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Seite erstellt/geändert am: 01.05.2003

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So gibt es also viele lebendige Geister und ich kann mir vorstellen (aber mehr heißt das auch schon NICHT), dass für einen Geist die Existenz eines Körpers nur zur Realisation in dieser materiellen Welt vonnöten ist. Zur Realisation in der geistigen Welt braucht es womöglich gar keinen (eigenen) Körper. Durchaus kann vielleicht ein Geist auch den Körper eines anderen oder ein körperliches Etwas von der Sorte "Blatt Papier" benutzen, worauf das Gedicht unseres Dichtergeistes steht oder vielleicht hat ein Geist in der geistigen Dimension auch überhaupt keine Verbindung zu einem Körper nötig?

Vielleicht reicht ein Server-Geist, der den Geist realisiert - gleich unseres vormals genannten Dichtergeistes, der sich im (Server-)Geist des Lesers des Gedichtes realisiert?

Ich denke hier sehr direkt an die Möglichkeit, dass jeder Menschen-Geist für sich ein "Gedanke" eines wesentlich komplexeren Server-Geistes sein könnte...

...oder ein "Gedicht" eines (oder auch mehrerer) "großen Dichter(s)", das sehr wohl in sich seinen eigenen Geist (wiederum bestehend aus weiteren Einzelgeistern) hat, aber auch vom Geist seines Dichters durchwirkt ist und ein Spiegel seines Dichters ist. Das Gedicht muss nicht unbedingt auf einem körperlichen Blatt Papier stehen, um zu sein - womöglich reicht auch die Realisation im Geist des Dichters?

Das Leben, also die Wechselwirkung des Geistes mit seinem Körper wäre dann ersetzt und ginge vonstatten durch die Wechselwirkung zwischen dem einen Geist und dem anderen Geist.

Nachtrag hierzu aus einer Diskussion am 29.04.2003:

Es ist nämlich im Körperlichen so, dass eine Begrenzung des Ich - eben durch den eigenen Körper - stattfindet, im Geistigen glaube ich NICHT an eine Ich-Begrenzung bzw. an keine Begrenzung in "Inneres und Äußeres". Ich glaube bezüglich der geistigen Existenz durchaus an "Persönlichkeitsüberschneidungen" also an Teile, die man gemeinhin "ich" nennen wollte, die jedoch gleichzeitig auch zum Ich anderer gehören. Ich halte das Ich bzw. das "Innere" insofern nicht fix begrenzt.

...

Das ist übrigens das spirituelle Vorbild für die zunehmende Durchschaubarkeit dieser Gesellschaft und seiner Einzelindividuen. Der Mensch, die Gesellschaft, das System oder "die Macht" oder wie immer man diese gewisse "Steuerung" nennen mag, die dahinter definierbar ist, strebt ja seit jeher zur völligen Durchschaubarkeit und Kontrollierbarkeit seiner Einzelindividuen - Stichwort "gläsernes Internet" usw. "Der Staat" (hey, WER ist'n das überhaupt? Das IST doch definitiv "Keiner" in dem Sinn und doch IST er...) oder "die Macht" (so ne Art Laplace'scher Dämon, also eine Überwachungsinstanz, die nicht wirklich wesen-lich ist, die nicht wirklich existiert, die nur abstakt definiert wird) ... "die da oben" streben doch seit jeher danach, alles zu wissen, was da ab geht und alles unter Kontrolle zu haben (das ist das, was die Steiner'schen Anthroposophen das "ahrimanische Prinzip" nennen).

Wie dem auch sei, dieses ist nicht aufzuhalten: das Gedankenlesen mit technischen Mitteln ist ein Ding, das kommen WIRD - und vermutlich noch nicht einmal in allzu ferner Zeit. Der Mantel, den bisher unser Körper bot, wird uns entrissen und wir stehen nackt da. Viele fürchten sich davor, weil sie sich bisher auf ihren Panzer und Versteck-Deck-Mantel verlassen haben und drunter die Loser sind! Sie haben auch nie Stärke an ihre Geister legen können, weil sie diese ja stets aus dem Verkehr gehalten haben und unter ihrem Deckmantel eingehüllt versteckt haben, wer und wie sie wirklich sind.
Ich hab das nun schon eine Weile "geübt", dieses körperlose und damit auch deckungslose Dasein. Ich hab meinem Geist auch eine gewisse Manifestation verleihen können in seiner Nacktheit mitten im Fegefeuer (war etwas schmerzhaft, aber ... hm pf ... das iss halt so *purer Sarkasmus*) und ich weiß, dass das Teil "so ohne" nicht ist: Mein Geist hat seine gewisse Kraft, gewissen Dingen hält er stand!
Man kann also seinen Geist trainieren um auch im "gläsernen Kollektiv" noch ein Ich zu behalten und eine Abgrenzung möglich zu machen - OHNE diesen Körper.


 
Das alles ist aber für ein subjektives Lebewesen meist sekundär.

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Erstveröffentlichung: 07.10.2001

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