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Seite geändert am: 17.11.2005

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Entwicklungspsychologie 1

Intrauterine Entwicklung: Embryo und Fötus, Geburt, erste Lebensmonate

Entwicklungspsychologie 2

Kindheitsphasen, Einschulung, Pubertät

Entwicklungspsychologie 3

Jugend, Erwachsener, Mid-30-Blues und Midlife Crises, Altern


Kurzfassung

Pränatal

< 3 Monate = Embryo - Aufbau der Anzahl der Organe
> 3 Monate = Fötus - qualitative Entwicklung der Organe
ab 6. Monat: vorgeburtliche Psychologie beginnt, Nerven der Sinnesorgane verwachsen mit dem Gehirn, Emotionen speichern sich
Intrauterines Lernen ist möglich
Herzschlag der Mutter wird intrauterin gehört: Herztöne beruhigen das ganze Leben lang.
7. Monat: erste Erfahrung von Einschränkung, Hemmung, da der Uterus zu klein geworden ist

Geburt

Geburtstrauma hat wenig Bedeutung, denn Hormonausschüttung verhindert die Erinnerung daran.
Sauerstoffmangel bei der Geburt ist weniger schädlich: Das Neugeborene übersteht bis zu einer halben Stunde ohne Sauerstoff.
Keine nennenswerten Traumata vor und unmittelbar nach der Geburt, denn im 3. nachgeburtlichen Monat erfolgt ein Gehirnwachstumsschub und gleicht viel wieder aus.

Postnatal

Das Neugeborene schläft bis zu 16 Stunden am Tag. Schlafstörungen sind ernst zu nehmende Probleme.
Ungerichteter Aufbau von Hirnzellen bis zum 2. LJ. Was nach 6 Wochen nicht gebraucht wurde, stirbt wieder ab.
Wichtigste Lernleistung der ersten 2-3 Wochen, max. 6 Wochen: 4 Stunden-Rhythmus Bindungsverhalten: Nichtangriffspakt mittels hinterher schauen, Mundbewegungen, Lächeln (instinktiv, ohne Glücksgefühl)
Ab 3. Monat, wenn die Mutter da ist und das Kind das Urvertrauen hat, kann es die Mutterbindung in ersten Schritten verlassen
8. Monat - Objektpermanenz: mit mehreren Sinnen Wahrgenommenes ist trotzdem nur ein Gegenstand. Dieser ist trotzdem noch da, auch wenn er gerade nicht wahrgenommen werden kann (verdeckt). Raumbeziehung, Vorstellung vom Raum.
Mundarbeit gehört zu jeder intellektuellen Leistung
8-Monats-Angst - Fremdeln (mind. 1 Woche lang): Mutter + ich ... und die anderen.
"Verhaltensauffälligkeiten" können entstehen, wenn eine Kindheitsphase, Entwicklungsaufgabe nicht abgeschlossen wurde
Mit Kindern macht man klassische Spieltherapien. Kinder spielen Situationen nach, die sie verarbeiten wollen.
Gründe fürs Spielen: 1) Üben von Rollen, 2) Angstreduktion
Ab 1., 2. Lebensjahr: Körperfunktionsspiel findet statt = sensomotorische Spiele. Zeitfenster: nach dem 15. Monat kommen keine sensomotorischen Spiele mehr, wenn sie bis dorthin nicht schon stattgefunden haben. Sexuelles Desinteresse wurzelt hier.
1. Jahr - Explorationsspiel: alles wird zerlegt
1,5 - 2 Jahre - Konstruktionsspiel, Symbolspiel
2.-4. Lebensjahr - Abstraktionsvermögen, Fantasie, Sozialdrama, Rollenspiel
4 Jahre - Regelspiele: Regeln werden akzeptiert, gewinnen und verlieren wird gelernt
Dekontextualisierung - völlige Konzentration auf das Spiel

Schule

Im Alter von 6, 7 Jahren hat man einen Einschnitt im Denkprofil
Schüler = einer unter vielen, Rollenwechsel Schule/Zuhause, Kind erhält Arbeit, Akzeptanz einer Machtposition (Lehrer), Schulnoten, Vergleich zu Gleichaltrigen, formales Denken/logisch-deduktives Denken, für verschiedene Themen muss man sich gleichstark interessieren, auch dafür, wo man sich eigentlich nicht interessiert.
Gesprochenes Wort hat DANN Wahrheit, wenn es klingt. Mehr Kontakt zum anderen, Rückfragen möglich, primitivere Form des Denkens, Gegenwartsdenken
Geschriebenes Wort ist überprüfbar, mehr Kritikmöglichkeit, mehr Reflexionsmöglichkeiten

Pubertät

Hormone bewirken körperliche Veränderung, die man eigentlich gar nicht will. Mama und Papa kommen damit auch nicht klar! Hormonüberschwang: Neurosen sind noch ausbügelbar
In der Pubertät ist keinerlei Therapie sinnvoll!
Letzter Wachstumsschub bei Mädchen: 12.-13. Lebensjahr, bei Jungs: 14.-15. Lebensjahr
Pubertäre Entwicklungsaufgaben 1) Körperbewusstsein, 2) Ausgestaltung der Geschlechterrollen, 3) Erwachsensein: Unabhängigkeit von den Eltern, mit Eltern gleichberechtigt sein (mit Vornamen anreden), 4) berufliche Karriere, 5) Familie gründen
Hauptentwicklungsaufgabe in der Pubertät: Wissen, was ich will!
Als Erwachsener eine eigene Ethik aufbauen
- Protest
- Abgrenzung
- Neubeginn
Das Lösen von Entwicklungsaufgaben, das Probleme lösen heißt "Coping". Coping-Strategie (erstmals sichtbar in der Pubertät) bedeutet: Wie gehe ich mit Problemen um?
In der Pubertät ist die Suizidalität sehr hoch, Ursachen:
- Liebeskummer
- Elternhaus: die Kinder haben keinen Halt
- Schulprobleme
- das Gefühl "keiner ist da, der mir helfen kann"
Identifikationsdiffusion: Frauen definieren sich häufig über ihren Mann
Musik: Starke Rhythmik, immer laut, zieht Angst weg, beruhigt, entspricht dem vorgeburtlichen Herzschlag der Mutter! Laute Musik wird von der Haut empfunden
Peergruppe: Gleichgesellte, Jugendgruppen, Leute, die zu dieser Subkultur gehören, fester Kern (Hardcore) und ein paar außen rum (Poser), enormer Gruppenzwang
Wer viel Zeit hat, ist mehr in der Peergruppe, entwickelt sich daher besser. Wer weniger Zeit für seine Peergruppe hat, schafft den Absprung von den Eltern schlechter.

Job und Beruf

Statistisch sind Menschen, die mit ihrem Job zufrieden sind, gesünder, stabiler.
Job vs Freizeit als Ausgleich haut nicht hin
interessanter Jobs - auch in Freizeit mehr los. Stumpfsinnige Arbeit verblödet.
Es besteht eine Diskrepanz zwischen biologischer, sozialer und psychischer Reife.
Um 35 gibt es dann einen Knackpunkt, psychosoziale Krise
Erlaubt die Partnerschaft ein gesundes Ich-Bewusstsein?
Entwicklungsaufgabe Mitte 30: Frau muss Abgrenzung üben, Mann Konfrontation mit Problemen. Stellung beziehen und Abgrenzung schaffen
Man orientiert sich beim Rollenverhalten an den Eltern. Der Mann ist wie sein Vater.
Man wächst an der Konfrontation.
Die 35-Krise bei Unverheirateten bezieht sich auf den Job: Man merkt, dass es auch Freizeit gibt!
Jenseits der 40: Thema "Altern" steht auf dem Plan! Jüngere sind schneller und man solle sie vor lassen, die anderen gewinnen lassen, sich überholen lassen, sich bremsen
Gefahr: Endogene Depressionen
Ältere - ab 50, 60, 70 - sind nicht mehr so flexibel und passen sich auch nicht mehr an
Intelligenzabbau im Alter ist biologisch nicht begründbar.



Erstveröffentlichung: 15.10.2003

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