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Seite erstellt/geändert am: 01.05.2003

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Begrifflichkeit, Bilder und Gleichnisse geistiger Dinge
Dimensionen: Geist und Materie
Verbindung Geist und Körper
Astralschnur
Verloren in Gleichnissen

Begrifflichkeit, Bilder und Gleichnisse geistiger Dinge

Es ist sehr schwierig, gänzlich unmaterielle Dinge zu beschreiben, daher bedient man sich gerne vergleichender Bilder (z.B. des Bildes eines Dichters und seines Gedichts). Bis man sich versieht, verliert man allerdings durch das vergleichende Bild den Blick für das Eigentliche. Da das Bild meist einfacher zu begreifen ist als die Sache, für die es nur steht, überlagert es das Begreifen und des Menschen Denken bewegt sich leider im Bild statt in der damit gemeinten Sache.

Wir finden hier eine erste Verunglimpfung des Eigentlichen, also eine Entstellung einer geistigen Sache durch ein materiell-gedachtes Bild aufgrund menschlichen Unbegreifens oder Schwerbegreifens.
Es ist die Entfernung vom Eigentlichen um 1 Stufe.

 
Remark: "Du sollst dir von mir kein Gleichnis oder Bildnis machen!"

Dimensionen: Geist und Materie

Wir waren ja beim Verlassen des Körpers eines Geistes...
Der Ausdruck an sich ist bereits eine Krücke, denn ein Geist ist nicht in einem Körper: Es besteht eine Verbindung zwischen dem Geist (existent in der geistigen Ebene) und dem Körper (existent in der materiellen Welt).

Als Vergleich bringe ich an: "Der Winter verlässt das Land".
Auch das ist eine Krücke, denn der Winter ist ein Ding der (Jahres-)Zeitendimension, während das Land als eine Fläche von Länge mal Breite in der Raumdimension der körperlichen Welt existent ist. Insofern kann nicht eines im anderen sein - lediglich eine Verbindung, Verknüpfung von Winter und Land ist denkbar.
Der Winter bewegt sich auf einer Skala seiner Dimension, nämlich die der Jahreszeiten und die Jahreszeit wechselt ihre Identität und wird zum Frühling, aber es ist ein völliger Unsinn, sich ein Ding namens "Winter" vorzustellen, das aus dem körperlichen Land hinausgeht, rausläuft, austritt, was weiß ich - welch ein Quatsch!

P.S.: Eine Folge der 1 Stufe der Entfremdung vom Eigentlichen in Form des Bildes "Winter verlässt das Land" ist dann der Faschingsbrauch, dass die Hexen mit Peitschen den Winter aus dem Land jagen - sie versuchen, den Winter zu schlagen, damit er davonläuft und dem Frühling Platz machen möge.
Ok, hier wissen wir ja noch alle recht klar, dass es lediglich ein Brauch ist, ein Usus, ein Gleichnis, nur irgendein närrischer Firlefanz ... helau!

Ebenso ist es Unsinn, sich den Geist als ein Ding vorzustellen, das aus dem Körper hinaustritt, oder -schlüpft, was auch immer. Der Geist befindet sich ja in einer völlig anderen Dimension* als der Körper und hält ja lediglich eine Verbindung aufrecht.

* Dimension = Bewegungsbereich

Verbindung Geist und Körper

Der Menschengeist als ein unmaterielles Ding auf geistiger Ebene bewegt sich natürlich: Man denkt mal an dies, mal an jenes und so bewegt sich der Geist von einem zum anderen Objekt seiner Tätigkeit. Ein ledigliches Denken von körperbezogenen nach unkörperlichen Bereichen ist definitiv bereits ein geistiger Wegschritt vom Körper, ein "Austritt des Geistes aus dem Körper".
Ein solcher "Austritt aus dem Körper" ist zumindest bis zum Ende des Körperbewusstseins (letztendlich durch den Tod) nicht endgültig. So lange die Verbindung Geist-Körper besteht, so lange wirft der Körper sein Input aus der materiellen Welt ein und der Geist bewegt sich zwangsläufig wieder in körperbezogenen Gedanken, also ist er so an den Körper gebunden.

Diese Verbindung Geist-Körper ist allerdings eine rein metaphysische Kraft, vergleichbar z.B. mit der Kraft, die den Mond in seiner Bahn um die Erde hält - auch hier wird sich niemand ein Band zwischen Erde und Mond denken oder sonst ein körperlich-bildliches Bindeglied.

Astralschnur

Die Verbindung Geist-Körper verbildlichen dagegen manche Mystiker als ein Bindeglied und nennen es "Astralschnur".
Durchaus hat diese Verbindung den Charakter eines (meist unliebsamen) Gummibandes, das den "in weitere Sphären davonschwebenden" Geist immer wieder in die körperliche Realität zurückholt. Eine Art überirdisch-silberne, dehnbare Schnur, die den Geist, der in den Sternen schwebt mit dem Körper verbindet, dient so als bildliche Darstellung des Vorgangs "Geistrückholungsmöglichkeit in die körperliche Realität".

So manche Dinge behauptet man von dieser "Astralschnur": Wenn sie reißt oder getrennt wird, schwebt der Geist weiter und findet nicht mehr in den Körper zurück.
Nun sicherlich: Wenn der Geist durch irgendein Mittel, meinetwegen eine Überdosis an bewusstseinsverändernden Drogen (oder sonst etwas, z.B. tiefe Bewusstlosigkeit, Koma), den Bezug zu seinem Körper verliert, so wird er sich den körperunbezogenen Bereichen übergeben (die damit ja der Rest seiner Welt sind) und nicht wieder in die körperliche Realität zurückdenken. In der materiellen Welt bleibt ein geistesgestörter Körper zurück, dessen Gedanken keinen optimalen Bezug zu körperlichen Vorgängen mehr finden, so dass sich der Körper in seiner körperlichen Dimension (=irdische Welt) mehr oder minder irrational verhält.

Durch ausgiebige Wanderungen in geistigen Dimensionen, also durch übermäßige Konzentration auf unkörperliche Bereiche (sprich: Weltfremdheit) insbesondere durch ganz gezielte Steuerung der Gedanken hierauf z.B. im Rahmen von Meditation kann es durchaus vorkommen, dass ein Geist eines Tages nicht wieder in die körperliche Denkdimension zurückkommt und irgendwo in gedanklichen Gegenden der unweltlichen Sorte hängenbleibt. Da die mehr oder minder vom Geiste verlassenen Körper recht lebensuntauglich sind und der Gesellschaft auf der Tasche liegen, bewertet man sie als "krank" und steckt sie in entsprechende Anstalten, wo sich Ärzte und Fachleute bemühen, den zum jeweiligen Körper gehörenden Geist wieder einzufangen, damit dieser wieder die Steuerung seines Körpers übernehmen möge.

Sie löten also die gerissene Silberschnur und sind damit des Glückes Schmiede *g*.

Verloren in Gleichnissen

Mein eingangs genannter Gesprächspartner im Chat schien also "Geistreisen" in unkörperliche Bereiche öfters durchzuführen. Dabei schien er sich an gewissen körperbezogenen Darstellungen derart stark zu orientieren, dass sein Verstand zum besseren Begreifen (Verarbeitung des Gehirnorganes) diese Darstellung in Geistbildern projizierte, die der Mann vor seinem "geistigen Auge" sah: Im Gehirn spielte sich aufgrund eines Impulses des Geistes ein darstellender Vorgang ab gleich dem aufgrund eines Impulses des Auges. Ein Bild einer Silberschnur wurde realisiert.

In meinem Geiste projiziert sich nun ein akustischer Vorgang und ich höre das empörte Widergeschrei aller Mystiker, die das hier einst noch lesen werden *g*. Huch! Auch noch ein Zeitsprung! Die Zukunft und die Gegenwart wird zu eins und ich höre bereits jetzt im Geiste, was erst in Zukunft geschrieen werden wird!

Ok ok, so weit die möglichst bodenständige und rationale Erklärung gewisser Geistvorgänge.

Nachtrag hierzu aus einer Diskussion am 29.04.2003:

Während man bei der Gedankenreise in seine eigene Welt eintaucht, kann man mit der Reise in die äußere geistige Welt in Kontakt mit anderen Wesenheiten und Realtitätsebenen treten.

Ich mach die Unterschiede etwas anders: da ist 1 x die körperliche Dimension - also rein rational - und zum 2. die geistige Dimension. Der "lebendige Mensch" (also der "ganz normale Mensch") hat dabei irgendeine zwingende Verknüpfung zw. seinem Geist und dem Körper, den er "seinen" nennt. Die Verknüpfung wird recht dünn in Phasen des Schlafes und bricht bei "Bewusstlosigkeit" zeitweise total zusammen ("bewusstlos" ist dabei eine Bezeichnung aus der körperlichen Dimension und körperlichen Perspektive: in der solchen hat der Mensch nämlich zu der Zeit dann kein Bewusstsein. Damit ist aber nicht gesagt, dass er generell überhaupt kein Bewusstsein mehr hat! Vermutlich ist er in der geistigen Dimension bzw. aus der geistigen Perspektive im Moment der "körperperspektivischen Bewusstlosigkeit" wohl "körperlos"), endgültig reißt die Verknüpfung Geist-Körper jedoch dann beim Tod ab.

...

Die geistige Dimension bietet keine "innere" oder "äußere" Welt in dem Sinn, denn das von dir genannte Innere und Äußere beziehe ich hier auf den Körper...

Hierbei verlässt man seinen physischen Körper

Man "verlässt" seinen physischen Körper nicht. Das ist Quatsch: Man ist nie bzw. nicht wirklich IN seinem Körper und kann deswegen auch nicht RAUS. Es sind 2 verschiedene Welten (geistige und körperliche bzw. materielle), die im Gehirn irgendwo ihre Schnittstellen finden. Aber der Geist ist genausowenig "aus" den Körper zu kriegen wie "nachts ist es kälter als draußen". Das gehört nämlich einfach nicht zusammen, das hat nur eine Schnittstelle, die man vielleicht auf und zu machen kann, damit eine Verbindung zweier Welten möglich ist oder nicht.
Naja, man könnte es - will man es ja in "rein und raus" ausdrücken - vielleicht so denken, dass der Geist in der geistigen Welt durch die Schnittstelle Gehirn andauernd über den Körper in die materielle Welt REIN-reist. Man kann die Schnittstelle auch dicht machen oder verstopfen, dann reist sich nichts mehr, das dominante Bewusstsein eines körperlichen Daseins wird dünn und bricht evtl. ganz ab und man befindet sich nur noch im geistigen Bereich. Aber n wirkliches rein/raus ist das nicht, also eine "Reise" ist für mich was anderes, bei einer Reise gehe ich in irgendeiner Art und Weise von A nach B. Das tue ich bezüglich des Astralen/Geistigen jedoch eindeutig NICHT.

Man ist sich bewusst, dass man seinen Körper verlassen hat und kann ihn auch sehen. Die Fortbewegung findet mittels Willenskraft und Konzentration statt, wobei man fliegen, gehen oder schweben kann.

Körperlicher Quatsch! Falsche Begrifflichkeit! Völlig falscher Ansatzpunkt! Mein Geist fliegt oder geht oder schwebt doch nicht, "fliegen, gehen, schweben" sind doch rein körperliche Angelegenheiten.
Ich akzeptiere höchstens: dein Geist tut da was und dein Gehirn versucht "dir" das zu konvertieren und kann sich dazu nur körperlicher Begrifflichkeiten bedienen, weil "du" (bzw. dein Bewusstsein) ganz einfach so mit dem Körperlichen verwurzelt und verwachsen bist, dass du dir sonst keine Vorstellung davon machen kannst.
Ich meine: Was du hier "Schweben des Geistes" nennst, nennt ein hawaiianischer Tiefseetaucher bestimmt "schwimmen"! ;-) MERKST du das Wesentliche? Das, was ich hier ausdrücken will, was ich sagen will?

Der Mensch macht sich die Vorgänge begreiflich durch Dinge, die er bereits begreift und da diese körperlicher Natur sind, steckt er auch die geistigen Dinge in körperliche Begrifflichkeiten - das ist alles, woher das Schweben und Schwimmen des Geistes oder Astralschnur und Fliegen und *blah* herkommt!

Es ist möglich, durch Türen und Wände zu gehen

Völliger Quatsch! Im Geistigen gibt es keine "Türen und Wände" - ich meine, diese gibt es schon, aber eine "geistige Wand" ist z.B. ein Komplex, also eine geistige Denkbarriere, über die man nicht hinwegdenken kann, die einen sperrt und die man sich nicht denken traut oder dass einem etwas Bestimmtes einfach nicht einfällt, dann ist davor eine "geistige Wand". Diese Tür hier *gegen meine Wohnzimmertür klopf, aua, Finger weh tu* hat N-U-L-L mit irgendeinem Geist zu tun!
Man könnte da genauso sagen: "mei! Das Telefon ist toll! Mein Gequatsche durchs Telefon kann mühelos durch die Landesgrenze gehen, ja selbst durch den eisernen Vorhang ist es durchgegangen!" Du merkst: Purer Quatsch! SELBSTVERSTÄNDLICH geht es da durch, weil es verschiedene Dimensionen sind und das eine fürs andere keine Barriere oder überhaupt von Belang ist!



Weiter: Geister in der Geisterwelt



Erstveröffentlichung: 07.10.2001

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