten kommt also die Wut. Er sagt Beleidigendes, er kann ja schon reden.
Wenn das Kind Hunger hat und dann gestillt wird und die Erfahrung gemacht hat, dass die Flasche nicht IMMER da ist, merkt es erst, dass es DAS (die Flasche, das Essen) vermisst. Man kann ein Objekt daher erst dann lieben, wenn man es mal gemerkt hat, dass es einem fehlt und man es gehasst hat. Man muss es hassen gelernt haben um es lieben zu können.
Wir können nur dann Menschen lieben, wenn wir festgestellt haben, dass sie nicht immer da sind. Ist der andere Mensch ständig da, sind die Triebe gemischt. Er ist selbstverständlich. Man vermisst ihn nicht.
Darum ist das ständig-da-sein nicht mehr emotional besetzt. Wenn keine Verlustängste mehr da sind, ist auch die Liebe weniger. Man bemüht sich als Erwachsener, die entmischten Triebe wieder zu vermischen.
Im eigenen Ich kann man auch was Unlustvolles haben. Man ist nicht vollkommen. Die kleinen Schwächen verdrängt man natürlich. Erkennen kann man die nur im Realitätsprinzip.
Im Realitätsprinzip gibt es auch Dinge, die halt einfach nicht so sind, wie man sie gerne hätte: die Anerkennung negativer Sachen.
Die Liebe geht nicht ohne Hass. Die Wut auf mich ist eine gesunde Wut.
Von seiner Therapietechnik findet Ferenczi die Übertragung sehr wichtig: wenn der Therapeut in die Rolle eines Elternteils reingeschubst werden soll, bzw. der Patient benimmt sich wie ein Kind. Wenn der Patient dem Therapeut z.B. droht, kann der Therapeut fragen, was denn im Alter von 4 Jahren war. Was fällt ihm dazu ein? Es folgt eine negative Übertragung!
Widerstände und Abwehrmechanismen, mit denen Ferenczi gearbeitet hat:
Thema des Schwindelns
Mädchen in der Pubertät
Sie müssen sich hinlegen
Schlaf = Lustprinzip!
Der Patient sagt, ihm ist es jetzt auf einmal schwindlig.
Therapeut: "Das macht nichts, gehen Sie ruhig in den Schwindel rein..."
Dann geht der Patient sofort raus aus dem Schwindel, denn er erwartet doch Mama mit dem Kamillentee, dann das Kind ist doch jetzt schwach. Bleibt das aus, haut seine Taktik nicht mehr hin.
Oder:
Therapeut: "Wenn Ihnen schwindlig ist, setzen Sie sich im Wartezimmer noch ein wenig hin" Fertig.
Patient: "Ich kann jetzt nicht Auto fahren, mir ist so schwindlig..."
Therapeut: "Dann rufe ich Ihnen ein Taxi."
Der Patient spielt ein Spiel und will nur Aufmerksamkeit heischen und Zärtlichkeiten erzwingen. Der Patient wartet auf einen negativen Verstärker.
Der Patient markiert Herzprobleme. Das erkennt man am kindlichen und weinerlichen Ton.
Patient: "Messen Sie doch mal meinen Blutdruck!"
Therapeut schmeißt ihm ein Blutdruckmessgerät hin: "Da - messen Sie selber!"
Schon geht es dem Patienten besser.
Das heißt einfach: weiter! Wir sind nur kurz vor dem Widerstand.
Der Patient hat Blähungen. Das ist ein Protest aus der 1. Trotzphase im 2. Lebensjahr.
Der Patient muss mitten drin aufs Klo. Wasser lassen beruhigt, ist eine super Ablenkung.
Therapeut: "Nein. Wir haben nur noch eine dreiviertel Stunde, jetzt nicht." Der Patient hatte ja vorher genug Zeit, aufs Klo zu gehen - das ist nur eine Ausrede.
Der Patient gähnt, hört nicht mehr auf zu gähnen. "Ich schlaf gleich ein. Es langweilt mich. Ich bin so müde, dass es jetzt gar nichts mehr bringt."
Therapeut: "Das macht nichts, wir machen jetzt weiter. Waren Sie schon einmal in einer Situation, in der Sie so müde waren?"
Der Patient hustet: Er versteckt damit Aggressionen. "DIR sag ich das jetzt nicht!" oder "DICH geht das gar nix an!"
Beim Asthmatiker ist das kritisch, aber ansonsten soll man sich vom Gehuste und psychosomatischen Spielchen nicht einschüchtern lassen. Im Notfall Rücksprache mit dem Arzt des Patienten halten.
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