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Seite geändert am: 27.01.2005
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Wenn es dir schlecht geht, dann tust du dir selbst weh, ritzt dir die Haut auf. Der körperliche Schmerz ist in diesem Augenblick so stark, dass er deinen seelischen Schmerz, deine Einsamkeit, Trauer, Wut, und deine Hilflosigkeit für einen Moment zudeckt. Und für viele, denen es ähnlich geht, scheint es leichter, körperliche Schmerzen zu ertragen als die seelischen Qualen. Kennst du das auch von dir? Die Narben sind eigentlich Verletzungen deiner Seele, die du mit einer Rasierklinge auf deinen Armen sichtbar machst. Wahrscheinlich tust du das, weil du bisher nicht gelernt hast, dich auf andere Weise zu wehren, dir Gehör zu verschaffen und dich anderen, z.B. deinen Eltern, verständlich zu machen.

Lass dir von niemanden einreden, dass du deshalb nicht normal oder sogar geisteskrank bist! Aber um zu erkennen, dass du es nicht nötig hast, dich selbst zu verletzen, brauchst du Hilfe.

Lass dir helfen und lern, anders mit deinen Problemen umzugehen. Wichtig ist, dass du beginnst, über deine bisher un-erhörte Geschichte zu sprechen. Wende dich an einen Menschen in deiner Umgebung, dem du vertraust. Sprich mit ihm über deine Gefühle. Oder geh zu einer Beratungsstelle wo dir eine Therapie und eine Selbsthilfegruppe vermittelt wird. Dort kannst du rausfinden, was du in dem Moment, in dem du dich so dringend "ritzen" willst, für dich tun kannst - ohne dir wehtun zu müssen.

Dazu gehört an erster Stelle, sofort mit jemandem über deinen Druck zu sprechen. Z.B. mit einem Freund oder einer Freundin. Oder schreib Tagebuch, hör laut Musik, lass dir ein warmes Bad ein. Wichtig ist auch, deine Wut auszudrücken, z.B. indem du Zeitungen zerreißt oder mit einem zusammengerollten Handtuch auf ein Kissen schlägst. Du kannst auch laufen, tanzen oder dir im Freien einen Platz suchen, wo du ungestört brüllen und schreien kannst, um dich zu spüren. Statt dich zu ritzen, nimm einen Eiswürfel in die Hand und drück fest zu. Das tut weh, macht aber keine Wunden. Oder lass ein Gummi-Armband auf deine Haut schnalzen. Massier die Stelle, die du verletzen wolltest, mit einer feinen Lotion . . .

Es geht auch darum herauszufinden, wohin diese enorme aggressive Energie eigentlich gehört, wenn du dich selbst verletzt: Sicher nicht zu dir, sondern zu Menschen, die dich mal sehr verletzt haben müssen. In einer Therapie kannst du lernen, damit heute anders umzugehen. Willst du das für DICH tun?

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Erstveröffentlichung: 09.02.2003

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