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Seite geändert am: 14.06.2006
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Ich bin nicht auf die "Idee" gekommen.
Ich habe mit 18 jahren das erste mal erfahren dürfen, was Liebe ist, und ich habe geliebt, tief, ausschließlich, mit meiner ganzen Seele. Irgendwann habe ich erfahren, dass der Mensch, der mich in seinen Händen trägt, mich belügt, meine Geborgenheit auch anderen gibt. Er ließ mich allein, nahm mir meinen Glauben, meine Liebe und das Vertrauen. ich fiel in ein Loch. Ich zitterte, weinte, wußte nicht was ich tun soll, verlor die Kontrolle und nahm eines Tages aus meiner Arbeit eine Skalpellklinge mit. Es dauerte nicht lange bis zum nächsten Zusammenbruch.
Ich Habe bei diesen Schmerzen immer das Gefühl dass der Tod oder eine andere starke Macht über mich herrscht und meine Hand führt. Es befreit mich für ein paar Minuten. danach ist es noch schlimmer.

Ich kann es nicht erklären. Es ist ein Gefühl, ein Drang die Unterarme offen zu legen und zu schneiden. Die Unterarme sind so zart, die Haut so dünn und man sieht die Adern. Wenn die Klinge angesetzt ist, feine Schnitte macht, es brennt und später das Blut kommt, pulsiert mein Leben. Ich kann wieder Leben, bin nicht mehr betäubt von dem Schmerz.

ich habe Angst dass meine narben jemand sieht. Ich möchte nicht, dass sie wissen, wie ich wirklich bin. Dass ich nicht mehr kann und innen nur mehr leide. es ist mir sehr sehr unangenehem wenn mein Ärmel raufrutscht und jemand das sieht, ich sage, es war eine Katze oder ein kaninchen. Ich möchte flüchten, es versteht niemand warum, sie sehen das alle als "Verrückt". anstatt mich zu halten schütteln sie den kopf. anstatt mir aufzuhelfen sagen sie, ich muss es selbst schaffen. ich schaffe es aber nicht.

nein, ich werde nicht aggressiv, ich werde noch schwächer danach. Ich breche zusammen und zittere und weine. Ich fühle mich einsam und habe das Gefühl ich kann nicht mehr. es tut weh, ich halte meinen arm und sehe die Wahrheit. ich fühle mich als ob ich mit kaputtgeschlagenen füssen am boden krieche, meine Hand ausstrecke, um hilfe bitte, die menschen mich auslachen, nicht stehenbleiben, helfen und fallen lassen und nach mir treten. ich weiß nicht wie ich es schaffen soll. ich habe Angst mir eines Tages zu tief zu schneiden.

Die Autorin ist nicht mehr per Mail erreichbar.

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Erstveröffentlichung: 16.08.2002

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