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Seite erstellt/geändert am: 31.01.2004

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C.G.Jung war ein Leptosomer. Er betrieb analytische Psychotherapie - da gibt es nicht nur Freud, sondern auch Psychoanalyse nach C.G.Jung. Jung war ein Schüler von Freud, daher sind seine Grundgedanken ähnlich wie Freud. Jung hat mit schwerer Gestörten gearbeitet, Freud eher mit leichteren Fällen. Jung hat sich auch mit Okkultismus und Magie befasst. Er hat ein eigenes Tarot entwickelt. Damit hat er nicht die Zukunft voraus gesagt, sondern er hat sein Tarot zu projektiven Tests verwendet.

Reizworte

Jung hat vor der Psychoanalyse mit Assoziationsstudien gearbeitet. Wenn man einem Patienten ein Reizwort sagt und der Patient assoziieren muss, misst man die Reaktionszeit. Was dabei raus kommt beschreibt einen Komplex, der im Inneren der Psyche verborgen ist, z.B. man sagt "Mutter!" und misst nun mit der Stoppuhr die Reaktionszeit.

- Ist sie lang, ist das Reizwort überbesetzt, also hier ist ein Komplex!
- Eine verzögerte Reaktion weist auf Vorstellungsgruppen hin (gefühlsbetont), d.h. der Patient ist seiner Mutter nicht ganz grün und hegt Ambivalenzen.
- Vegetative Reaktionen, z.B. der Patient wird rot oder blass, er schwitzt, hält den Atem an, etc. sind ebenfalls Hinweise auf Komplexe.

Man kann im Rahmen einer Anamnese dem Patienten Reizworte an den Kopf werfen oder man nimmt die Reizworte aus der Rede des Patienten und aus der Reaktion erkennt der Therapeut, in welcher Richtung er arbeiten muss.

Nette Reizworte sind:
Mutter, Vater, Geschwister, jüngere Geschwister, Partnerschaft, Beziehung, Ehe, Schwangerschaft, Kinder, Tod, Abschied, usw. - denn dazu sind oft im Hintergrund Konflikte vorhanden.

Beim Mann verwendet man auch noch folgende Reizworte:
Erfolg, Geld, Ehrgeiz, Aufstieg

Bei Assoziationsübungen kommt der Patient bei seinem Ding (Komplex) raus - also wenn er immer dasselbe erzählt (Synonyme), wenn das eine Richtung hat und Inhalt und Folge.

"Was fällt Ihnen ein zum Thema 'durchsetzen'?" - der Therapeut fragt kurz und unbestimmt, damit der Patient richtig ausführen kann: "Ich setze mich durch", "ich will mich durchsetzen" oder "ich kann mich immer nie durchsetzen".

Damit kann man arbeiten und spart sich mind. 2 Therapie-Stunden zur Analyse.

Der Therapeut macht sich ein Schema: "Wie klopf ich auf den Busch und was frag ich den?"

Libido

Die Libido bei C.G.Jung ist definiert als die allgemeine Triebenergie bzw. schlichtweg die Lebensenergie. Sie ist bei jedem lebenden Wesen vorhanden. Sie geht immer nach außen. Das Kind liebt seinen Teddy, dann die Mami, dann den Partner, dann eigene Kinder...

Die Libido drückt sich in Symbolismen aus. Ich bin in einen Menschen so verliebt und derart von ihm ergriffen, er ist ja so toll, ich kriege Herzklopfen, kann nicht schlafen (vegetative Symptome) - das ist die Libido! Später wurden daraus in der Lehre von C.G.Jung die Archetypen.

Ein Mensch, der in mythologischen Gedanken denkt, der romantisch denkt, ein Dichter, der vor einer Blume in den Staub fällt und sie anbetet - der ist libidobesetzt.

Libido heißt: ergriffen sein

Jeder, der nicht schwer gestört ist, sollte dazu fähig sein! Mystizismen sollte man erlebt haben. Daraus wurden später die Archetypen entwickelt.

Der Psychoanalytiker muss die Psyche in Schubladen einteilen. C.G.Jung hatte dafür 3 Themen:

Wenn viel Kontakt nach außen da ist, öffnet man einen Kanal. Es kann dadurch auch Energie nach innen rein fließen. Der Patient ist von außen beeinflussbar. Wenn das Wetter Scheiße ist im Herbst, hat der auch sofort seine SAD (=Saisonal Abhängige Depression).

A) Extraversion

Der Kanal ist offen. Der Patient kann erleben, fühlen, ist zu tiefen Gefühlen fähig, schreibt Gedichte etc. Er ist auch beeindruckbar und sogar labil. Er hat eine mangelnde Abgrenzung. Motivation erreicht er durch äußere Faktoren.

B) Introversion

Menschen, die sich selber genug sind. Sie schöpfen Motivation aus dem eigenen Selbst. Sie können auch ohne die anderen glücklich werden. In der Sicht der anderen sind Introvertierte nicht zu tiefen Gefühlen fähig. Sie sind auch nicht so stark von außen ablenkbar.

Die goldene Mitte: der Dualismus - man sollte von beidem etwas haben. C.G.Jung hat drei oder vier Bücher über Dualismus geschrieben.

Der Wechsel zwischen Introversion und Extraversion ist das Normale und Gute. Damit es einheitlich wird, braucht man beides. Je schneller er wechseln kann, desto adäquater und gesunder ist ein Mensch.

Musterpsyche

Aus der Unterhaltung kann man finden, wie ein Mensch denkt. Sind ihm mehr kognitiv-rationale Schlüsse wichtig oder sagt er sich "ach, das wird schon gehen..."

1) rationaler Anteil
2) irrationaler Anteil

rational

...ist das, was man aufschreiben kann.

1) (Erlebnis des) Denken(s)
Es sind kognitive Menschen, die "eiskalten Logiker". Sie wollen alles ganz logisch erfassen. Sie wollen alles, was man wahrnimmt, in ein Schema der Logik bringen.

2) Fühlen
Es ist eine Wertung: Passt das für mich oder nicht - Lust und Unlust.

Das Denken und Fühlen ist bewusst, daher zählt es zur rationalen Schiene des Bewusstseins.

irrational

1) Empfindung
Es ist eine Sinneswahrnehmung. Man merkt, dass da irgendwas ist, weiß aber nicht, was. Man kann nichts klar sagen.

2) Intuition (ist nicht gleich Hellsehen!)
Bauchgefühl outputtet schon, was ich will und was nicht, ich weiß aber nicht, warum. Es kommt daraus das "um die Ecke sehen", denn im Unterbewusstsein verarbeitet man so viel und es outputtet z.B. eine Warnung ins Bewusstsein. Das Unterbewusstsein sieht es ganzheitlich, da kommen irgendwelche Schwingungen rüber, die man rational gar nicht erfassen kann (z.B. olfaktorische Reize).

Das Bewusstsein ist in der Hirnrinde (Cortex), das Unterbewusstsein weiß man nicht (vielleicht im lymbischen System?).

Die Intuition ist damit eine unterbewusste Verarbeitung von vielen Informationen. Der Patient hat ein saublödes Gefühl. C.G.Jung gibt was darauf und meint: "Vielleicht hat er ja Recht?"

Man darf die Intuition allerdings nicht auf die rationale Ebene bringen, denn das führt zum Informationsverlust! Grad als Therapeut braucht man Intuition. Intuition ist etwas, was nicht logisch begründbar ist. Man soll Intuition nicht auseinander klabustern, da sie eine unbewusste Spielart der bewussten Psyche ist.

3) Unterschied zwischen bewusst und unbewusst
Die Psyche ist nach C.G.Jung wie ein großer Kochtopf, und ein Teil ist ganz unten, der "Bodensatz" - natürlich unbewusst. Man kommt da auch nie ran. An dieser Stelle ist Jung anders als die anderen Analytiker.

Ganz oben im Topf ist eine dünne Bewusstsein-Schicht. Der große (gepunktete) mittlerere Bereich ist das nach Freud verdrängte Unbewusste. Das Feuer unter dem Topf kommt durch die Tätigkeit der körperlichen Organe und kocht alles durch. Es steigt daher von unten immer ein bisschen was auf. Das können Halluzinationen sein oder Wahn... Es kann auch Jahrzehnte lang in der Mitte bleiben. Der Patient sieht das Thema nicht, nur der Therapeut hat ein vages Gefühl, dass da was ist. Kommt es nach oben, hat man ein Aha-Erlebnis.

Jeder Geistesblitz, jede Intuition, spontane, psychische Äußerung, alles, was einen Menschen ausmacht, hat einen Vorlauf. "Jetzt weiß ich's!" hat einen Vorlauf und ist schon lang im Unterbewusstsein gefestigt. Beispiel: Man räumt endlich mal wieder das Bücherregal auf und sieht ein Buch und denkt "Mensch, könnt ich auch mal wieder lesen" und ... DA steht's! Genau DAS ist es, was man die ganze Zeit schon gedacht hat! Jetzt hat man's endlich!

Patienten, die krank sind, Mangelerscheinungen haben, sind wesentlich schwerer zu motivieren als Gesunde.

Alles ist im Unbewussten schon vorgefertigt und man sucht das nur. Das Unbewusstsein schläft nicht - es arbeitet im Schlaf. Es kann Jahrzehnte dauern, bis man es rafft, dass da was da ist. Meistens sind da so Stopps dazwischen und das ist die Aufgabe des Therapeuten, dieses Stopps auf die Seite zu räumen, damit die Energie endlich nach oben kann.

Der Bodensatz (C.G.Jung ist der einzige, der so einen Bodensatz in seiner Theorie überhaupt drin hat): Falls man da ran kommen könnte, wird der Patient schizophren, dreht durch - also soll man das auch unten lassen. Mit Drogen dagegen kann man da hin kommen und dann kann man schizophren werden. Darum soll man lt. Jung den Bodensatz da lassen, wo er ist. Alle anderen Analytiker sagen dagegen: Möglichst viel bewusst machen!

Mit Psychotikern, die schon kurz vor dem Bodensatz sind, kann man nicht arbeiten/umgehen.

Lt. Jungs späteren Schriften kommt dieser Bodensatz ins kollektive Unterbewusstsein.

Die Therapie nach C.G.Jung ist, den schmalen Streifen des Bewusstseins zu erweitern, indem ich von den verdrängten Seiten Raum nehme. Aber nicht alles nehmen, sondern das Verdrängte im Groben verdrängt lassen. Gewisse Sachen sollen lieber nicht bewusst gemacht werden.

(Bis daher weiß es auch der Amtsarzt)

Archetypen

(Der Amtsarzt braucht das nicht)

Archetypen sind Empfindungen. Sie werden deutlich bei Krankheiten und Schizophrenie. Schizophrene haben bestimmte Wahrnehmungsarten, die zwar nachvollziehbar sind, aber nicht normal.

Ein schizophrener Patient Jungs hat beispielsweise mal behauptet, dass aus der Sonne ein Schwanz rauskommt. "Klar" sagte Freud "verdrängte Triebenergie!" Nur: Dieses Bild gibt es auch als Piktogramm in den ägyptischen Hieroglyphen! Der Joke: Diese waren damals erst vor 50 Jahren soeben entdeckt worden und der betreffende Schizophrene kannte sie mit Sicherheit nicht. C.G.Jung sagte daher, dass Archetypen dem kollektiven Unterbewusstsein (Mythos) entstammen.

Wie die Erde entstanden ist, etc. - sowas sind alles Archetypen. Wie Gasbläschen steigt die psychische Energie aus dem Bodensatz auf, sucht sich eine Form und wird zum Archetypen. Die Gasbläschen steigen als unbestimmtes Geblubber durch das Unbewusste auf und suchen sich im Bewusstsein ein Tor, durch das sie sich an die Oberfläche arbeiten, wo sie sich dann im Sinn des Tores artikulieren. Archetypen sind Artikulationen von Energie, die von innen raus kommt und mit unterschiedlichen Begriffen einher gehen können. Jeder Mensch hat andere Möglichkeiten, wie er seine Archetypen artikuliert. Durch welches Tor die Gasblase der psychischen Energie durchblubbert, so drückt es der Mensch dann aus und so ist der Archetyp. Wenn mehrere Tore zum Bewusstsein da sind, durch die die Energie kommen kann, kann man mehr Archetypen empfinden. Immer wenn tiefe, beeindruckende, heftige Gefühle dabei sind, sind es Archetypen - und die entstehen an der Grenze vom Unbewusstsein zum Bewusstsein.

C.G.Jung: Eine Anzahl bestimmter Löcher (Tore) ist von Geburt an vorgegeben und darüber hat auch jeder noch seine eigenen Tore.

 
Das Apfelmännchen ist auch ein Archetyp!

Je ausgeglichener man ist, desto bessere und mehr Archetypen hat man. Wer kurz vor dem Druchknallen ist, hat mehrere Archetypen gleichzeitig.

Ein Archetyp ist eine angeborene Möglichkeit, psychische Energie zu binden und zum Ausdruck zu bringen, sie zu erfahren. Die Energie wird im Bewusstsein strukturiert.

Der Schizophrene mit seiner Ich-Schwäche lebt nur in diesen Archetypen. Drum hat er so spinnerte Ideen. Zu viele mythologischen Bilder und zu viel Wahnhaftes ist nicht gut.

Was sehr beeindruckend ist (Archetypen) hinterlässt tiefe Spuren. Das Leben ist nicht mehr dasselbe. Die Archetypen beeinflussen die Wahrnehmung der Umwelt. Wenn man genügend archetypische Gefühle hatte, ist man nicht mehr der Alte. Es hat sich eben was gelöst.

Esoterik! Todesangst und Schuldgefühle können auch Archetypen sein.

Jung sagte: Der Archetyp selber ist nicht fassbar. Er ist nur eine Vorstellung und nur in seiner Wirkung fassbar (vegetative Symptome). Deswegen fährt man in den Urlaub! Um Archetypen zu erleben. Leute ruinieren sich, nur um das noch einmal zu erleben!

Der Leptosome bringt seine Archetypen in Abstrakta.

- Jung prägte den Begriff der goldenen Schlange. Sie ringelt sich um einen goldenen Kelch oder Thron, sie ist sehr weise ... solche Bilder.
- Ein schöner Archetypus ist auch eine Hexe im Traum. Sie ist etwas Ambivalentes.
- Ein Held, der Jungfrauen rettet und Drachen erschlägt.

All das sind Archetypen!

Für den einen ist das alles Blödsinn, für den anderen sind es Archetypen. Bei Archetypen bestehen sehr viele Ambivalenzen.
Beispiel: das Meer! Nahe am Wasser, aber nicht zu nahe, lieber nicht, aber es ist doch sehr schön. Das Gefühl des Archetypen ist auf der Bewusstseinsoberfläche, aber der Bodensatz ist auch noch da und gibt eine unheimliche, bedrohliche Komponente dazu; er macht das Ganze ambivalent.

Archetypen soll man nicht unterdrücken!
An die Grenze des Bewusstseins soll der Therapeut helfen.

Ein Archetyp ist Mutter. Sie ist ambivalent. Sie ist die nährende Mutter, fürsorglich, sie kocht, dient. Sie ist aber auch die verschlingende Mutter "ich habe dir das Leben gegeben, nun gib du mir deins!"

Die Blubberblasen der aufsteigenden psychischen Energie können auf halbem Weg schon mal geblockt werden, müssen aber irgendwann raus. Zumindest in Träumen kommt der Archetyp raus, und da arbeitet man weiter damit und sucht den Komplex dahinter um ihn zu klären.

Animus

Das männliche Prinzip. Es ist veränderungsorientiert. Das, was man schon immer gemacht hat, hasst man. Darum ist der Mann für die Hausarbeit so ungeeignet. Er ist aggressiv. Der Animus setzt sich auch gut durch "hee, Sie, hören Sie mal!". Ambivalent wird es, wenn es zu viel wird - das taugt natürlich auch nicht.

Animus ist nicht das Männliche, sondern das männliche Prinzip. Er kann auch bei Frauen vorkommen. Manche Frauen haben zu viel davon und das ist auch nicht gut. Sie unterdrücken das auch gern.

Anima

ist nicht das weibliche Prinzip, sondern mehr!

Jungs Bilder sind anachronistisch, also eben seiner Zeit entsprechend, der Zeit der Jahrhundertwende. Da lebt die Frau die Demut aus unter dem Mann. Die Anima ist daher eher das nicht offensichtliche Prinzip im Hintergrund.

Der Mann: "Ich will!!!" Jeder holt ihm das sofort.
Die Anima: "Liebling, wolltest DU nicht mal... hihihihi" Weil Liebling noch meint, dass ER wollte, ist er so deppert und holt das Ding und erfüllt damit im Grunde nur das, was die Frau wollte. Die Anima kann sich damit viel besser durchsetzen, nur nicht gerade aus! Immer schön außenrum.

Der Animus ist oberflächlich. Er erkennt alles, was im Untergrund abläuft, nicht an. Wer also erfolgreich und nach außen ist, setzt sich nicht mit dem Inneren auseinander.

Das Anima-Prinzip ist alles, was nach innen gekehrt ist - das weibliche Prinzip der Jahrhundertwende. Die Anima arbeitet mit mystischen Verborgenem. Da blickt man auch nicht so durch, weil keine Spielregeln erkenntlich sind. Die Anima hält sich aber sowieso nicht an Spielregeln, also ist es auch schon wurst. Die Anima ist ein Querschießer und bringt, was man nicht erwartet. Sie ist nicht abschätzbar, ohne Spielregeln.

Anima ist vom Archetyp her eine Kraft, die halt einfach da ist. Z.B. das Unterbewusstsein. Ja, haha, mach mal da was dagegen!

Die Anima verkörpert "eigentlich", alles, was launisch ist, nicht zuordnen ist. Die Anima ist ganz tief in der Psyche verborgen, kommt schon fast an den Bodensatz ran. Daher ist die Anima der Vorzeit zugeordnet, zurück in die Menschheitsgeschichte.

Das Paradies ist ein Prinzip, das vielleicht ganz unten ist? Dort, wo das Chaos noch sein darf (Tiamat, Tiamat!!! Tiamat ist für mich die Anima und Marduk der Animus.) Viele sagen gern "früher war alles besser" - das ist die Anima. Wer sagt "ich will meinen Tagesablauf mal endlich richtig strukturieren" tut dies kraft seines Animus'.

Die Anima ist das, wo man grad noch hinkommen darf - aber bitte nicht weiter! Die Anima erfahre ich nur dann, wenn ich derart am Boden bin, dass ich mein, es geht nicht mehr. Das Bewusstsein muss weg sein, das verdrängte Unterbewusstsein muss auf der Seite sein. Wenn ich panische Ängste habe, die totale Niederlage - dann kommt die Anima.

Therapeut: Wie tief gehe ich?

Ist der Patient bei der Anima, baut er eine neue Persönlichkeit auf (siehe auch Familienpsychologie, Zerschlagen der alten Strukturen).

Urschreitherapie

Wenn man sich ganz tief auf sich selber einlässt, sieht man, dass da noch ne ganz starke Kraft ist, auf die man sich auch echt verlassen kann. Eine Panikattacke ist ein Anima-Erlebnis.

Anima ist, was fremd ist, faszinierend, gefährlich.
Das Alien ist ein Anima. Es ist schleimig und schmierig und fürchterlich eklig, aber man schaut DOCH hin! Daher lieber nicht so sehr mit der Anima auf Kontakt gehen.

Die Anima ist lt. C.G.Jung die stärkste Kraft.
Das Selbst, das Selbstbewusstsein ist die Anima.

Anima ist etwas furchtbar Abstraktes, das mit einem starken Gefühl einher geht.

0,5% seiner Anima sollte der Mensch spüren und das nennt er "psychisches Leben".

Im Fieber treten viele Archetypen auf, Fieber hilft vor Krebs. Wenn durch ein Fieber die Archetypen alle mal ordentlich rausgelassen werden, wird die Psyche wieder durchlässig. Fieber heißt, den ganzen Tag schlafen und nichts tun (denn tun ist Archetypen unterdrücken, da man dabei nachdenkt.).

Fiebertherapie: Man kriegt Stabilokokken gespritzt, es erfolgt eine Toxikation. Das Immunsystem geht hoch, ständig wird Fieber gemessen und einer steht ständig mit der Spritze (Gegenmittel) daneben, falls das Fieber zu hoch wird. Das macht man 8 Stunden, dann ist der Patient restlos fertig. Es haut ihm alles zusammen und der Patient kommt mit seiner Anima in Kontakt.

Fantasie, Malen, kreativ sein, katatymies Bilderleben ... das alles sind stecken gebliebene Klümpchen, Gasblasen, und diese kommen dadurch raus.

C.G.Jung: Wir werden dressiert auf bestimmte Sachen durch Erziehung. Wir können theoretisch alle Zustände (Introversion, Extraversion) annehmen.

Bis 35. Lebensjahr soll man erfolgreich sein, der Denkmodus im Vordergrund, der Intuitionsmodus ist im Hintergrund. Es sind sog. Schatten definiert als alle Bereiche der Psyche, die ich leben könnte, aber nicht tue aus irgendeinem Grund.

Dem Patienten klar machen, dass die anderen Seiten seines Ichs auch noch da sind. Individuation bedeutet, dass ein Mensch in der Lage ist, alle Facetten seiner Persönlichkeit zu leben/einzusetzen.
Bis 35 rennen wir nur hinter irgendwas her, was unsere Eltern uns anerzogen haben. Im Unterbewusstsein ist aber die Intuition - im Schatten. Wenn einer sehr viele Schatten hat, findet er Intuition blöd und hält intuitive Leute für Spinner. Er kann nämlich bis 35 die anderen Teile seiner Psyche nicht leiden.

Über 35 lernt man das, was man als "tolerant" bezeichnet. Je nachdem kann man einen Patient auch helfen: Wo hat er seinen Focus, davon etwas weg nehmen, damit er mal auch auf die Schatten schaut.

der Intuitionstypus

Element: Feuer

Schwächen: Er ist der typische Choleriker.

Er ist spontan, impulsiv, begeisterungsfähig. Er ist sehr gut in der Lage, Empfindungen nach außen zu bringen. Er ist sehr leistungsorientiert, mutet sich evtl. zu viel zu. Nimmt er was Neues, kann das Alte dann schon mal liegen bleiben. Er ist sehr schnell und schafft dann auch *zackzack* alles.

Wettbewerbsorientiertheit: "Erfolg? Den HAT man!" Er kriegt es dabei gar nicht mit, dass er damit andere ärgert.

Kritikfähig ist er nicht, er geht die Palme hoch, insbesondere, wenn die Kritik auch noch berechtigt ist. Er hat eine hohe fluide Intelligenz, er blickt schnell durch. Er macht nach außen ein Getöse, fühlt sich aber vielleicht auch unsicher. Alles muss Spaß machen.

Er ist der Vorwärtsverteidiger. Er inszeniert ein Drama, Familienvollversammlung und Theater, Trara. Alles, was mit Kampf zu tun hat, braucht er.

Er hat selten Träume, weil er lässt ja alles gleich an Ort und Stelle raus und braucht daher im Traum nicht mehr viel verarbeiten. Wenn er träumt, dann neigt er zu Fallträumen: Er fällt, aber er kommt nie an.

homöopathisches Mittel: Nuxvomica (Potenzierung C30)

Wenn er Albträume hat und dann im Wachsein noch Angst hat, sollte er daran arbeiten, weil die Gasbläschen noch nicht ganz draußen sind.

der Empfindungstypus

Element: Erde

Er ist sicherheitsorientiert, hat zielgerichtete Problemlösungen, Verhaltenstherapie ist für ihn optimal. Er ist etwas athletisch. Er stellt die Kosten-Nutzen-Rechnung auf: "Moment mal, hat man denn was davon? Ist das auch vernünftig?"

Gefühle schenkt, bringt, investiert man. Daher liebt er sie nicht, denn das ist ja ein Risiko.

Sein Thema ist das Festhalten - er weiß seinen Kram in 20 Jahren noch. Er vergibt und vergisst auch nichts.

Er hat große Verlustängste, Angst vor Pleiten (Materielles), Existenzängste. Er ist ein Perfektionist, sehr ordentlich und braucht daher natürlich auch länger.

Sein Problemlöseverfahren ist aussitzen. Der Feuertyp geht dabei die Wand hoch, der Erdtyp merkt das gar nicht.

Schwächen: Knochen, Mineralstoffhaushalt, Bindegewebe

Traummotive: Veränderungen des Lebens z.B. eine Prüfung.
Der Patient sieht hinter den 28 Feldern der Amtsarzt-Prüfung die Prüfung des Lebens, Allmächd!

homöopathisches Mittel: Arsenicum album (C30)
Das muss man lutschen, da es durch die Magensäure kaputt geht.

Alles, was es wert ist, getan zu werden, ist es auch wert, übertrieben zu werden! Er macht Listen und schreibt alles auf.

der Denktypus

Element: Luft

Er ist sehr mental orientiert. Er braucht ständig neue Anregungen um sich weiter zu entwickeln. Die geistigen Anregungen müssen in eine bestimmte Richtung gehen, er studiert, macht weiter und spezialisiert sich.

Er denkt zwar, kanns aber nicht umsetzen. Er kann gut Ratschläge geben, diese stimmen auch, kriegt es aber selber nicht auf die Reihe.

Er ist ständig auf der Suche nach neuen Anregungen und überholt sich auch mal selber. Drum hat er große Angst, dass er nicht ernst genommen wird. Daher die Intellektualisierung.

Schwächen: Denkstrukturen, Neurosen, Gehirn.

Seine Probleme löst er mittels Rationalisierung. Er macht eine Liste, was zu dem Problem dazu gehört, setzt das aber nicht um. Dafür hat er 100 Ausreden und davon wiederum macht er gleich eine Liste .

Traummotiv: Gefahren, damit er ernst genommen wird. Er ist der Held, rettet die Menschheit und die ganze Welt.

homöopathisches Mittel: Quecksilber Mercurius

der Fühltypus

Element: Wasser

Schwächen: Lymphe, Ödeme, Blasenentzündung, alles, was mit Wasser zu tun hat

Er kann zwischen den Zeilen lesen. Er hat eine Empathie und weiß, was mit den Leuten los ist, denn er fühlt sie. Da er viel Empathie hat, ist er sehr verletzlich. Seine Stimmungen sind wechselnd.

Angst: Verlust der emotionalen Geborgenheit, starke Beziehungsängste, Verluste, verloren, verraten

Er kann sich nicht gut durchsetzen. Ist er gekränkt, zieht er sich zurück. Er verliebt sich unter Umständen so in seine Traurigkeit, dass er in Depressionen versinkt. Im Meer der Traurigkeit braucht man schulmedizinische Medikamente um wieder raus zu kommen.

Traummotiv: Ertrinken, aus einem Boot fallen, sinkendes Schiff im Meer

homöopathisches Mittel: Ignatia

C.G.Jung meint, bis 35 wird man geprägt und bis 65 sollte man alle Facetten mal gelebt haben.

Tarot

C.G.Jung hat ein schönes Tarot mit lauter Archetypen entwickelt.

Der Patient sucht sich eine auffallende Karte raus. Er soll die Bilder der Karten anschaun und beurteilen: gefällt mir, fällt mir auf. Jede Karte des Jung'schen Tarots hat ein Thema = psychotherapeutische Diagnostik.

Auf den Karten finden sich sehr viele Symbolismen, viele Elemente. C.G.Jung hat sich bemüht, einen Komplex mit möglichst vielen Archetypen zu füllen.

Das psychologische Tarot nach C.G.Jung ist vergriffen. Sollte man es mal in einem Antiquariat finden, dann gleich mitnehmen!

Weiter:
Vortrag zu C.G.Jung



Erstveröffentlichung: 31.01.2004

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