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Seite erstellt/geändert am: 09.09.2002
Rafa's Homepage

Original-Thread: Ritzen

15. August 2002 13:59:14 - RAFA

Übrigens: Ich habe eine neue Seite gemacht, auf der ich das Thema "Selbstverletzung (Ritzen)" behandeln möchte - weil es, wie gesagt, immer öfter zu beobachten ist und es auch gewisse Leute anscheinend mit dem Satanismus oder zumindest mit der schwarzen Szene in Verbindung bringen. Ich muss auch sagen, dass ich noch nie so auffallend viele Narben an den Armen gesehen habe, wie in Wacken (vielleicht liegt das aber nur daran, dass die auf dem Gothic-Festivals doch teils etwas mehr anhaben und man unter den aufgeplusterten Mittelalterkleidern nicht mehr so viel Haut sieht)! Auf alle Fälle möchte ich nun eben eine Aufklärungsaktion starten, was beim Ritzen dahinter steckt und ob und inwiefern es für manche Leute mit Satanismus in Verbindung steht und pipapo.

Wenn hier also jemand herumgeistert, der zu dem Thema Erfahrung hat und Bock hat, mir darüber eine Mail zu schreiben (siehe meine Fragen auf der Ritzen-Seite), dann: nur zu! Freue mich über jede Mail (Achtung: die Mail werde ich - sofern tauglich - natürlich auf der Seite veröffentlichen, allerdings so, dass man den Schreiber dann nicht mehr erkennt).

15. August 2002 14:45:25 - Wingthor

Danke hierfür

18. August 2002 23:02:22 - ANKH666

Übrigens: Ich habe eine neue Seite gemacht, nämlich diese da , auf der ich das Thema "Selbstverletzung (Ritzen)" behandeln möchte ...
Nun ja das Ritzen.....

hat das Ritzen immer mit dem Satanismus zu tun?
Nein, es ist zwar grade bei vielen Jungsatanisten eine verbreitete Unsitte, (welch ein blödes Wort) aber diese Fälle kommen durchaus auch bei Menschen vor die absolut nichts mit dem Satanismus zu tun haben. Es ist meines Wissens sogar eine Krankheit, hab den Fachausdruck vergessen, vielleicht wurde er ja auch hier an anderer Stelle schon erwähnt.

Eine gute Bekannte von mir, eine junge Frau etwa 25 leidet an dieser Krankheit, obwohl Sie nie damit beim Arzt oder Psychologen war, diesen Schritt will Sie nicht gehen.
Was ist Sie für ein Mensch? In Ihr steckt ein ganz extremes Energiepotential, (Astrologiekundige wissen was ich meine, wenn ich sage Mars-Pluto Konjunktion 1. Haus, das aber nur am Rande erwähnt) - welches so enorm ist - daß es oft zu extremen Wutausbrüchen kommt, und in einigen Fällen in Stresssituatuonen - Krach mit dem Mann - zb. schneidet bzw. ritzt Sie sich... und zwar beim letzten mal so heftig - das Badezimmer war rot von Blut - man mußte Sie umgehend ins Krankenhaus bringen - (Zum Glück ist seit dem Ruhe)..... Ich möchte erwähnen das es ansonsten eine ganz normale junge Frau ist, berufstätig, recht intelligent, ziemlich hübsch.... Vielleicht ist einer der Schlüssel, die Agression, die Wut, der Hass..... (Selbsthass) ein weiterer der Gruppenzwang - jetzt macht der das, wie steh ich da wenn ich es nicht auch mache? ein dritter die Unsitte des Blut...herumgespritzens für den Teufel, der das ja angeblich ganz Klasse findet.....

Nun ja es ist wohl nicht ganz vom Satanismus zu trennen, beschränkt aber hier nur auf den Jungsatanismus..und dann wie ich finde auch nur in seinen primitivsten Auswüchsen - leider wird ja dann immer verallgemeinert - "Ja da Ritzen wohl alle Satanisten um die Wette, daß es so spritzt", ist ja sowieso nur eine primitive geistlose Bande von.....

Wir wissen das es nicht so ist....

das mal meine Gedanken und Erfahrungen zum "Ritzen"........

ANKH666

16. August 2002 00:30:02 - Elijah Tulkan

Ich denke es steht bei einem Teil der Menschen in Zusammenhang mit der Abwehr von Starken und belastenden Gefühlen von Angst, Leere und Depression, gelegentlich auch Schuldgefühlen. Es wird gewöhnlich im Zusammenhang mit bestimmten, ich nenne es "Persönlichkeitsauffälligkeiten" beobachtet.
Die Problematik, die dahinter verborgen ist, ist in aller Regel behandlungsbedürftig.

Der andere Teil ritzt sich, weil es einfach szenetypisch "schick" ist. Ein kleiner Blick auf Marilyn Mansons Körper dürfte ausreichen, um diese These zu untermauern.

Der psychische Mechanismus, der sich hinter Selbstbeschädigungen verbirgt, ist meistens der Versuch, die oben erwähnten unangenehmen und gewöhnlich als existenziell bedrohend erlebten Gefühle, durch das andere, ebenfalls starke Gefühl des Schmerzes zu überlagern, in psychoanalytischer Sprache: abzuwehren.

Sowohl Selbstbeschädigungen als auch Essstörungen gehören zu Problemen einer bestimmten Generation, finden sich also in der Altersgruppe 14-28 häufiger als in anderen Altersgruppen.

16. August 2002 02:54:47 - Vampira

Hi RAFA!

Hm... "Ritzen" hört sich irgendwie immer so negativ an, sag dazu doch einfach "Cutting" und du machst eine Kunst daraus, oder genauer gesagt: Bodyart! :o)

Es gab immer schon Menschen die sich selbst verletzen um sich zu schmücken. Besonders bei den Naturvölkern waren diese Bräuche oft fast eine Pflicht um "dazu zu gehören". (Ich denk da jetzt zum Beispiel an die sogenannten "Tellermenschen", die sich ein Loch in die Lippen machen und immer größer werdende Platten rein tun, bis die Lippe vollkommen ausgeleiert ist - kennt ihr bestimmt auch.)

Tätowierungen gibt es auch schon seit eh und je und deren Vorstufe war bestimmt Cutting... (Annahme von mir!) ...zumal eine Tätowierung eigentlich auch nur ein Einritzen von diversen Mustern in die menschliche Haut ist, nur dass halt da noch Farbe miteingeritzt wird, die anhält.

Außerdem denke ich, dass viele eine ganz falsche Vorstellung von selbst zugefügtem Schmerz haben. Ich hab auf deiner Seite gelesen, dass du davon ausgehst, dass der Schmerz einen aggressiv macht. Das ist falsch. Genau das Gegenteil ist der Fall. Bei Schmerz schüttet der Körper Stoffe (Endorphine) aus und genau das beruhigt (kickt?) dich. Wenn es dir richtig mies geht oder wenn du richtig sauer, traurig, wütend oder was weiß ich was bist, dann ritzt du, um wieder bissl runter zu kommen. Ein Essgestörter isst in solchen Situationen vielleicht ne Tonne Süßigkeiten um dieses Glücksgefühl zu erhalten (auch beim Essen werden Endorphine vom Körper ausgeschüttet), ein "Schmerz-Junkie" schneidet sich halt dafür oder verletzt sich auf andere Weise. (Btw: Beim SM sind diese Endorphine auch oft der Grund dafür, dass der Schmerz den Masochisten "kickt".)

Warum ich das weiß? Ganz einfach, ich habs ausprobiert. Allerdings vor Jahren, inzwischen kenn ich bessere Methoden meine Gefühle auszudrücken :P

Grüße
Vampi

PS: Ich hab keine Narben deshalb. Bei den meisten Menschen die das machen, wirst du auch keine sehen, weil sie sich an den Füßen oder am Bauch schneiden, oder eben (so wie ich früher) nur leicht kratzen um den Schmerz zu fühlen, sodass keine Narben zurück bleiben. Es gibt allerdings natürlich auch das Gegenteil. Leute die sich sehr tief schneiden und dann sogar noch Salz oder so Sachen drein streuen, um den Schmerz zu intensivieren, denn mit der Zeit stumpft man auch gegen Schmerz ab! Hab auch schon mal von einer (erwachsenen) Frau gehört, die sich am Knöchel immer und immer wieder Säure draufschüttet. Inzwischen sieht man schon den Knochen durch und es entzündet sich häufig, sie kann auch kaum mehr laufen und die Ärzte wissen nicht, wie lang sie den Fuß noch erhalten können, aber die Frau kanns einfach nicht zuwachsen lassen. Da wird sie wie ein Junkie, der seinen Stoff nicht kriegt, wenn sie da nix Ätzendes draufschütten kann. Dieser und ähnliche Fälle sind natürlich Extreme (!) und keinesfalls die Norm und imho deshalb auch in die Kategorie "psychische Störung/Krankheit/Abnormalität" einzustufen.

16. August 2002 16:48:21 - Schwarzlicht

Ich würde das nicht so einseitig psychologisch deformieren.
Klar scheint doch, daß der jeweilige Bluttrinker oder Cutter das Resultat der Handlung für meist als positiv empfindet (sonst wird ers wohl kaum tun).
Die psychologische Ursache lässt sich sowieso nicht pauschal erklären.
Die Psychologie hat ihre Stärken dort wo viele ähnlich denken aber sie resigniert förmlich an jeweils individiuellen Beweggründen.
Zwei in der Art gleiche Handlungsweisen können doch verschiedene psychologische Grundmotive haben.
Pauschalpsychologie hat eindeutige Grenzen.
Trotzdem denke ich daß man das Ergebniss was man durch solche Rituale erziehlt auch anders erreichen kann und zwar auf sehr viele verschiedene Arten und Weisen. Deshalb würde ich mich als Cutter oder Bluttrinker auch immer fragen ob das Not tut mit dem schneiden oder blut trinken oder ob ich das gewünschte Resultat nicht auch anders erreichen kann. Es gibt meist mehrere Mittel zum Zweck.

18. August 2002 03:00:35 - Elijah Tulkan

Ich würde das nicht so einseitig psychologisch deformieren.
Klar scheint doch daß der jeweilige Bluttrinker oder Cutter das Resultat der Handlung für meist als positiv empfindet (sonst wird ers wohl kaum tun).

Es muß wohl zunächst allgemein bleiben, da man an diesem Ort schlecht Einzelfalldiagnostik betreiben kann.

Und die Beschreibung von krankheitswertigen Störungen in der Medizin, gleich welcher Ursache, ist immer etwas abstrakt und wirkt daher allgemein. Fieber ist z.B. ein unspezifisches Symptom und auch das sog. klassische Beschwerdebild einer Virusgrippe ist eine eher abstrakte Beschreibung. Die Beschwerden, der Verlauf und auch die Prognose sind bei jedem etwas anders. Und Selbstverletzung bleibt Selbstverletzung, gleich in welchem jugendsubkulturellem Outfit sie daherkommt.

16. August 2002 12:51:02 - asleif From Thy Northlands

ave, rafa!

sag' mal, dieser thread ist nicht zufällig als reaktion auf meine statements entstanden, oder? ;)

übrigens wollte ich in der vorhergehenden überschrift schreiben "davon träume ich jede nacht..."

du kannst dir wohl nicht vorstellen, dass man sich auch aus rituellen oder "magischen" gründen schneiden kann, nicht wahr? na, ist auch egal..

16. August 2002 15:44:23 - RAFA

sag' mal, dieser thread ist nicht zufällig als reaktion auf meine statements entstanden, oder? ;)
Nein, ich hatte das schon länger vor. Was du dazu gesagt hast, hat natürlich auch dazu beigetragen, dass ich mir dachte "Mensch, mach das doch jetzt endlich mal!". Endauslöser waren aber dann die vielen zerschnipselten Arme in Wacken.

du kannst dir wohl nicht vorstellen, dass man sich auch aus rituellen oder "magischen" gründen schneiden kann, nicht wahr?
doch schon, deswegen mache ich ja diese Aktion, um mal klarzustellen, wieviele Leute das aus "satanischen" Gründen machen. Dabei meine ich aber, dass ein Schnitt, um sich Blut für ein Ritual zu entnehmen, nicht gleich "Ritzen" ist. Einen solchen Schnitt führt man ja nicht jeden Tag durch und er ist auch nicht besonders lang, tief, schmerzhaft, Narben bildend (oder?).

P.S.: Wie wärs mit DEINEM Statement zu meinen Fragen? :-)

21. August 2002 03:49:00 - asleif From Thy Northlands

...waren aber dann die vielen zerschnipselten Arme in Wacken.
ich finde zerschnittene arme sexy... :)

P.S.: Wie wärs mit DEINEM Statement zu meinen Fragen? :-)
ok, hier ist es:

1. manchmal hilft körperlicher schmerz dabei, zu spüren, daß man überhaupt lebt.

2. manchmal schneiden sich leute, um mit dem körperlichen schmerz seelische schmerzen zu kompensieren.

3. man kann sich aus rituellen/magischen/energetischen gründen schneiden. hier spielt der schmerz als phänomen eine rolle, wird aber nicht als schmerz empfunden. außerdem natürlich das blut selbst als energiefokus bzw. -träger.

4. man kann blut zu rituellen zwecken zwecks opferung im eigentlichen sinne praktizieren.

letztere beiden varianten praktiziere ich (mehr oder weniger), wobei ich zugeben muß, daß ich mich vor meinem "satanisten-dasein" schon mal aus ersten beiden gründen geritzt habe (nicht geschnitten...)
so, psychoanalysiert mich...

gruß,
asleif

16. August 2002 18:12:21 - Therion

Ich finde diese ritzen idioten sind absolute schwächlinge. Ja, ich weiss sie haben probleme und sind bedauernswerte menschen. wenn sie sich aber dazu noch selbst verletzen sind es aber schwächlinge, dennen ich bestimmt nicht helfen werde. ausser vielleich das ich mal zur abwechslung ein paar schnittstellen mache.

16. August 2002 19:55:48 - Vampira

Hi Therion!

Seh das schon ein bisschen anders. Leute die sich selbst verletzen sind genauso dumm und genauso klug wie alle anderen auch. Soll heißen, es gibt genauso viele dumme Leute, die das machen, wie kluge.

In bestimmten Situationen neigt der Mensch nur halt einfach dazu sich selbst betäuben zu wollen. Der eine säuft, der andere nimmt Drogen, der nächste isst bis er fast platzt, ein anderer springt halt irgendwo nur mit nem Gummiseil gesichert runter und andere Ritzen sich halt. Was solls?!?

Mal ganz abgesehen davon, dass das eben nicht alle wegen irgendwelcher Probleme machen. Wie schon vorher geschrieben zählt man sowas inzwischen ja auch zu Bodyart und im Gegensatz zu Brandings finde ich persönlich Cutting eigentlich ganz okay. Aber naja... ist natürlich jedem seine Sache, was er davon hält, ob er sowas macht und natürlich auch warum. Man sollte dabei halt nicht vergessen: Jeder der sich selbst schon mal absichtlich verletzt hat, hat seine ganz persönliche Geschichte und Intention die dahinter steckt!

Bin ehrlich gesagt ziemlich überrascht, wie wenig Toleranz in dem Punkt auf diesem Board rüber kommt. Wo ist denn eure: "Jeder ist ein Individuum und kann machen was er will"-Haltung geblieben? Finde nicht, dass ich mir anmaßen kann, Leute bei denen ich Narben sehe gleich vorweg zu verurteilen, weil ich a) nicht weiß, warum derjenige das so extrem gemacht hat oder immer noch macht und was ihm das gibt und es b) überhaupt nichts mit seiner restlichen Persönlichkeit zu tun hat. Wenn ich denjenigen besser kenne, kann ich vielleicht sagen: "Hey du, ist nicht toll was du da machst, das kannste so oder so oder so doch viel besser regeln bzw. in den Griff kriegen."

Naja und wenn ich mir nicht mal die Mühe machen will, mich mit der Person an sich etwas eingehender auseinander zu setzen, dann mach ich mir auch nicht die Mühe um über irgendeine mir abnorm erscheinende Verhaltensweise dieser Person Gedanken zu machen. Bzw. halte mich aus Dingen die mich nix angehn einfach raus und lass denjenigen mit seinen Schnittwunden glücklich werden.

Grüße
Vampi

16. August 2002 21:04:51 - RAFA

Ich finde diese ritzen idioten sind absolute schwächlinge.
Wieso, das ist doch Quatsch! Sie tun im Prinzip nichts anderes, als ihre Launen auszulassen und ihre seelischen Stimmungen mit dieser Praxis auszuleben (was anscheinend anfänglich klappt, später dann nicht mehr, siehe die Mails auf der Seite; vielleicht liegt es daran, dass sie NUR ihre Launen ausleben und nichts TUN um das Problem zu lösen; drum hören sie dann auch wieder auf, scheinbar). Also ich lebe meine seelischen Spannungen gerne in sexuellen Praktiken aus (bevorzugt S/M, was ja sooo weit von Ritzen auch nicht ist, was?) oder beim Tanzen ... natürlich ist hier noch das Problem an sich, das auch gelöst werden will, was man nicht vergessen sollte über all dem Launen-ausleben. Aber ich kann verstehen und finde auch ganz natürlich, dass man - wenn ein Problem auftaucht und einen erst mal überwältigt - den ganzen Stress mit irgendwas erst mal von der Seele lebt. Danach, wenn man wieder ruhiger ist, kann man dann das Problem evtl. leichter lösen.

sind bedauernswerte menschen.
Würd ich nicht mal sagen: wieso denn?

wenn sie sich aber dazu noch selbst verletzen sind es aber schwächlinge,
Wieso? Mit seinem eigenen Körper kann man doch machen, was man will!?

dennen ich bestimmt nicht helfen werde.
verlangt ja auch keiner.
Ich mach die Seite und die Umfrage vorwiegend aus dem Grund, um bezüglich der Verbindung "Ritzen - Satanismus - Gothic/Metal-Szene" zu recherchieren und diese Verbindung, wenn möglich, zu trennen.

17. August 2002 09:25:52 - Therion

... im Prinzip nichts anderes, als ihre Launen auszulassen ...
Ist das etwa stark?

Also ich lebe meine seelischen Spannungen gerne in sexuellen Praktiken aus (bevorzugt S/M, was ja sooo weit von Ritzen auch nicht ist, was?)
Hey, ich hab nie gesagt das du kein schwächling bist. : )

...den ganzen Stress mit irgendwas erst mal von der Seele lebt.
Aber nicht so.

Danach, wenn man wieder ruhiger ist, kann man dann das Problem evtl. leichter lösen.
Hm.....mit stecknadeln.*g*

> sind bedauernswerte menschen.
>Würd ich nicht mal sagen: wieso denn?

Weil man das doch immer sagt.

Wieso? Mit seinem eigenen Körper kann man doch machen, was man will!?
Und ich kann ja wohl meinen was ich will.

verlangt ja auch keiner.
wär ja noch schöner.

Ich mach die Seite und die Umfrage vorwiegend aus dem Grund, ...
achso. Ich mach eben garnichts. : )

17. August 2002 12:46:09 - RAFA

Ist das etwa stark?
Wieso "stark"? Das ist nicht "stark" und soll auch nicht "stark" sein - das ist wie essen und trinken: ganz einfach ein Bedürfnis! Das ist jenseits der Frage danach, ob es "stark" ist oder "schwach".

Mag das sein, dass DU persönlich vielleicht "schwach" bist, weil du so auf "stark" aus bist?

Aber nicht so.
und warum nicht? Du, also mit der Seele ist das so eine Sache und es ist äußerst schwierig und ich für meinen Teil finde, dass jeder froh sein kann, der ÜBERHAUPT eine Möglichkeit gefunden hat, seine Seele "klar" zu halten bzw. der mit sich selber immer wieder reinen Tisch zu machen schafft. Wenn die Methoden dazu dann nicht "so einwandfrei" sind, ist das erst mal sekundär, Hauptsache, es klappt erst einmal ÜBERHAUPT. Gut, wenn er also Mittel und Wege gefunden hat und zu den wenigen Glücklichen zählt, die mit sich selber gut klar kommen (das sind wirklich wenige Leute, die allerwenigsten!), dann kann er ja mal auch an den Methoden feilen und diese ggf. verbessern.

Hm.....mit stecknadeln.*g*
Bäh! :-P
;-)

Weil man das doch immer sagt.
Hee, also das ist doch nicht dein Ernst, oder? :-o

achso.Ich mach eben garnichts. : )
Ach, klasse. Mensch, das ist ja stark! Toll, Mann. Wie machste denn das? ;->
Und was machst du sonst so?

18. August 2002 14:52:52 - Therion

Wieso "stark"? Das ist nicht "stark" und soll auch nicht "stark" sein
sehe ich auch so.

- das ist wie essen und trinken: ganz einfach ein Bedürfnis!...
Ein Bedürfnis? Also es gibt menschen die auch ohne dieses "bedürfnis" leben können.

Mag das sein, dass DU persönlich vielleicht "schwach" bist
HEY,HEY!............erzähl das bloss nicht weiter. : )

weil du so auf "stark" aus bist?
Hey, ich bin ein schwächling. Aber wenn es normal ist das leute sich verstümmeln müssen frag ich mich schon wer hier ein schwächling ist.

..., dass jeder froh sein kann, der ÜBERHAUPT eine Möglichkeit gefunden hat, seine Seele "klar" zu halten ...
Wie wäre es dann wenn man seine seele garnicht erst "unklar" macht.

Aber wenn man das nicht erreicht und die einzige geistreiche alternative die verstümmelung ist, dann finde ich das ziemlich schwa...ähm.....also nicht gut.

Hee, also das ist doch nicht dein Ernst, oder? :-o
Siehst du denn nie fernsehen? Die presse erzähl "Seht euch diese armen menschlis an" und die zuschauer sagen "ohhhhh".

Ach, klasse. Mensch, das ist ja stark! Toll, Mann. Wie machste denn das? ;->
Ist ziemlich einfach.

Und was machst du sonst so?
hm..nun ich zeichne und nähe viel.

18. August 2002 16:57:51 - RAFA

Ein Bedürfnis? Also es gibt menschen die auch ohne dieses "bedürfnis" leben können.
naja, klar. Es gibt auch Menschen, die (angeblich) ohne Bedürfnis nach Sex leben können...

Hey,ich bin ein schwächling.Aber wenn es normal ist das leute sich verstümmeln müssen frag ich mich schon wer hier ein schwächling ist.
Ich find nicht, dass das eine Schwäche ist. Ritzen ist ein Versuch, mit sich und seinen Problemen klarzukommen. Ob das ein zweckmäßiger bzw. sinnvoller Versuch ist, ist die nächste Frage.

Wie wäre es dann wenn man seine seele garnicht erst "unklar" macht.
Oh, eine meiner leichtesten Übungen *LOL*.
Naja, zeig mir mal einen, der das schafft.

verstümmelung ist,dann finde ich das ziemlich schwa...ähm.....also nicht gut.
gut find ichs auch nicht. Obwohl ich mir vorstellen kann, dass die unaufgearbeitete seelische Ursache vielleicht teilweise noch schlimmer sein kann.

Siehst du denn nie fernsehen?
nein. Ich hab keinen Fernseher. Habe ich doch schon oft genug erzählt, oder?

16. August 2002 21:58:36 - Vampira

Hi RAFA!

Nu, ich muss ehrlich sagen, dass ich das noch nie so in Bezug gesetzt habe und ich hab auch noch nie gehört, dass das jemand ausdrücklich getan hätte.

Ritzen hat weder was mit Alter noch mit Religion noch mit Lebenseinstellung zu tun (imho). Allerdings kann es natürlich schon sein, dass ein Satanist eher dazu neigt, zumal Satanisten in der Regel eben auch (!) ihre dunkle Seite ausleben, sprich mit ihrer dunklen Seite kein Problem haben und von daher die Erfahrung des Schmerzes früher oder später für sich zu nutzen lernen, was natürlich nicht beim Ritzen enden muss, aber schon kann. In der Gothic-Szene, die sich ja oft mit Tod, Trauer, Schmerz etc. befasst kann ich mir das demnach natürlich auch gut vorstellen, die Leute leben ja oft (nicht immer!) von ihrem Schmerz, ihrer Melancholie bzw. ziehen daraus ihre Kraft. Ritzen wäre eine Erweiterung die imho dieser Art zu leben gar nicht mal so fern läge, oder? Nunja ich bin kein Gothic und hab mit der Szene jetzt nicht viel zu tun, aber so könnte ich mir das halt vorstellen.

Prinzipiell würde ich aber dann höchstens sagen, dass Leute, die sich mit Satanismus/Gothic beschäftigen eine geringere Hemmschwelle zu überwinden haben. Ob sie sich dann selbst verletzen oder nicht, hängt meiner Meinung nach mit ganz anderen Faktoren zusammen, die sehr individuell sind und in jedem Menschen vorkommen können egal welche Einstellung er zum Leben hat oder welcher Religion er sich zugehörig fühlt.

Grüße
Vampi

16. August 2002 22:48:06 - RAFA

...einfach "Cutting" und du machst eine Kunst daraus, oder genauer gesagt: Bodyart! :o)
Ich hab einem von den Ritz-Antwortern von meinem Piercing-und-Tattoo-Tick geschrieben und dass ich doch noch 3 x mehr Piercings hätt, wenn ich nicht langsam zu alt dazu wäre und ich find, dass es echt nicht mehr gut aussieht... Aber ich meine, dass zwischen einem Bodyart-Tick und Selbstverletzung ein großer Unterschied besteht. Natürlich ist es auch der Reiz vor dem Piercing/Tattoo-Studio, den Schmerz zu überwinden und eigentlich ist das Eigentliche am Piercen/Tätowieren ja EBEN, diesen Schmerz halt locker wegzustecken. Nur die Relation "Schmerz und Stolz" steht in einem anderen Verhältnis: Für den Augenblick eines Piekses, naja, ok, rechnen wir noch 4 Wochen Abheilzeit dazu, in der es vielleicht gelegentlich noch schmerzt, bzw. für 1 Stunde im Tattoostudio hab ich die "Narbe, die Spur davon" ja eben ein ganzes Leben zum stolz herzeigen, was ich alles aushalt, wow ;-). Es ist schon seltsam, dann was ist eigentlich so schön dran, 10 Ringe im Ohr zu haben oder irgendwo so nen Nagel drinstecken zu haben? Naja, es sieht eben irgendwie skurril aus: Es sieht so aus, als täte es weh (das fasziniert mich), tuts aber nicht.
Vielleicht ist das der große Unterschied: Piercing soll zeigen, dass es weh tut/weh getan hat (es soll aber möglichst wenig bis am besten gar nicht weh tun) - während es doch beim Ritzen hauptsächlich auf den Schmerz ankommt, als auf die Rückstände, Narben, also auf die Show. Deswegen möchte ich das Ritzen nun wirklich nicht "Bodyart" nennen: Es dient nur ganz sekundär zum Herzeigen (im Gegensatz zu Piercings, Tattoos oder auch so Tellern in der Lippe oder was die Naturvölker da alles so spazieren tragen). Wie die Mails belegen, dient es bei den "echten" Ritzern ganz und gar nicht zum Herzeigen, sondern sie verstecken es sogar noch und verleugnen es.

davon ausgehst, dass der Schmerz einen aggressiv macht.
Nein. Ich schrieb: MICH macht Schmerz aggressiv und ich frage in die Runde, ob das "bei euch auch so ist".

Stoffe (Endorphine) aus und genau das beruhigt (kickt?) dich.
Naja, also MICH nicht. Wenn mir was ordentlich weh tut, geh ich die Decke hoch. Wenn ich es selber bin, die mir weh tut ... weil es notwendig ist, also z.B. grad wegen Piercing: Meine Ohrenspitze hatte sich entzündet, nachdem ich vor 3 Tagen ein neues, schweres Schmuckstück dort befestigt hab und heute morgen habe ich äußerst schmerzhaft den Piercingschmuck daraus entfernt und ein einfaches Ringchen wieder reingesteckt, igitt, tat das weh! Es GING nicht anders, ich MUSSTE mir weh tun und ich heulte dabei, weil der Schmerz muss ja irgendwie raus. Tät mir jemand anders weh, könnt ich meine Aggressionen an dem auslassen und ihn verprügeln oder so, tu ich mir aber selber weh, heul ich halt einfach um die Wut abzubauen, die durch den Schmerz in mir entsteht, ich kann mich ja nicht selber verprügeln, das tät ja noch weher. Eine verzweifelte Situation ist das, find ich. Beruhigung ist nun wirklich was anderes, als das, was ich unter Schmerz entwickle :-(.

dafür oder verletzt sich auf andere Weise. (Btw: Beim SM sind diese Endorphine auch oft der Grund dafür, dass der Schmerz den Masochisten "kickt".)
Das kann ich nachempfinden.

zuwachsen lassen. Da wird sie wie ein Junkie der seinen Stoff nicht kriegt, wenn sie da nix ätzendes draufschütten kann.
Ist ja grässlich!!! *entsetz*

16. August 2002 23:44:10 - Vampira vampira@sexualmagie.de

Hi RAFA!

Ich hab auch Piercings und überleg grad mich tätowieren zu lassen, weils mir eben gefällt, aber ich würde mir kein Cutting machen lassen, mal abgesehen davon, dass das eh nur sehr wenige Studios in Österreich/Deutschland machen... Ich wollte diese zwei Dinge jetzt auch bestimmt nicht mit Ritzen in einen Topf werfen. Aber Piercings und Tätowierungen zählen nun mal genauso wie Cuttings (Ritzen) zu Bodyart.

Hier ein paar Beispiel-Cuttings als Bodyart:
(Ja, ich hab absichtlich die unblutigen rausgesucht! ;o)

Quelle der Bilder:
http://tattoo.about.com/cs/cutbrand/

http://www.bme.freeq.com/scar/A20725/high/armspiral2.jpg
http://www.bme.freeq.com/scar/A20527/high/jen1.jpg
http://www.bme.freeq.com/scar/A20527/high/pic00007.jpg

Du siehst... Ritzen ist inzwischen sehr wohl eine Variante von Bodyart geworden und die Gründe, die du hattest um dich zu Piercen/Tätowieren, sind bei den Leuten auch die Gründe, um sich zu schneiden. Nämlich: Die Narben, die bleiben und die man herzeigen kann, das tolle Gefühl danach, etwas hinter sich gebracht zu haben, was kaum jemand anderes tut, zu wissen, dass man etwas hat, was nicht viele andere haben und so weiter.

ABER! Natürlich ist das nur eine Erscheinungsform vom Ritzen. Wie ich ja auch schon schrieb, gibts dann natürlich Menschen, die das aus einer psychologisch vollkommen anderen Motivation machen. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass es das so eben auch gibt.

Dass der selbstzugefügte Schmerz dich nicht beruhigt, zeigt, dass du wohl nicht zu den Menschen gehörst, denen Ritzen sehr viel bringen würde. Was machst du denn wenn du wütend oder traurig bist? Schreist es dir aus der Seele? Betrinkst dich oder sowas? Nuja,.... Macht eben jeder anders und einige eben durch Schmerz. Du solltest da deshalb nicht von dir auf andere schließen. Ich persönlich kann Schmerz schon auch genießen und habs ja früher auch mal ausprobiert mit dem Ritzen, also ich kanns halt nachvollziehen, warum die Leutz das machen.

Du schreibst, dass du auf SM stehst... Das tu ich auch... Weiß jetzt natürlich nicht, ob du die devote Rolle gern einnimmst oder nicht, aber wenn ja, solltest du den Kick den man bei Schmerz empfinden kann zumindest kennen oder andersrum halt an deinem Partner (Sklaven? ;o) beobachtet haben können. Natürlich kann man SM jetzt aber auch nicht mit Ritzen vergleichen, weil bei sadomasochistischen Spielen viel mehr dazu kommt als nur der bloße Schmerz, jedoch kannst du es dadurch vielleicht etwas besser nachvollziehen.

Grüße
Vampi

PS: Ne Diskussion über SM und Satanismus fände ich irgendwie fast interessanter als über Ritzen und Satanismus :)

17. August 2002 01:58:38 - RAFA

Du, also das von dir hier gezeigte Cutting ist nicht das Ritzen, das ich meine. Was du hier zeigst, ist wirklich Bodyart, sieht aus wie Branding. Es ergibt ja auch ganz gezielte Muster, Ornamente und sieht ja (je nach Geschmack) sogar hübsch aus. Die Bilder sehen auch nicht so aus, als hätten diese Leute sich cutten lassen, damit sie die Schmerzen genießen können, oder über ihre Probleme hinwegbetäuben.

Was ich mit "Ritzen" meine, ist genau das, wovon die Mails sprechen: Aus Frust oder Aggression oder aufgrund von Problemen verletzen sich Leute selber, einfach um sich weh zu tun - und das Ganze ist eine Sucht. Das ist kein Bodyart, was ich meine.

und die Gründe, die du hattest um dich zu Piercen/Tätowieren, sind bei den Leuten auch die Gründe, um sich zu schneiden.
Offensichtlich.
Ich kannte das gar nicht, das mit dem "Cutting". Es ist - wie gesagt - etwas anderes als Ritzen. Cutting ist ja wohl richtiges Anbringen von Schmucknarben.

gibts dann natürlich Menschen die das aus einer psychologisch vollkommen anderen Motivation machen.
genau, und um diese Leute geht es mir.

Was machst du denn wenn du wütend oder traurig bist?
Wenn ich wütend bin, lasse ich meine Wut möglichst an seiner Ursache ab oder ich suche mir eine Person, die zur verursachenden Person irgendwelche Ähnlichkeiten hat. Na, meinetwegen: Irgendso ein Macho macht mich blöd an, ich werde wütend. Leider ist der Kerl schon ums Eck und ich sitz da mit meiner Wut. Na dann kriegt sie halt der nächstbeste, dem Macho ähnliche Kerl ab. Der kann zwar gar nichts dafür, aber ich nehm das nicht so genau.

Wenn ich traurig bin, geb ich mich meiner Traurigkeit hin, schmeiß mich auf mein Bett und heul und bläg in mein Kopfkissen rein. Pure Traurigkeit kommt aber selten vor. Meistens habe ich ein Gemisch aus Traurigkeit und Wut, denn dass man mich in Traurigkeit versetzte, ist ja auch meist ein "Angriff" oder "Übergriff" einer anderen Person auf mich und damit ein Grund zur Wut auf diese Person.

Betrinkst dich oder sowas?
Auf keinen Fall! Mit Alkohol oder sonstwie bedödeln tue ich mich grundsätzlich nur dann, wenn wirklich alles ok ist, ich mich geborgen fühle (ich weiß ja, dass ich angreifbar bin, wenn ich besoffen bin. Also muss alles geregelt sein, damit mir im Suff nix passieren kann. Darauf achte ich, bevor ich mich besaufe) und mir einen Spaß draus mache.

dass du auf SM stehst... Das tu ich auch... Weiß jetzt natürlich nicht, ob du die devote Rolle gern einnimmst
Ich bin Slave.

den Kick den man bei Schmerz empfinden
Es kommt mir nicht auf den Schmerz selbst an, sondern der Schmerz ist Zeichen, dass ich unterdrückt werde und das macht mich an beim Sex. Eine Unterdrückung (in Form von Schmerz) muss allerdings natürlich grundsätzlich durch jemand anderes erfolgen, drum macht selbstzugefügter Schmerz für mich überhaupt keinen Sinn. Dabei fehlt ja genau das, worauf es mir ankommt. Ich mag es auch, wenn der Schmerz nur angedeutet ist, denn er hat bei mir ja eh nur Symbolwirkung für die Unterdrückung, die für mich das Eigentliche darstellt.

...eicht etwas besser nachvollziehen.
oh, also nachvollziehen kann ich das schon. Die erste Mail, die ich gekriegt habe (121ritz1) find ich ja wahnsinnig "schön" anschaulich erklärt, kann ich richtig gut verstehen.

17. August 2002 02:31:30 - RAFA

Nu, ich muss ehrlich sagen, dass ich das noch nie so in Bezug gesetzt habe
Na, du vielleicht nicht, aber ich habe schon ein paar Mal die Frage gestellt bekommen, ob ich mich denn auch ritze, als ich sagte, ich sei Satanist bzw. Gothic.

Ritzen hat weder was mit Alter noch
das denke ich schon. Natürlich gibt es auch ältere Menschen, die sich ritzen, aber so richtig verbreitet ist es doch eher unter Jugendlichen. Ich meine: Als ich noch in einem labilen Alter war, wo ich auch mehr Probleme hatte als heute, insbesondere Probleme mit mir selbst, die in dem Alter halt auch einfach normal sind, "da hat es kein Ritzen gegeben". Mit Sicherheit hat es da zwar auch psychisch kranke Leute gegeben, die etwas Ähnliches taten, aber es war einfach nicht bekannt. Niemand sprach davon, keiner wusste das. Das war einfach nicht üblich. Psychisch Kranke gab es auch damals eine Menge und die machten auch damals schon einiges, was "nicht ganz sauber" war, aber darum kümmerte man sich halt einfach nicht und niemand kam auf die Idee, das nachzumachen. Es waren eben ganz einfach andere Prioritäten damals.
Aber heute ist das regelrecht "in Mode". Man spricht drüber, es gibt Artikel in Zeitschriften, es wird publik gemacht und viele hören oder lesen davon und denken sich "könnte ich doch auch mal probieren, beschissen genug fühle ich mich ja". Und ich bin halt wirklich der Meinung, dass 90% der jugendlichen Ritzer das NICHT machen würden, hätten sie es nicht schon mal irgendwo gesehen oder davon gehört oder gelesen. Weil vor 20 Jahren hat das ja auch kein Youngster gemacht, auf so eine Idee ist einfach keiner gekommen, das passte nicht zur Szene, das hats einfach im Kopf der Leute nicht gegeben und damit wurde es auch nicht realisiert - im Gegensatz zu heute.
Ich denke, dass die Ritzer von heute natürlich ernstzunehmende Probleme haben - die Leute vor 20 Jahren hatten genauso ernstzunehmende Probleme. Aber ich halte das Ritzen trotzdem für eine moderne, mediengemachte Angelegenheit: Irgendeine Zeitung, irgendeine Reportage berichtet entsetzt darüber und morgen hast du 10 Leute, die das plötzlich auch machen. Verstehste? Genauso wie die ganzen jugendlichen Amokläufer (Littleton): In irgendeinem Infokanal hörste da was von irgendeinem Mord und Amoklauf und ein paar Wochen/Monate später haste den nächsten (Erfurt).

Und deswegen stinkt es mir einfach, wenn Gesellschaft und Medien die großen schwarzen Bilder malen und es heißt "buh, lauter satanische Ritualmörder" oder "lauter Kaputte, die sich ritzen" - die beschwören ja regelrecht die Realisation dieser Bilder und daran Schuld haben nicht WIR, sondern sie selbst. Und das ist eigentlich alles, was ich mit der ganzen Aktion (mal wieder) darstellen möchte.

mit Religion noch mit Lebenseinstellung zu tun (imho).
Das dachte ich bisher auch, und nun möchte ich das eben mal auf den Punkt bringen und richtig schön belegen.

17. August 2002 02:53:03 - Lady Yrsethra

Bei vielen "Ritzern" die sich nicht auf Grund okkultistischer Ritualitäten oder gar modische/szenischer Coolness ritzen, geschieht es oftmals aus dem Bedürfniss heraus, sich selbst für etwas zu bestrafen...(..es würde einem Verkleich mit dem christlichem Kastei-Verhalten standhalten... Viele Ordens-Klöster hatten damals eigene Räumlichkeiten in denen diese Form der "Reue und Busse" abzuhalten war)...

Der Schmerz befriedigt und gibt Hoffnung, ..

Man sollte vieleicht in vier Arten von "Ritzern" differenzieren...

1. Ritzen weil es "angesagt" ist...
(Vampira's Beiträge über Cutting sollten dazu gelesen werden)

Meine Meinung: Menschen mit extravaganter Ästhetik oder mangelndem Selbstvertrauen...

2. Ritzen mit bewusstem Vorsatz...
(Bewegründe können: Schuldbewusstsein, Selbstbestrafung...)

Meine Meinung: ...ein Psychologe könnte! helfen..

3. Ritzen ohne bewussten Vorsatz...
(Man ritzt sich und weiss gar nicht warum. Doch werden dadurch im Unterbewusstsein irgendwelche Erfahrungen/Probleme verarbeitet)

Meine Meinung: ...ein Psychologe muss! helfen...

4. rituellem Ritzen...
(dazu sollten sich jene Äussern, die es praktizieren)

Meine Meinung: ...-äh?-...

hochachtungsvoll
Lady Yrsæthræ

17. August 2002 02:54:42 - Vampira

Du, also das von dir hier gezeigte Cutting ist nicht das Ritzen, das ich meine.
Jup, weiß ich doch. Ich wollte ja nur sagen, dass es das AUCH so gibt. ;o)
Gibt ja genauso bei den Piercings den umgekehrten Fall, also dass sich Leute Nadeln durch die Haut stechen (lassen), nur wegen dem Schmerz und später keinen Schmuck drin lassen. Kennste bestimmt, ist ja auch in der SM-Szene sehr beliebt. Aber klar, kannst natürlich Cutting und Ritzen trennen, wenn du das willst, für mich ist es eben dasselbe nur halt von einer anderen Motivation ausgelöst. Gibt auch Ritzer die sich Muster einritzen, obwohl es ihnen um den Schmerz geht. Beispielsweise bei Liebeskummer den Namen des Angebeteten / der Angebeteten und so was. Ich denke, das vermischt sich schon sehr oft.

Ich kannte das gar nicht, das mit dem "Cutting".
Jo, hab ich mir schon gedacht, deshalb ja die Fotos! ;o) So konntest den Sarkasmus aus meinem ersten Posting auch nicht herauslesen, wo ich sinngemäß schrieb: "Sag Cutting dazu und du machst Bodyart draus." *lacht* Aber egal... Witze sind nicht mehr lustig, wenn man sie erklären muss. *g*

Wenn ich wütend bin, lasse ich meine Wut möglichst an seiner Ursache ab oder ich suche mir eine Person, die zur verursachenden Person irgendwelche Ähnlichkeiten hat.
Jup, das ist natürlich auch eine Methode. Wenn es die richtige Person trifft, sogar ne ziemlich faire, ansonsten eben ne sehr wirkungsvolle Methode. *lacht* Jeder Mensch macht das eben anders. Ich zeichne beispielsweise oft oder arbeite an Grafiken auf dem Computer, wenn mich etwas total ankotzt. Ist ne ganz individuelle Sache und jeder muss selber herausfinden, was ihm in solchen Situationen gut tut, bei manchen ist es eben der Schmerz. (Quasi: Wenn man seelisch leidet, will man das auch körperlich spüren und den Schmerz "rauslassen" oder noch besser gesagt "ausleben", danach geht's solchen Leuten eben dann wieder besser.)

Ich bin Slave.
Hm... ne "Leidensgenossin" :P Haste auch immer Schwierigkeiten, Männer zu finden, die du ernstnehmen kannst? Mir gehts jedenfalls oft so. Ich glaub langsam die meisten Männer habens verlernt dominant zu sein, alles Pantoffelhelden! ;o)

Es kommt mir nicht auf den Schmerz selbst an...
Jup, ich weiß... Mir auch nicht. Aber der Schmerz ist für mich halt eine schöne Ergänzung. Wenn es mir nur um Erniedrigung gehen würde, könnte ich auch einfach Rollenspielchen wie "Schülerin - Lehrer" oder "Gefangene - Gefängnisdirektor" oder "Nonne - Vergewaltiger" usw. ohne Gewaltanwendung machen, nur das kickt (mich jedenfalls) nicht. Aber ist bei mir sonst auch wie bei dir, der Schmerz ist zweitrangig und meist nicht mal intensiv, aber dazu gehört der Schmerz für mich schon und ich genieße ihn auch. Wobei es immer Schmerz und Schmerz gibt. Auch Schmerzen zufügen muss man(n) eben können. *g*

Grüße
Vampi

17. August 2002 13:12:32 - RAFA

...bei Liebeskummer den Namen des Angebeteten / der Angebeteten und so was.
Aber das ist es doch: der macht das doch bestimmt nicht, weil er das schön findet und es als Schmuck an sich tragen will, sondern aus einem tiefen Kummer heraus. Der Hintergrund ist irgendeine seelische Qual, eine unerfüllte Sehnsucht, er möchte damit irgendwas ausdrücken, den Geliebten festhalten, er möchte damit ins Universum schreien, dass er den Geliebten niemals loslassen wird, etc. Verstehste? Das ist was ganz anderes als wenn ich mir ein Trible tätowieren lasse oder mir einen schicken Piercingschmuck in den Nabel jage.

So konntest den Sarkasmus aus meinem ersten Posting auch nicht herauslesen, wo ich sinngemäß schrieb: "Sag Cutting dazu und du machst Bodyart draus." *lacht*
Nee. Das hab ich natürlich total verpeilt :-(

Männer zu finden, die du ernstnehmen kannst?
Ganz enorme Schwierigkeiten! Aber ich glaube, darüber hab ich hier schon genug gelästert ;->

oder "Nonne - Vergewaltiger"
Also sündige "Nonne" und bestrafender Priester im Beichtstuhl - also das fänd ich ja vollkommen geil :-D! Aber Pfaffen sind meistens ja erst die Luschen, die haben ja schon gar nichts Dominantes mehr drauf :-( Ich hab mal ne Zeitlang Gottesdienste besucht, um einen schicken Priester zu finden, aber das ist alles wirklich jenseits von Eden *kotz* :-(

chmerzen zufügen muss man(n) eben können.
Das stimmt.

P.S.: Hee, wollen wir nicht mal im katholischen Kirchenblättchen ne Anzeige aufgeben "2 Satanistinnen suchen dominanten Priester zur Abnahme der Beichte" :-D *froi*

17. August 2002 14:22:14 - skreek

P.S.: Hee, wollen wir nicht mal im katholischen Kirchenblättchen ne Anzeige aufgeben "2 Satanistinnen suchen dominanten Priester zur Abnahme der Beichte" :-D *froi*
Ich glaube die Aussichten, da was zu finden sind nicht so groß, die stehen doch alle nur auf Knaben... ;-)

17. August 2002 14:35:51 - Vampira

P.S.: Hee, wollen wir nicht mal im katholischen Kirchenblättchen ne Anzeige aufgeben "2 Satanistinnen suchen dominanten Priester zur Abnahme der Beichte" :-D *froi*
Hehe..... Klar! ;o) Obwohl, so ein knackiger dominanter Satanspriester wär mir ja fast lieber... *unschuldig in Luft guck* Ich weiß was, wir organisieren einfach mal ne Orgie! Dann haben die Medien auch mal wieder was über das sie schreiben können... *g*

19. August 2002 02:03:11 - ANKH666

P.S.: Hee, wollen wir nicht mal im katholischen Kirchenblättchen ne Anzeige aufgeben "2 Satanistinnen suchen dominanten Priester zur Abnahme der Beichte" :-D *froi*
Man spare sich die horrenden Kosten für die Anzeige.... Ich laß mich in einem Crashkurs umschulen... Und ich hoffe es stört niemanden das das Kreuz, dann irgendwie andersherum hängt... man kann halt nicht aus seiner Haut....

ANKH666

P.S: Wie erklär ich das nur den anderen Kirchgängern... nun vielleicht Abwechslung stände der Katholischen Kirche nicht schlecht zu Gesicht...sowas in der Art.. Im Zeitalter des Rock´n Roll Jesus, doch kein Akt... anstatt langweiligem Orgelgeklimper nun neuerdings Marylin Manson.. und die Bude wär gerappelt voll..

17. August 2002 03:16:42 - Vampira

Hi nochmal! ;o)

Also, wenns gegen Medien geht, bin ich ja eigentlich immer auf deiner Seite bzw auf der Seite gegen die Medien *lacht*, aber in dem Punkt leider nur etwas halbherzig. Klar, die Medien haben das mal wieder aufgepuscht bzw. verstärkt und es ist gut möglich, dass es jetzt mehr machen deshalb als früher, weils eben bekannter ist nu, aber ich bin beispielsweise in einem kleinen Dorf aufm Land aufgewachsen und hab gar nichts vorher darüber gehört gehabt und es trotzdem gemacht, weil ich einfach den Drang dazu verspürte den Schmerz zu fühlen, den ich seelisch empfand. Und das obwohl ich damals eigentlich noch ein recht "braves" Kind war. *g* Hatte auch noch nichts mit Satanismus oder so zu tun, weil da wusste ich noch nicht mal was darüber und war noch eine (zwar immer schon ungläubige aber doch) Katholikin. Tja... vielleicht ritzen sich ja die Christen?!? *g* Jo jo... die schlimmen Christen, auf welche Ideen die immer kommen! *lacht* Nee, nur ein Scherz! ;o) Wie gesagt, hat nun mal wirklich nichts mit der Religion zu tun und ich hasse Verallgemeinerungen sowieso, aber ist halt immer das gleiche Spiel. Die Öffentlichkeit braucht eine Minderheitsgruppe, der sie die schlechten Dinge anhängen kann (Sündenbock), damit sie selbst sagen können, dass sie "brav" sind und sowas nie machen würden.

Finde es gut, dass du da mal wieder etwas Aufklärungsarbeit leisten willst!

Grüße
Vampi

PS: Wegen dem Alter noch... Klar. Stimm dir da völlig zu. Jugendliche neigen da wirklich eher dazu. Hat (imho) zwei Gründe: a) sie haben noch nicht gelernt mit Extremsituationen oder ihren Gefühlen umzugehen und b) sie haben oft nen Haufen Probleme die sie später nicht mehr haben oder gar nicht mehr als Probleme sehen. Gibt aber natürlich auch ältere Leute die nicht gelernt haben mit ihren Problemen umzugehen. Deshalb meine Aussage, dass es nichts mit dem Alter zu tun hat. Ich würde da noch eher sagen, es hat was mit (Lebens-)Erfahrung zu tun.

17. August 2002 08:19:13 - Mark

Lassen sich Verdrängung und Ergänzung (Erfüllung?) isolieren?... zeitweise...
Handelt es sich nicht immer... um verschiedene Arten der Verdrängung... um das kompensieren?...

In meinem Umfeld ...konnte ich es jedenfalls...immer... als solche erkennen.

Grüße
Mark...us

17. August 2002 12:51:17 - RAFA

...hab gar nichts vorher darüber gehört gehabt und es trotzdem gemacht,
Bist du dir ganz sicher, dass du wirklich nie was davon gehört hast und wirklich ganz von selber auf sowas gekommen bist? Das kann ich mir nämlich echt schlecht vorstellen: Wie kommt man denn auf sowas?

Tja... vielleicht ritzen sich ja die Christen?!? *g* Jo jo... die schlimmen Christen, auf welche Ideen die immer kommen! *lacht* Nee, nur ein Scherz!
Äh, trotzdem *entsetz, grübel*
Ich werde doch gleich mal ganz heimtückisch in diversen Christenforen meine Umfrage starten. Das muss ich mir aber noch genau überlegen und planen, wie ich das schon harmlos hin-fake. Mei, also DAS wär ja ein Hammer, wenn ich dort fündig werden würde!

Die Öffentlichkeit braucht eine Minderheitsgruppe, der sie die schlechten Dinge anhängen kann (Sündenbock),
klar, aber man muss sich das doch als boshafte Zimtzicke (weibliches Conterpart zu diesem Bock) nicht bieten lassen. Man kann doch der Öffentlichkeit ihre Luftschlösser zerstören, insbesondere, wenn sie sie auf meine bzw. meinereiner Kosten baut!

Hat (imho) zwei Gründe: a) sie haben noch nicht gelernt mit Extremsituationen oder ihren Gefühlen umzugehen und b) sie haben oft nen Haufen Probleme die sie später nicht mehr haben
so sehe ich das auch.

Gibt aber natürlich auch ältere Leute die nicht gelernt haben mit ihren Problemen umzugehen.
Richtig.

17. August 2002 14:13:20 - skreek

...Das kann ich mir nämlich echt schlecht vorstellen: Wie kommt man denn auf sowas?
Ähm, ich meine, irgendwer muß ja mal mit soetwas angefangen haben. Und der erste konnte es schlecht irgendwo lesen. Warum soll dann nicht auch später noch jemand auf die selbe Idee gekommen sein, ohne davon von anderen gehört zu haben?

17. August 2002 14:15:17 - Vampira

Wie kommt man denn auf sowas?
Ach, weißte... Ich hab das ja nicht ständig gemacht wie viele andere und war also nie ein Ritzer in dem Sinne. Nur war das damals eben ne absolute Ausnahmesituation, die ich niemandem wünsche und die mit großer Wahrscheinlichkeit auch niemand so schnell erleben wird müssen. Es ging mir halt kurz gesagt echt beschissen damals und ich war total am Ende. Ich weiß eigentlich gar nicht mehr wieso, aber ich bin dann irgendwann in der Schule gesessen, hab dem Müll von den Lehrern gar nicht zugehört und einfach über meine scheiß Lage nachgedacht. Währenddessen hab ich (mehr unbewusst als bewusst) mit meiner Schere rumgespielt und irgendwann hab ich mich damit verletzt. Ich war da erst selbst etwas geschockt, warum ich das jetzt gemacht hab, fühlte mich dann aber irgendwie besser. Nach einigen Wochen hab ich dann zum ersten mal richtig darüber nachgedacht und gemerkt, dass es mir danach eben wirklich besser ging und beim nächsten Down hab ich es einfach mal absichtlich ausprobiert mit leichten Kratzen am Arm und es hat mir geholfen. Hab das aber nur 3 oder 4 mal absichtlich gemacht, danach konnte ich mit meinen Problemen auch anders fertig werden und brauchte das nicht mehr. Ich hab dann etwa 2 Jahre später allerdings ein Mädl kennengelernt mit dem ich auch heute noch sehr gut befreundet bin. (Sie ist übrigens immer noch in der katholischen Kirche obwohl sie volljährig ist und schon längst austreten hätte können. Klar sie glaubt nicht dran und ist mehr Atheistisch, aber ich wollts mal erwähnen *g* Mit Satanismus hat sie übrigens gar nichts am Hut, auch nie gehabt.) Nu jedenfalls, ihr ist es auch so gegangen. Wir haben da auch drüber gesprochen. Was sie erzählt hat, kam ziemlich genau an das hin, was ich dabei gefühlt hab, als ich das Jahre zuvor machte und bei ihr war es genau wie bei mir. Sie hat, nachdem sie die Probleme gelöst hatte, damit wieder aufgehört. Soweit ich weiß, hatte sie davor auch nie einen Bericht oder sowas gesehen, sondern einfach den Drang danach verspürt, sich zu verletzen. Also ich denke, es gibt eben zwei Fälle. a) die Leute die den Drang danach haben, das zu machen, weil sie sich danach besser fühlen und die nicht unbedingt vorher etwas in den Medien darüber hören müssen und b) die Leute die das cool finden, wenn sie das machen und es halt so nachmachen, wie sie es in den Medien gesehen haben, ohne genau zu wissen, warum sie das machen. Bei den Leuten kann ich mir allerdings nur schwer vorstellen, dass sie es wegen ihrer Probleme machen, außer sie kommen da dann zufällig beim nachmachen drauf, dass es ihnen dann besser geht. Aber in der Regel halte ich das für pubertäre Mutproben oder schlichte Angeberei. Das sind dann auch die Leute, bei denen man das dann ganz offen sieht. Ich hab die Wunden immer so gestaltet, dass sie entweder nicht verdächtig aussahen und ich ne gute Erklärung dafür hatte (Kratzer von ner Katze, etc.) oder eben Klamotten getragen, wo man das nicht sah, solange es nicht abgeheilt war.

Mei, also DAS wär ja ein Hammer, wenn ich dort fündig werden würde!
Könnte ich mir wirklich sehr gut vorstellen bzw. hab ich auch schon oft genug gehört. Ob sie es allerdings zugeben in der Öffentlichkeit ist dann natürlich wieder die Frage. Christen haben einfach nie gelernt zu ihren Fehlern zu stehen... Man darf halt nicht zu viel von ihnen erwarten, sonst fühlen sie sich gleich überfordert! ;o))

Grüße
Vampi

17. August 2002 14:28:53 - skreek

Also ich denke, es gibt eben zwei Fälle. ...
Ich wüßte da noch nen dritten Typ: Jemand, der sich dadurch, das er sich selbst Schmerz zufügt besser fühlt, dies aber auf anderm Wege macht als durch Ritzen, dann aber davon hört und dies auch ausprobiert. Es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten, auf Wände einschlagen, Feuerzeug/Kerze am Arm/Hand (die Idee hatte ich mal, habs aber nie gemacht),...

17. August 2002 14:35:51 - Vampira Aber das ist es doch: der macht das doch bestimmt nicht, weil er das schön findet und es als Schmuck an sich tragen will, sondern aus einem tiefen Kummer heraus.
Klar, aber auch "professionelles" Cutting wird oft so gestaltet, dass es ein Name ist oder etwas das dich an jemand erinnert. Genauso wie sich Leute Namen tätowieren lassen um immer die Erinnerung an einen Menschen zu erhalten. Cutting stell ich mir einfach sehr schmerzhaft vor, so nach den Bildern zu urteilen, die ich bis jetzt gesehen hab. Das machst du nie nur einfach, weil dus schön findest, da musste schon auch den Schmerz genießen können, sonst hältst das gar nicht durch (imho). Ich sag ja auch nicht, dass Cutting und Ritzen exakt das selbe ist. Das bestimmt nicht! Aber man kann da keine gerade Grenze ziehen, weil die Grenzen einfach verschwimmen.

Ganz enorme Schwierigkeiten! Aber ich glaube, darüber hab ich hier schon genug gelästert ;->
Echt? Also das hab ich noch nicht mitgekriegt, sorry. Aber ihr schreibt ja auf dem Board auch immer Tag für Tag so viel, da muss man schon echt schaun, dass man überhaupt mit dem Lesen nachkommt! *lächel* ;o)

Aber Pfaffen sind meistens ja erst die Luschen,...
Ja, das stimmt. Letztens hat mal eine neben mir über unseren Pfarrer getratscht und gemeint, der wär auch nicht besser als der alte. Ich natürlich hellhörig geworden: Was wir haben nen neuen Pfarrer? Die hat mich dann ganz doof angeguckt und mir verklickert, dass wir den schon seit 3 Jahren haben. *rofl* Ich hatte das natürlich mal wieder nicht mitgekriegt (War schon ewig nicht mehr in der Kirche!) und bin dann mal losgestiefelt um mir den mal anzugucken. Tja... der NEUE Pfarrer war aber dann schon 58 Jahre ALT! *rofl* Ist echt zum kotzen... Die Katholiken kriegen einfach nie Frischfleisch rein! ;o) Ist das bei den Evangelen auch so? *mal in die Runde guck* Hat da jemand Erfahrung mit? Könnt euch ruhig outen! :P

17. August 2002 14:43:39 - Vampira

Ich wüßte da noch nen dritten Typ:...
Klar, da hast du recht... War ja jetzt nur so ein grober Einteilungsversuch... Ist immer ne ganz individuelle Sache wie man zu sowas kommt und das sollte man wohl auch gar nicht so in Schubladen pressen.

Btw: Verbrennen wollte ich mich noch nie... Deshalb finde ich Brandings auch viel krasser als Cuttings... Hattest du das wirklich ernsthaft überlegt?!? Ich weiß nicht, aber der Schmerz wenn man sich so richtig arg verbrennt ist echt fies und die Brandblasen danach sind ziemlich hässlich... Irgendwie kann ich da gut drauf verzichten. Sich schneiden ist ein ganz anderer Schmerz als wenn man sich verbrennt, aber das ist eine gute Überlegung: Vielleicht brauchen Leute die sich selbst verletzen nicht nur Schmerz an sich sondern eine bestimmte Art von Schmerz? Jeder für sich ganz individuell? *grübel*

Grüße
Vampi

17. August 2002 21:18:49 - RAFA

Das machst du nie nur einfach, weil dus schön findest, da musste schon auch den Schmerz genießen können, sonst hältst das gar nicht durch (imho).
Also größere Tätowierungen sind nun echt auch nicht angenehm :-(. Mein Drache auf der Schulter hat fast 2 Stunden gebraucht - immer wieder hat der Tätowierer gefragt, ob ichs noch aushalt und ich sagte "na, klar! *pff, eins meiner Leichtesten*", obwohl ich schon gemeint hab, ich zerfließ vor Schmerz von dem Stuhl runter. Aber niemals wollte ich eingestehen, dass das weh tat, ich bin doch keine Memme, hör mal! Und was ein Kerl aushält, halt ich schon 10 x aus! So meditierte und konzentrierte ich mich da einen ab und habe es tatsächlich geschafft, ohne mit der Wimper zu zucken bis zum Ende durchzuhalten. Ich kann nun aber nicht sagen, dass es schön war - heilfroh war ich, als es endlich fertig war ... und hab natürlich gesagt "hab ich mir viel schlimmer vorgestellt, war ja gar nix!" Bäh, war ich sauer vor Schmerz und es war auch recht klug, dass mich an dem Tag keiner mehr anredete - der hätt wohl dann meine ganze Schmerz-Wut abgekriegt. ABER ich habs durchgehalten und das ist auch so ein gewisser Stolz.
Ich denk, das ist das Gegenteil als das, was beim Ritzen wesentlich ist.
Bei Cutting ist das bestimmt in vielen Fällen auch so.

18. August 2002 00:15:13 - Vampira

Jup klar, kann schon sein... Ich stell mir Cutting aber halt doch schmerzhafter vor, geht ja auch tiefer als Tätowieren.

Grüße
Vampi

18. August 2002 03:10:12 - Elijah Tulkan

Ich kannte mal einen Skinhead, der hatte sich "Hansa-Pils" auf die Stirn tätowiert.
Fand ich klasse - irgendwie endgültig.

18. August 2002 10:32:25 - skreek

Btw: Verbrennen wollte ich mich noch nie...
Naja, ich bin auf die Idee gekommen, und hab auch schonmal mit ner Kerze rumgespielt, aber nur so, das es warm wurde. Habs dann aber beim Ritzen und Wände verprügeln belassen.

18. August 2002 22:10:19 - Black Tear

...Das kann ich mir nämlich echt schlecht vorstellen: Wie kommt man denn auf sowas?
An der Stelle geb ich auch mal meine "Erfahrungen" preis: Zu einer Zeit, in der ich von "Ritzen" und überhaupt der Möglichkeit der Selbstverstümmelung ehrlich noch nie was gehört hatte (ich glaub, ich war 16 ... is also noch nicht soo lange her) bin ich spätnachts mit einer wirklich extremen Wut auf mich und die Welt in der Küche herumgetigert und habe plötzlich in einer Art Kurzschlussreaktion ein Küchenmesser aus der Halterung gerissen um damit wirklich reflexartig hirnlos auf meinen Arm einzustechen (nicht zu schneiden). Glücklicherweise trat allerdings die erwähnte Hemmschwelle oder sowas ähnliches in Kraft und hab das Teil fallenlassen. In diesem Moment war so etwas wie logisches Denken für mich völlig ausgeschaltet, ich war einfach nur wütend, ich habe garnicht realisiert was ich zu tun im Begriff bin ... es hatte also nichts mit Satanismus/Blutopfer oder "Schaut mal wie krank ich bin!" zu tun.
Vor ein paar Monaten habe ich in einer ähnlichen Situation (ich war außerdem noch betrunken ... das bin ich nicht oft) meine zu dem Zeitpunkt schön angespitzten Fingernägel dazu benutzt mir die Arme blutig zu kratzen. Als ich wieder nüchtern war, war ich selbst darüber entsetzt. Süchtig bin ich keinesfalls, ich bin auch kein "Cutter" ... ich habe bei mir allerdings eine Veranlagung entdeckt und passe dementsprechend drauf auf, dass diese nicht in Praxis umschlägt.
Was ich damit sagen will: Es ist keinesfalls ausschließlich eine "Modeerscheinung", es kann wirklich ganz instinktiv sein ... und "stolz" auf die Narben ist auch nicht jeder.
Außerdem hab ich inzwischen bei anderen (speziell meiner Freundin, was mir verständlicherweise besonders an die Substanz geht) festgestellt, die ihre Narben offen zeigen, dass es eine Art Hilfeschrei ist ... man zeigt, dass man Probleme hat, dieser Schrei wird teilweise allerdings permanent ignoriert, bzw. einfach nicht bemerkt (sogar von Eltern, Pädagogen, etc.). Vielleicht ist es inzwischen auch einfach normal für die Gesellschaft geworden ... xxx

19. August 2002 01:50:38 - Vampira

Hi RAFA!

Hab mir gedacht, folgender Text könnte dir bei der Ausarbeitung deiner Ritzen-Page vermutlich behilflich sein. (Insbesondere der Hinweis fast ganz unten, dass auch Lady Di zu den Ritzern zählte! Soviel zu: Das machen nur Satanisten...)

Grüße
Vampi

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Erstveröffentlichung: 16.08.2002

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