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| Seite geändert am: 28.11.2004 | |||

Viktor E. Frankls Idee wie man mit Neurotikern umgehen soll, ist die paradoxe Intervention oder paradoxe Intention. Das funktioniert bei solchen Leuten recht gut, die schon sehr viel mit sich gearbeitet haben (therapeutische Erfahrung). Es ist eine kurze Therapie (6-8 Sitzungen). Sie eignet sich super für Angst- und Zwangsneurosen.
Der Patient hat eine Erwartungshaltung z.B. Zwangspatient. Er weiß es, dass er seinen Blödsinn wieder macht. Bei Ängsten und Zwängen ist die Erwartungsangst sehr stark. Der Patient weiß, dass es wieder passiert, was er nicht sollte, aber er macht es auch wieder. Z.B. Angstneurotiker: Er soll nun mit unangenehmen Leute geschäftlich Kaffee trinken gehen. Es zittern ihm dabei die Finger. Weil er das weiß, zittern sie noch viel mehr! Die Symptomverschreibung geht nur mit Leuten, die wissen, warum das so ist. Wer das nicht weiß, braucht auch keine paradoxe Intention.
In der Therapie wird gemeinhin immer was unternommen, damit das nicht wieder passiert. Die Erwartungsangst ist aber trotzdem da.
Frankl: Wieso soll man was dagegen machen? Wir üben jetzt das Kaffee-Zittern! Und siehe da: Es funktioniert erst dann, wenn man davor Angst hat. Wenn es absichtlich sein soll, funktioniert es nicht. Man nimmt dem Patienten also die Erwartungsangst: "So Herr Meier, nun werden Sie mal richtig rot!"
Patient: "Wovor ich Angst habe, ist die Angst vor der Angst. "
Frankl: Man verschreibt das Symptom, damit der Patient vor dem Symptom keine Angst hat.
Es geht nur bei Patienten, die keine tiefen Neurosen oder Persönlichkeitsschädigungen aufweisen, sondern nur bei normalen Leuten.
Der Patient arbeitet mit dem Symptom, das ist eine Konditionierung: die Anbietung eines neutralen Reizes in nicht bedrohlicher, idealisierter Umgebung. Es ist nur eine Symptombekämpfung und funktioniert nur wenn kein tieferer Hintergrund vorhanden ist.
Beispiel: Herzklopfen. Die Symptome, die der Patient los haben will, wünscht er sich herbei. Das dekonditioniert.
Patient: "Ich befürchte, ich werde verrückt". Der Patient hat Angst, dass er überschnappt. "Ja, bitte. Also dann werden Sie doch mal verrückt."
Manche Leute wollen sich vor ein Auto schmeißen (Zwangsgedanke). Der Patient soll sich das vorstellen. Der Therapeut beschreibt das recht lustig, dass man richtig lachen muss.
So etwas macht man nur bei einem einzelnen Symptom.
Bei Furcht vor Allergie, vor dem Umfallen: Es soll eine Projektion sein und der Patient soll es sich nur vorstellen - er "fällt" um und wartet auf den Notarzt - der kommt nicht - ganz schrecklich. Er soll sich das alles nur schön vorstellen und dann kapiert er es schon und lacht drüber! So kriegt man das ganz gut in den Griff.
Es ist in etwa wie Flooding, aber 2 Stufen leichter.
Diese hat Frankl zur Zeit von Freud entwickelt, wo psychisch Kranke erstmalig als Patienten anerkannt worden sind (man hat es endlich als Krankheit begriffen, vormals waren die Patienten nur als Verbrecher oder boshafte Übeltäter betrachtet worden).
Der Mensch, der eigentlich leidet, leidet an seinem sinnlosen Leben. Wenn man einen Sinn im Leben hat, erträgt man auch Schicksalsschläge besser. Frankl war Jude und war Jahre lang im KZ. Er hat sich aber seine Herzenswärme trotzdem bewahren können.
Der Therapeut versucht dem Patienten den Sinn seines Lebens beizubringen: die Richtung, in welche er denken soll. Es soll ein Ziel da sein, daraus ergibt sich Sinn und Verantwortlichkeiten. Frankls Lehre ist sehr philosophisch. Man diskutiert mit dem Patienten über philosophische Sachen.
Zuerst sollte der Therapeut seinen individuellen Sinn gefunden haben. "Warum sind wir hier auf Erden?" Das ist sehr wichtig. Ein Psychotiker kann sich diese Frage nicht stellen. Der Patient sollte dabei schon ein bisschen denken können und nicht strohdumm sein.
Man soll nicht 24 Stunden am Tag danach suchen, sondern manchmal taucht diese Frage auf: in Entwicklungs- oder Lebenskrisen, wenn man stirbt, wenn's nicht so ruhig ist, dann kommen diese Fragen auf. Das Falscheste ist daher, in solchen Stimmungen Medikamente einzuschmeißen! Man soll sich mit dieser Frage auseinander setzen. Gibt es keine Antwort, darf die Frage nicht negiert werden: Kein TV-schaun, denn da gibt's die Frage nicht. Man betäubt sich: Alkohol, Drogen, Rausch. Die Leere ohne diese Frage muss mit irgendwas gefüllt werden. Frankl meint, dass alles, was zu viel betrieben wird, nur eine Flucht vor dieser Frage ist.
Man kann die Leute regelrecht danach einteilen: stellen sie sich diese Lebenssinn-Frage oder nicht?
Es gibt auch welche, die ihre Mitte gefunden haben. Die brauchen dann nur noch Hilfe zur Ausarbeitung.
Ein Ziel ist das Wichtigste im Leben - dann braucht man auch keinen mehr von außen, der es einem sagt, z.B. einen Führer, Diktator, Guru, etc..
Behütete Leute tun sich da sehr hart. Die Leute, die schon viel auf den Deckel gekriegt haben, stellen sich die Frage eher.
Leute, die sehr alt werden, haben ihre Mitte gefunden. Die Denkmuster haben körperliche Auswirkungen. Die Finder werden auch älter und sind gesünder.
Wenn man seinen Sinn gefunden hat, schnallt man auch, was der Sinn der Welt ist. Dann kann man auch sagen: "Ich habe meine Aufgabe erledigt. Ich kann jetzt gehen." Man soll sich geborgen im Universum finden.
Wenn man stirbt, sollte man die Frage gelöst haben, weil da kommt sie meistens und sollte schon gelöst sein, weil sonst schafft der Sterbende es nicht mehr - es kommt zu schlimmen Todeskämpfen.
"Der Mensch lebt nach dem Lustprinzip" sagte Freud. Frankl meint, das Lustprinzip ist nur Folge des Ziel des Lebens. Das Lustgefühl ist, dass der Mensch sich selbst erkennt. Freude und Ausgeglichenheit kriegt man nur durch inneren Sinn, nicht durch ein großes Auto oder Reichtümer, etc.. Das Lustprinzip soll man daher ersetzen durch das Sinnprinzip.
Sinn ist immer gebunden an die einzelne Situation. "Die Situation IST halt so und ich nehme sie an." Was macht man nun daraus? Der Platz, an den einen das Leben gestellt hat, soll ausgefüllt werden.
Der Sinn des Lebens ist ein Ziel, das sehr weit weg ist. Drum kann man auch mal da rum gehen oder hier rum, da kommt man auch hin. Man wird so toleranter.
Der Platz "jetzt" soll akzeptiert werden in Hinblick auf das ferne Ziel.
Erlebniswerte: Schönheit der Natur, da kann man Kraft tanken. Es gibt immer irgendwelche Möglichkeiten, auf sein Ziel zuzugehen, z.B. die menschliche Entwicklung. Eine menschliche Existenz kann nie sinnlos sein.
Es kann passieren, dass sich ein Mensch in der Pubertät die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt, keine Antwort findet, die Frage negiert und sich nur noch dem Materialismus zuwendet. Das ist eine Flucht.
Leitlinie ist die psychische Gesundheit.
Wenn man einen Sinn hat, kann man auch mal sterben. Weil wir wissen, dass unsere Zeit begrenzt ist, treibt es uns da hin, auch die unangenehmen Sachen mal zu machen. Die Tatsache, dass wir sterben, bringt uns den Augenblick näher.
Konfrontation mit dem Sinn des Lebens ist die Logotherapie. Man soll das nicht bei endogen Depressiven machen, die brechen ja schon bei der Frage zusammen.
Wir haben eine Richtung, ein Ziel sooo weit weg, noch sooo viel zu tun - eine Spannung. Der Neurotiker weicht dieser Spannung aus. Er findet dann Pseudolösungen oder stellt sich die Frage nicht mehr. Als Nichtneurotiker sagt man: "Hier bin ich und das Ziel ist daaa hinten." Der Nichtneurotiker ist in der Lage, diese Spannung auszuhalten. Das ist ein Handlungsantrieb. Wir haben unser Ideal nicht erreicht, dann tun wir halt was dafür. Das ist ein Antrieb für Handlungen. Der Mensch kann sich eigentlich nur in dieser Spannung entwickeln. Es ist die Spannung zwischen Realselbst und Idealselbst.
Jede Therapie versucht, die Spannung zu verringern. Frankl will aber das Unlustgefühl dem Patienten nicht wegnehmen, weil sonst entwickeln sich die Leute ja nicht mehr. Frankl: Ein Symptom ist ein Handlungsantrieb und Zeichen einer Normalität. In diesen Spannungen haben wir einen Selbsterfahrungsantrieb. Daher nimmt er dem Patienten das Symptom nicht.
Es gibt 2 Kategorien von Menschen:
Schrittmacher = konfrontieren, sie sind immer dagegen
Ruhestifter = ja, sie machen das
Neurotiker = er ist entweder gegen alles oder für alles, also nur dies ODER das. Der Nichtneurotiker kann wechseln und ist flexibel.
Frankl sagte: "Heutzutage" (wohlgemerkt: das war 1930-1940!) will keiner mehr diese Spannungen aushalten. Es wäre ja die Erkenntnis, dass man doch nicht so toll ist. Der Mensch hat verlernt zu verzichten.
1) Er möchte keine Spannungen
2) Er möchte auf nichts verzichten
Er hat keine Frustrationstoleranz und ein immer stärkeres Anspruchsdenken.
Um als philosophische Wesen existieren zu können, braucht man ein Ziel. Künstliche Ziele sind Spannungen im Leben, in denen man was klaut (!), Extremsport macht, etc..
Jeder Mensch braucht eine Spannung, aber nicht die, die er hat, sondern er sucht sich selber die Spannung - die macht aber Körper und Psyche erst recht kaputt.
Das Individuum ist einmalig. Aber die Einmaligkeit ist nur im Vergleich mit anderen, denn allein IST etwas einfach nur. Wir brauchen andere Menschen zum Erleben der Einmaligkeit. Er ist allein unvollkommen, ein Einzelindividuum allein hat eigentlich gar keinen Sinn des Lebens - dieser ist nur als Teil im Ganzen möglich. Nur im Vergleich mit anderen ist der Mensch was Besonderes. Nur das Ganze gibt dem einzelnen Menschen einen Sinn. Sinn des Lebens beinhaltet immer die anderen, die soziale Struktur.
Ein ganz anderer als die anderen ist abnorm. Er ragt aus der Menge heraus. Die Andersartigkeit ist nur dann zum Vorteil, wenn man ihn im sozialen Kontext betrachtet. Je individueller er ist, desto anders ist er zu den anderen.
Die individuelle Existenz braucht die Gemeinschaft und Umgebung.
Spezialisierte Menschen werden zu einer guten Gruppe. In der Gemeinschaft braucht es individuelle, besondere Leute. Von dieser Gesellschaft unterscheidet Frankl die Masse. Der Massenmensch trägt gern eine Uniform, er ist ein Austauschwesen, ein Gleichgerichteter. Gemeinschaft möchte besondere Leute - so wie eine Familie, jeder hat seinen Platz und ist besonders und fühlt sich wohl. In der Masse soll sich das Individuum immer gleich verhalten und keiner hat Verantwortung. Die Masse führt zu einer Rückwärtsentwicklung, man muss sich nach den schwächsten Glied richten, damit sich alle gleich verhalten können. In der Gruppe, Gemeinschaft dagegen ergänzt man sich gegenseitig.
Verantwortung erwächst aus der Einmaligkeit des Einzelnen. Wann ich meine Besonderheit empfinde, krieg ich auch Verantwortung und das ist es, was dem Patienten ja immer fehlt. Man muss seine Besonderheit auch aushalten. Drum lehnen viele Menschen Verantwortung ab, weil sie ihre Einmaligkeit nicht empfinden.
Masse bedeutet auch: Viel TV-schaun, man kriegt da so schön gesagt, wie man zu denken hat.
Nachdem niemand dieselben Entwicklung hat, hat auch jeder Mensch ein eigenes Schicksal. Das befähigt den Menschen, in der Gemeinschaft einen Platz einzunehmen.
Man strebt Freiheit an. Die einzige Freiheit, die einer hat, ist eigentlich nur seine Verantwortung zu übernehmen. Eine Freiheit setzt Bindungen voraus. Freiheit bedeutet nicht, keinen Druck zu haben - sondern Bindungen. Nur dann kann man entscheiden: Ja oder Nein. Passt das für mich oder nicht? Der Neurotiker ist extrem entscheidungsschwach. Er ist nicht in der Lage zu entscheiden, ob es zu seinem Ziel passt. Diese Schwäche breitet sich aus: Der Neurotiker kann die Sinnfrage nicht entscheiden und entscheidet am Ende dann gar nichts mehr - er verblödet. Er trifft immer weniger Entscheidungen und kann immer weniger zu Entscheidungen stehen.
Eine differenzierte Persönlichkeit ist anders als die anderen, hat ihren Platz in der Gemeinschaft gefunden und kann Entscheidungen treffen.
Man darf nicht die Zukunft von der Vergangenheit bestimmen lassen. Man kann schon in der Vergangenheit mal gucken und schaun, hat dann aber nur eine Erklärung für die Vergangenheit - aber nicht mehr! das Verstehen der Fehler der Vergangenheit beinhaltet keine Entschuldigung der Gegenwart! Die Vergangenheit sollte ein Ansporn für ein verantwortliches Tun sein. Das Vergangene ist vergangen.
Was hat man für Gene (biologisches Schicksal)? Schicksal ist Einschränkung der persönlichen Freiheit.
Psychologisches Schicksal: Der Mensch hat eine Entscheidungsmöglichkeit "naja, ich wüsst schon, was zu tun ist, aber..." - Charakterschwäche, vielleicht auch die Mutter vorschieben, dass man nicht zu sich steht und nichts verändern will. Immer diese "Aber-Sätze" - ja, was "aber"?
Der Profi-Neurotiker lässt das "aber..." im Raum stehen. Die Gesetze, von denen man meint, dass man ihnen unterworfen ist, denen unterwirft man sich nämlich selber. Neurose ist immer eine Flucht vor der Verantwortung. Wenn man jemanden vorschickt, ist das meistens etwas Neurotisches: "Ich kann's nicht machen wegen den Kindern..." Das ist nur ein Ablehnen der Verantwortung. Frankl: Dann formulieren wir das halt um! "Ich habe Angst, ich trau mich nicht..." dann weiter: warum habe ich Angst, was kann passieren?
Der Mensch überschätzt allgemein die Lust oder Unlust des Ereignisses - es ist eine Wehleidigkeit gegenüber dem Schicksal. Wenn man ein Ziel hat und es nicht erreicht, ist das nicht unbedingt sinnlos. Erfolg und Sinn ist was Verschiedenes. Jeder Mensch beurteilt ein Ereignis sofort emotional und schaut es nicht locker an, wie es wirklich ist.
Wenn ein tolles Ereignis dem Leben keinen Sinn geben kann, kann das Ausbleiben des tollen Ereignisses (Unlust) auch den Sinn nicht nehmen. Mit der Sinnfindung hat ein Ereignis also gar nichts zu tun - daher soll man keine Wertung in die Ereignisse mit rein bringen.
Man leidet deswegen, weil man etwas nicht haben will, weil man etwas nicht akzeptieren will und nicht gelten lassen will, z.B. dass man nicht im Lotto gewonnen hat. Wenn was fehlt, dann tut man halt was, aber "leiden" heißt, es 24 Stunden am Tag nicht zu akzeptieren. Leiden heißt: Ich tu mir selber weh. Grad dadurch, dass der Mensch leidet, hat er gar keinen Grund für das Leiden, das macht er sich ja nur selbst! Leiden ist auch immer was Unausgesprochenes. Es heißt: Ich hab keine Lust, was zu tun. Es ist eigentlich eine Spannung - Leider erleben einen Handlungsantrieb. Sie können sich dann weiter entwickeln. Frankl meint, dass der Mensch nichts freiwillig tut - vor jedem Entwicklungsschritt gibt es immer ein Leid. Man leidet, aber irgendwann fällt man eine Entscheidung. Daher nimmt Frankl kein Symptom weg, sondern schiebt es erst recht an.
Normale Trauerphase ist 1 Jahr. Wer 5-6 Jahr trauert, lässt den Verstorbenen nicht los. Er lebt in der Vergangenheit, hat keine Gegenwart, keine Zukunft. Der innere Sinn von Trauer ist Vergangenes fortbestehen zu lassen und los zu lassen.
Verantwortung übernehmen wird immer über eine Phase des Leidens gehen - es gibt immer vor einer Entwicklung eine Phase des Leidens.
Bereuen: "Ich bin von jeder Schuld befreit, weil ich bereue ja!" heißt: "Ich denke ja nicht dran, es zu ändern!" Auf den Knien rum rutschen ist nur eine Show. Wenn man einen Fehler gemacht hat, dann macht man das halt nicht wieder - das muss man nicht erst riesig bereuen. Wer leidet, hat die Möglichkeit zur Veränderung. Man leidet, lenkt sich ab, entflieht der Wirklichkeit, leidet aber unten drunter weiter. Die Spannung bleibt. Daher nicht immer Probleme wegnehmen!
Er ergibt sich aus der Verantwortlichkeit und Besonderheit des Individuums. Die individuellen Eigenschaften soll man da voll rein bringen. Die Arbeit soll zum Lebensziel passen. Die individuellen Eigenschaften sollte man im Beruf unterbringen können. Auch wenn die Arbeit wirtschaftlich Mist ist, macht es trotzdem Sinn.
Man muss seinen Beruf so machen, dass es einem passt. Es liegt jetzt in der Akzeptanz. In einem Job (ohne Berufung) sollte man wenigsten das Geld für was Persönliches einsetzen. Aber so geht es nicht ewig.
Wer keine Arbeit hat, hat keine Möglichkeit, den Lebenssinn zu finden. Langzeitarbeitslose sind daher echt nicht mehr zu motivieren und Selbstbewusstsein und Individualität gehen dabei verloren. Daher sind sie auch suizidgefährdet. Das gilt auch für das Hausfrauensyndrom: Es kommt drauf an, wie man seinen Job sieht.
Tritt dann auf, wenn man sich in die Arbeit flüchtet. Am arbeitsfreien Feiertag bricht die Sinnlosigkeit und Trostlosigkeit so richtig über einen her. Besonders schlimm ist es an doppelten Feiertagen, z.B. Weihnachten. Da gibt's auch die Herzinfarkte immer am 2. Weihnachtsfeiertag.
Die Leute flüchten in die Arbeit und leiden an der Freizeit. Wenn der Mensch weiß, wo er hingehört, dann lösen sich die ganzen Knoten auf - die Beschäftigungsflucht ist dann weg. Es geht halt nur um den Sinn des Lebens, dann hält man auch die Probleme aus.
Im Fernsehen und in der Zeitung kommen nur schlimme Sachen - nur Negatives, es ist eine einzige Konfrontation mit dem Tod. Das ist genau das, wovor der Neurotiker ausweicht. Seine eigene Vergänglichkeit erträgt er nicht, drum weicht er aus auf den Tod von den anderen.
Nach Frankl sind gekennzeichnet
Der Psychotiker hat sich die Frage nach dem Sinn des Lebens nie gestellt.
Der Neurotiker weicht der Frage nach dem Sinn des Lebens und der Entscheidung aus.
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