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Seite geändert am: 02.07.2008

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Ich bin am 19.09.1961 in Nürnberg geboren.

Als ich anfing, meine Umgebung zu registrieren, fand ich mich dort in der Weißgerbergasse 12-14, mitten in der Altstadt. Heute für die Touristen hochpoliert, ist diese Gasse nun ein mittelalterliches Schmuckkästchen, ein einziges historisches Museum.

Damals aber war's noch anders. In den alten Häusern mit den schiefen Wänden, über deren Fachwerk billiger Putz geklatscht war, wohnten größtenteils "einfachere" Leute (meine Mutter nannte diese immer "G'schwaddl").

An der Straße vorne stand noch eine ausgebrannte Ruine in Schutt und Asche, so wie sie der Krieg 1945 hinterlassen hatte, notdürftig abgeriegelt wegen Einsturzgefahr - und wir Kinder spielten darin mit Vorliebe.


 

Weißgerbergasse, ca. 1968
Haus links: Im Erdgeschoss unsere Wohnung
Auto in der Mitte: Papas alte Mühle
Vordergrund: Ich :-)

1 x die Woche kam noch der Kloaken-Wagen und pumpte die Gruben in manchem Hinterhof leer. Die Autos fuhren noch in beiden Richtungen durch die enge Gasse, heute längst Fußgängerzone, und in der Rush Hour bließen sie höchst giftigen Gestank in die Luft.

Die Fenster mussten also den größten Teil des Tages besser geschlossen bleiben.

Gleich ums Eck war Ende der 60er Nürnberg's erste große Hippie-und-Hasch-Kneipe "das rote Ross". Da kamen mal des Abends einige "behaschte Gammler" heraus, bauten mitten vor unserem Küchenfenster ein Schlagzeug auf und begannen vergnügt, ein "Konzert" zu geben. Meine Mutter keifte dagegen ohne Erfolg zum Fenster hinaus. Als die Polizei kam und es interessant wurde, brachte man mich kurzerhand ins Bett.


1971 zogen wir an den Stadtrand ins eigene Reihenhaus - eins dieser einfallslosen, weißen Austausch-Schachteln des Baubooms - der Traum meines Vaters. Dieser wollte immer zu den "besseren Leuten" gehören und wenn er's schon selbst nicht schaffte, so gedachte er dieses Ziel in seinen Kindern zu erreichen, die Kinder des Wirtschaftswunders...
Ich war noch nicht mal in der Schule (eine ausreichende Intelligenz war keineswegs bewiesen), da erklärte mir mein Vater, dass ich zum Abitur ein Auto von ihm bekäme, von Beruf mal Lehrerin werden würde und einmal einen Doktor heiraten werde, wenn ich groß bin. Jawohl, Papa...

Höchst eitel bewahrten meine Eltern meinen Umgang, suchten mir die "angemessenen Freundinnen" raus und es zählte für sie ALLES, nur nicht das, was ich fühlte. Bei derart vorgezeichneten Wegen konnte ich nichts weiters tun, als völlig daraus auszubrechen (oder darin unterzugehen).
"Die Natur" ist eben stark.

Obwohl ich eigentlich (wenn ich schon nicht Sängerin bei Uriah Heep oder Terroristin bei der R.A.F. werden konnte, dann wenigstens) Automechanikerin werden wollte, suchten mir meine Eltern eine Lehrstelle als Rechtsanwaltsgehilfin.
Ich war todunglücklich!
Bereits Samstag abends fing ich meistens schon zu flennen an, weil ich Montag früh wieder in diesen biederen, öden Spießerladen von Kanzlei zurück musste.


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Im Februar 1979 fand ich endlich mit ein bisschen Glück den Mut, machte dem Leid ein Ende und riss von zuhause aus. Nach 1 Woche wurde mein Versteck von meinem damaligen Freund, einem Junkie, an die Polizei verraten. 3 Tage, nachdem man mich in mein Elternhaus zurückgebracht hatte, versuchte ich es erneut und verflüchtigte mich diesmal gleich nach London. Nach kürzester Zeit (3 Wochen) war ich pleite und man verschiffte mich zurück nach Germany.

Da wohnte ich - mittlerweile schwanger - auf der Straße, in diversen Unterkünften und WGs - aber es war ja Sommer, mir gefiel das.

Meine Mutter besorgte mir eine eigene Wohnung und nach der Entbindung auch einen Job als Angestellte. Nach kürzester Zeit war mir klar "alles, nur nicht arbeiten", wobei mir weniger die Arbeit, als viel mehr wieder die spießige Umgebung das Gräuel war.
Ich meldete mich schnell wieder auf irgendeiner Schule an, weil mir in der Eile meiner Flucht aus der Spießer-Gesellschaft nichts besseres einfiel...


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Ausbildung - Einbildung

Ich besuchte im Laufe meines Lebens folgende Schulen, alle in Nürnberg:
  • Grundschule am Paniersplatz (1968-1972),
  • Peter-Vischer-Gymnasium (1972-1975),
  • Peter-Vischer-Realschule (1975-1977),
    zur PVS eine Extra-Seite
  • Staatliche Fachoberschule für Gestaltung (1981-1982),
  • Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule, Fachrichtung Kommunikationsdesign (1982-1985).
Sollten ehemalige Insassen der aufgezählten Anstalten hier vorbeischneien, könnt Ihr mir ruhig mal ne Mail schicken.
 

Ein paar hab ich im Internet schon gefunden (z.B. Mail to Roland Albert (Albi) und Bernd Kögel, wir bräuchten zu unserem Glück nur noch den ehem. Oberstudiendirektor Karl Lang, unseren lieben Charly, über den wir an so manchen Tresen schon recht unflätig Know-How ausgetauscht haben, hä hä).

Über weitere Re-Bekanntschaften würde ich mich echt freuen, besonders die Mädels Christina Raithel (Gina) (mittlerweile auch gefunden), Marie-Luise Sych (Faba), Jutta Fuhrmann (auch erwischt!)... die mittlerweile (bestimmt) anders heißen.


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Was hab ich auf der Schule alles für Mist gelernt! Außer Lesen, Schreiben und Rechnen war kaum etwas dabei, was ich bisher wirklich brauchen konnte, höchstens zum Klugscheißen!
Und über das, was wirklich im Leben wichtig ist, hat niemals auch nur ein Schwein ein Wort verloren! *ärger!*

1982 hatte ich von derartigem Lernen genug und wollte eigentlich endlich etwas arbeiten, ein bisschen Kohle scheffeln und ein bisschen echt leben, so wie ich es bereits 1979 auf der Straße gelebt hatte. Aber meine Mutter redete auf mich ein, ich sollte studieren, so dass ich mich an der FH anmeldete, in der Meinung, die Aufnahmeprüfungen sowieso nicht zu bestehen.

Pech gehabt. Man war von mir begeistert. Aber nicht lange. Ich hatte einfach andere Interessen.

Nebenbei jobbte ich bei McDagobert's...


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Hallo Ihr Steuerzahler...

Mein Auto frisst fraß mir das letzte Haar vom Kopf. Mein Kfz-Steuerbescheid vom 24.02.98 belief sich auf DM 1.451,-- !
F * * k for Finanzamt!
April 1998

Auch wurden die Kompressionswerte immer schlechter, so dass es mir in irgendeinem Winter ab 9 Grad minus nicht mehr ansprang. Im Jahr drauf waren es schon 5 Grad minus, bei denen es mich im Stich ließ. Ich verkaufte den Wagen dann an einen Ägypter: Der fährt ihn noch mind. 11 Jahre durch die ägyptische Wüste, bevor er auch bei 40 Grad im Schatten nicht mehr anspringt ;-)

Das hab ich mir nun echt nicht mehr leisten können und besorgte mir einen neuen Motor unter den Arsch...

Nach alter Gewohnheit traute ich mir wieder meinen Kfz-Steuer-Bescheid kaum öffnen, ließ den erst mal ne Weile im Eck liegen - ja und als ich ihn jetzt endlich las, stand drin "Das Fahrzeug ist von der Steuer bis ins Jahr 2002 befreit." Uaaahahahahaha!!!! :-D

Hier das liebliche Fahrzeug:

Leider tat das Teil nach nur 5 Jahren an Pfingsten 2004 auf der A3 kurz vor Würzburg bei 190 km/h und einem Kilometerstand von nur 45000 km einen fetten Schlag und kotzte die ganze Autobahn voller Öl: Ein Pleuel war aufgrund eines Materialfehlers gerissen, hatte den Motorblock durchgeschlagen und die darunterliegende Ölwanne. Weil der Motortausch um die 4.400 Euro gekostet hätte, habe ich das Auto den verbliebenen Schrott verkauft. Nun fahr ich ganz lustig mit dem Fahrrad, aber wenn das Wetter unangenehmer wird, werd ich mir wohl wieder ein Auto kaufen. Bis dann...

Seit März 2005 rutsche ich jetzt auf diesem Teil in der Gegend herum: schöner, alter, massiver Suzuki Viagra - fährt zwar bloß 140, aber damit kann man "auf Kontakt" einparken und auch mal irgendwas Störendes vor der Schnauze einfach fort schieben - das verchromte Christenweiterschubstool vor dem Kühlergrill ist schon sehr praktisch. Auf verregneten Festivalgelände sabbern andere Autos im Schlamm herum ohne vom Fleck zu kommen. Versteh ich gar nicht: ich fahr halt einfach weg (4WD).
Aber teuer ist der Spaß schon: frisst 14 l in der Stadt, braucht 600 € für neue Reifen (in der Größe gibt es nur noch 2 Marken zur Auswahl).


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Oma, 27. März 1998 Meine Oma ist 50 Jahre älter als ich (geb. 09.05.1911).  Sie möchte gerne das Jahr 2000 noch erleben. (Nachtrag 2004: Das hat sie auch geschafft, sie starb erst am 28.07.2004)

Meine Mutter war ihr einziges Kind. Meine Eltern wollten einst nach Kanada auswandern. Es war schon alles vorbereitet, sie hatten eine Wohnung, eine Arbeitsstelle und die Tickets für das Schiff waren bereits gebucht.

Nur noch ein Wunder konnte bewirken, dass meine Oma ihre Tochter bei sich behalten durfte.

Das Wunder war ich: Meine Mutter wurde schwanger und blieb unter diesen Umständen lieber in der Heimat.
(Es heißt sogar, dass das Schiff, mit dem meine Eltern fahren hätten sollen, später untergegangen sein soll...)

Ich bin daher der kleine Engel für meine Oma.  :-)



Erstveröffentlichung: 01.11.1999

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